Bondoux, Anne-Laure; Mourlevat, Jean-Claude: Lügen Sie, ich werden Ihnen glauben


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Als der berühmte Schriftsteller Pierre-Marie Sotto ein dickes Kuvert in seinem Briefkasten findet, hat er, im Glauben, es handle sich um ein Manuskript, zunächst nur eines im Sinn: zurück damit an die Absenderin! Doch anstatt Adeline, „groß, brünett, dick“ (wie sie sich selbst beschreibt), und ihre mysteriöse Sendung so schnell wie möglich wieder loszuwerden, kommen sich die beiden – per E-Mail – schon bald so nahe, dass einer ohne die Nachrichten des anderen nicht mehr sein kann. Bis das ominöse Paket seine Überraschung preisgibt … Eine Liebesgeschichte der besonderen Art, ein E-Mail-Roman voller Witz und Eleganz – beste Unterhaltung aus Frankreich!

Mein Fazit:
In wundervoller, unterhaltsamer, spannender, witziger Email-Roman, den ich richtig toll fand.

Hansen, Dörte: Altes Land


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Das »Polackenkind« ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine andere liebt.
Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

Mein Fazit:

Zurecht ein Bestseller des letzten Jahres, berührend, tiefsinnig, toll geschrieben. Warum gibt es in der deutschen Literaturszene nicht viel mehr solcher tollen Bücher, frage ich mich?

Sulzbach, Katharina: Stutenparade


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Westendladies
Teil 2: Stutenparade

Kurzbeschreibung:
Zugegeben: Die Traumvilla mit Park im Vordertaunus, die eleganten Boutiquen und angesehenen Privatschulen wirken verlockend. Doch das Leben der drei Freundinnen Heike, Susanne und Claudia bekommt Kratzer. Durchtriebene Affären und hässliche Scheidungen, pubertierende Töchter und die Intrigen der exquisiten Nachbarinnen bringen ihre Welt ins Wanken. Wer nicht dazu gehört, bekommt die schmerzhaften Stutenbisse zu spüren. Aber die drei Ladies wissen sich zu helfen …

Meine Einschätzung:
Im Zuge meines SuB-Abbaus habe ich mir nun endlich „Stutenparade“ geschnappt, aber es hatte schon einen Grund, warum der Roman so lange dort gelegen hat …
Wie soll ich das jetzt mal formulieren …
1. Ich mag keine zeitgenössischen Romane, weil sie so nah an meinem Leben dran sind.
2. Um die Geschichte witzig/komisch zu finden, hätte die Autorin sowohl die Figuren als auch deren Leben viel, viel mehr überzeichnen müssen …

Mein Fazit:
Ein zeitgenössischer Roman, der mich nicht angesprochen hat, aber es wird sicher Leserinnen geben, die sich gut damit unterhalten werden.

Espinosa, Albert: Der Club der blauen Bänder


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Als der Held des Romans das Sprechzimmer des Arztes betritt und ihn dessen mitleidiger Blick trifft, weiß er sofort: Er wird sterben. Drei Tage bleiben ihm noch. Nie zuvor hatte er das Leben so sehr geliebt wie in jenem Moment, als er es zu verlieren beginnt. Beinahe traumwandlerisch begibt er sich auf seine letzte Reise und gelangt auf eine mystische Insel. Es ist die Abschiedsstation einer Gruppe todgeweihter Jugendlicher, die hierhergekommen ist, um die Welt hinter sich zu lassen, insbesondere die der Erwachsenen mit ihren festen Regeln, den falschen Zwängen, Schuldgefühlen und nie enden wollenden Verpflichtungen. Denn im Angesicht des Todes wissen sie, dass jeder Augenblick, jede Sekunde zählt. Gewohnt fesselnd, in kraftvollen fabelhaften Bildern und mit anrührenden wahrhaftigen Fragen an das Leben lädt Albert Espinosa seine Leser ein, ihm in die blaue Welt zu folgen.

