Andrews, Ilona: Stadt der Finsternis – Ein neuer Morgen


Genre: Urban Fantasy, High Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Stadt der Finsternis – Die Nacht der Magie
Teil 2: Stadt der Finsternis – Die dunkle Flut
Teil 3: Stadt der Finsternis – Duell der Schatten
Teil 4: Stadt der Finsternis – Magisches Blut
Teil 5: Stadt der Finsternis – Ruf der Toten
Teil 6: Stadt der Finsternis – Geheime Macht
Teil 7: Stadt der Finsternis – Tödliches Bündnis
Teil 8: Stadt der Finsternis – Ein Feind aus alter Zeit
Teil 9: Stadt der Finsternis – Ein neuer Morgen
Teil 10: Magic Stars (noch nicht übersetzt)
Teil 11: Magic Bins (noch nicht übersetzt)
Teil 12: ??? (noch nicht im Original erschienen)

Kurzbeschreibung:
Seit die ehemalige Söldnerin Kate Daniels und ihr Gefährte, der Gestaltwandler Curran Lennart, ihr Rudel verlassen haben, verläuft ihr Leben in ruhigeren Bahnen. Doch dann erfahren sie, dass ihr Freund Eduardo verschwunden ist. Eduardo war ein Mitglied der Söldnergilde, und als Kate und Curran seiner Spur folgen, decken sie eine geheime Verschwörung innerhalb der Gilde auf. Ein alter Feind will die Stadt Atlanta ins Chaos stürzen – und Kate und Curran sind die Einzigen, die ihm noch Einhalt gebieten können.

Meine Einschätzung:

Großartige und von mir langersehnte Fortsetzung der Serie. Ich klaue jetzt einfach mal bei mir selbst, weil es auch so gut auf diese Folge paßt:
Da die Geschichte komplex ist und schon 9 Teile umfaßt, spare ich mir hier eine inhaltliche Zusammenfassung, die auch viel zu viel verraten würde.
Diese Urban-Fantasyserie, die von einem Ehepaar gemeinsam geschrieben wird, erfreut mich mit einem düsteren dystopischen Weltenentwurf, spart nicht mit heftigen, blutigen Kampfszenen, viele Frauenfiguren sind stark, mutig, frech und großartig, es gibt politisch motivierte Intrigen, Verrat und Verluste, Spannung, die kaum auszuhalten ist und auch ein wenig hintergründigen Witz ;-).
Während ich aus vielen anderen Urban-Fantasy-Langzeit-Serien irgendwann ausgestiegen bin, weil sie mich gelangweilt haben oder sich in Richtungen entwickelten, die mir nicht gefielen, warte ich schon gespannt auf die Fortsetzung dieser Serie. Allerdings frage ich mich, ob Lyx die Serie überhaupt weiterführen wird. Ob der Verkauf von Lyx an Bastei Lübbe eine Auswirkung auf das Programm haben wird? Nun, wir werden sehen …

Nach diesen 3 wunderbar unterhaltsamen Urban-Fantasy-Schinken sitze ich etwas auf dem Trockenen. Schrecklich! Hat jemand einen Tipp für mich, was ich in dieser Richtung unbedingt mal lesen sollte????

Mein Fazit:
Wer Spaß an spannender, durchaus bluttriefender Fantasy mit starken Frauenfiguren hat, der beginne mit Teil 1 dieser Serie. Quereinsteigen geht nicht.

Hearne, Kevin: Getrickst – Die Chroniken des Eisernen Druiden 4


Genre: Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Gehetzt
Teil 2: Verhext
Teil 3: Gehämmert
Teil 4: Getrickst
Teil 5: Trapped (noch nicht übersetzt)
Teil 6: Hunted (noch nicht übersetzt)
Teil 7: Shattered (noch nicht übersetzt)

Kurzbeschreibung:
Atticus O’Sullivan steht auf der Abschussliste sämtlicher Donnergötter. Um ihrer Rache zu entkommen, lässt sich der Druide auf einen Deal mit Coyote ein, dem Trickstergott der Navajo. Als Gegenleistung erwartet dieser auch bloß einen klitzekleinen Gefallen – Ehrenwort.
Coyote hilft Atticus, den eigenen Tod vorzutäuschen und danach unter zutauchen. Es dauert nicht lange, bis Atticus begreift, dass der trickreiche Gott ihn übers Ohr gehauen hat. Statt mit seiner Auszubildenden Granuaile und seinem Hund Oberon die neugewonnene Freiheit genießen zu können, ist er nun dazu verdammt, blutrünstige Gestaltwandler in Colorado zu bekämpfen. Falls Atticus je wieder lebend aus dieser Sache herauskommt, schwört er, sich nie wieder austricksen zu lassen. Aber von überall droht Verrat – auch aus den eigenen Reihen.

Meine Einschätzung:

Hach! Kevin Hearne ist einfach ein cooler Autor. Auch der 4. Teil dieser aberwitzigen Druiden-Serie hat ich bestens unterhalten. Hier treffen mal so eben indianische Rituale auf keltische Druiden, die von nordischen Göttern gejagt werden und manchmal von Jesus gute Ratschläge bekommen. Noch Fragen???
Großartig und genau mein Geschmack.

Mein Fazit:
Urban Fantasy kann viele Gesichter haben. Die Chronik des Eisernen Druiden ist schräg, witzig, brutal, blutig, frech, spannend und unterhält mich bestens :-).

Kenyon, Sherrilyn: Prinz der Ewigkeit (15)


Genre: Urban Fantasy

Reihenfolge der Dark-Hunter-Serie:
Teil 1: Magie der Sehnsucht
Teil 2: Nächtliche Versuchung
Teil 3: Im Herzen der Nacht
Teil 4: Prinz der Nacht
Teil 5: Geliebte der Finsternis
Teil 6: Herrin der Finsternis
Teil 7: Geliebte des Schattens
Teil 8: Wächterin der Dunkelheit
Teil 9: Dunkle Verführung
Teil 10: In den Fängen der Nacht
Teil 11: Gebieter der Träume
Teil 12: Lockruf der Finsternis
Teil 13: Göttin der Nacht
Teil 14: Süße Verdammnis
Teil 15: Prinz der Ewigkeit

Kurzbeschreibung:
Vor elftausend Jahren wurde Acheron, der erste aller Dark Hunter, geboren. Laut Prophezeiung soll er das Ende der Götterwelt herbeiführen, weshalb seine Mutter ihn unerkannt als Menschenprinzen aufwachsen lässt. Doch seine silbrigen Augen verraten seine Herkunft. Von seinem Vater verstoßen, von seinem Onkel misshandelt, muss Acheron ein Leben lang Hass über sich ergehen lassen. Lediglich seine Schwester und seine Mutter bringen ihm Liebe entgegen – und eine weitere Frau: die griechische Göttin Artemis. Doch kann ihre vermeintliche Liebe ihn vor seinem Schicksal bewahren?


Meine Einschätzung:

Hmpf! Dass die Autorin die Geschichte von Acheron erst mit dem 15. Teil erzählt, nehme ich ihr übel, denn mit diesen Informationen hätte frau die bisherigen Teile der Serie viel besser verstanden. Nun bin ich fast schon froh, dass mir noch Teil 11 bis 13 fehlt, denn die kann ich jetzt mit den nötigen Hintergrundwissen lesen. Hmpf.
Was Archeron im Detail erdulden mußte ist unfassbar grausam und ich kann nur hoffen, dass keine Leserin aus Versehen über diesen Band gestolpert ist, ohne zu wissen, was sie erwartet. Vergewaltigungen, unvorstellbare Folterungen und seelische Grausamkeiten, die einen eigentlich nur den Kopf schütteln lassen. Wer die Serie allerdings kennt, ist zumindest halbwegs darauf vorbereitet.
Frau Kenyons Urban-Fantasy-Universum ist düster und grausam, lüstern und sexlastig, aber auch spannend, stellenweise witzig und unterhaltsam. Das muß man mögen oder auch nicht :-).

Mein Fazit:
Erhellende Folge der Serie, die ob der Grausamkeiten aber fast nicht zu ertragen war. Unbedingt mit Teil 1 beginnen. Dieser Band eignet sich nicht zum Quereinsteigen.

Calsow, Martin: Quercher und der Volkszorn


Genre: Hörbuch, Krimi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Quercher und die Thomasnacht
Teil 2: Quercher und der Volkszorn
Teil 3: Quercher und der Totwald

Kurzbeschreibung:
Bei einem Ausflug werden vier Kinder entführt, ihre Erzieherin brutal getötet. Bald ist mit Toni Knöchel nach einer beispiellosen Hetzjagd ein Verdächtiger gefasst, doch es bleiben Zweifel an seiner Schuld. Als Knöchel plötzlich ins Koma fällt und der Verdacht von Polizeifolter aufkommt, wird die leitende Kriminalbeamtin Julia Dahmer suspendiert. Max Quercher vom LKA sträubt sich, den Fall seiner Exfreundin zu übernehmen, obwohl auch ihn das Geschehen in seinem Heimattal nicht kalt lässt.
Die Kinder bleiben wie vom Erdboden verschluckt. Aufgrund unterschiedlicher Indizien keimt in Quercher der Verdacht, dass irgendjemand Rache nimmt wie einst der Rattenfänger von Hameln. Aber niemand schenkt dieser “spinnerten” Idee Gehör. Quercher sieht nur einen Weg, die Kinder zu retten – und der führt weit an den offiziellen Ermittlungen vorbei…

Meine Einschätzung:

Puuuuhhhh, dieser Krimi von Calsow ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Über entführte und gequälte Kinder möchte ich als Mutter eigentlich nichts lesen und das funktioniert auch nur, wenn ich mich innerlich distanziere …
Aber weil die Geschichte soooooooo spannend und facettenreich ist und ich das Ermittlerteam rund um Quercher wirklich interessant finde, mir die Beschreibung dieses Teils von Bayern sehr gut gefällt und diese Krimi-Reihe kein bisschen provinziell oder bayrisch-verklärt daher kommt, kann ich auch das Schicksal von entführten Kindern gerade so ertragen.
Ich fand auch diesen Teil ausgesprochen spannend und konnte das Hörbuch kaum von den Ohren nehmen, was sicher auch an der angenehmen Stimme von Herrn Wagner liegt.
Ich würde jetzt mal behaupten, dass die Krimi-Serie von Martin Calsow in meinen Highlights 2016 landen wird. Ein Glücksgriff, der mir wieder Lust auf Krimis gemacht hat.

