Clare, Cassandra; Black, Holly: Der Weg ins Labyrinth – Magisterium 1


Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Weg ins Labyrinth
Teil 2: Der kupferne Handschuh
Teil 3: Der Schlüssel aus Bronze

Kurzbeschreibung:
Geschlagen mit einem lahmen Bein und einer scharfen Zunge ist der zwölfjährige Callum Hunt nicht gerade der beliebteste Junge auf dem Planeten. Doch das ist erst mal sein geringstes Problem. Denn just in diesem Moment befindet er sich auf dem Weg ins Magisterium, der unterirdischen Schule für Zauberei. Ein dunkler und geheimnisvoller Ort. Dort soll er bei Master Rufus, dem mächtigsten Magier der Schule, in die Lehre gehen. Doch alles was Call über ihn und das Magisterium weiß, lässt ihn befürchten, das erste Schuljahr nicht lebend zu überstehen…

Meine Einschätzung:
Hm. Ich bin ohne großartige Erwartungen an dieses Jugendbuch herangegangen, das mir wegen seines schönen Covers schon auf der Buchmesse aufgefallen war und die Geschichte paßt ja auch grundsätzlich in mein Beuteschema. Außerdem kenne ich die Autorin schon von der City of Bones-Reihe, die mir eigentlich ganz gut gefallen hatte.
„Der Weg ins Labyrinth“ hat mich leider gelangweilt und zwar furchtbar gelangweilt, nicht nur ein wenig. Die Protagonisten haben in meinem Kopf einfach keine Gestalt angenommen, ebenso wenig wie das unterirdische Magisterium oder Elementarier. Die Geschichte schleppte sich so dahin und nur ganz zum Schluß wurde ich hellhörig, als Callums Herkunft offenbart wurde. Allerdings bleiben hier so viele Fragen offen, dass ich das sehr unbefriedigend fand. Dann muß ich leider auch feststellen, dass mir die Parallelen zu Joan K. Rowlings Harry-Potter-Universum doch zu aufdringlich waren.
Und mit der Interpretation von Oliver Rohrbeck, dessen Stimme ich eigentlich mag, kam ich auch nicht klar. Wenn er Erwachsene spricht, verstellt er die Stimme so blöd und salbungsvoll, dass ich jedes Mal zusammengezuckt bin vor Entsetzen ;-).

Mein Fazit:

Leider konnte mich der erste Teil dieser Jugendbuchserie überhaupt nicht überzeugen. Fade, blasse Charaktere, eine uninspirierte Geschichte und ein nerviger Sprecher – da lasse ich lieber die Ohren von den beiden anderen Teilen.

Heldt, Dora: Böse Leute


Genre: Krimi

Kurzbeschreibung:
Sylt wird von einer mysteriösen Einbruchserie erschüttert: Nicht die millionenschweren Luxusvillen der Touristen werden überfallen, sondern die Häuser älterer, alleinstehender Frauen. Die Polizei ist ratlos. »Ungehörig« findet das der frisch verrentete Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen und bietet sich an, den ehemaligen Kollegen unter die Arme zu greifen, was ihm prompt ein Hausverbot seines Nachfolgers einbringt. Gut, dann muss es eben anders gehen: Mit seinem Freund Onno, Chorschwester Inge und Strohwitwe Charlotte stellt Karl ein mit allen Wassern gewaschenes Ermittlerteam auf die Beine. Und schon bald verfolgt das findige Rentnerquartett eine erste heiße Spur …

Meine Einschätzung:
Hach, ich hatte Sehnsucht nach der Nordsee und was hilft da besser, als ein Sylter Krimi? 🙂
Ich fand die Geschichte und die Senioren-Ermittlertruppe wirklich unterhaltsam und hab nicht wirklich was zu meckern.

Mein Fazit:
Kurzweilige, harmlose Unterhaltung mit eingebautem Nordseefeeling

Sullivan, Michael, J.: Die verborgene Stadt Percepliquiz – Ryria 6


Genre: High-Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Thron von Melengar – Riyria 1
Teil 2: Der Turm von Avempartha – Riyria 2
Teil 3: Der Aufstieg Nyphrons – Riyria 3
Teil 4: An Bord der Smaragdsturm- Riyria 4
Teil 5: Das Fest von Aquesta – Riyria 5
Teil 6: Die verborgene Stadt Percepliquiz – Ryria 6

Kurzbeschreibung:
Die aufziehende Gefahr – der Vormarsch der Elben. Die einzige Hilfe in höchster Not – aus einer versunkenen Stadt. Der wahre Herrscher – ein alter Bekannter. Zum letzten Mal liegt alles an Hadrian und Royce, das Schicksal auf die richtige Seite zu zwingen.
Die Elben haben Nidwalden durchquert und die Nordlande mit beängstigender Leichtigkeit erobert. Jetzt bedrohen sie ganz Elan. Die Zeit und die Umstände drängen. Zusammen mit einigen Freiwilligen um die Prinzessin Arista müssen Hadrian und Royce erst die versunkene Stadt Percepliquis finden, in der eine letzte Waffe gegen die von den Elben ausgehende Gefahr liegt. Der scheinbar aussichtslose Weg führt sie tief hinab unter die Erde.

Meine Einschätzung:
Die Ryria-Saga wird auf jeden Fall einen Ehrenplatz in meinem Fantasy-Bücher-Regal unter den Allzeit-Lieblingsserien bekommen und sich in guter Gesellschaft mit David Eddings, Marion Zimmer Bradley, Richard Schwartz und Tad Williams wiederfinden :-).
Der letzte Band kommt deutlich düsterer daher, als die Vorgängerbände. Das Reich der Imperatorin steht kurz vor dem kompletten Untergang, denn dem Elbenheer hat sie nichts entgegenzusetzen und das Rettungsvorhaben hat kaum eine Chance auf Erfolg. 😉 Kein nagelneues Motiv, aber ich habe jede Seite verschlungen und mich dabei glänzend unterhalten. Der Autor baut auch noch ein paar hübsche Überraschungen ein, auf die ich nie und nimmer gekommen wäre und am Ende hätte ich mir nur gewünscht, ein wenig mehr über das Volk der Elben zu erfahren. Die bleiben doch etwas nebulös …

Mein Fazit:
Eine zeitlose, epische, unterhaltsame, spannende, ganz klassische Fantasy-Serie, die mir ans Herz gewachsen ist und die noch viel, viel mehr Leser braucht :-).

Hearne, Kevin: Erwischt (5)


Genre: Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Gehetzt
Teil 2: Verhext
Teil 3: Gehämmert
Teil 4: Getrickst
Teil 5: Erwischt
Teil 6: Hunted (noch nicht übersetzt)
Teil 7: Shattered (noch nicht übersetzt)

Kurzbeschreibung:
Nach zwölf Jahren geheimer Druidenausbildung ist es endlich soweit. Atticus O’Sullivan kann seine Auszubildende Granuile an die Erde binden. Auf diese Weise würde die Anzahl der Druiden auf der Welt auf einen Schlag verdoppelt werden. Unglücklicherweise fliegt auf dem Höhepunkt des Rituals Atticus‘ Tarnung auf.
Nachdem er sich nicht länger verstecken kann, bleibt Atticus keine andere Wahl, als mit seinem treuen Wolfshund Oberon und Granuile an den Fuß des Olymps zu reisen. Dort hat allerdings der römische Gott Bacchus geschworen, Rache an ihm zu nehmen. Damit ist er aber nicht der Einzige. Er muss sich hinter einem alten Vampir und einer Horde dunkler Elben anstellen, bei denen die Ermordung von Atticus ganz oben auf der Prioritätenliste steht.

Meine Einschätzung:
Die Kurzbeschreibung gibt die Story sehr gut wieder :-). Wenn ich nicht gewußt hätte, dass es schon weitere Bände mit einem lebendigen Atticus und einer lebendigen Granuile gibt, wäre ich wirklich in Sorge gewesen, ob die beiden diese Abenteuer überleben können. Atticus bringt es aber auch fertig, sämtliche mächtigen Wesen gegen sich aufzubringen, aber wer auf die Idee kommt, Baumnymphen zu entführen, der hat es auch nicht besser verdient. So werden sie von allen möglichen Feinden verfolgt und gejagt und nur wenige Verbündete halten ihnen die Treue.
Großartige, spannende Fantasy-Unterhaltung 🙂

Mein Fazit:
Ich kann den nächsten Band kaum erwarten.