Meine Einschätzung:
Es kostet mich zugegebenermaßen Überwindung ein Buch zu lesen, das sich so explizit mit dem Sterben beschäftigt. Aber der Autor schafft eine heitere, nachdenkliche Stimmung und seine philosophischen Betrachtungen des Lebens und des Sterbens haben mich positiv gedanklich beschäftigt. Allerdings driftet die Geschichte gegen Ende etwas ab und ich hege die Vermutung, dass der Autor während des Schreibens eventuell Rauschmittel konsumiert hat ;-).

Mein Fazit:
Philosophische, leicht abgedrehte Geschichte vom Leben und vom Sterben.

Kunrath, Barbara: Schwestern bleiben wir immer


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
»Katja ist meine kleine Schwester, aber sie war immer schon die Selbstbewusstere von uns beiden. Sie ist es bis heute. Die Leute denken, ich sei die Stärkere, weil ich älter bin, größer und kräftiger. Aber das stimmt nicht.« Alexa hat sich immer gekümmert. Um ihre beiden Kinder, ihren Mann Martin, um den Haushalt und den Garten. Und nebenbei um das Grab ihrer Tochter Clara, die so früh sterben musste, und um das ihrer Mutter. Ihre Schwester Katja dagegen ist ganz anders: schön, selbstbewusst und unabhängig. Dann stellt sich heraus, dass die Mutter den Schwestern ihr Leben lang die Wahrheit über ihre Vergangenheit verschwiegen hat. Gemeinsam machen sich Alexa und Katja auf die Reise …

Meine Einschätzung:
Zwei Schwestern, die nach dem Tod der alleinerziehenden, kaltherzigen, schwierigen Mutter auf ihnen unverständliche Hinweise zur Familiengeschichte stoßen und sich auf die Suche nach Antworten machen. Die eine Schwester ist ebenfalls alleinerziehend und hat große Probleme mit dem pubertierenden Sohn, die andere Schwester, die sich ganz dem Ehemann und der Familie verschrieben hat, sieht sich plötzlich mit dem Ende der Ehe konfrontiert.
Die Autorin beschreibt das Leben der beiden Frauen sehr gut, ohne Übertreibungen und nachvollziehbar.
Das ist sicher ein gutes Buch, aber ohne den Lesekreis hätte ich es nicht gelesen, weil ich genau solche Geschichten lebensnah kenne. Das ist auch der Grund, warum ich zeitgenössische Romane/Frauenromane ungern lese. Die schreibt mein Leben bzw. die Leben meiner Umwelt schon selbst, täglich, zum Teil noch trauriger, noch dramatischer und warum soll ich dann fiktive Geschichten lesen???

Mein Fazit:
Frauenschicksale, wie das Leben schreibt. Gut geschrieben, aber nicht mein Fall.

Gablè, Rebecca: Robin – Die Wende (2)

Reihenfolge der Serie „Die Waringham-Saga“
Teil 1: Robin – Die Flucht
Teil 2: Robin – Die Wende
Teil 3: Robin – Die Rückkehr

Kurzbeschreibung:

Nachdem Robin notgedrungen für König Edward in den Krieg gegen Frankreich und Spanien gezogen ist, treffen wir ihn wieder im Lager der Soldaten nach der Schlacht von Najera. Dort bringen sein Gerechtigkeitssinn und seine Ehrlichkeit den Schwarzen Prinzen gegen ihn auf – ein gefährlicher Feind. Nur mithilfe des Dukes of Lancaster, dem Bruder des Prinzen in dessen Dienst Robin getreten ist, kann er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen und schließlich wieder nach England zurückkehren. Die Verbindung zu Lancaster wird weitreichende Folgen für Robin haben. Sein Weg ist weiterhin voller Gefahren, aber sein Schicksal hat sich gewendet.

Meine Einschätzung:

Hachja! Im Leben von Robin geht es wieder rund und manchmal hatte ich Mitleid mit ihm. Da brennt das Gut ab, die Tochter wird ins Kloster verfrachtet, der beste Freund gefoltert, der König stirbt, Feinde lauern an jeder Ecke …
Naja, wie so ein mittelalterliches Ritterleben eben so spielt :-).
Hörspieltechnisch ist diese Geschichte auch wieder sehr, sehr gut umgesetzt und wirklich Kino für die Ohren.