Mein Fazit:
Wer solide Krimis mit richtig fiesen Bösewichten mag, liegt mir Martin Calsow richtig. Bayrischen Schmäh sucht man hier allerdings vergeblich!

Salvatore, R. A. : Drizzt – Die Saga vom Dunkelelf – Der dritte Sohn (1)


Genre: Fantasy, Hörspiel

Reihenfolge der Serie:
Folge 1: Der dritte Sohn
Folge 2: Im Reich der Spinne
Folge 3: Der Wächter im Dunkel
Folge 4: Im Zeichen des Panthers
Folge 5: In Acht und Bann
Folge 6: Der Hüter des Waldes
Folge 7: Der gesprungene Kristall
Folge 8: Die verschlungenen Pfade
Folge 9: Die silbernen Ströme
Folge 10: Das Tal der Dunkelheit
Folge 11: Der magische Stein
Folge 12: Der ewige Traum
Folge 13: Das Vermächtnis
Folge 14: Gefährliche Begegnung

Produktbeschreibungen:
Das Unterreich.
Die geheimnisvolle Welt unter der Oberfläche der Vergessenen Reiche. Hier herrschen die Drow, die Dunkelelfen, in ihrer prunkvollen Stadt Menzoberranzan über das Unbeherrschbare.
In der Nacht, als das Haus Do’Urden gegen das sechste Haus von Menzoberranzan marschiert, soll Drizzt, der dritte Sohn des Hauses Do’Urden der grausamen Spinnenkönigin geopfert werden. Der Tod seines Bruders rettet ihm das Leben, doch ist es ein Glück, in der glücklosen Welt der Drow zu überleben?

Meine Einschätzung:
Ääähhhh ja. Nach den ersten 5 Minuten wollte ich diesen ersten Teil dieses Fantasy-Hörspiels schnell von den Ohren nehmen, aber weil der Bügelwäscheberg so arg hoch war, habe ich mir den Rest auch noch angehört und muß zugeben, nachdem ich mich eingehört hatte, kam ich halbwegs klar.
Ja, ich weiß, begeistert klingt anders. Vielleicht bin ich ja auch verwöhnt durch die supertoll umgesetzten Hörspiele, die ich bisher so gehört habe und die technisch gesehen einfach umwerfend gut waren (Mark Brandis, Francis Durbrigde, Heliosphere 2265, Herr der Ringe – WDR-Fassung, Enders Game, B. Hennes Elfen, …). Drizzt hingegen ist anstrengend zu hören, weil die Stimmen und Geräusche schlecht ausbalanciert sind und ich manchmal die Dialoge kaum verstanden habe. Die Musik??? Pffft. Grenzwertig. Die Stimmen??? Auch nicht bemerkenswert toll oder angenehm, so dass für mich das Hörspiel eher untere Mittelklasse zu sein scheint.
Nun fand ich aber die wilde Story dieser Dunkelelfen mit ihren Clans, die sich bis aufs Blut bekämpfen, doch ganz interessant, so dass ich bereit bin, mir demnächst auch mal Teil 2 und Teil 3 anzuhören und dann werde ich entscheiden, ob auch die anderen Folgen etwas für mich sind.

Mein Fazit:
Hörspiel ist nicht gleich Hörspiel. Dieses war eher Streß für meine Ohren, aber nach einer Eingewöhnungsphase war ich durchaus fasziniert.

Jacuba, Tom: Die Herren der Wälder – Kalypto 1 (abgebrochen)


Genre: Fantasy, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Die Magier des untergegangenen Reichs Kalypto erwachen aus ihrem Schlaf. Jahrtausende lang haben sie in einem Berg ausgeharrt, nun wollen sie ihr Reich neu errichten lassen. Vier Magier werden deshalb in alle Himmelsrichtungen entsandt mit der Aufgabe, ein Volk zu finden, das sie unterwerfen können. Ein Wettstreit, bei dem die Magier ohne Skrupel vorgehen, entbrennt! Und weder das Waldvolk, noch die Menschen des Bergreichs Garona, noch die Insulaner ahnen, in welche blutige Auseinandersetzung sie bald hineingezogen werden…

Meine Einschätzung:
Seltsam. In diese ausladende Fantasy-Saga kam ich irgendwie nicht rein. Sehr viele verschiedene Völker, die beschrieben werden, viele Protagonisten, von denen mich kein einziger angesprochen hat, dann Zeitsprünge von 20 Jahren. Das hat mich beim Hören überfordert bzw. hat mir offenbar die nötige Geduld gefehlt.
Und leider ist beim Hörbuch hören die Stimme für meine Ohren von entscheidender Bedeutung und mir gefiel weder die Stimme noch die Interpretation von Herrn Kluckert.
Ich habe es zwar noch nicht komplett gelöscht, aber ich jemals weiter hören werde???

Mein Fazit:
Story, Protagonisten und Sprecher treffen überhaupt nicht meinen Geschmack, deshalb habe ich dieses Fantasy-Hörbuch abgebrochen.

Bradley, Alan: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet (1)


Genre: Krimi

Kurzbeschreibung:
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht das Opfer eines Giftmordes in ihrem Gurkenbeet entdeckt! Da jeder ihren Vater, den sanftmütigen Colonel de Luce, für den Mörder zu halten scheint, nimmt die naseweise Flavia persönlich die Ermittlungen auf. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia schließlich, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …

Meine Einschätzung:
Diese Krimiserie stand schon seit Jahren auf meinem WZ, weil sie mir theoretisch hätte gefallen können.
Nun konnte mich aber dieser erste Teil nicht wirklich überzeugen und das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mit der Hauptfigur Flavia, ein 11jähriges Mädchen mit einem ausgesprochenen Faible für Chemie, nicht wirklich etwas anfangen konnte.
Der Krimi-Plot, in dem es um Briefmarkensammler geht, ist zwar schön schräg, aber so richtig witzig konnte ich das ganze nicht finden und spannend war es jetzt auch nicht wirklich.
Es gibt aber durchaus einige unterhaltsame Momente und Figuren, die mich haben grinsen lassen, aber nicht mehr …
Nööööö, das ist keine Serie für mich.

Mein Fazit:
Falvia und ich werden keine Freundinnen, aber es gibt bestimmt viele Leser, die ihre Geschichten mögen werden.

Donnelly, Jennifer: Straße der Schatten


Genre: historischer Roman

Kurzbeschreibung:
1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen – ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt – und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Meine Einschätzung:
Es gibt Romane, von denen lese ich die ersten 2 Seiten und weiß sofort: das wird eine wundervolle Geschichte, die ich lieben werde. Sozusagen Lese-Liebe auf den ersten Blick :-).
“Straße der Schatten” ist so ein Roman. Die Geschichte der naiven, behüteten Josephine, die leichtsinnig, aber auch mutig aus ihrem Leben ausbricht, um den geheimnisvollen Mord an ihrem Vater aufzuklären, ist mitreißend und spannend erzählt und kein bisschen rührselig. Die junge Frau aus reichem Hause wird mit Armut, Gewalt und anderen Themen, an die sie nicht mal zu denken gewagt hätte, konfrontiert, während sie andererseits ihre Hochzeit mit einem reichen Reederssohn vorbereiten soll. Das klingt kitschig, ist es aber nicht.
Mehr will ich gar nicht von der Geschichte verraten.
Die Autorin trifft mir ihrer Art, Geschichten zu erzählen, genau meinen Geschmack. Die Protagonisten sind spannend, vielschichtig und liebenswert/hassenswert, die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben und die Gesellschaft wird so geschildert, wie ich sie mir vorstellen könnte.
Ähnlich gut gefiel mir vor einigen Jahren die Rosen-Trilogie der Autorin, die ich auch sehr gerne noch einmal weiter empfehle:
Die Teerose (dazu gibt es leider keine Rezi von mir)
Die Winterrose
Die Wildrose


Mein Fazit:

Ein wundervoller, historischer Roman über eine junge, mutige Frau, die aus ihrem behüteten Leben ausbricht, mit allen Konsequenzen.

Brandis, Mark: Raumkadett – Endstation Pallas (9)


Genre: Sci-Fi, Hörspiel, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie Mark Brandis – Raumkadett:
Teil 1: Aufbruch zu den Sternen
Teil 2: Verloren im All
Teil 3: Tatort Astronautenschule
Teil 4: Hinter den Linien
Teil 5: Der Aladin-Schachzug
Teil 6: Woran Du glaubst
Teil 7: Laurin
Teil 8: Mondschatten
Teil 9: Endstation Pallas

Kurzbeschreibung:
Mark Brandis und Rodrigo Rojas sind zum Dienst auf einer verlassenen Raumstation im Inneren des Asteroiden Pallas abgestellt. Als beide sich bereits an die langweilige Routine gewöhnt haben, lässt ein vermeintlicher Republikenangriff auf die afrikanische Stadt Nairobi und JUSTITIA bei Mark alle Alarmglocken läuten. Sind Attentäter vielleicht schon unterwegs, um ihn als Augenzeugen des Mordes an Präsident Bähler zu beseitigen? Den beiden Raumkadetten bleibt nur wenig Zeit, um sich auf alle Möglichkeiten vorzubereiten …

Meine Einschätzung:
In “Endstation Pallas” werden endlich ein paar offene Handlungsstränge und Fragen geklärt. Das fand ich sehr gut und nun kann ich entspannt auf die kommenden Folgen warten, in denen sich Mark sicherlich weiterentwickeln wird.
Die Umsetzung ist – wie immer – genial und da kann ich mich nur wiederholen. Sound, Musik, Stimmen, die Dialoge – alles zusammen ist Kino für die Ohren!