Noble, Kate: Ein Spion in erlauchter Gesellschaft (1)


Genre: Liro

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Ein Spion in erlauchter Gesellschaft
Teil 2: Der Sommer einer Lady
Teil 3: Follows My Lead
Teil 4: If I Fall
Teil 5: The Dress of the Season
Teil 6: Let it be me

Kurzbeschreibung:
Eine aufregende, humorvolle und hochgradig unterhaltsame Geschichte über ein ungleiches Paar. Philippa Benning gilt als schönste Frau Englands. Als sie einem berüchtigten englischen Spion begegnet, verspricht sie, ihm Zutritt zu Adelskreisen zu verschaffen, wenn er dafür seine wahre Identität enthüllt. Schon bald muss Philippa feststellen, dass diese Vereinbarung sie in ein wahres Gefühlschaos stürzt …

Meine Einschätzung:
Hach ja, so manchmal ist mir einfach nach einem nette Liro. Bei diesem hier fiel mir der Einstieg zwar schwer, weil ich die auch so wunderschöne Heldin so furchtbar fand, weil sie sich so schlecht benahm, aber so nach und nach bin ich mit ihr warm geworden und ich mag ja diese eingeflochtenen Spionagegeschichten in Liros sehr. Ihr männlicher Gegenpart bleibt anfangs auch ein wenig blass, bekommt aber dann doch noch Konturen.
Die Geschichte hat mich zwar nicht vom Hocker gerissen oder mir schlaflose Nächste beschert, aber es war nette Unterhaltung für zwischendurch und wenn ich der anderen Bände habhaft werden kann, dann lese ich die auch. Vielleicht steigert sich die Autorin ja noch, denn das Zeug dazu hat sie.

Mein Fazit:
Da mir die weibliche Hauptfigur nicht 100prozentig gefallen hat, gibt es für diesen Liro kleine Abzüge. Aber unterhaltsam ist er allemal.

Koppelmann, Viviane: Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street: Ein Fluch in Rosarot (2)


Genre: Krimi, Hörspiel


Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Neues aus der Baker Street – Das Rätsel von Musgrave Abbey
Teil 2: Neues aus der Baker Street – Ein Fluch in Rosarot
Teil 3: Neues aus der Baker Street – Die Spur des Teufels
Teil 4: Neues aus der Baker Street – Der Somerset Fall
Teil 5: Neues aus der Baker Street – Der letzte Tanz

Kurzbeschreibung:

Flaute in der Baker Street: Kein neuer Fall in Sicht. Auf John Watsons Detektiv-Blog gehen die Follower auf die Barrikaden. Was kann Watson tun? Er schreibt: Ein Fluch in Rosarot. Sherlock & Watson: Wie alles begann. Nach mehreren vermeintlichen Selbstmorden in London wird Rabbi Ehrenburg tot in seinem Zimmer aufgefunden. Er hat eine Nachricht in den Holzboden geritzt – RACHE! Handelt es sich um einen antisemitischen Mordanschlag getarnt als Selbstmord? Auch die anderen Selbstmordfälle werden nun wieder aufgerollt, und einmal mehr muss Inspektor Lestrade auf die Dienste eines gewissen Sherlock Holmes zurückgreifen, der sich selbst als Consulting Detective bezeichnet. Doch wer ist der humpelnde Mann an seiner Seite, den Holmes Lestrade als seinen neuen Assistenten vorstellt? Wie alles begann: Sherlock Holmes & Dr. John Watson!

Meine Einschätzung:

Zu hören, wie sich Sherlock und Watson kennenlernten und wie der arme Watson vollkommen ungewollt in die Ermittlungen zu einem Mordfall hineingezogen wird, fand ich äußerst unterhaltsam.
Die Umsetzung des Hörspiels ist großartig, die Stimmen der Sprecher professionell und sehr angenehm zu hören, der Ton ist sehr gut ausbalanciert, angenehme Sound-Effekte, eine absolut runde Sache. Genauso stelle ich mir ein richtig gutes Hörspiel vor.
Die anderen Folgen werde ich definitiv auch bald auf den Ohren haben.

Mein Fazit:
Ein tolles Hörspiel mit neuen, modernen Geschichten der urbritischen Ermittler Sherlock und Watson. Einziger Kritikpunkt :-), es dürfte ruhig etwas länger sein.

Heitz, Markus: Wédora


Genre: Fantasy, Hörbuch

Kurzbeschreibung:

Im Zentrum einer gigantischen, tödlichen Wüste aus Stein, Sand und Staub liegt die schwer befestigte Stadt Wédora. Sie ist der einzige Punkt für alle Handelskarawanen, Kaufleute und Reisende, um Wasser und Schutz zu erhalten. Sämtliche Wege aus Nord, Süd, Ost und West laufen auf die Stadt zu, die über der Grotte des Smaragdnen Wassers errichtet ist. Das Reservoir versiegt nie und ist der Garant für das Leben, das sonst nirgends an diesem Ort möglich ist. Und nur Wédora stellt sicher, dass Handel und Reise unter den verschiedensten Ländern rings um die Wüste geschehen kann. Ohne sie sind die Verbindungen unterbrochen.

Meine Einschätzung:

Ich mag die herrlich phantastischen, epischen Geschichten von Markus Heitz sehr und bewundere seinen enormen Ideenreichtum.
Zwei Freunde verschlägt es in eine ihnen vollkommen fremde Welt, deren Gesetze und gesellschaftlichen Regeln sie nicht kennen und Verstöße gegen diese Regeln werden leider immer gleich mit drakonischen Strafen belegt.
Wédora ist eine riesige Stadt, die in einer erbarmungslosen Wüste liegt, die neben unwirtlichen Lebensbedingungen auch noch mit jede Menge räuberischer Völker und hübsche blutrünstige Monster beherbergt. Herrlich.
Die beiden Hauptfiguren werden durch eine Zauber in die Wüstenstadt befördert und gleich nach ihrer Ankunft getrennt. Die Wiedervereinigung der beiden Gefährten und ihre Suche nach einem Zauberer, der sie wieder nach Hause zurückbringen kann und die abenteuerlichen Geschichte, die sie dabei erleben, die Allianzen, die sie eingehen müssen und die Gefahren für Leib und Leben, denen sie im Verlaufe der Geschichte ausgesetzt werden, sind keine Minute langweilig.
In gewohnter Heitz-Manier geht es in Wédora auch nicht zimperlich zu. Da wird gestohlen, verraten, vergiftet, erstochen, gemetzelt, eingekerkert, dass es eine Freude 😉 ist und bei dem Autor kann man sich auch nie hundertprozent sicher sein, dass er nicht doch eine Hauptfigur opfert, so dass es für mich ausreichend viele spannende Momente gibt :-).
Ich mochte die Schilderungen der Wüstenstadt, die einer afrikanischen Oase ganz entfernt ähnelt, sehr. Auch die Beschreibung der Stadtgesellschaft, der verfeindeten Völker und Bestien fand ich gelungen. Es gibt auch viele interessante Charaktere, so richtig schöne, böse Jungs oder fiese Verräter oder dreiste Diebinnen oder undurchschaubare Herrscher.
Mir ist allerdings nicht so ganz klar, ob es sich tatsächlich um einen Einzelband handelt oder ob es eine Fortsetzung geben wird. Es gibt einige Handlungsstränge, die könnten auch noch weitergeführt werden … Mal gucken. Ich würde mir die Fortsetzung auch sehr gerne anhören.
Uve Teschner liest die Geschichte wieder grandios gut.

Mein Fazit:
Wer die Muße hat, sich 16 Stunden lang auf eine Reise in eine fremde Welt zu begeben und wilde Abenteuer mit ungewissem Ausgang erleben möchte, der sollte sich Wédora auf die Ohren geben. Ich fand es großartig!