Mein Fazit:
Dieses Hörspiel läßt die Herzen von Freunden der mittelalterlichen Rittergeschichten höher schlagen, mir war es allerdings manchmal zuviel des Guten ;-).

Heckmann, Herbert: Benjamin und seine Väter


Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Benjamin Weis erblickt 1919 in Frankfurt als Sohn der ledigen Kanzleigehilfin Anna das Licht der Welt, vom Vater fehlt jede Spur. Der Anwalt Fritz Bernoulli nimmt sich der jungen Familie an, stellt Wohnung und Unterhalt zur Verfügung. So wächst Benjamin trotz der widrigen Umstände behütet in der Bergerstraße heran. Er taucht ein in die Welt von Don Quijote und Robinson Crusoe und erlebt mit seinen Freunden kleine und große Abenteuer. Doch da seine Mutter auf seine Fragen nach dem Vater ausweichend mit Märchen antwortet, muss sich Benjamin eben selbst immer neue Väter erfinden. Heckmann zeichnet ein Panorama der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland aus der Perspektive eines Kindes, das sich auf viele Dinge keinen Reim machen kann. Warum sein Ziehvater als Vaterlandsverräter beschimpft wird, warum niemand einschreitet, als ein angeblicher Kommunist auf der Straße zusammengeschlagen wird, warum sein jüdischer Freund nach Amerika auswandern muss, auf diese Fragen erhält der jugendliche Benjamin immer noch keine Antworten. Und so lautet sein Fazit: »Ich scheiße auf alle Väter, die uns ein solches Leben eingebrockt haben.«

Meine Einschätzung:

Sofern der ausgewählte Roman halbwegs zu meinen Leseinteressen paßt, lese ich gerne mit, wenn es einmal im Jahr heißt: „Frankfurt liest ein Buch“. Ungefähr vier Wochen lang gibt es dann passend zu dem jeweiligen Buch in ganz Frankfurt Lesungen, Stadtführungen, Ausstellungen, etc..
Der Klappentext des Romans klang auch zunächst recht vielversprechend, aber letztendlich habe ich das Buch enttäuscht und etwas genervt zugeklappt. Es ging mir ähnlich wie mit „Raumpatroille“: mich interessiert die Gedanken- und Erlebniswelt kleiner Jungs nicht die Bohne. Mal büchst der 7 jährige Benjamin aus, um nach Amerika zu laufen und kommt bis zur Hauptwache oder er klaut als Mutprobe den Hut eines Obdachlosen. Äh -ja. Der Unfalltod der Mutter und die Reaktionen des Sohnes beschreibt der Autor so wenig einfühlsam, dass mir der Charakter Benjamin immer unsympathischer wurde. Die interessanten Aspekte der Geschichte, z.B. die Freundschaft Benjamins zu einem jüdischen Jungen oder auch der intellektuelle Freundeskreis des Adoptivvaters werden vom Autor nur erwähnt, aber komplett unkommentiert gelassen. Das fand ich schade.
Ich habe auch eine Lesung zum Buch besucht und muß leider sagen, dass das die schlechteste Lesung war, die ich mir seit langem anhören mußte. Der Vorleser hatte das Buch überhaupt noch nicht gelesen, sondern hat einfach vorne angefangen, konnte die Zitate auf Latein nicht ordentlich vorlesen und hat überhaupt so genuschelt, dass man teilweise überhaupt nichts verstanden hat. Nur die frankfurterisch eingefärbten Dialoge hat er gut vorgetragen. Zur Krönung hat er am Ende noch DIE Schlüsselszene des Buches vorgelesen, so dass alle, die das Buch noch nicht gelesen hatten, Bescheid wußten. So was Dämliches habe ich ja noch viel erlebt!!! Grmpf.

Mein Fazit:
Meinen Lesegeschmack hat „Benjamin und seine Väter“ überhaupt nicht getroffen, aber wer sich gut und gerne in kleine Jungs hineinversetzen möchte und sich für eine Kindheit in Frankfurt in den 20igern und 30igern interessiert, könnte Gefallen an diesem Roman finden.