Mein Fazit:

Diese 9. Folge ist eine wichtige Folge für die Serie und in der Umsetzung perfekt gelungen.
Ich lege diese Hörspiel-Reihe allen ans Herz, die gerne Kino für die Ohren erleben wollen und liebe Jungs-Eltern: vielleicht könnt Ihr mit Mark Brandis die Jungs mal von den Baller-Spielen am Rechner weglocken. Einen Versuch ist es wert ;-).

Calsow, Martin: Quercher und die Thomasnacht (1)


Genre: Regional-Krimi, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Quercher und die Thomasnacht
Teil 2: Quercher und der Volkszorn
Teil 3: Quercher und der Totwald

Kurzbeschreibung:
Ein entspanntes Leben in Italien fernab des kalten deutschen Winters – nur noch wenige Tage trennen den LKA-Beamten Max Quercher von der Erfüllung seines Traumes. Der letzte Auftrag vor seiner Frühpensionierung ist keine große Sache: Unter einem Baum in der Nähe des Tegernsees wurde eine Wachsleiche gefunden, die Identität des Toten ist bekannt. Quercher soll nun die Enkelin des Verstorbenen – eine reiche Amerikanerin – zum Fundort begleiten und dafür sorgen, dass der Leichnam in die USA überführt wird.
Doch vor Ort entwickelt sich die scheinbar einfache Angelegenheit zu einer Geschichte mit ungewissem Ausgang. Denn ausgerechnet der Mann, der die Wachsleiche gefunden hat, kommt bei einem vermeintlichen Arbeitsunfall ums Leben. Der Schreiner soll sich selbst mit seiner Säge enthauptet haben. Quercher zweifelt an dieser Version des Geschehens und beginnt zum Unmut der einflussreichen lokalen Politprominenz, die Vergangenheit der Dorfgemeinschaft zu durchleuchten. Als er Indizien für einen gigantischen Immobilienskandal findet, haben sich seine Gegner längst formiert. In der Thomasnacht geht es für Quercher nur noch ums nackte Überleben…

Meine Einschätzung:
Dieser Krimi von Herrn Calsow ist ganz zufällig und ohne jede Erwartung auf meinen Ohren gelandet und hat mich begeistert.
Quercher, der in der Vergangenheit eigenmächtig und eigenwillig einen spektakulären Fall beim LKA löste, machte sich damit keine Freunde und wurde auf’s Abstellgleis geschoben. Sein Ziel klar vor Augen, nämlich in die vorzeitigen Ruhestand zu gehen, übernimmt er einen vermeintlich simplen Auftrag in seiner Heimat am Tegernsee …
Der Autor beschreibt sehr schön die Verflechtungen von Politik und Wirtschaft in der bayrischen Provinz, die bis in die Nachkriegszeit zurückreichen. Das hat mir richtig gut gefallen. Auch Querchers schwierige Beziehung zu seinem Heimatort und seiner Familie werden nachvollziehbar und gut erläutert, so dass er mir richtig an Herz gewachsen ist :-). Genauso wie seine Partnerin, eine junge Türkin mit ausgezeichneten IT-Kenntnissen, die hoffentlich in den weiteren Bänden auch noch vorkommt, denn mich interessiert schon, wie sie sich entwickelt.
Die Geschichte selbst ist ganz schön rasant und kein bisschen betulich. Es mangelt nicht an Leichen, Mordversuchen und Morden, eine gewaltige Lawine rauscht durch’s Tal und mehrfach läßt der Autor den gespannten Leser mit einem Szenenwechsel weitere Minuten zittern, ob das für die Beteiligten gut ausgehen wird.
Ich fand das sehr, sehr spannend. Auch die Atmosphäre, die der Autor erschafft, fand ich sehr gut gelungen. Vom Dauerschneefall geplagte Menschen, die kurz vor Weihnachten mit einigen äußerst unerfreulichen Ereignissen konfrontiert werden ;-).
Gelesen wird der Krimi von Wolfgang Wagner, den ich bisher noch nicht kannte. Seine Stimme und Modulation hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere von ihm gelesene Hörbücher.
Ich weiß jetzt gar nicht, mit welcher Krimireihe ich die Quercher-Serie am besten vergleichen sollte. Herr Föhr und Herr Maurer gehören für mich eher in die satirisch-komische Krimi-Ecke, ebenso wie Klüpf und Kobr und da gehört Calsow definitiv nicht hin. Wenn mir noch jemand einfällt, dann trage ich das nach.

Mein Fazit:
Wer Lust auf einen sehr, sehr spannenden Krimi hat, der rund um den Tegernsee spielt, der sollte mal nach der Quercher-Reihe greifen.

Schilddorfer, Gerd; Weiss, David: Ewig (1)


Genre: Thriller, Mystery-Thriller, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Ewig
Teil 2: Narr
Teil 3: Teufel

Kurzbeschreibung:
AEIOU – diese mysteriöse Buchstabenfolge ist das Vermächtnis eines legendären Kaisers. Es ist ein uralter Code: Wer ihn entschlüsselt, hält das Schicksal der Menschheit in seinen Händen.
Immer tiefer geraten zwei Forscher in einen tödlichen Wettlauf um das Geheimnis. Ohne Atempause führt die dramatische Hetzjagd durch das mystische Wien.

Meine Einschätzung:

Ich mag Mystery-Thriller, in denen es um die Suche nach magischen Artefakten geht, gerne auch nach dem Kelchen des Ewigen Lebens etc. (Indiana Jones läßt grüßen :-)) und ich mag liebe Wien :-). Da hätten die beiden Autoren schon sehr viel falsch machen müssen, damit mir diese Geschichte nicht gefällt ;-). Natürlich gibt es sehr erfolgreiche Romane des Genres, die vielleicht besser recherchiert, besser geschrieben sind und der vorliegende Thriller beschreitet auch keine vollkommen neuen Wege, aber ich wurde sehr gut unterhalten. Und das ist auch mein Anspruch an Hörbücher, sie sollen mich bitte unterhalten. Ich bin auch nicht der Typ, der akribisch die Hinweise und geschichtlichen Tatsachen analysiert und recherchiert. Ehrlich gesagt, ist es mir völlig wurscht, ob die Autoren das auch ganz und gar wissenschaftlich korrekt recherchiert haben, aber die Frau Leseratteffm liest ja auch gerne Märchen und Fantasy :-).
Im vorliegenden Band suchen verschiedene Gruppierungen nach dem Rezept des “Ewigen Lebens” und sind dabei absolut skrupellos und die Beschützer des Geheimnisses übrigens auch :-). Ein Journalist und sein lebensmüder Freund und Geschichtsprofessor geraten zwischen die Fronten und mehrfach in Lebensgefahr. Ein südafrikanischer Auftragskiller, ein übereifriger, chinesischer General, eine israelische Undercover-Agentin, eine kämpferische Nonne, zwielichtige Diplomaten, troddelige Polizisten, ein weiser tibetischer Mönch und ein reizender, betagter Hund tragen das Ihre zu diesem actionreichen Thriller bei, der mich nicht eine Minute gelangweilt hat.
Der geneigte Leser/Hörer wird natürlich durch verschiedene Wiener Sehenswürdigenkeiten geführt, aber auch ins ferne Tibet, nach China, Deutschland und Tschechien und Israel.
Es wird geschossen, mit Messern geworfen, gewürgt und mit Degen in Walkingstöcken gemordet, das es eine wahre Freude ist ;-).
Mir haben die beiden Protagonisten Sina und Wagner einfach gut gefallen, die sicher ein klein wenig überzeichnet sind, aber das hat mich nicht gestört. Ich konnte mir Sinas halb zerfallene Burg nur zu gut vorstellen und auch Wagners Remise mit den Motorrädern hat irgendetwas.
Gesprochen wird das Hörbuch von Wolfgang Wagner, den ich bisher noch nicht gehört habe, der mir aber ausgesprochen gut gefallen hat und die Geschichte und die Personen perfekt umgesetzt hat.
Sehr witzig fand ich übrigens den Epilog. Coole Idee :-).

Mein Fazit:

Fans des Genres, Freunde actionreicher Unterhaltung und Wien-Liebhaber dürften mit “Ewig” ihren Spaß haben.

Pala, Ivo: Gift – Der Tod kommt lautlos


Genre: Thriller

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: H2O – Das Sterben beginnt
Teil 2: Gift – Der Tod kommt lautlos

Kurzbeschreibung:
Ein NATO-Stützpunkt an der deutschpolnischen Grenze wird Ziel eines Giftanschlags. Patrizia Hardt und Gernot Löw von der nationalen Terrorabwehr machen Jagd auf die Terroristen und stoßen auf einen furchtbaren Skandal: Aus der Zeit des kalten Krieges schlummern auf ostdeutschem Boden versteckte Depots mit Kampfgiften und biologischen Waffen – darunter eine tödliche Seuche. Hardt und Löw folgen der Spur der Terroristen bis nach Leipzig. Da wird der erste Todesfall bekannt. Diagnose: PEST!