Brandhorst, Andreas: Omni


Genre: Sci-Fi, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Der abtrünnige Agent Forrester erhält den Auftrag, Aurelius ausfindig zu machen, einen zehntausendjährigen Menschen. Dieser ist einer von insgesamt sechs, die die Anfänge der Menschheitsgeschichte kennen und wissen, wo sich die Erde befindet, auf der alles begann. Nur diese Zehntausendjährigen haben Zugang zum Omni, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, die zwar die Macht in der Milchstraße ausüben, für das Gros der Menschheit und ähnlich „unterentwickelte“ Zivilisationen jedoch im Verborgenen bleiben.
Forresters Reise führt ihn zunächst zu einem havarierten Schiff, in dessen Innern sich eine geheimnisvolle, mächtige Maschine befindet. Von einem Propheten erfährt er, wo der Zehntausendjährige sich aufhält. Doch schnell wird klar, dass viele verschiedene Interessen in den Fall verwickelt sind. Und Forresters Auftrag wird nicht nur für ihn selbst, sondern für alle Menschen zur größten Gefahr…

Meine Einschätzung:
Oh ja! Da stand Sci-Fi drauf und da war 100 % Sci-Fi drin. Eine Geschichte aus einer fernen Zukunft mit unvorstellbar weit entwickelter Technik, vielen äußerst fremdartigen Spezien, aber sehr menschlichen Gefühlen und Problemen: Habgier, Machtgier, Liebe, Freundschaft, Verrat, Vertrauen …
Die Geschichte ist sehr schön ausgebaut, sehr detailreich, so dass ich mir alles supergut vorstellen konnte. Es gibt auch einige sehr spannende Action-Szenen, aber auch viele langsame Passagen, aber das wurde mir nicht langweilig.
Nicht so 100 prozentig konnten mich die beiden Hauptfiguren Forrester und seine Tochter überzeugen, aber ich kann gar nicht sagen, woran das genau lag. Dafür gefiel mit die künstliche Intelligenz des Schiffes und der Zehntausendjährige als Figuren sehr gut.
Den Sprecher Richard Barenberg hatte ich bis dahin noch nicht gehört und fand seine Stimme und Interpretation sehr, sehr angenehm zu hören.

Mein Fazit:
Mein erster Sci-Fi-Roman von Andreas Brandhorst hat mir äußerst gut gefallen und „Das Schiff“ steht schon auf meiner Wunschliste.

Munro, Alice: Tricks


Genre: Erzählungen, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Tricks, acht meisterliche Erzählungen von Alice Munro: Geschichten über Ausreißer, Entscheidungen, Leidenschaften und Verfehlungen.
Wieder beweist Alice Munro besonderes Gespür für das Geheimnis ihrer Figuren, jenen rätselhaften Bereich, wo Selbstbetrug auf Hoffnungen, gefährliche Illusionen auf die kleinen Tricksereien des Alltags treffen. Der Leser kommt in ihren Geschichten seinem eigenen Leben so nah, dass er schwindlig wird vor Herzleid und Glück.

Meine Einschätzung:
Das Buch hat bei mir schon eine Weile auf dem SuB gelesen, weil ich bedauerlicherweise manchmal Vorurteile gegenüber Buchpreisträgern hege. ;-). Tztztztzt, Frau Leseratteffm, das muß anders werden. Frau Munro erhielt 2013 den Literatur-Nobel-Preis.
Obwohl ich in der Regel Kurzgeschichten und Erzählungen nicht so gerne lese, weil ich lange Geschichten vorziehe, habe ich diese Alltagsgeschichten aus Kanada sehr gerne gelesen.
Die Geschichten handeln von ganz normalen, jungen, kanadischen Frauen, die in der Provinz leben und an einem bestimmten Punkt ihres Lebens eine Entscheidung treffen, die ihr weiteres Leben prägt. Das sind keine spektakulären Lebensentwürfe oder abenteuerliche Ausbrüche voller Spannung und Drama. Überhaupt nicht.
Die Autorin beschreibt das so wunderbar elegant, detailreich, gefühlvoll und schön, ohne das es aufgesetzt und überfrachtet wirkt. In diesen Schreibstil habe ich mich regelrecht verliebt :-).

Mein Fazit:
Alice Munros Kurzgeschichten haben mir ausnehmend gut gefallen, einfach weil sie so wunderschön geschrieben sind.

Rowling, J.K.; Tiffany, John; Thorne, Jack: Harry Potter und das verwunschene Kind


Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy

Kurzbeschreibung:
Die achte Geschichte. Neunzehn Jahre später. Das Skript zum Theaterstück! Harry Potter und das verwunschene Kind, basierend auf einer neuen Geschichte von J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne, ist ein neues Theaterstück von Jack Thorne. Es erzählt die achte Geschichte in der Harry-Potter-Serie und ist gleichzeitig die erste offizielle Harry-Potter-Geschichte, die auf der Bühne präsentiert wird. Das Stück feiert am 30. Juli 2016 im Londoner West End Premiere. Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet. Das Special Rehearsal Edition Script wird bis zum Erscheinen der erweiterten Ausgabe 2017 erhältlich sein.

Meine Einschätzung:
Hachja, es gibt schon 617 Rezis auf Amazon ;-). Ich mache es kurz. Frau Rowlings ist eine Ausnahmeschriftstellerin, die wunderbar schreiben kann, aber warum sie nach etlichen Beteuerungen, die HP-Serie sei zu Ende, nun mit diesem Theaterstück herauskommt, verstehe ich nicht.
Das Stück ist nicht schlecht zu lesen, überhaupt nicht, aber was hätte ich für einen Spaß gehabt, einen „richtigen“ Roman von ihr zu lesen! Nun gut.
Allerdings bin ich mit der Geschichte nicht zufrieden. Zeitreisen sind ein schwieriges Thema, bei dem selbst ich, die ich auch mal unlogische Sachen hinnehmen kann, nachvollziehen will, ob das Beschriebene so funktionieren kann. Und da hatte ich meine Zweifel. Zudem ist mir die Vater-Sohn-Beziehung auf die Nerven gegangen, zu abgedroschen und vorhersehbar.

Mein Fazit:
Ja, muß man als Harry Potter Fan gelesen haben, aber glücklich hat es mich nicht gemacht!

Herrmann, Elisabeth: Totengebet


Genre: Krimi

Reihenfolge der Serie: Joachim Vernau
Teil 1: Das Kindermädchen
Teil 2: Die 7. Stunde
Teil 3: Die letzte Instanz
Teil 4: Versunkene Gräber
Teil 5: Totengebet

Kurzbeschreibung:

Berlin, 2015. Anwalt Vernau erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Dafür ist er der Held von Berlin: In einer U-Bahnstation hat er mehrere Männer in die Flucht geschlagen, die einen älteren Herrn bedrängt haben. Aber wer ist die junge Frau mit dem Davidstern, die seitdem durch seine Erinnerung geistert? Und was hat sie mit den schrecklichen Morden zu tun, die sich wenig später ereignen? Als Vernau der schönen Unbekannten zu nahe kommt, wendet sich das Blatt: plötzlich steht er unter Mordverdacht. In letzter Sekunde kann er das Land verlassen, sein Ziel: Tel Aviv. In der brodelnden Metropole am Mittelmeer sucht er nach dem einzigen Menschen, der ihn entlasten kann – und wird hinabgezogen in den Strudel eines vergessenen Verbrechens, das sich vor über dreißig Jahren in einem Kibbuz in Israel ereignet hat …

Meine Einschätzung:

Joachim Vernau ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Eben noch der Held des Tages, steht er plötzlich unter Mordverdacht und kann sich obendrein an nichts mehr erinnern. Um der Sache auf den Grund zu gehen und seine mysteriöse Mandatin zu finden, reist er nach Israel und besucht den Kibbuz, in dem er einige Monate in seiner Jugend arbeitete.
Die Autorin konnte zu diesem Thema auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und hat wohl auch eine Recherchereise nach Israel unternommen. Es gelingt ihr wunderbar, Tel Aviv zu schildern, die Atmosphäre im Kibbuz vor 30 Jahren und den heutigen israelischen Alltag. Dabei ist sie vollkommen unpolitisch, nimmt keine Stellung, sondern ist eine aufmerksame Beobachterin, ohne ihre eigene Meinung dem Leser aufzudrängen. Das hat mir auch richtig gut gefallen.
Die Geschichte ist wieder richtig spannend, während Vernau in Israel nach seiner Mandantin sucht, untersützt ihn Marie-Luise in Berlin und hält ihm den Rücken frei. und die Geschichte nimmt ein paar überraschende Wendungen.
Nur das Ende kam mir etwas zu schnell und da hätte ich mir drei/vier Seiten mehr gewünscht :-).
Elisabeth Herrmann ist eine meiner deutschen Lieblingsschriftstellerinnen, die Geschichten schreibt, die voller Farbe, Gerüche und Details sind und die mit Vernau einen wunderbaren Anti-Helden erdacht hat.

Mein Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung von mir. Elisabeth Herrmanns Krimis sind spannend, gut recherchiert und sehr unterhaltsam.

Heijden, van der A.F.Th.: Das Biest


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Knallgelb ist das Staubtuch, das Tante Tiny stets mit sich führt, um es bei Bedarf blitzschnell und ungeniert zu zücken – gern auch, wenn sie bei anderen zu Gast ist. Tientje Putz nennt man sie in der Familie, vorsichtshalber jedoch nur hinter ihrem Rücken. Denn so weich ihr Staubtuch ist, so scharf und verletzend kann ihre Zunge sein, mit der sie über Leichen geht. Ihr Neffe Albert Egberts – den wir aus van der Heijdens schon fast sagenhaftem Zyklus Die zahnlose Zeit kennen – verfolgt das Treiben seiner jungen, attraktiven Tante aus nächster Nähe, befremdet und gleichzeitig fasziniert. Es dauert Jahre, bis er entdeckt, was sie ein Leben lang antreibt, was in stillschweigender familiärer Übereinkunft geheim gehalten wird.