Baker, Jo: Im Hause Longbourn


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens Stolz und Vorurteil. Doch keiner weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah mit Wäsche und Töpfen ab, immer noch hoffend, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Butlers James ein Zeichen? Während Elizabeth und Mr. Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt in Longbourn noch ein anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein großes Geheimnis.

Meine Einschätzung:
Was für ein netter historische Roman mit Jane Austen Bezug :-). Ich habe mit großem Vergnügen gelesen, wie die Autorin das Leben einfacher Hausangestellter schildert, denn das kommt doch in den meisten historischen Romanen viel zu kurz. Was Köchinnen, Dienstmädchen, Butler und Hausdiener leisten mußten ohne dafür großen Dank zu ernten, ist schon eindrucksvoll. Verdoppelt hat sich das Lesevergnügen dadurch, dass die Autorin nicht irgendeinen Haushalt schildert, sondern den Haushalt der Familie Benett aus „Stolz und Voruteil“.
Die Hauptfigur Sarah war mir zwar nicht zu 100 % sympathisch, weil sie so voller Vorurteile steckt, aber sie nimmt eine interessante Entwicklung und auch alle anderen Figuren sind interessant und liebenswert.
Der Roman liest sich ganz flüssig, wenn ihm auch die Eleganz einer Jane Austen fehlt :-).

Mein Fazit:

Netter historischer Roman.

Bogdan, Isabel: Der Pfau


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ein verrückter Pfau auf einem schottischen Landgut, eine Gruppe gestresster Manager beim Teambuilding, eine junge Psychologin mit viel Ambition und wenig Erfahrung und Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen …
Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman auf feine englische Art von einem Wochenende, das ganz anders läuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Die pragmatische Problemlösung durch Lord McIntosh setzt ein urkomisches Geschehen in Gang, welches am Ende keiner der Beteiligten mehr durchschaut, das aber alle an ihre Grenzen führt.
Christoph Maria Herbst ist der wohl erfolgreichste deutschen Hörbuchsprecher überhaupt. Wer schon mal mit ihm am Ohr gelacht, geheult und gestaunt hat, weiß warum. Er ist eine Traumbesetzung für diesen herrlich unterhaltsamen Roman.


Meine Einschätzung:

Ja, in Bezug auf den Sprecher kann ich der Kurzbeschreibung aus vollem Herzen zustimmen! Herr Herbst liest diese Geschichte absolut genial vor. Ganz, ganz großartig.
Aber auch die Geschichte ist witzig, herrlich unaufgeregt, die Figuren so schön normal und ihr Verhalten so menschlich. Vielleicht findet der ein oder andere deshalb den Roman langweilig, aber mir hat das richtig gut gefallen und ich werde nie wieder einen Pfau sehen können, ohne herzlich loszulachen.
Der Humor der Autorin trifft genau meinen Geschmack und außerdem war sie mir eh schon sympathisch mit ihren Vorschlägen „Sachen machen“.

Mein Fazit:
Dieser Hörbuchtipp, den ich von einer lieben Freundin bekam, war ein absoluter Volltreffer und wird sicher auf der Hitliste 2017 landen.

Austen, Jane: Lady Susan


Genre: Liro, historisch

Kurzbeschreibung:
Die attraktive Lady Susan sorgt für Aufregung in der Gesellschaft: Frisch verwitwet, weiß sie ihre Reize nur zu gut einzusetzen und kokettiert bereits wieder mit ihren Verehrern. Gerüchte über angebliche Affären machen die Runde. Um den Gerede zu entgehen zieht sie sich auf das Anwesen ihres Bruders zurück. Dort kann sie ihren Plan in Ruhe weiterverfolgen: einen neuen wohlhabenden Ehemann zu finden. Objekt ihrer Begierde ist der adrette Reginald DeCourcy, der jüngere Bruder ihrer Schwägerin. Es werden fleißig Intrigen gesponnen, um unliebsame Konkurrentinnen aus dem Feld zu schlagen. Doch als eines Tages ihre Tochter Frederica auftaucht, geraten Lady Susans Pläne in Gefahr. Hatte sie für die Tochter doch den reichen, recht einfältigen Sir James Martin auserwählt, was der allerdings überhaupt nicht passt …
Lady Susan war Jane Austens erster Roman; er wurde erst posthum veröffentlicht. Nicht minder amüsant, doch viel scharfzüngiger als in ihren großen Romanen erzählt die beliebte Autorin von amourösen und gesellschaftlichen Verwicklungen.