Meine Einschätzung:
Oha! Was das Thema Grausamkeit angeht, hat der Autor noch eins drauf gesetzt zum Vorgängerband. Ich gestehe, über diese Szenen habe ich schnell hinweggelesen. Das Szenario ist ein anderes, aber denkbar und wieder rast der Autor mit uns in einem atemberaubenden Tempo durch die Geschichte, kinoreif. In diesem Band haben mir die Figuren einen Ticken besser gefallen, aber ich kann nicht sagen, woran ich das im Detail festmache. Der Autor bedient sich auch dieses Mal gängiger Klischees und haut ordentlich auf den Putz. Russische Oligarchen, der russische Geheimdienst, der mörderische Bukarester Untergrund, gesichtslose Söldnertruppen und ein allwissender CIA, …

Mein Fazit:
Deutsche Thriller dieser Klasse gibt es meiner Meinung nach nicht genug, deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung für Fans des Genres, die genug von den US-Importen haben ;-). Ängstliche Naturen seien allerdings gewarnt. Das Szenario könnte einem dem Schlaf rauben …

Pala, Ivo: H2O – Das Sterben beginnt


Genre: Thriller

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: H2O – Das Sterben beginnt
Teil 2: Gift – Der Tod kommt lautlos

Kurzbeschreibung:

Eine bislang unbekannte Terrorgruppe verseucht ein Trinkwasserreservoir im Bayerischen Wald mit hoch radioaktivem Atommüll. Erste Opfer sterben an den Vergiftungen und die Bevölkerung gerät in Panik, denn weitere Anschläge sind bereits angekündigt, und niemand ist in der Lage, sämtliche Wasservorräte der Republik zu bewachen. Julian Berg von der Terrorabwehr und Dr. Alexander Kehlhausen vom Bundesamt für Strahlenschutz versuchen, den Ursprung des Giftmülls zu finden und so die Terroristen aufzuspüren. Da stellen diese eine aberwitzige Forderung.

Meine Einschätzung:

Amerikanische/britische Thriller dieser Richtung gibt es ja nun wirklich genug, aber auch Deutschland hat einen Geheimdienst und Agenten, eine Abteilung für die Abwehr terroristischer Angrifft, etc., wenn man dem Autor glauben möchte. :-)
Apropos Autor, Ivo Pala schreibt auch Drehbücher und das merkt man diesem Thriller auch an, der in meinem Kopf wie ein (brutaler) Film abgelaufen ist. Puuuuhhh, da ist keine ruhige Minute eingeplant und da wird auch nicht mit Waffen und anderem Kampfzubehör, Toten, Blut und Grausamkeiten gespart. Die Handlung ist extrem spannend und jagte mir permanent Schauder des Entsetzens über den Rücken, weil das Szenario so denkbar nahe ist. *schüttel*
Ein Problem hatte ich leider mit den Hauptfiguren, die mich nicht so recht überzeugen konnten. Mir waren sie ein wenig zu zweidimensional und besonders die beteiligten Politiker versammelten so viele Klischees in ihren Charakteren, dass ich die Stirn runzeln mußte.
Trotzdem liest sich das Ganze richtig gut, macht Spaß (wenn man Freude an der Zerstörung ganzer Landstriche findet ;-)) und unterstützt leider meinen Hang dazu, Weltuntergangsszenarien in die nahe Zukunft zu malen und damit Familie und Freunde zu nerven.

Mein Fazit:

Ich weiß gar nicht, was James Bond da gerade so treibt, aber die wahre Bedrohung geht nicht von irgendwelche Gentleman-Bösewichten aus, sondern von Terroristen, die vor nicht zurückschrecken und Ivo Pala hat da seine ganz eigenen Ideen ;-). Nur lesen, wer ohnehin gut schläft.

Colfer, Eoin: Der Quantenzauberer (1)


Genre: Jugenbuch, Fantasy

Reihenfolge der WARP-Serie:
Teil 1: Der Quantenzauberer
Teil 2: Der Klunkerfischer
Teil 3: Die Katzenhexe

Kurzbeschreibung:

Was soll es anderes sein als eine Strafversetzung? FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt.
Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet. einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen.

Meine Einschätzung:
Das scheint die Woche der starken Mädchen zu sein :-), denn auch Chevie ist eine tolle Mädchenfigur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Sie absolut unerschrocken, mutig, intelligent, loyal und cool.
Ich bin ja ein großer Fan von Colfers “Artemis Fowl”-Serie, die so gar nicht mainstream ist und auch diese WARP-Serie trifft genau meinen Geschmack. Der Autor erschafft einen sensationell fiesen Bösewicht, der seines Gleichen sucht, er ermöglicht Zeitreisen in ein viktorianisches London mit Steampunk-Elementen, ausweglose Situationen löst er mit schrägen Ideen einfach wieder auf, an jeder Ecke lungern bizarre, schräge Gestalten herum, die der Geschichte eine unerwartete Wendung verpassen und das Ganze präsentiert er mit einer großen Prise schwarzem, irischen Humor. Herrlich. Wirklich herrlich.
Gut, das muß man wirklich mögen und auch die Gestaltung des Covers entspricht vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich finde es richtig, richtig cool und freue mich schon sehr auf die Folgebände.
Bin allerdings hin- und hergerissen, ob ich mir nicht die Hörbuchfassungen, von Rainer Strecker gelesen, gönnen soll. Das wird auch richtig, richtig gut sein …

Mein Fazit:
Schräg, bizarr, skurril, viele Rs um diese spannende Zeitreisegeschichte mit Steampunk-Elementen und einer starken Mädchenfigur zu beschreiben, die mich unglaublich gut unterhalten hat.

Böker, Asa: Im Glanz der Welten – In den Nordlanden 1


Genre: Jugendbuch, Fantasy

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Im Glanz der Welten
Teil 2: noch nicht übersetzt
Teil 3: noch nicht erschienen ;-)

Kurzbeschreibung:

Die sechzehnjährige Silke aus dem schwedischen Silvbro flüchtet nach einer Mobbingattacke in die Anderswelt »Nordland«. Nach dem Übergang begegnet sie zwei gleichaltrigen Mädchen, die sich bereits im Leben behaupten mussten: Yrsas Mutter wurde als Hexe verbrannt und Unna ist gezwungen, als riesenhafte Missgeburt in der Schmiede ihres Vaters zu schuften. Zusammen machen sich die Mädchen auf, dem Jahrhundertereignis Nordlands zu folgen: Leit. Unter Bewachung von grimmigen Soldaten ziehen eintausend zwangsrekrutierte Pflückerinnen aus, um die heiligen Diamantblumen zu ernten, die im unwegsamen Moor Fenmarken wachsen. Den Befehl über alle hat der ehrgeizige Anführer Crispin Silberschwert, der die Ehre seiner Familie wiederherstellen muss. Doch die Arbeit im Moor ist gefährlich und nicht alle Mädchen werden Leit überleben.

Meine Einschätzung:

Ich gestehe an dieser Stelle mal meine Schwäche für Büchergewinnspiele :-). Wie schon mehrfach erwähnt, fordere ich grundsätzlich keine Rezi-Exemplare bei Verlagen an bzw. angebotene Exemplare lehne ich zu 99 % ab, weil mein SuB eh schon Wolkenkratzer-Niveau hat und meine WZ bis zum Mond reicht und meine Lesezeit ja leider in jeder Beziehung endlich ist. Aber wenn es irgendwo Bücher zu gewinnen gibt, dann macht die Frau leseratteffm mit und dabei ist mir vollkommen wurscht, was es zu gewinnen gibt. Hauptsache ein Buch. Ich weiß, dass ist total inkonsequent, aber ich freue mich wie ein kleines Mädchen, wenn hier ein überraschender Buchgewinn vom Postboten abgegeben wird (was so ungefähr zweimal im Jahr passiert ;-)).
“Im Glanz der Welten” ist auch so ein Buchgewinn und natürlich weiß ich, dass die Verlage damit Werbung für ihre Bücher machen und in diesem Fall unterstütze ich doch gerne diesen kleinen, neuen Verlag, ein Zwei-Frauen-Betrieb, der sich der nordischen und östlichen Fantastik widmen möchte: Valkyren Verlag. Ich finde das Projekt sehr mutig und werde gespannt beobachten, ob der Verlag sich behaupten können wird.
Nun zum Buch: Silke ist eine typische Außenseiterin. Von der unkonventionellen Mutter und deren esoterischer Weltsicht beeinflußt, ordnet sie sich nicht den Cliquen und deren Anführerinnen in ihrer Schule unter und wird gedemütigt und verletzt. Diese Situation geschreibt die Autorin sehr gut und mit viel Einfühlungsvermögen. Auch die Beweggründe der anderen Teenager und ihr Verhalten werden nachvollziehbar geschildert und ich bin fast sicher, dass sich ähnliche Szenen täglich so oder ähnlich in Schulen ereignen.
Das fantastische Element, nämlich Silkes Fähigkeit in eine andere, vormittelalterliche Parallel-Welt zu wechseln zu können, führt die Autorin behutsam ein. Da habe ich schon ganz andere Sachen gelesen ;-).Silke paßt sich zwar erstaunlich schnell dieser neuen Welt an und jammert überhaupt nicht wegen der diversen Unannehmlichkeiten rum, die eine Welt ohne Strom, fließendes Wasser, Telefon, etc. mit sich bringt, was ein klitzekleines bisschen unglaubwürdig ist :-).
Ich mochte diese Anderswelt “Nordland” sehr gerne und die verschiedenen mythischen Figuren und Geschichten, die die Autorin einfließen läßt, waren zum Teil komplett neu und deshalb interessant für mich. Auf Dauer langweilen mich nämlich die hinreichend bekannten Motive und Figuren …
Die Erlebnisse von Silke in der Anderwelt fand ich richtig spannend und ihre neuen Gefährtinnen sind interessante Charaktere mit Ecken und Kanten und keineswegs uniform und ich bin schon sehr gespannt, welche Entwicklung alle zusammen in den nächsten beiden Bänden nehmen werden. Es macht nämlich richtig Freude mal wieder von starken Mädchen zu lesen, die sich intelligent, mutig und stark in einer von Männern dominierten Welt schlagen. Starke Mädchen braucht die Literatur!
Eine Liebesgeschichte in bewährter Dreieckskonstellation gibt es natürlich auch, aber die ist denkbar harmlos. Ist ja auch ein Jugendbuch …
Der Schreibstil der Autorin läßt sich gut und fließend lesen. Da gibt es nichts zu meckern. Sie erzeugt eine wunderbare Atmosphäre, die mich sofort in das düstere, gefährliche Moor mit all seiner Schönheit katapultiert hat.
Cover sind ja immer Geschmacksache. Ich mag es nicht so gerne, wenn die Hauptfiguren so explizit auf dem Cover sind. Meine Silke sieht nämlich ganz anders aus ;-).