Meine Einschätzung:

Ein Roman, den ich im Rahmen unseres Lesekreisvorhabens, Buchmessegastlandautoren kennenzulernen, gelesen habe.
Der Autor beschreibt eine ganz konservative, niederländische Familie aus der unteren Mittelschicht und das gelingt ihm auch sehr gut.
Die Hauptfigur Tiny ist nicht gerade eine Protagonisten, die ich ins Herz schließe. Sie ist egozentrisch, bösartig und eine Lügnerin und meiner Ansicht nach läßt sich das nicht alles mit einer „schweren“ Kindheit erklären.
Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, sind die inzestuösen Episoden zwischen Tante und Neffe. Diese schwülen Jung-Männer-Phantasien finde ich gräßlich und verleiden mir das Lesen.
Es gibt natürlich auch einige nachdenkenswerte Aspekte in diesem Roman, wie z.B. der Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen, aber in Summe bleibt festzuhalten: Ich mochte diesen Roman nicht. Kein bisschen.

Mein Fazit:
Ein niederländisches, realitätsnahes Familiendrama, das mir aus verschiedenen Gründen nicht gefallen hat.

Feuerbach, Sam: Der Verräter (6)


Genre: Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:

Erste Trilogie – Lehrjahre
Teil 1: Die Auftragsmörderin
Teil 2: Der Schwertmeister
Teil 3: Die Sanduhr

Zweite Trilogie – Königsweg
Teil 4: Die Myrnengötting
Teil 5: Der Seelenspeer
Teil 6: Der Verräter

Kurzbeschreibung:
Ihre Vergangenheit – ein einziger Albtraum. Ein Blick in ihre Zukunft zeigt: Es geht noch schlimmer. Sie setzt alles dran, um diese zu verändern. Der Prinz hat seinen Vater, seine Heimatburg, sein Land verloren. Reich ist er nur an Feinden. König Schohtars Übermacht stürmt die letzte Mauer. Dagegen helfen diesmal kein Artefakt und keine Magie. Bolkan Katerron findet sich dort wieder, von wo er einst geflohen ist: mitten im Spiel von Mord, Macht und Verrat.

Meine Einschätzung:
Uiuiuiuiu, zwischendurch war ich sehr beunruhigt und dachte: Na hoffentlich hat der Autor sich nichts bei Mr. Martin abgeguckt und bringt jetzt ala „Game of Thrones“ Hauptfiguren um die Ecke ;-). Ob er es getan hat??? Verrat ich nicht, aber es geht ganz schön blutig zu. Das bleibt ja auch bei den vielen Konflikten und Schlachten nicht aus.
Jetzt mit dem letzten Teil der 6-teiligen Serie blicke ich nochmal voller Begeisterung zurück. Der Autor hat einen interessanten Weltenentwurf auf einer mittelalterlichen Basis ersonnen, mit kleinen Ausflügen in die Naturvölker, Magie und Zeitreisen. Die Protagonisten sind interessante Persönlichkeiten, denen man als Leser sehr nahe kommt, denn der Autor erzählt Teile der Geschichte aus der Sicht einzelner Protagonisten. Diese Erzählweise hat mir außerordentlich gut gefallen und sorgt auch für diverse Überraschungseffekte, da es keinen allwissenden Erzähler gibt.
Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich, was das Ende angeht, aber so eine Geschichte ist ja kein Wunschkonzert. ;-).
Die Hörbuchfassung mit Robert Frank als Sprecher hat mich zu 100 % überzeugt und ich würde gerne weitere Hörbücher von ihm eingelesen hören.
Und natürlich würde ich gerne weitere Geschichten von Herrn Feuerbach hören/lesen.

Mein Fazit:

Für mich eine großartige Entdeckung: ein deutscher Indie-Fantasy-Autor, der eine wunderbare sechsteilige Fantasy-Serie herausgebracht hat, die zu meinen Highlights 2016 gehören wird!

Sam Feuerbach: Der Seelenspeer (5)


Genre: Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:

Erste Trilogie – Lehrjahre
Teil 1: Die Auftragsmörderin
Teil 2: Der Schwertmeister
Teil 3: Die Sanduhr

Zweite Trilogie – Königsweg
Teil 4: Die Myrnengötting
Teil 5: Der Seelenspeer
Teil 6: Der Verräter

Kurzbeschreibung:

Wer Ruhe sucht, muss die Unruhe töten. Logisch. Sie macht sich auf den Weg zu ihrer Kindheit. Denn auch die Auftragsmörderin war mal ein kleines Mädchen. Doch dann passiert ausgerechnet ihr dieser verhängnisvolle Fehler.
Die Hand des Schwertmeisters ballt sich zur Faust. Bevor sie in den Krieg zieht, sucht sie den magischen Speer. Ohne Vorwarnung stehen der Kleine und der Unscheinbare vor schier unlösbaren Aufgaben.

Meine Einschätzung:

Oh, oh! Dachte ich, als ich diese Folge hörte. Herr Feuerbach geht wirklich nicht zimperlich mit seinen Figuren um. Eine große Seeschlacht endet tragisch und auch für Karek und seine Freunde sieht es mehr als schlecht aus.

Mein Fazit:
Meine Fantasy-Entdeckung des Jahres! Tolle, vielschichtige Geschichte mit vielen interessanten Charakteren.

Mark Brandis: Raumkadett – Zwischen den Fronten


Genre: Sci-Fi, Hörspiel, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie Mark Brandis – Raumkadett:
Teil 1: Aufbruch zu den Sternen
Teil 2: Verloren im All
Teil 3: Tatort Astronautenschule
Teil 4: Hinter den Linien
Teil 5: Der Aladin-Schachzug
Teil 6: Woran Du glaubst
Teil 7: Laurin
Teil 8: Mondschatten
Teil 9: Endstation Pallas
Teil 10: Zwischen den Fronten
Teil 11: Das Jupiter-Risiko

Kurzbeschreibung:
Gerüchte um eine geplante Eroberung der Republikenkolonie auf dem Mars verdichten sich. Mark Brandis, Ale Delaney, Annika Melnikova und Rob Monnier sind seit Monaten auf Einsätzen in den Krisen- und Kriegsgebieten. Während einer Pause erfahren die Freunde, dass ihr Ausbilder Lt. Eckmann, der bereits seit Monaten ungewöhnlich reizbar und verschlossen gewirkt hatte, spurlos verschwunden ist. Er wird wegen Fahnenflucht gesucht und soll vors Kriegsgericht gestellt werden. Sie fassen den Plan, Eckmann zu suchen und vor einer Dummheit zu bewahren …

Meine Einschätzung:
Junge Leute, voller Mut, Enthusiasmus und Loyalität, scheuen vor keiner Mission, sei sie noch so gefährlich, zurück, wenn es heißt: ein Freund braucht Hilfe. Dass derjenige vielleicht gar keine Hilfe will, kommt den Draufgängern nicht mal in den Sinn ;-).
Ich habe mich auch mit dieser Folge wieder bestens unterhalten und kann die Serie aus vollem Herzen empfehlen. Vielleicht kommt ja der ein oder andere, der sonst mit Sci-Fi oder Hörspielen nix am Hut hat, auf den Geschmack.
Die Umsetzung ist – wie immer – genial und da kann ich mich nur wiederholen. Sound, Musik, Stimmen, die Dialoge – alles zusammen ist Kino für die Ohren!

Mein Fazit:

Ein spannendes, perfektes Hörspielabenteuer in den Tiefen des Weltalls :-).

Heliosphere 2265 – Die Opfer der Entscheidung (7)


Genre: Hörspiel, Sci-Fi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Heliosphere 2265 – Das dunkle Fragment
Teil 2: Heliosphere 2265 – Zwischen den Welten
Teil 3: Heliosphere 2265 – Enthüllungen
Teil 4: Heliosphere 2265 – Das Gesicht des Verrats
Teil 5: Heliosphere 2265 – Im Zentrum der Gewalt
Teil 6: Heliosphere 2265 – Die Bürde des Captains
Teil 7: Heliosphere 2265 – Die Opfer der Entscheidung

Kurzbeschreibung:
Noch nie zuvor war die Situation so aussichtslos. Die Parlieden machen Jagd auf die HYPERION, um sich für den Anschlag auf ihre Heimatwelt zu rächen. Captain Cross‘ Schiff hat jedoch mit Antriebsproblemen zu kämpfen und kann nicht entkommen. An Bord herrscht zudem Chaos: Gefolgsleute des neues Präsidenten Sjöberg versuchen, die Kontrolle über das Schiff zu gewinnen. Cross muß akzeptieren, dass seine Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben werden.