Meine Einschätzung:
Nach diesem düsteren, brutalen Horror-Zombie-Kram konnte mich nur Jane Austen aus einer beginnenden Leseflaute retten :-). Dieser witzige, spitzzüngige Briefroman mit einer biestigen Lady in der Hauptrolle ist wirklich herrlich unterhaltsam und ich freue mich schon auf den Film, wenn er endlich als DVD erscheint.

Mein Fazit:
Jane Austens Geschichten sind auch nach 200!!! Jahren noch unterhaltsam und lehrreich und ich mag Briefromane sehr.

Ransmayr, Christoph: Cox – oder der Lauf der Zeit


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Nur das Erzählen kann über die Zeit triumphieren.
Der mächtigste Mann der Welt und Kaiser von China, Qiánlóng, lädt den englischen Uhrmacher Alister Cox mit dem Auftrag an seinen Hof, Uhren zu bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt der Kaiser, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch »Herr über die Zeit« ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Herrschers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.

Meine Einschätzung:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geduld gehabt hätte, diesen sprachgewaltigen, historischen Roman in Buchform zu lesen, denn meiner Meinung nach ergeht sich der Autor in sehr, sehr detaillierten Beschreibungen und philosophischen Betrachtungen der Zeit und der Vergänglichkeit. Das muß man mögen und zu schätzen wissen, sonst dürfte sich der Leser doch recht schnell langweilen, denn es mangelt der Geschichte eindeutig an Handlung.
Dafür erhält man tiefe Einblicke in das Uhrmacher- und Automatenbauer-Handwerk und in die gesellschaftlichen Strukturen des chinesischen Kaiserhofes. Besonders diesen letzten Aspekt fand ich interessant, denn ich habe noch nicht viele Bücher über das historische China gelesen.
Der Autor liest sein Werk selbst und in einer ganz eigenen Art und Weise. Mir hat seine Lesung gefallen, weil ich seine österreichische Sprachfärbung mag und weil ich immer den Eindruck hatte, er genießt seine wunderschöne Sprache beim Vorlesen ganz besonders.

Mein Fazit:

Ein tiefsinniger, sprachlich herausragender Roman über einen Uhrmachermeister und einen Kaiser von China, die ihr philosophisches Interesse an der Zeit verbindet.

Brandt, Matthias: Raumpatrouille


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Die Geschichten in Matthias Brandts erstem Buch sind literarische Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt, der aber hier mit einem ganz besonderen Blick untersucht wird: der Kosmos der eigenen Kindheit. In diesem Fall einer Kindheit in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein, die damals Bundeshauptstadt war. Einer Kindheit, die bevölkert ist von einem manchmal bissigen Hund namens Gabor, von Herrn Vianden, dem mysteriösen Postboten, verschreckten Nonnen, kriegsbeschädigten Religionslehrern, einem netten Herrn Lübke von nebenan, bei dem es Kakao gibt und dem langsam die Worte ausgehen. Es gibt einen kauzigen Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, einen Hausmeister und sogar einen Chauffeur, da der Vater gerade Bundeskanzler ist.

Meine Einschätzung:
Ich frage mich wirklich, warum dieses Büchlein in den Bestsellerlisten erscheint. Wie der Kurzbeschreibung zu entnehmen ist, reiht der Autor diverse Szenen seiner Kindheit bzw. Kindheitserinnerungen aneinander. Und das war es dann auch.
Seine vermeintlich (kann man das als Erwachsener überhaupt nachvollziehen?) kindliche Sicht auf das Leben ist egozentrisch, recht banal und stellenweise richtig langweilig und zeigt, dass er ein einsames, unglückliches Kind gewesen sein muß.
Um zu erfahren, dass Brandts Vater in seiner politisch aktivsten Zeit nur wenig bis gar keine Zeit mit seinem Sohn verbrachte, hätte ich kein Buch gebraucht. Das war mir schon vorher klar, aber ich hätte mir eine tiefere Einsicht in das Familienleben oder eben Nicht-Familien-Leben gewünscht.
Wenn seine Schilderungen wenigstens ein kleines bisschen witzig oder selbstironisch wären, dann hätte ich vielleicht darüber schmunzeln können und gedacht: ja, genauso war das damals …, aber so???
Ich denke, ich habe das Anliegen des Buches einfach nicht so recht verstanden.