Mein Fazit:

Die nordische Mythologie hat für einen Fantasy-Fan, wie mich, viel zu bieten und ich lese auch gerne Geschichte mit starken Frauen/Mädchenfiguren. Lesern mit einem ähnlichen Lesegeschmack kann ich diesen ersten Teil der Serie guten Gewissens ans Herz legen: Euch erwartet eine frische, unverbrauchte, spannende Geschichte mit vielen starken Mädchen :-).

Archer, Jeffrey: Das Vermächtnis des Vaters (2)


Genre: Roman, historisch

Reihenfolge der Clifton-Saga:
Teil 1: Spiel der Zeit
Teil 2: Das Vermächtnis des Vaters
Teil 3: Erbe und Schicksal
Teil 4: Im Schatten unserer Wünsche
Teil 5: Die Wege der Macht
Teil 6: Möge die Stunde kommen

Kurzbeschreibung:
Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt …

Meine Einschätzung:
Hachja, die Serie hat das Zeug zum Lieblingsschmöker. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Hauptfiguren erzählt, was ich ganz reizvoll finde, da man den Figuren so schön nahe kommt. Es gibt jede Menge romantische, witzige, gefühlvolle, tragische oder spannende Szenen und man mag das Buch kaum aus der Hand legen.
Vielleicht ist mir das gerade zu viel von alledem? Aber nein, ich habe den Schinken in zwei Tage verschlungen und der nächste Band liegt auch schon bereit.

Mein Fazit:
Historischer Schmöker mit Schmachtfaktor gesucht??? Na dann, rann an die Clifton-Saga ;-).

Heliosphere 2265 – Die Bürde des Captians (6)


Genre: Hörspiel, Sci-Fi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Heliosphere 2265 – Das dunkle Fragment
Teil 2: Heliosphere 2265 – Zwischen den Welten
Teil 3: Heliosphere 2265 – Enthüllungen
Teil 4: Heliosphere 2265 – Das Gesicht des Verrats
Teil 5: Heliosphere 2265 – Im Zentrum der Gewalt
Teil 6: Heliosphere 2265 – Die Bürde des Captains

Kurzbeschreibung:
Ein letztes Mal soll Captain Cross zu einer Mission mit der HYPERION aufbrechen. Sein Tod ist bereits beschlossen – und nicht nur der Seine. Doch Jayden ist durch Sarah McCall vorgewarnt und überdenkt seine nächsten Schritte. Wofür wird sich der Kommandant des ersten Interlink Kreuzers der Menschheit entscheiden? Eines scheint klar: Egal welche Richtung er am Ende einschlägt, den Preis werden Menschen zahlen müssen, die ihm nahestehen…

Meine Einschätzung:
Diese Folge habe ich mir an einem familienfreien Tag in voller Lautstärke über unsere Stereoanlage angehört. Boah! Das ist wirklich großes Kino für die Ohren! Ich finde die Sound-Effekte, die Stimmen, die gesamte Inszenierung großartig.
Der Inhalt der 6. Folge ist allerdings etwas verstöhrend. Ich darf hier ja nix verraten, aber in sämtlichen Erzählsträngen geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann! Hilfe, wann erscheint denn die 7. Folge???

Mein Fazit:
Sci-Fi-Kino für die Ohren! Ich finde es großartig!

Hobb, Robin: Der Weitseher (1)


Genre: High-Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Weitseher
Teil 2: Der Schattenbote
Teil 3: Der Nachtbote

Kurzbeschreibung:

Die Abenteuer von Fitz dem Weitseher Es gibt Fantasy-Helden, die man nie vergisst. Helden, deren magische Gabe Kontinente bewegt, deren Mut den Lauf des Schicksals verändert. Wie J. R. R. Tolkiens Ringträger Frodo oder Sonea, Trudi Canavans mutige Magier-Schülerin. Einer darf hier nicht fehlen: Fitz, Bastard eines Prinzen, und auserwählt, das Erbe der legendären Weitseher anzutreten.

Meine Einschätzung:

Grmpf. Einen blöderen, nichtssagenderen Klappentext habe ich lange nicht mehr gelesen.
Hach, was ein bisschen Recherche doch zutage fördert :-). Mir ist Robin Hobb schon vor 21 Jahren von einer New Yorker Buchhändlerin empfohlen worden, als ich dort nach spannender Fantasy fragte und ich glaube, dass ich den ersten Band “Der Weitseher” im Original “Assassin’s Apprentice” noch irgendwo hier rumstehen habe. Allerdings habe ich ihn nie im Original fertig gelesen, weil es für mich unglaublich anstrengend war, die Geschichte zu lesen. Nachdem ich die Geschichte jetzt auf Deutsch gehört habe, ist mir auch klar warum. Dieses Vokabular lernt man nicht in der Schule ;-).
Erschienen ist die Trilogie also in den 90igern und wurde jetzt schon zweimal unter verschiedenen Titeln aufgelegt. Das finde ich ein wenig mühsam, oder? Denn als Leser muß man da ganz schön gut informiert sein, sonst hat man -schwupp die wupp- zweimal die gleiche Geschichte gekauft.
Nun aber zurück zu Geschichte. “Der Weitseher” ist eine ganz klassische High-Fantasy-Geschichte epischen Ausmaßes, die in der frühen Jugend der Hauptfigur Fitz als Ich-Erzähler beginnt. Fitz kommt als unehelicher Sohn des Kronprinzen an den Hof seines Großvater und wird denkbar schlecht behandelt. Ich habe sehr mit dem kleinen Bub mitgelitten, der eine besondere Gabe hat, die es ihm möglich macht, mit Tieren eine feste, innige Beziehung aufzubauen, die soweit geht, dass er mit ihnen in Gedanken sprechen kann. Sein Vater erkennt ihn nie offiziell an und verstirbt dann plötzlich, so dass er keinen Beschützer außer dem Stallmeister des Hofes hat, der ihn aber eher wie einen jungen Hund behandelt als einen kleinen Jungen. Seine beiden intriganten Onkel mißhandeln oder ignorieren ihn wahlweise und schließlich wird er zum Assassinnen ausgebildet, der im Auftrag seines herrschenden Großvaters geheime Morde auszuführen hat. Das Königreich wird von einem seefahrenden, grausamen Volk bedroht, dass seine Gefangenen als bösartige Zombies zurückkehren läßt.
Die sehr komplexe Geschichte mit den vielen verschiedenen Handlungssträngen weiter zusammenzufassen, spare ich mir hier. Den Vergleich mit Trudi Canavans Serie finde ich übrigens sehr passend :-).
Hat mir die Geschichte gefallen? Immerhin habe ich mir damit 18 Stunden um die Ohren geschlagen??? Jein.
Die Geschichte selbst ist mir einen Ticken zu langatmig und ganz viele Erzählstränge bleiben irgendwie offen oder werfen ständig neue Fragen auf und das ist mitunter anstrengend zu verfolgen und zu sortieren.
Außerdem sind die Figuren allesamt in meinen Augen schwierige Charaktere und weil sie nur aus der Sicht von Fitz beschrieben werden, kommt man ihnen auch nicht wirklich nahe. Und eigentlich behandeln ihn alle schlecht, sind bösartig, ungerecht und gemein zu ihm. Im besten Fall wird er ignoriert. Das fand ich schwer auszuhalten. Einige, wichtige Figuren, wie der Stallmeister, der Assassinen-Ausbilder und der thronfolgende Onkel von Fitz hätten durchaus das Zeug gehabt, um der Geschichte eine positive Wendung zu geben, aber sie verhalten sich so seltsam und abweisend, dass es mich genervt hat.
Fitz, die Hauptfigur, ist auch nicht unbedingt ein Charakter, den ich in Herz schließe. Er ist natürlich eine starke Figur, die sich nicht unterkriegen läßt, obwohl er soviel zu ertragen hat, aber ich habe ihn immer mit Prinz Karek aus Sam Feuerbach Krosann-Saga verglichen und da kommt Fitz einfach schlechter weg. Erst im letzten Teil der Geschichte, als Fitz mit dem prinzlichen Hochzeitszug in ein fremdes Königreich geschickt wird, entwickelt er sich positiv weiter.
Das Ende des ersten Bandes ist natürlich so gestrickt, dass man dem nächsten Teil gespannt entgegensieht, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mich weiter auf die Welt der Weitseher von Robin Hobb einlassen möchte, die von der Grundstimmung schon sehr, sehr düster ist.
Vielleicht liegt das auch am Sprecher Matthias Lühn, dessen Stimme mir aus irgendeinem mysteriösen Grund nicht behagt. Eben habe ich festgestellt, dass ich ein anderes Hörbuch, das von ihm eingelesen wird, abgebrochen habe (Die Lügen des Locke Lomora). Anscheinend passen wir nicht zusammen????

Mein Fazit:
“Die Weitseher-Trilogie” von Robin Hobb ist ein klassisches, episches, spannendes Fantasy-Werk, dessen Protagonisten mir leider nicht besonders gut gefallen haben.

Habel, Lia: Dark love


Genre: Jugendbuch, Steampunk, Dystopie

Kurzbeschreibung:
Ein Wettlauf mit der Zeit und eine große Liebe, die keine Grenzen kennt: Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und digitale Tagebücher – das ist die Welt der Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-jährige Vollwaise lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird. Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt. Und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, aber die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras längst tot geglaubter Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt dem Untergang geweiht?