Meine Einschätzung:

Auch die 7. Hörspielfolge von Heliosphere 2265 ist super spannend. Tote und Verletzte, die Hyperion übelst angeschlagen, eine weitere überraschende Enthüllung und dann???? Ende der Folge :-). *seufz*
Es stimmt wieder alles: die Sprecher, der Sound, die Effekte, die Musik – alles sehr professionell
Ich beneide alle, die mit dieser wunderbaren Space-Opera mit Folge 1 beginnen können und bis Folge 7 durchhören können. Diesen Genuß gönne ich mir, wenn der 10. Hörspiel-Teil veröffentlich ist :-).

Mein Fazit:
Sci-Fi-Kino für die Ohren! Grandios

Verhulst, Dimitri: Der Bibliothkar, der lieber Dement war als zu Hause bei seiner Frau


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Es muss doch noch mehr geben als eine langweilige, vorgezeichnete Existenz ins Grab hinein, eine lieblose Ehe, die einem jede Selbstachtung raubt, und Kinder, die einem fremd sind – sagt sich der gut siebzigjährige Désiré Cordier eines schönen Tages. Und beschließt, einen auf dement zu machen. Die Rolle des senilen Vergesslichen spielt er so gut, dass ihn die Familie schließlich ins Pflegeheim bringt, wo er endlich frei zu sein meint …
»Das Leben schien schneller zu verlaufen als die Gedanken, und bevor er einen Entschluss gefasst hatte, war er ein alter Mann.« Als Désiré Cordier klar wird, dass dieser Satz auf ihn zutrifft, versucht er in letzter Minute, das Ruder herumzureißen. Andere verkaufen ihre gesamte Existenz auf e-bay, für sagenhafte zwei Millionen Dollar (wie ihm sein alter Boule-Freund erzählt), und er möchte seines nicht mal geschenkt. Immer hat er nur klein beigegeben, wenn seiner Frau Moniek etwas an ihm nicht passte, und jetzt, da der Verkauf ihres Hauses und ein Umzug in eine kleine Wohnung bevorstehen, bekommt er Panik. Wie soll er seiner dominanten Frau da noch ausweichen, ohne Garten und Keller? Und so entwirft er eine ungewöhnliche Strategie: Er gibt vor, an Demenz zu erkranken – was dem ehemaligen Bibliothekar nicht nur ein diebisches Vergnügen bereitet, sondern auch erstaunlich gut gelingt. Schon bald landet er in dem Pflegeheim »Winterlicht«, zusammen mit anderen Dementen und überforderten Pflegern, wo er neben haarsträubenden Missständen auch so manche Überraschung entdeckt – einen Strategen im Geiste, einen ehemaligen Nazi und eine alte Jugendliebe …
Dimitri Verhulst, der gefeierte Bestsellerautor aus Flandern, dem niederländischsprachigen Belgien, greift in seinem neuen Roman ein höchst aktuelles Thema auf und zeigt voll Komik und Esprit und mit herzzerreißender Schonungslosigkeit, dass es gar nicht so einfach ist, in Würde zu altern.

Meine Einschätzung:
Unser Lesekreis hat dieses Buch ausgewählt, nach alter Tradition, Bücher aus dem diesjährigen Buchmessegastland zu lesen.
Und eigentlich brauche ich der Kurzbeschreibung nicht mehr viel hinzuzufügen.
Der Autor beschreibt die Situation in einem Pflegeheim für Demenzkranke mit schonungsloser Offenheit, die mich sehr berührt hat.
Seine Hauptfigur, deren Entscheidung sich das alles „anzutun“ für mich nicht ganz nachzuvollziehen war, kontert diese manchmal würdelosen Situationen mit schwarzem, lakonischem Humor, womit er diese auch für den Leser erträglich macht.
Mich hat dieses Buch auch angeregt darüber nachzudenken, wie ich mit alten, kranken Menschen umgehen möchte, denn man kann nicht einfach alle Verantwortung an Pflegeheime und Pflegepersonal abgeben. Damit macht man es sich doch zu einfach.

Mein Fazit:
Ein lesenswertes Buch über den Umgang mit Demenzkranken von einem flämischen Autor, der die Thematik humorvoll und unterhaltsam verpackt.

Briggs, Patricia: Im Bann der Wölfe (4)


Genre: Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie Alpha & Omega:
Teil 1: Schatten der Wölfe
Teil 2: Spiel der Wölfe
Teil 3: Fluch des Wolfes
Teil 4: Im Bann der Wölfe

Kurzbeschreibung:
Ihr neuestes Abenteuer führt Anna und Charles, das gefährlichste Werwolfpärchen der USA, nach Arizona. Eigentlich wollen die beiden dort nur einen Freund besuchen, doch was als harmloser Urlaubstrip beginnt, wird schon bald zu Annas und Charles’ nächstem Spezialauftrag: Eine Fae, ein tückisches und kaltblütiges Geschöpf, stiehlt Menschenkinder und ersetzt sie durch Trugbilder. Wenn es Anna und Charles nicht gelingt, die Entführerin aufzuhalten, ist ein Krieg zwischen Fae und Menschen unausweichlich. Ein Krieg, der auch für die Werwölfe fatale Folgen hätte.

Meine Einschätzung:
Mein Leseherz schlägt eindeutig für Urban Fantasy, auch wenn dieses Genre nahezu gänzlich aus den Programmen der Verlage verschwunden zu sein scheint. Umso mehr freue ich mich, wenn eine geliebte Reihe wider Erwarten doch noch fortgesetzt wird (auch wenn ich laaaaaaaange darauf warten mußte) und so hat mir der 4. Band der Alpha & Omega-Reihe wieder einige Stunden Schlaf geraubt.
Der Krimifall, nämlich von einem Feenwesen geraubte Kinder, ist sehr, sehr spannend und ich mochte auch die Geschichte rund um das Pferdezuchtgestüt, auch wenn ich sonst mit Pferden nix am Hut habe. Ich meine gelesen zu haben, dass die Autorin selbst eine passionierte Reiterin ist und ich finde, das merkt man ihren Beobachtungen und Beschreibung an, die authentisch wirken.
Einzig der liebe Charles strengt mich manchmal etwas an, da er doch sehr mit seinem „Job“ hadert, andere Werwölfe zu eliminieren, die außer Rand und Band geraten oder gegen Gesetze verstoßen.
Aber sonst hatte ich große Freude mit diesem Band und freue mich schon unbändig, wenn endlich auch die Mercy-Thompson-Reihe fortgesetzt wird.


Mein Fazit:

Diese Serie ist überhaupt nicht für Quereinsteiger geeignet. Unbedingt mit Teil 1 und noch besser hiermit (Ruf des Mondes) beginnen :-).

Nuevel, Sylvain: Giants


Genre: Sci-Fi

Kurzbeschreibung:

Als die kleine Rose eines Abends beim Spielen in einer Höhle eine gewaltige Metallhand entdeckt, ahnt sie noch nicht, dass dieser Fund ihr ganzes Leben verändern wird. Siebzehn Jahre später will sie, inzwischen eine herausragende Physikerin, das noch immer ungelöste Rätsel aufklären. Gemeinsam mit einem Expertenteam aus Wissenschaftlern und Militärs findet Rose heraus, dass die Hand zu einem riesigen Roboter gehört, dessen Körperteile über den ganzen Globus verteilt sind. Doch wer hat den Roboter gebaut? Wann wurde er in der Erde vergraben? Und was bedeuten die seltsamen Zeichen auf dem Metall?