Mein Fazit:
Kindheitserinnerungen eines Mannes – finde nur ich das unaufregend?

McEwan, Ian: Nussschale


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, hat man diese elementare Geschichte noch nie gehört. Verblüffend, verstörend, fesselnd, philosophisch – eine literarische Tour de force von einem der größten Erzähler englischer Sprache.

Meine Einschätzung:
Mein zweiter Roman des Autors und er hat mir leider überhaupt nicht gefallen!
Wie schon in „Honig“ versteht es der Autor wirklich herausragend gut, Gefühle, Menschen und Situationen zu beschreiben. Stilistisch ist er sicher ein ganz besonderer Autor.
Aber was er da schreibt!!! Der Ich-Erzähler ist ein ungeborenes Kind im Bauch seiner Mutter. Er beobachtet, kommentiert und analysiert das Verhalten seiner Mutter, die in einem vollkommen verwahrlosten Haus lebt, das ihrem Ehemann gehört, den sie vor die Tür gesetzt hat. Sie bekommt regelmäßig Besuch von ihrem Liebhaber und die Beschreibung der Sex-Szenen aus der Sicht des Ungeborenen waren absolut verstörend und gräßlich. *grusel*
Interessant wurde die Geschichte an der Stelle, als das Kind mitbekommt, dass Mutter und Liebhaber den Mord am Vater planen. Wie das ausgeht? … Verrat ich nicht ;-).
Diese ungewöhnliche Erzählperspektive und die Erwachsene, fast schon zynische, fatalistische Stimme, die er dem Erzähler verleiht, sind absolut nicht mein Fall gewesen. Ich fühlte mich auch ständig an Irvings „Garp oder wie er die Welt sah“ erinnert und das mochte ich damals auch überhaupt nicht.

Mein Fazit:
Mir scheint, dass ich kein Ian McEwan-Fan werden werde, obwohl mir seine Sprache und sein Stil gut gefallen. Sollte ich vielleicht noch ein drittes Buch von ihm lesen und wenn ja – welches?

Gablé, Rebecca: Robin – Die Flucht (1)


Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie „Die Waringham-Saga“
Teil 1: Robin – Die Flucht
Teil 2: Robin – Die Wende
Teil 3: Robin – Die Rückkehr

Kurzbeschreibung:

England im 14. Jahrhundert: Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, hat der junge Robin alles verloren – auch den Anspruch auf sein Erbe und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft, die sie bis ins Erwachsenenalter begleiten wird.
Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt des Hofes von Edward III, von Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe – und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Wird es ihm gelingen, sich in dieser Welt zu etablieren?

Meine Einschätzung:
Oh ha. „Robin – Die Flucht“ ist definitiv auch „Kino für die Ohren“! Diese Hörspielfassung eines historischen Romans, die es exklusiv bei audible gibt, hat mir ausnehmend gut gefallen! Da stimmt einfach alles: die Sprecher sind durch die Bank großartig besetzt, die Geräusche sind absolut überzeugend gemacht, die eingespielte Musik passt zur Zeit und zur Geschichte und die Balance zwischen Erzähler und Dialogen ist wunderbar gelungen.
In meinen Ohren/Augen (Achtung: Wortspiel ;-)) kann man ein Hörspiel nicht besser produzieren!
Aber auch die Geschichte des jungen Mannes, dessen Vater angeblich Selbstmord begangen hat und der deshalb seiner adligen Privilegien beraubt wurde und sich als Stalljunge verdingt, konnte mich begeistern.
Die Autorin hat einen wunderbar atmosphärischen, im Mittelalter angesiedelten, spannenden Roman verfaßt, der Lesern des Genres alles bietet, was man sich wünscht: edle Ritter, rauflustige Trunkenbolde, ausbeuterische Adlige, heilkundige Hebammen, arme Bauersleute, Pestepidemien, Rittertuniere, wunderschöne Burgfräuleins ;-), …

Mein Fazit:
Absolut großartiges Hörspiel, das das Mittelalter in England wieder lebendig werden läßt.