Meine Einschätzung:

Was für ein schönes Buch-Cover, oder? Ich finde das Design mit den verspielten Steampunk-Elementen in silber außergewöhlich hübsch, wenn auch diese Optik die Buchkäuferin etwas in die Irre führt. Meine Tochter jedenfalls sah das Cover und meinte: Mama, auf so eine blöde Liebesgeschichte habe ich aber keine Lust.
Naja, eine Liebesgeschichte (wenn man sie überhaupt so nennen kann) kommt auch vor…
Die Geschichte hat verschiedene Aspekte und ich versuche mal, diese auszudröseln ;-).
Steampunk – deshalb hatte ich das Buch überhaupt gekauft – und ja, es kommen jede Menge Steampunk-Elemente vor. Die technischen Geräte sind auch interessant beschrieben, wobei die Autorin nicht besonders ins Details geht, was die Funktion und Wirkung betrifft. Sie legt viel mehr Wert auf die Kleidung der Progatogisten und die Architektur der Bauwerke und die Innenausstattung. Ein Stil, den sie “neuviktorianisch” nennt und das paßt meines Erachtens perfekt zur Geschichte.
“Dark Love” ist aber nicht nur ein Steampunk-Roman, sondern auch eine Dystopie. Nach einer nicht näher erläuterten Katastrophe ziehen die überlebenden Menschen nach Mittelamerika, das die besten Überlebensaussichten bietet. Nach Jahrzehnten des Chaos und des Bürgerkrieges einigt man sich auf eine Gesellschaftsform mit Regeln und Gesetzen, wie man sie aus dem viktorianischen England kennt. Das beinhaltet auch eine streng reglementierte Klassengesellschaft mit einer Ober- und Unterschicht und Frauen werden wieder in die Rolle der hübschen, Korsett tragenden Kleiderständer gedrängt, wobei die Autorin nicht auf das Thema Emanzipation eingeht. Das läßt sie außen vor, was ich sehr schade finde. Würde sich eine menschliche Gesellschaft wirklich in diese Richtung entwickeln wollen??? Keine Ahnung, eher nicht, aber dafür sind dystopische Romane da, um mit möglichen Wirklichkeiten zu spielen. Die Autorin bastelt sich jedenfalls eine solche Welt zurecht und das macht sie nicht schlecht.
Dann ist das Buch auch noch ein Zombie-Roman! Herrschaftszeiten!!! Das habe ich natürlich nicht geahnt (Klappentexte ordentlich lesen, Frau Leseratteffm und nicht nur die Cover anschmachten!), denn ich finde Zombies blöd. Richtig blöd. Und das hat mir auch ein wenig die Geschichte verleidet. Ich mache grundsätzlich einen Bogen um Zombie-Gedöns. Von “The walking dead” habe ich eine Folge gesehen und fand es bescheuert (sorry, liebe Fans) und auch andere Zombie-Geschichten vermeide ich tunlichst. Die Faszination, die dahinter steckt und so viele Fans findet, kann ich mir nicht mal ansatzweise erklären.
Ich will hier nicht zu viel verraten, aber ehrlich gesagt, finde ich den Gedanken, mit Zombies zusammenzuleben, äußerst ekelig *schüttel*. Die Autorin beschönigt das Thema auch nicht und die Tragik dahinter wird schon klar, aber trotzdem. Hätte sie nicht irgendeine Krankheit ersinnen können, die reversibel ist????
Und die Liebesgeschichte??? Nun, das ist ein Jugendbuch und bleibt deshalb mehr als harmlos ;-).
Apropos harmlos! Auf Gemetzel jeglicher Art verzichtet die Autorin keineswegs. Sehr bildhaft, fast schon kinogeeignet, erzählt sie von Zombie-Überfällen etc. Gruselig. Ekelig. *schüttel*
Wahrscheinlich hätte ich das Buch beim Anblick des Wortes Zombie sofort in die Ecke geknallt, wenn mich die Protagonisten nicht interessiert hätten. Die Geschichte wird aus Sicht verschiedener Personen/Zombies erzählt und ich fand diese Erzählperspektive reizvoll und spannend. Ich könnte hier auch einige Kritik anbringen, dass z.B. die beiden Mädels aus dem Mädchen-Pensionat so beherzt zu den Waffen greifen im Angesicht einer Bedrohung ist mehr als unglaubwürdig, aber weil sie dabei doch irgendwie liebenswert sind und ich wissen wollte, ob und wie sie sich in diesem irren Setting schlagen, habe ich weiter gelesen. Außerdem ist die Geschichte spannend und gut geschrieben und ich mußte einfach wissen, wie sie ausgeht.
Wundert mich übrigens, dass das kein Mehrteiler geworden ist …

Mein Fazit:
“Dark Love” ist eine irrwitzige, schräge Steampunk-Dystopie-Zombie-Jugendbuchliebesgeschichte über die man eigentlich nur den Kopf schütteln und diskutieren könnte, aber ich war fasziniert von den Ideen der Autorin.

Galbraith, Robert: Die Ernte des Bösen


Genre: Krimi, Detektivroman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Ruf des Kuckucks
Teil 2: Der Seidenspinner
Teil 3: Die Ernte des Bösen

Kurzbeschreibung:
Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist.
Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …

Meine Einschätzung:

Mir gefällt die Art, wie Frau Rowlings -alias Robert Galbraith- Geschichten erzählt unglaublich gut. Ich sehe die Personen, die Orte wirklich vor mir und tauche komplett in die, in diesem Fall etwas bizarre und gruselige Geschichte ein. Die Themen sind keine leichte Kost: Kindesmißbrauch, Sadismus und die perverse Brutalität der Verdächtigen Gewalttäter muß die geneigte Leserin erst mal verdauen.
Aber mit Cormoran und Robin hat sie ein sehr interessantes Ermittlerteam erschaffen, das ich ins Herz geschlossen habe.
Mein zugegebenermaßen nicht besonders gut ausgeprägter detektivischer Spürsinn hat mich bei dieser Geschichte total im Stich gelassen, denn für mich kamen alle Verdächtigen als Täter in Frage ;-). Was wiederum bedeutet, dass es für mich bis zum Schluß sehr, sehr spannend geblieben ist.
Aber ganz kritiklos bleibt mein Leseeindruck dann doch nicht.
Das Buch hat im zweiten Drittel eine Länge, während Robin und Cormoran ihre langweiligen Oberservierungsaufträge erfüllen, die vermeidbar gewesen wäre.
Zudem kann sich die Autorin offenbar nicht entscheiden, ob sie ihren Hauptprotagonisten Cormoran nun attraktiv findet oder nicht. Sie verpaßt ihm Übergewicht, eine gewisse Neigung zum Ungepflegtsein und vergleicht sein krauses Haar mit Schamhaar, was ich ziemlich daneben finde. Andererseits verbandelt sie den Guten mit wohlhabenden Schönheiten. Ich habe mir natürlich mein eigenes, anziehendes Bild von ihm geschaffen und hoffe, dass die Autorin auch noch dahin kommt.
Wir erfahren auch etwas aus Robins Vergangenheit, was wirklich interessant ist und einen Teil ihrer Persönlichkeit erklärt, aber da hätte ich mir auch eine etwas kreativere Lösung gewünscht.
Trotzdem habe ich das Buch in zwei Tagen förmlich verschlungen :-).

Mein Fazit:
Auch der dritte Teil der Detektivserie von Frau Rowlings, alias Galbraith, hat mir ausnehmend gut gefallen und ich fiebere dem nächsten Teil förmlich entgegen.

Allende, Isabel: Ein diskretes Wunder


Genre: Erzählungen, Anthologie

Kurzbeschreibung:
Es ist Liebe auf den ersten Blick. Im strengbewachten Guggenheimmuseum in Bilbao feiern Elena und Pedro eines Nachts ein orgiastisches Fest. Aber wie sind sie hineingekommen? Ein Wunder? Magie?
Sinnliche, unerhörte Geschichten erzählt hier Isabel Allende, Geschichten voller Liebe und Erotik, Leidenschaft und übermütigem Humor, Geschichten von starken und eigenwilligen Frauen – und von liebestrunkenen Männern, die nicht immer wissen, wie das Herz einer Frau zu gewinnen ist.

Meine Einschätzung:

Nachdem ich mich dieses Jahr schon so wunderbar mit “Der japanische Liebhaber” von Isabel Allende unterhalten habe, beschloß ich, alle mir fehlenden Bücher von ihr zu besorgen. Und dabei ist mir entgangen, dass es sich bei dem vorliegenden Bändchen um eine Sammlung von Erzählungen handelt, die schon in anderen Büchern von ihr veröffentlicht wurden und die ich schon gelesen habe.
Aber darüber habe ich mich nur ganz kurz geärgert, denn die Geschichten sind so wundervoll, in typischer Allende-Manier erzählt, voller Atmosphäre, Gerüche, Gefühle, seltsamer Geschöpfe und skurriler Figuren, wie ich sie an dieser Autorin liebe.
Ich werde das Bändchen meinen Lesekreisdamen ans Herz legen/aufdrängen, die die Autorin noch nicht kennen, denn anhand dieser Geschichten kann sich jede ein Bild machen, ob sie die Romane der Autorin mögen wird oder eben nicht.

Mein Fazit:
Eine warme Sommernacht, ein kühles Glas Weißwein, die Füße hochlegen, dem Zirpen der Grillen lauschen und in Allendes Phantasiewelten eintauchen. Einfach schön.

PS: Muß gerade selbst über mich grinsen. Ich halte in diesem Blog ja strickt meine tatsächliche Lesereihenfolge ein und man könnte schon den Kopf über meine wilden Genre-Sprünge schütteln, oder? :-)

Krämer, Micha: Tod im Lokschuppen


Genre: Krimi, Regional-Krimi

Kurzbeschreibung:

Ein grausamer Mord erschüttert Betzdorf, das kleine Städtchen am Rande des Westerwaldes. In den Ruinen des verfallenen Lokschuppens wird die verstümmelte Leiche eines ortsansässigen Geschäftsmannes gefunden. Ein heikler Fall für die junge Kommissarin Nina Moretti. Schnell wird klar, dass der Tote, der scheinbar ein Doppelleben führte, nicht nur Freunde in der Kleinstadt hatte. Als am nächsten Tag auch noch der Pfarrer erschossen vor dem Altar der Kirche liegt, wird der Fall immer undurchsichtiger. Führt die Spur ins Kölner Rotlichtmilieu? Liegt das Rätsel in der Vergangenheit der Opfer? Oder sind doch nur Hass und Eifersucht im Spiel? Ein spannender Krimi, nicht nur für Kenner der Schauplätze, der dem Leser auch einen Einblick in zwischenmenschliches Chaos und die Gefühle der Charaktere gibt.