Meine Einschätzung:
Meine Tochter hatte sich dieses Buch für die Ferien ausgesucht und dann nach 5 Seiten weggelegt, weil sie mit der Erzählform nicht klar kam.
Das kann ich sogar nachvollziehen, denn die gesamte Geschichte wird als Interview erzählt. Verschiedene beteiligte Personen werden in einer Art Verhör von immer dem gleichen, unbekannten Fragesteller zum Stand der Untersuchungen befragt.
Und das ist erst mal sehr gewöhnungsbedürftig und an mancher Stelle habe ich wirklich einen übergeordneten Erzähler vermißt, der die Geschichte als Ganzes erzählt. Aber ich mag ja grundsätzlich solche Experimente und war so relativ schnell gefangen von diesem Sci-Fi-Roman.
Amerikanische Wissenschaftler entdecken ein uraltes Artefakt, Teil eines riesigen Roboters und begeben sich auf die Suche nach weiteren Teilen und dabei gehen sie ganz schön skrupellos vor und lösen fast den dritten Weltkrieg aus, denn nicht alle Teile finden sich auf amerikanischem Boden. Ich sehe das förmlich schon verfilmt vor mir.
Ein klein wenig vorhersehbar ist die Story schon, denn wie immer hat das Militär großes Interesse an dem riesigen Ding, das doch sicher eine ausgezeichnete Waffe wäre??
Aber der Autor überraschte mich tatsächlich mit ein paar interessanten, überraschenden Wendungen und das offene Ende läßt hoffen, dass er noch an einer Fortsetzung arbeitet, denn ich habe es ja eh schon immer gewußt: Wir sind nicht alleine im Universum ;-).

Mein Fazit:
Ein cooler Sci-Fi-Roman mit einer ungewöhnlichen Erzählperspektive und interessanten Ideen. Hat mir gut gefallen.

Sendker, Jan-Philipp: Herzenstimmen


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Herzenhören
Teil 2: Herzenstimmen

Kurzbeschreibung:
Zehn Jahre ist es her, dass Julia Win aus Burma als anderer Mensch zurückgekehrt ist. Doch mittlerweile hat sie das rastlose westliche Leben und ihre Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei wieder eingeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Halbbruders U Ba, und eine fremde, innere Stimme beginnt zu ihr zu sprechen. Bald erkennt sie, dass sie noch einmal zurück muss nach Burma, um dem Geheimnis dieser Stimme auf den Grund zu gehen und die Quelle ihres persönlichen Glücks wiederzuentdecken.

Meine Einschätzung:
Hach, ich weiß auch nicht. Während ich vom ersten Teil „Das Herzenhören“ noch begeistert war, hat mich „Herzenstimmen“ nicht wirklich überzeugt. Ich fand Julia dieses Mal richtig unsympathisch und konnte nicht nachvollziehen, warum sie ausgerechnet Juristin in einer unmenschlichen Kanzlei geworden ist, nachdem sie schon mal so intensiv in einen andere Welt eingetaucht war. Außerdem fand ich die Idee dieser inneren Stimme nicht gut und ohne zu verraten, was sich dahinter verbirgt: mir war diese Geschichte einfach zu düster und traurig und stellenweise nicht nachvollziehbar.
Trotzdem habe ich die Geschichte fertig gelesen, denn der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil und ich mag die Bilder, die er in meinem Kopf erschafft.
Die Geschichte nimmt auch irgendwann einen positiven Verlauf, was mein sensibles Leserherzchen versöhnt hat, dass einfach gerne Happy-Ends hat :-).


Mein Fazit:

„Herzenstimmen“ konnte mich nicht überzeugen, weil mir die Geschichte zu traurig war und ich nicht gerne von leidenden Kindern lese.

Giordano, Mario: Tante Poldi und die Früchte des Herrn (2)


Genre: Krimi, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Tante Poldi und der sizilianische Löwe
Teil 2: Tante Poldi und die die Früchte des Herrn

Kurzbeschreibung:

Tante Poldi ist sauer: Zuerst wird ihr das Wasser abgestellt, dann auch noch der Hund ihrer Freundin um die Ecke gebracht. Kreizsacklzement! Erste Ermittlungen führen sie zum Winzer Avola. Und der ist auch noch so hammer-attraktiv, dass die Poldi nach einer heißen Nacht prompt ihre Ermittlungen vergisst. Bis am nächsten Morgen die Polizei vor Avolas Tür steht. Denn zwischen seinen Reben wurde eine Leiche gefunden, und Commissario Montana ist alles andere als erfreut, dass ausgerechnet Poldi Avola ein Alibi geben kann. Außerdem bleibt die Frage: Wer hat Giuliana getötet – und warum?

Meine Einschätzung:
Voller Freude habe ich mich auch in dieses Abenteuer von Tante Poldi gestürzt. Herrlich!
Eine Weinprobe beschert der ansonsten trinkfesten Poldi einen totalen Blackout. Sie wacht im Bett eines Mannes auf, der nicht ihr Liebhaber Commissario Montana ist und ausgerechnet mit dem Kater ihres Lebens stolpert sie über eine Leiche.
Auch diesen Poldi-Krimi finde ich wieder sehr gelungen, wenn auch die verschiedenen Spuren manchmal etwas verwirrend für mich waren.
Wieder sensationell eingelesen von Philipp Moog, freue ich mich schon auf den nächsten Teil der Serie, der hoffentlich bald erscheinen wird.

Mein Fazit:
Ich habe mit Tante Poldi eine neue Lieblingskrimi-Heldin gefunden und kann dieses tolle Hörbuch allen empfehlen, die Spaß an unkonventionellen Frauenfiguren haben.

Giordano, Mario: Tante Poldi und der sizilianische Löwe (1)


Genre: Krimi, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Tante Poldi und der sizilianische Löwe
Teil 2: Tante Poldi und die die Früchte des Herrn

Kurzbeschreibung:
Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Aber dann verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist er etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche – und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana. Der will zwar nicht, dass Poldi ihre Nase in den Fall steckt, aber wenn ein bayerischer Vulkan erst mal ausbricht, ist er kaum zu stoppen …

Meine Einschätzung:
Herrlich! Was habe ich mich gut mit diesem Hörbuch amüsiert!
Düstere, brutale Psycho-Krimis treffen im Moment nicht so wirklich meinen Lesegeschmack und die Krimis von Herrn Giordano sind weder düster, noch brutal, sondern strotzen nur so vor Humor, Lebensweisheiten, sizilianischer Lebensart und Familiensinn. Tante Poldi, die Hauptfigur ist ein „verrücktes Huhn“, exzentrisch, unkonventionell, unvorstellbar neugierig, ein wenig lebensmüde, mutig und liebenswert. Diese Mischung aus bayrischem Vollweib, gepaart mit italienischer Primadonna finde ich sehr gelungen und ich wäre gerne Tante Poldis Freundin :-).
Der Autor wählt eine etwas ungewöhnliche Erzählperspektive, die ich aber sehr reizvoll finden. Erzählt wird die Geschichte von Tante Poldis Neffe. Ein erfolgloser, junger Möchtegern-Schriftsteller, der alle 4 Wochen von München nach Sizilien reist, um seine Tante aufzuheitern und an der seinem Roman weiterzuschreiben. Seine Tante erzählt ihm dann, was sich in der Zwischenzeit ereignet hat im Rückblick.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir der Krimi auch so supergut gefallen hätte, wenn ich ihn gelesen hätte, denn an dieser Stelle möchte ich betonen, dass die Interpretation des Sprechers Philipp Moog einfach sensationell ist. Er verleiht Tante Poldi eine unvergleichliche Stimme mit leicht bayrischem Akzent und findet für diese Geschichte und ihre sizilianische Atmosphäre den perfekten Ton. Großartig!

Mein Fazit:
Ich habe mit Tante Poldi eine neue Lieblingskrimi-Heldin gefunden und kann dieses tolle Hörbuch allen empfehlen, die Spaß an unkonventionellen Frauenfiguren haben.

Schwartz, Richard: Die Götterkriege – Die weiße Flamme (2)


Genre: Fantasy


Reihenfolge des Zyklus: Das Geheimnis von Asir

Teil 1: Das erste Horn
Teil 2: Die zweite Legion
Teil 3: Das Auge der Wüste
Teil 4: Der Herr der Puppen
Teil 5: Die Feuerinseln
Teil 6: Der Kronrat

Reihenfolge des Zyklus: Die Götterkriege
Teil 1: Die Rose von Illian
Teil 2: Die Weiße Flamme
Teil 3: Das Blutige Land
Teil 4: Die Festung der Titanen
Teil 5: Die Macht der Alten (erscheint im April 2015)
Teil 6: Der Wanderer (erscheint im Juli 2015)

Einzelbände:
Die Eule von Askir
Der Inquisitor von Askir

Kurzbeschreibung:
Der zweite Band der »Götterkriege« steht im Zeichen einer uralten Verschwörung: Nach einer abenteuerlichen Reise erreicht die Halbelfe Leandra in Begleitung von Schwertmajor Blix die Kronstadt von Illian. Dort soll sie den Thron über die drei Reiche besteigen und den Menschen der seit Monaten belagerten Stadt neue Hoffnung geben. Doch Kriegsfürst Corvulus hat das Heer des Feindes vor Illian versammelt und ein schreckliches Ultimatum ausgesprochen. Schon lodern in der Kronstadt die Scheiterhaufen der Weißen Flamme, und auch Schurke Wiesel gerät zwischen die Fronten der religiösen Fanatiker. Leandra bleibt nur wenig Zeit, um das Schicksal Illians zu wenden, bevor sie der Ketzerei überführt und hingerichtet werden soll …

Meine Einschätzung:
Wenn man die Bände so hintereinander wegliest, dann verschwimmen mir manchmal die Grenzen. Der zweite Band knüpft nahtlos an Band 1 an und dieses Mal erhält Wiesel, der Ziehbruder von Desina, eine tragende Rolle. Ich mag diesen Kerl sehr, der sich gezwungen sieht, auf einem albtraumhaften Pferd durch die Träume fremder Menschen zu reiten. Großartige Idee!
Bin schon gespannt auf die anderen Teile, die ich auch zügig lesen werde …

Mein Fazit:
Eine, der besten deutschen, epischen Fantasy-Serien, die ich kenne.