Fforde, Katie: Eine perfekte Partie


Genre: Roman, zeitgenössisch, Liro

Kurzbeschreibung:
Vor drei Jahren hat Bella ihre Heimatstadt verlassen, um ihren Traummann, den bereits vergebenen Dominique, endlich zu vergessen. Nun lebt sie in den idyllischen Cotswolds, ist erfolgreich als Immobilienmaklerin – und verliebt in den raubeinigen Nevil. Doch irgendwann beschleicht sie das Gefühl, dass Nevil etwas vor ihr verheimlicht. Und als eines Tages Dominique auftaucht, den die Suche nach seinem Wunschhaus in die Gegend geführt hat, geraten ihre Gefühle erneut in Aufruhr. Dabei ist sie über Dominique doch längst hinweg. Oder nicht?

Meine Einschätzung:

Zeitgenössische Liros mag ich ja nicht unbedingt und wie Katie Fforde auf meinen SuB gelangt ist, weiß ich auch nicht mehr, aber sie hat mich ein paar Stunden lang gut unterhalten, was vor allem an ihrem schönen, flüssig zu lesenden Schreibstil liegen wird. Die weibliche Hauptfigur und ihre Tante sind ganz nette Figuren, wenn mich auch beide ab und an genervt haben und auch die anderen Zutaten haben ein rundes Bild ergeben.
Natürlich gibt es ein – nein mehrere wunderbare Happy Ends und ich empfehle diesen Roman gerne allen, die einfach mal Abschalten und sich unterhalten lassen wollen ;-).

Mein Fazit:
Nette, märchenhafte Liebesgeschichte, routiniert geschrieben und unterhaltsam.

Oord, van Lodewijk: Das letzte Nashorn


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives „Afrika an der Amstel“ machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

Meine Einschätzung:
„Das letzte Nashorn“ wird auch ein Buch sein, das mir im Gedächtnis bleibt, denn das Thema Artensterben und wie gehen wir damit um, finde ich spannend und diskussionswürdig. Ebenso wie die Frage, ob Zoos noch zeitgemäß sind oder ob dort Tiere gequält werden.
Der Autor verpackt das Thema in eine etwas abstruse, aber durchaus vorstellbare Geschichte und flicht philosophische Betrachtungen ein. Und das hat mir richtig gut gefallen.
Weniger begeistert war ich von den Protagonisten, die ich alle seltsam bis unsympathisch fand. Ja, ja, ich weiß, sympathische Protagonisten sind sowieso nur was für Liro-Leserinnen *grins* und bei echten Literaturkennern verpönt.
Ist mir aber egal :-).

Mein Fazit:
Eine etwas skurrile Geschichte über die Zukunft des Amsterdamer Zoos und die Gattung der Nashörner. Interessant, philosophisch, schräg, lesenswert.

Cobert, Harold: Ein Winter mit Baudelaire


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ein poetisch-zärtlicher Roman um eine ganz besondere Freundschaft. Mit viel Einfühlungsvermögen und herzerwärmendem Charme erzählt Harold Cobert von der Zerbrechlichkeit des Glücks und vom unbezahlbaren Geschenk, in den schwersten Stunden nicht allein zu sein. Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau zwingt sie ihn, die gemeinsame Wohnung zu verlassen, und verwehrt ihm den Kontakt zu seiner Tochter. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick auf vier Pfoten zurück ins Leben führt. Dank ihm und mithilfe des einfallsreichen Kebabverkäufers Bébère und der weisen Toilettenfrau Sarah findet Philippe den Mut für einen Neuanfang. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern.