Meine Einschätzung:

Über diesen Krimi-Autor aus meiner Heimat, dem Westerwald, bin ich zufällig auf der Buchmesse gestolpert und manchmal muß frau ja auch mal was Neues ausprobieren. Zugebenermaßen war ich ein klein wenig skeptisch, ob ein gelernter Elektroniker und Hobby-Autor (aber vielleicht ist er ja schon hauptamtlicher Autor???) einen Krimi schreiben kann, der mich fesselt.
Er kann. “Tod im Lokschuppen” ist meiner Meinung nach ein solider Krimi ohne Firlefanz. Die Ermittler Nina und Thiel sind zwar ein sehr gegensätzliches Paar, aber ich fand ihre Zusammenarbeit glaubhaft. Ich mag es auch, dass die beiden ein Privatleben haben und so menschlich und bodenständig sind.
Die Motive und Gefühle der handelnden Personen werden auch gut erklärt und bestens hat mich der Kölner Unterweltboss unterhalten, der im breitesten Kölsch im Hintergrund seine Fäden zieht.
Dass der Krimi im Westerwald spielt, ist im Grunde unerheblich. Die Geschichte könnte überall funktionieren und das ist auch das einzige, was ich vermißt habe, dass Westerwälder Besonderheiten, die Landschaft oder die Menschen, die dort leben besser und eindeutiger charakterisiert werden.
Gefallen hat mir die präzise, schnörkellose Sprache des Autors, die sich gut weglesen läßt und das schlichte Cover.

Mein Fazit:
In diesem Fall hat sich der Griff nach einem Krimi von einem unbekannten Autor definitiv gelohnt. Wer gerne solide Krimis liest und selbst miträtseln möchte, kann unbesorgt zu Micha Krämer greifen, der mittlerweile mindesten 4 weitere Krimis geschrieben hat.

Roberts, Nora: Morgenlied (3)


Genre: paranormaler Liro

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Abendstern
Teil 2: Nachtflamme
Teil 3: Morgenlied

Kurzbeschreibung:
Seit Jahren ist das kleine Städtchen Hawkins Hollow ein Ort, der von mysteriösen Ereignissen heimgesucht wird. Doch die Freunde Caleb, Fox und Gage haben dem Bösen den Kampf angesagt. Als Gage Cybil Kinski kennengelernt – eine Frau, so unberechenbar und faszinierend wie ein Wirbelsturm –, weiß er gleich: Wenn er diese Frau liebt und sich von ihrer Stärke, Intelligenz und Schönheit fesseln lässt, wird das Blatt seines Lebens neu gemischt. Wie die Karten fallen, davon hängt nicht nur Gages zukünftiges Leben und Lieben ab, sondern auch das Schicksal von Hawkins Hollow …

Meine Einschätzung:
Das dritte Paar findet natürlich auch zusammen, der Dämon wird besiegt und alles ist gut. Manchmal brauch ich das genau so ;-).

Mein Fazit:
Nora Roberts paranormale Liros sind für mich wie ein Kurzurlaub an einem See mit einer großen Waffel Softeis mit Schokoüberzug und dem Duft von Sonnencreme in der Nase. Junkfood für die Seele :-).

Roberts, Nora: Nachtflamme (2)


Genre: paranormaler Liro

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Abendstern
Teil 2: Nachtflamme
Teil 3: Morgenlied

Kurzbeschreibung:
Ein alter Fluch, drei Freunde und die große Liebe …
Seit dem schicksalhaften Tag am Pagan Stone, als die Freunde Fox, Caleb und Gage Blutsbrüder geworden sind, wird die kleine Stadt Hawkins Hollow alle sieben Jahre sieben Tage lang von mysteriösen Ereignissen heimgesucht. Erst als Layla Darnell in die Stadt zieht, von der sich Fox sofort angezogen fühlt, spürt er, dass nur ihre Liebe dem Schrecken Einhalt gebieten kann. Doch Layla zögert, denn sie weiß: Wenn sie sich einmal öffnet, wird sie schutzlos einem Verlangen ausgeliefert sein, das die Liebenden zerstören kann …

Meine Einschätzung:
Wie tröstlich, dass ich nach der “Diviners-Enttäuschung” den zweiten Band der Nacht-Trilogie aus dem Regal holen konnte. In dieser Trilogie sucht ein echt fieser Dämon alle 7 Jahre eine amerikanische Kleinstadt heim und diese kleinen, gruseligen Momente fand ich 10mal gruseliger, als alles, was mir Libba Bray vorgesetzt hat ;-).
Natürlich ist dieser direkte Vergleich absoluter Unsinn, aber hier spricht wieder mal mein Leserherz, das von einer Geschichte angesprochen werden will und nicht gelangweilt.
Wahrscheinlich gibt es zu Nora Roberts nur zwei Meinungen. Man mag ihre Romane sehr oder überhaupt nicht. Für letzteres habe ich durchaus Verständnis, aber ich mag ihre Geschichte und Protagonisten, die so herrlich liebenswert und märchenhaft sind.

Mein Fazit:
Herrlich kitschig, warmherzig, ein wenig gruselig – genau das habe ich jetzt gebraucht.

Bray, Libba: Diviners – Aller Anfang ist böse


Genre: Jugendbuch, Mystery, Horror???

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: The Diviners – Aller Anfang ist böse
Teil 2: The Diviners – Die dunklen Schatten der Träume
Teil 3: The Diviners – ??? noch nicht erschienen

Kurzbeschreibung:
New York, 1926: Wegen eines kleinen „Zwischenfalls“ wurde Evie O‘Neill aus ihrer langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt. Dort genießt sie das wilde Partyleben, bis ein seltsamer Ritualmord die Stadt erschüttert – und Evie über ihren Onkel, den Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes plötzlich mitten in den Mordermittlungen steckt. Schon bald weiß sie mehr als die Polizei. Denn Evie hat eine geheime Gabe, von der niemand wissen darf: Sie kann Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. Doch sie hat keine Ahnung, mit welch entsetzlicher Bestie sie es zu tun bekommt …

Meine Einschätzung:
Hm, ich bin hin- und hergerissen. Grundsätzlich hat mir die Idee, eine solche Geschichte in den goldenen 20igern in New York spielen zu lassen, gut gefallen und die Idee spiegelt sich auch in dem ungewöhnlichen und meiner Meinung nach hübschen Cover wieder.
Allerdings schafft es die Autorin in meinen Augen nicht wirklich, mir die damalige Zeit und die Atmosphäre der “wilden” Zwanziger zu vermitteln und das ist auch das Problem, das ich mit dem gesamten Roman hatte. Er ist mir zu oberflächlich und hat mich nicht wirklich mitgerissen. Die gruseligen Szenen, die man durchaus dem Horror-Genre zuordnen könnte, haben mich absolut kalt gelassen und auch die Hauptfiguren bleiben irgendwie blass und/oder sind nervig. Evie ist in meinen Augen ein verwöhntes, selbstsüchtiges Gör und ihr Onkel ein Trottel. Sorry. Die jungen, männlichen Hauptdarsteller hingegen sind ganz interessant gezeichnet, aber ob das ausreicht, dass ich auch den zweiten Band lese??? Eher nicht, dafür habe ich mich über weite Strecken zu sehr gelangweilt.

Mein Fazit:
Eine vielversprechende Idee für eine Geschichte mit paranormalen Elementen, die mich aber nicht überzeugen konnte.

Maurer, Jörg: Der Tod greift nicht daneben


Genre: Krimi, Regionalkrimi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Föhnlage
Teil 2: Hochsaison
Teil 3: Niedertracht
Teil 4: Oberwasser
Teil 5: Unterholz
Teil 6: Felsenfest
Teil 7: Der Tod greift nicht daneben
Teil 8: Schwindelfrei ist nur der Tod

Kurzbeschreibung:
Im idyllisch gelegenen Kurort fühlt sich Bertil Carlsson, ehemaliges Mitglied der Nobelpreisjury für Medizin, ganz zu Hause, ist seit Jahren im Trachten- und Heimatverein. Gerade hat er noch im Garten gearbeitet. Kurz danach macht seine Frau einen grausigen Fund – im großen Häcksler. War es ein Unfall? Oder doch Mord?
Kommissar Jennerwein und sein bewährtes Team forschen unter hartleibigen Brauchtumswächtern und neidischen Nobelpreiskandidaten. Da meldet die Gerichtsmedizin: im Puzzle der Leichenknochen fehlt eine Hand. Als Jennerwein nach ähnlichen Fällen sucht und ein gruseliges Forschungsprojekt entdeckt, zweifelt er, ob er diesen Fall in den Griff bekommen wird…

Meine Einschätzung:

Und diesen Band fand ich sehr, sehr cool. Ein schwedisches Ehepaar in einem bayrischen Urlaubsparadies, das sich bayrischer gibt, als selbst der Vorsitzende des Brauchtumvereins. Herrlich schräg. Die Mordmethode – boah, da kann sich Fitzek noch was abgucken.
Herrlich schräg und doch spannend und unterhaltsam.

Mein Fazit:
Jörg Maurer unterhält mich mit seinen Krimis immer wieder gut.