Schwartz, Richard: Die Götterkriege – Die Rose von Illian (1)


Genre: High Fantasy


Reihenfolge des Zyklus: Das Geheimnis von Asir

Teil 1: Das erste Horn
Teil 2: Die zweite Legion
Teil 3: Das Auge der Wüste
Teil 4: Der Herr der Puppen
Teil 5: Die Feuerinseln
Teil 6: Der Kronrat

Reihenfolge des Zyklus: Die Götterkriege
Teil 1: Die Rose von Illian
Teil 2: Die Weiße Flamme
Teil 3: Das Blutige Land
Teil 4: Die Festung der Titanen
Teil 5: Die Macht der Alten (erscheint im April 2015)
Teil 6: Der Wanderer (erscheint im Juli 2015)

Einzelbände:
Die Eule von Askir
Der Inquisitor von Askir

Kurzbeschreibung:
Die kaiserliche Fahne weht wieder über Askir. Desina, Enkelin des ewigen Herrschers Askannon, hat den Thron bestiegen, doch dieses Ereignis wird von einem schrecklichen Mord überschattet: Havald, der Mann, der nicht sterben kann, wurde getötet und sein Bannschwert Seelenreißer gestohlen – nur wenn es zurückerobert wird, kann der Held Askirs aus seinem ewigen Schlaf erwachen. Nun brechen Leandra und ihre Freunde auf, um Havalds Mörder nach Illian zu folgen. Doch die Götter führen ihren eigenen, furchtbaren Krieg …

Meine Einschätzung:

Es hat etwas gedauert, bis ich mich wieder in die Welt von Askir eingelesen hatte, zumal jetzt nicht mehr Havald der Erzähler ist – räusper: aus gutem Grund …
Aber als ich sozusagen wieder drin war, hat mich die Geschichte gepackt und ich konnte auch die Protagonisten wieder alle zuordnen. Herrlich. Es werden wieder Schlachten geschlagen – aussichtlose Schlachten, Intrigen gesponnen, es wir gefoltert und gemordet, es werden Götter angebetet, Bestien erweckt, Seelen geraubt, schwarze Magie betrieben, auf Greifen geritten und gegen die Dunkelheit gekämpft.
Das ist satte Fantasy, die mir gefällt, für die man Zeit braucht, die nicht durch die Geschichte hechelt, sondern auch mal das Polieren einer Rüstung ausgiebig beschreibt. Ich mag das.

Mein Fazit:
Eine, der besten deutschen, epischen Fantasy-Serien, die ich kenne.

Simsion, Graeme: Der Rosie-Effekt


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge:
Das Rosie-Projekt
Der Rosie-Effekt

Kurzbeschreibung:
O Baby! Für Don, den unwahrscheinlichsten romantischen Helden, den es je gab, geht’s nach dem Happy-End geht’s erst richtig los.
Don Tillmans »Ehefrau-Projekt« hat geklappt. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Schwangerschafts-Zeitplan für Rosie.
Aber seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf, um ihre Beziehung nicht zu belasten. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht.

Meine Einschätzung:

Die beiden Rosie-Bände sind zurecht Bestseller und Rezis gibt es eh wie Sand am Meer. Ich mag Dons und Rosies Geschichte sehr, die bei allem Witz doch auch tiefsinnig ist und unter die Haut geht. Bei manchen Szenen habe ich laut auf meiner Strandliege gelacht, was mir irritierte Blicke aus der Nachbarschaft eintrug. Herrlich!
Ein Satz von Don, der sich in gewohnter Weise wissenschaftlich mit dem Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ auseinandersetzt, ist bereits in meinen Sprachgebrauch übergegangen, wenn ich mal wieder unbewiesene bzw. zweifelhafte Ergebnisse irgendwelcher Studien lese/höre: Dazu will ich erst mal die Primärdaten sehen! 🙂 Großartig.

Mein Fazit:
Ein Bestseller, der es verdient hat!

Donnelly, Jennifer: Das Licht des Nordens


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Der 12. Juli 1906 ist ein schöner, sonniger Tag. Bis man die ertrunkene Grace Brown auf die Veranda des vornehmen Glenmore Hotel legt. Für die junge Mattie, die die Briefe der Toten an ihren Geliebten aufbewahrt, ändert sich mit diesem tragischen Ereignis das ganze Leben … Jennifer Donnelly, die sich von einem wahren Mordfall zu diesem Roman inspirieren ließ, erzählt die ergreifende Geschichte eines jungen Mädchens, das der ländlichen Enge ihrer Heimat zu entfliehen versucht – fesselnder Entwicklungsroman, Kriminalgeschichte und tragischer Liebesroman zugleich.

Meine Einschätzung:

Der Kurzbeschreibung ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich mag die Romane der Autorin, ihre Art, Geschichten zu erzählen, wenn auch diese recht traurig ist.

Mein Fazit:
Jennifer Donnellys Romane treffen genau meinen Lesegeschmack und auch dieser hat mir wieder gut gefallen.

Romane von Jennifer Donnelly bei der leseratteffm:
Die Wildrose
Die Winterrose
Straße der Schatten
Das Licht des Nordens

McCall Smith, Alexander: Der Gecko und das Unglücksbett


Genre: Krimi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Ein Krokodil für Mma Ramotswe
Teil 2: Ein Gentleman für Mma Ramotswe
Teil 3: Ein Koch für Mma Ramotswe
Teil 4: Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe
Teil 5: Ein Fallschirm für Mma Ramotswe
Teil 6: Ein Kürbis Mma Ramotswe
Teil 7: Blaue Schuhe für eine Kobra
Teil 8: Der Gecko und das Unglücksbett
Teil 9: Mma Ramotswe und das verhängnisvolle Bett
Teil 10: Mma Ramotswe und der verschollene Bruder
Teil 11: Übles Spiel mit Mma Ramotswe
Teil 12: Schweres Erbe für Mma Ramotswe


Kurzbeschreibung:

Mma Ramotswe ist traditionell gebaut, sie trinkt Unmengen Rotbuschtee – und löst dabei die heikelsten Fälle. Was etwa hat es mit dem Unglücksbett im Krankenhaus von Mochudi auf sich? Wer stiehlt Büromaterial aus der Druckerei? Und hat die unverschämteste Frau Botswanas einen Ehebrecher zum Mann? Zum Glück finden Mma Ramotswes scharfer Verstand sowie ihre tiefe Menschenliebe für alles eine Lösung.
Selten kommt Mma Ramotswe, Gründerin und Leiterin der einzigen Frauen-Detektei Botswanas, zur Ruhe. Nun wird ihr ein besonders kniffliger Fall aufgetragen: Steht im Krankenhaus von Mochudi ein verfluchtes Bett? Oder wie sonst kann es sein, dass darin drei Menschen hintereinander überraschend zu Tode kommen – jeweils am Freitag? Erfreulich harmlos wirkt dagegen das Problem der gestohlenen Büromaterialien in einer örtlichen Druckerei. Doch offenbaren sich auch dort schnell tief gehende menschliche Schwierigkeiten. Als noch ein dritter Auftrag hereinkommt, bietet Mma Ramotswes Ehemann J.L.B. Matekoni seine Hilfe an. Doch hat ein Mann genug Feingefühl, um ausgerechnet in einem Fall von Ehebruch zu ermitteln? Da beschließt auch noch Mma Ramotswes Assistentin Grace, zu kündigen und ihre nahezu perfekten Fähigkeiten als Sekretärin aus der Agentur abzuziehen. Wie gut, dass Mma Ramotswe sich auf ihren gesunden Menschenverstand und ihre tiefe Liebe zu Land und Leuten verlassen kann.

Meine Einschätzung:
Hach, ich mag diese Serie einfach gerne. Sie ist so liebevoll geschrieben, dass ich Afrika förmliche riechen und sehen kann und mir erst mal eine Tasse Roibuschtee aufbrühe, umd Mma Ramotswe bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Serienmörder und Psychopaten sucht man vergeblich und das finde ich richtig wohltuend.

Mein Fazit:
Eine weitere schöne Folge der Serie um die Detektivin aus Botswana mit der traditionellen Figur. Liebenswert und unterhaltsam.

Musso Guillaume: Vierundzwanzig Stunden


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein schreckliches Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind – die Zeit …

Meine Einschätzung:
Ich habe das Buch vor 3 Wochen gelesen und muß mich jetzt ganz arg anstrengen, um mich an die Geschichte zu erinnern. Das ist schon mal ein schlechtes Zeichen. Ein weiteres schlechtes Zeichen ist die Tatsache, dass ich mich an das verärgerte Gefühl nur zu deutlich erinnere, dass mir das Ende der Geschichte beschert hat. Darauf will ich jetzt natürlich nicht eingehen, um Euch nicht den Spaß zu verderben, aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Musso mich in dieser und in anderer Hinsicht enttäuscht. Sicher, es gibt wieder überraschende Wendungen, die Geschichte hat eine coole Grundidee, die Protagonisten sind ganz nett, aber im Gegensatz zu Harry August, wird mir „Vierunszwanzig Stunden“ nicht lange im Gedächtnis bleiben. Mir ist dieser Roman auch zu kurz, 300 und ebbes Seiten und die mit einem riesigen Zeilenabstand und in großen Buchstaben. Vielleicht wird da ein Autor von seinem Erfolg gezwungen, schnell und viel zu schreiben und dabei bleibt sein eigentliches Talent auf der Strecke und heraus kommt Junk-Food-Erzählungen. Schade. Oder ist jemand von Euch anderer Meinung???

Mein Fazit:
Die Grundidee des Romans hat mir gefallen, Musso schreibt gewohnt flüssig und wendungsreich, aber trotzdem war ich teilweise gelangweilt und zum Schluß enttäuscht.

Romane von Guillaume Musso:
Ein Engel im Winter (2005)
Ein himmlische Begegnung (2007)
Weil ich Dich liebe (2009)
Wirst Du da sein (2009)
Lass mich niemals gehen (2010)
Nachricht von Dir (2012)
Sieben Jahre später (2013)
Vielleicht morgen (2014)
Nacht im Central Park (2015)
Vierundzwanzig Stunden

North, Claire: Die vielen Leben des Harry August


Genre: Hörbuch, Mystery-Thriller

Kurzbeschreibung:

Harry August stirbt. Mal wieder. Es ist das elfte Mal, dass sein Leben ein Ende findet. Und er weiß auch genau, wie es weitergeht: Er wird erneut im Jahr 1919 geboren werden ― mit all dem Wissen seiner vorigen Leben. Harry hat akzeptiert, dass er in einer Zeitschleife lebt, auch wenn er nicht weiß, wieso. Doch dann steht kurz vor seinem Tod ein junges Mädchen an seinem Bett und überbringt ihm eine erschütternde Botschaft: Der Untergang der Welt steht bevor! Und nur Harry, der bald wieder im Jahr 1919 sein wird, kann das verhindern …

Meine Einschätzung:
Was für ein grandioses Gedankenspiel. Harry August gehört zu einer Gruppe von Menschen, die nach ihrem Tod im gleichen Leben wiedergeboren werden und sich an ihre vorherigen Leben erinnern können. Die Erinnerungen erlangen die Kinder ungefähr mit 4 Jahre wieder, was natürlich bei der ersten Wiedergeburt furchtbar für die Kinder ist, die sich das nicht erklären können. Deshalb schließen sich diese besonderen „Unsterblichen“ zu Clubs zusammen und helfen Neulingen, aber auch alten Wiedergeborenen durch die anstrengenden Kinderjahre. Abgefahren, oder?
Die Autorin erzählt anhand einiger ausgewählter Figuren, was einen Menschen antreibt, der sein Leben immer wieder neu gestalten kann. Harry erlernt in seinen vielen Leben alle mögliche Berufe, vom Geheimagent bis zum Förster ist alles dabei, studiert alle möglichen Fachgebiete, bereist die gesamte Welt und lernt viele, verschiedene Sprachen und begibt sich schließlich auf die Suche nach dem Verursacher des von anderen Clubmitgliedern aus der Zukunft angekündigten Weltuntergangs. Andere Unsterbliche hingegen leben ein Luxusleben, probieren jede Droge, die es gibt und sind schließlich sogar der Unsterblichkeit überdrüssig. Mir haben diese Gedankenspiel sehr gut gefallen, wenn ich mir auch gewünscht hätte, die Autorin hätte sie weiter ausgeführt, statt Harry auf die Jagd nach einem verrückten Dr. No zu schicken, der sich in den Kopf gesetzt hat, göttliche Weisheit mithilfe der Wissenschaft zu erlangen.
Faszinierend fand ich auch Harrys Schilderungen des Zweiten Weltkrieges, wie er in einem Leben zum Helden wurde und in anderen Leben alles Mögliche unternahm, um dem Krieg zu entgehen. Auch der Umgang der Clubmitglieder mit dem Tod war schräg, aber interessant.
Die 15 Stunden Hörbuch, wunderbar gelesen von Stefan Kaminski, sind jedenfalls sehr unterhaltsam und bis auf kleine Schwächen in der Geschichte und einem Ende, das mich nicht komplett überzeugen konnte, bin ich begeistert.

Mein Fazit:
Ich bin begeistert von dieser ungewöhnlichen Geschichte ala „Und täglich grüßt das Murmeltier“, die sicher noch länger in meinem Hirn herumspuken wird.

Thiemeyer, Thomas: Evolution – Die Stadt der Überlebenden (1)


Genre: Jugendbuch, Sci-Fi, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Eine Austauschgruppe auf dem Weg in die USA, eine Notlandung auf dem Denver Airport. Als Jem und Lucie das Flugzeug verlassen, ist die Welt plötzlich nicht mehr, wie sie war: Der Asphalt ist überwuchert, das Terminal menschenverlassen und überall lauern Gefahren. Vor allem Tiere haben es auf die Neuankömmlinge abgesehen. Was ist geschehen? Auf der Suche nach Antworten erfahren sie von ein paar letzten Überlebende in einer verschollenen Stadt. Doch wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat?

Meine Einschätzung:
Ich habe Thiemeyer schon länger im Auge, denn sein, zugegebenermaßen etwas abgefahrener Thriller Korona, gefiel mir ja ganz gut und als mir nun dieses neue Buch mit dem Stichwort Zeitreise ins Auge fiel, konnte ich nicht „nein“ sagen.
Nun bin ich zwar gerade der dystopischen Jugendbücher nach dem Muster „Gruppe-schwieriger-Teenies-wird-mit-lebensbedrohlicher-apokalyptischer-Situation-konfrontiert“ müde, aber mich „kriegt“ man ja schnell als Geschichtenerzähler, wenn mir die Protagonisten sympathisch sind und die Geschichte halbwegs spannend ist. Und gut, ich gebe es zu: einer Reise in eine mögliche Zukunft, in diesem Falle hat die Natur die Oberhand gewonnen und überwuchert die Reste der menschlichen Zivilisation, fasziniert mich immer wieder. So habe ich einige Lieblingsszenen, wenn die Gruppe beispielsweise auf noch funktionierende Droiden oder sprechende Hologramme stößt.
Trotzdem bleibt es ein Jugendbuch mit den typischen Teenie-Problemen „Mag er/sie mich?“, „Bin ich schön genug?“ „Ich bin so schüchtern..“ oder auch „Große Klappe – nix dahinter“, aber das war erträglich. Die Erwachsenen in der Geschichte ereilt übrigens ziemlich schnell ein blutiges Ende ;-).
Die Welt, durch die sich die Protagonisten kämpfen müssen, ist gefährlich, blutrünstig und fremd und nach der letzten Seite habe ich erst mal geguckt, für wann Band 2 angekündigt ist 🙂 (Januar 2017).
Den Sprecher des Hörbuches Max Bremer kannte ich bisher nicht, aber ich habe seiner Stimme richtig gerne zugehört und er hat die Geschichte für meinen Geschmack genau richtig interpretiert.

Mein Fazit:

Thiemeyers dystopischer Auftakt einer Jugendbuchserie ist keine Neuerfindung des Genre, aber durchaus unterhaltsam und spannend.