Maurer, Jörg: Felsenfest


Genre: Krimi, Regional-Krimi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Föhnlage
Teil 2: Hochsaison
Teil 3: Niedertracht
Teil 4: Oberwasser
Teil 5: Unterholz
Teil 6: Felsenfest
Teil 7: Der Tod greift nicht daneben
Teil 8: Schwindelfrei ist nur der Tod

Kurzbeschreibung:
Geiselnahme auf einem Gipfel über dem idyllischen alpenländischen Kurort! Ein maskierter Mann bringt brutal eine Wandergruppe in seine Gewalt. Er stößt Drohungen aus, verlangt nach Informationen. Kurz danach stürzt eine Geisel den Abgrund hinunter. Als Kommissar Jennerwein alarmiert wird, merkt er schockiert, dass er alle Opfer persönlich kennt – aus der Schulzeit. Kennt er womöglich auch den Mörder? Hat der Fall etwas mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun? Während sein Team grantige Geocacher jagt, macht das Bestatterehepaar a.D. Grasegger in Grabgruften und Grundbüchern eine brisante Entdeckung. Jetzt muss Jennerwein alles anzweifeln, woran er felsenfest geglaubt hat …

Meine Einschätzung:
Das war mal wieder ein richtig guter Krimi zum Miträtseln. Eine Gruppe alter Klassenkameraden trifft sich jährlich zu einem Wanderausflug und wird mitten in den Bergen von einer Gestalt mit Lady-Gaga-Maske überfallen. Der Typ ist unglaublich brutal, er ist gerissen und skrupellos und ich fand es sehr spannend zu lesen, welche dunklen Geheimnisse diese an sich harmlosen Menschen mit sich herumgetragen haben.
Obwohl es wieder einige witzige Szenen gibt, ist dieser Band nicht so übertrieben schräg, wie seine beiden Vorgänger. Ich fand die Arbeit des Ermittlungsteams sehr solide und plausibel und es gibt nur einen Punkt, der mir unverständlich geblieben ist. Die Waffe des Täters verschwindet (ich verrate nicht, wie ;-)) und niemanden interessiert das oder habe ich das überlesen. Es gibt zwar durchaus Andeutungen, aber die Ermittler kümmern sich überhaupt nicht um die Waffe. Merkwürdig.

Mein Fazit:
Jörg Maurer schreibt pointiert, witzig, spannend und unterhaltsam und ist auch für Nicht-Bayern sehr gut lesbar.

Auslosung – Blogger schenken Lesefreude 2016 – Gewinnspiel

So, Ihr Lieben!
Dann kommen wir jetzt mal zur Gewinnspiel-Auslosung. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben. Weil nicht alle sich immer durch die Kommentare klicken, fasse ich Eure Buchtipps mal zusammen :-):

Ja, die Reihe liebe ich auch (“Schafkopf”) und wahrscheinlich landet heute Abend auch ein Band auf meinem Nachttisch.

Dieses Buch hat viele Fans, ich weiß, aber dazu muß ich in der richtigen Stimmung sein.

Ein Jugendbuch! Klingt witzig und wandert gleich auf meinen WZ. Danke für den Tipp. War mir bis jetzt noch nie begegnet.

Ich bilde mir ein, dass ich die ersten beiden Bände gelesen habe, finde aber die Rezi nicht. Drachengestaltwandler, wenn ich mich recht entsinne. Das recherchier ich nochmal. Warum habe ich die Serie wohl nicht weiter gelesen???

Kerstin Giers Romane mag ich auch wirklich gerne. Die Mütter-Mafia-Reihe habe ich damals natürlich auch gelesen. Die Edelstein-Trilogie ist fantastisch und die Silber-Trilogie werde ich auch noch lesen. Eigentlich warte ich nur auf den Schuber :-).

Das muß ein schöner Roman sein. Warte eigentlich nur auf die Taschenbuchausgabe.

Aha! Ein Indie-Werk, dystopisch. Mal gucken, ob ich dazu Lust verspüre.

Ein schönes, berührendes Buch. Die weiteren Romane der Autorin habe ich allerdings nicht gelesen. Ist nicht ganz mein Genre …

Das klingt aber nett und fährt vielleicht in den Sommerferien mit mir an die Nordsee :-).

Die Autorin hat ja schon viele Fans, aber ich bin wahrscheinlich zu alt für diese Liebesgeschichte. Könnte aber was für meine Töchter sein.

Das ist eine schöne Mischung ein paar gute Tipps für mich sind auch dabei. Danke, Ihr Lieben.

Und wer hat nun gewonnen?

202snoopie

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Die Leseratteffm

Morgenstern, Erin: Der Nachtzirkus


Genre: Fantasy

Kurzbeschreibung:
Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

Meine Einschätzung:
Verwunschen, magisch, geheimnisvoll, ein klein wenig tragisch, etwas gruselig, altmodisch. Dieser Roman lebt von der Atmosphäre, die die Autorin mit ihrer schönen Sprache erzeugt. Liebevoll und sehr charmant erzählt die Autorin die Geschichte zweier bösartiger Zauberer, die ihre Zöglinge in einen Magie-Wettkampf zwingen, dessen Regeln die Beteiligten nicht kennen. Auch der geneigte Leser wird im Ungewissen gelassen und leidet mit den beiden jungen Leute mit.
Wer nach einer spannenden Geschichte mit einer rasanten Handlung sucht, der wird im Nachtzirkus nicht fündig. Es gibt auch keine Blitz begleiteten Zauberwettkämpfe mit Zauberstäben. Die beiden Wettkämpfer erschaffen dafür eine zauberhafte Welt mit klirrenden Eiswäldern, lebendigen Karusseltieren und man kann sich einfach durch diese magische Welt treiben lassen. Ich habe das sehr genossen, allerdings muß ich auch zugeben, dass ich einige Aspekte der Geschichte nicht so ganz verstanden habe. Gut, dass ich mich darüber mit meinen Lesekreisdamen austauschen kann.

Mein Fazit:
Bin offenbar in einer geduldigen Lesephase und konnte mich in dieser magischen, wunderschönen Geschichte verlieren.

Corey, James: Leviathan erwacht (1)


Genre: Sci-Fi

Reihenfolge der Expanse-Serie:
Teil 1: Leviathan erwacht
Teil 2: Calibans Krieg
Teil 3: Abaddons Tor
Teil 4: Cibola brennt
Teil 5: Nemesis Spiele (erscheint im Juni)

Kurzbeschreibung:
Die Menschheit hat das Sonnensystem kolonisiert. Auf dem Mond, dem Mars, im Asteroidengürtel und noch darüber hinaus gibt es Stationen und werden Rohstoffe abgebaut. Doch die Sterne sind den Menschen bisher verwehrt geblieben. Als der Kapitän eines kleinen Minenschiffs ein havariertes Schiff aufbringt, ahnt er nicht, welch gefährliches Geheimnis er in Händen hält – ein Geheimnis, das die Zukunft der ganzen menschlichen Zivilisation für immer verändern wird.

Meine Einschätzung:
Boah! Eine richtig breit angelegte, komplexe Space-Opera, die mir richtig gut gefällt, habe ich schon ewig nicht mehr gelesen. Dafür muß auch die Zeit reif sein und man muß auch die Geduld und die Zeit aufbringen, um sich kopfüber in die Schwerelosigkeit zu stürzen ;-).
Wir befinden uns in einer Zukunft, in der die Menschheit den Mond, den Mars und verschiedene Asteroiden besiedelt hat und das schon so lange, dass sich die nicht erdgeborenen Menschen auch äußerlich von den Erdbewohner unterscheiden.
Die Technik ist weit entwickelt, aber die Raumfahrt ist immer noch ein mühsames, ungemütliches, gefährliches Geschäft, weit entfernt von den komfortablen Weltraum-Schiffen der Star trek-Serie oder den Schlachtschiffen aus Starwars.
Mir hat das gut gefallen, obwohl die Beschreibungen der Technik recht detailliert sind und im Gegensatz zu anderen Sci-Fi-Fans ist es mir auch wurscht, ob der Autor sich an existierende physikalische Gesetze hält oder sie sich schlichtweg selbst ausdenkt oder zurechtbiegt.
Die 4-köpfige Besatzung eines kleinen, streng genommen gekaperten Raumschiffes, spielt die Hauptrolle in der komplexen Geschichte. Holden, der charismatische, ehrenhafte, aber auch naive Captain trifft einige, für die Menschheit offenbar schwerwiegende Entscheidungen, läßt sich aber unbeirrbar von seinen moralischen Vorstellungen leiten. Ein klitzekleines bisschen hat er mich manchmal genervt, ich sag nur – zu gut für diese Welt – , aber verkörpert nun mal den klassischen Helden. Sein Mitspieler, ein abgehalfteter, ehemaliger Polizist von einem Bergbau-Asteroiden hat keinerlei Skrupel im Sinne seines Auftragen Menschen umzubringen und auch sein eigenes Leben ist ihm nicht mehr viel Wert. Erst sein Auftrag, eine junge Frau zu finden, die mit ihrem Raumschiff im Weltall spurlos verschwunden ist und die augenscheinlich in eine größere, politische Verschwörung involviert ist, reißt ihn aus seiner Lethargie.
Ich kann die Komplexität der Geschichte nicht in ein paar Sätzen wiedergeben. Es gibt mindestens 3 verschiedene politische Lager, die jeweils die Macht über die bewohnten Planeten/Astroiden erlangen wollen, es gibt große Konzerne, die ebenfalls nach Macht und Einfluß streben und die Menschen skrupellos ausbeuten und es gibt eine geheimnisvolle Organisation, die diese Lager gegeneinander ausspielt und einen Krieg auslöst.
Es gibt schöne Weltraumschlachten mit Verfolgungsjagden, es werden Raumstationen erobert und/oder in die Luft gejagt, es wird gelitten, gestorben, getrauert und die Aussichten, dass sich die Menschheit (mal wieder) selbst auslöscht, sind gut.
Das ganze wird in meinen Augen sehr, sehr spannend, fast schon filmreif erzählt. Mit Liebe zum Detail und sehr stimmungsvoll erschaffen die Autoren eine düstere Zukunft mit interessanten Charakteren, deren Abenteuer ich gerne miterlebt habe.
Ich fand den Schreibstil flüssig und gut zu lesen und bin schon gespannt auf die nächsten Teile.

Mein Fazit:

600 Seiten prall gefüllt mit Sci-Fi – großartig!