Meine Einschätzung:
Aufgrund des Covers und des Klappentextes hatte ich etwas ganz, ganz anderes erwartet, ein kitschig-rührselige Hundegeschichte nämlich. Nicht, dass ich sowas nicht gerne lesen würde – ab und an.
Aber der Autor erzählt eine ganz und gar nicht rührselige Geschichte, sonderns die Geschichte eines Absturzes, die mich sehr, sehr nachdenklich gemacht hat. Wie schnell kann in einem Leben alles Erdenkliche schief gehen?
Auf vermeintliche Freunde ist kein Verlaß, das Pech verfolgt Dich, Deine Kollegen sind mißgünstige, egoistische Fieslinge und Deine Familie ist weit weg. Puuuuhhhh.
Obdachlose und ihre Probleme sind auch in Frankfurt oft ein Thema und auch hier gibt es, ähnlich wie in Paris, Organisationen, die sich dieser Menschen annehmen. Jetzt bin ich richtig froh, dass ich dieses Jahr die Frankfurter Tafel schon mit Spenden unterstützt habe, denn „Ein Winter mit Baudelaire“ hat mich daran erinnert, wie hilfsbedürftig viele Menschen auch bei uns sind.
Besonders gut hat mir der Stil des Autoren gefallen, der die Geschichte aus Philippes Sicht schreibt. Die Zeiten, in denen er komplett abstürzt, kommentiert er nur mit Ein-Wort-Sätzen. Und wenn er sich wieder aufrappelt, ändert sich auch seine Sprache und seine Gedanken. Das hat der Autor richtig gut gemacht.

Mein Fazit:
Ein berührendes, nachdenklich stimmendes Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Hilderbrand, Elin: Winterglanz


Genre: Roman, zeitgenössisch, Weihnachtsbuch

Kurzbeschreibung:
Kelley Quinn ist ein glücklicher Mann: Er ist Besitzer des „Winter Street Inn“, einer hübschen Pension auf Nantucket, und stolzer Vater von vier erwachsenen Kindern. Jetzt steht das Fest der Liebe vor der Tür, und Kelley freut sich auf besinnliche Feiertage im Kreis der Familie. Als er allerdings seine Gattin Mitzi dabei erwischt, wie sie den eigens angeheuerten Weihnachtsmann küsst, ist an Besinnlichkeit nicht mehr zu denken. Mit vier Kindern, die um ihre eigenen Probleme kreisen, bleibt es nun an Kelleys Exfrau Margaret hängen, das Weihnachtsfest im „Winter Street Inn“ zu retten …

Meine Einschätzung:
Meine Vorliebe für weihnachtliche Romane habe ich ja schon gebeichtet 😉 und „Winterglanz“ ist ein recht moderner Weihnachtsroman mit allen Zutaten, die ich so mag: ein kleines Familiendrama, eine große Weihnachtsparty, eine hübsche Pension, in der ich gerne mal Urlaub machen würde und lauter liebenswerte Protagonisten mit kleinen Macken und großen Problemen. Die ganze Geschichte gerät aber nicht nora-roberts-gleich zu süßlich-kitschig, sondern bleibt bodenständig und glaubhaft, denn auch im echten Leben lassen sich nicht alle Probleme lösen.

Mein Fazit:
Ein sehr netter, moderner Weihnachtsroman, den ich gerne gelesen habe.

Schacht, Andrea: Weihnachtskatz und Mausespeck


Genre: zeitgenössischer Roman, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Kris ist 33 Jahre alt, Besitzer eines Fitness-Studios und hat eine recht bewegte, recht gewalttätige Vergangenheit. Raufer ist vier Jahre alt, ein Straßenkater mit Revierhoheit und hat ebenfalls eine bewegte, recht gewalttätige Vergangenheit. Als Kris den verletzten Kater auf dem Hof findet, zeigt sich, was für ein weiches Herz er hat. Fortan scheut er keinen Aufwand, um den kleinen Raufer auf die Beine zu bringen. Was vielleicht auch mit Anja, der hübschen Tierheimhelferin zu tun hat. Raufer leckt inzwischen seine Wunden, träumt von der schönen Wanderkatze Nimoue und wundert sich über seinen Gastgeber. Der versucht ihm zu gefallen, auch wenn er es nicht zugibt. Doch ein Kater wie Raufer bleibt ein Streuner, oder?

Meine Einschätzung:
Ja, ja, ich gebe es zu. In der Adventszeit lese und höre ich gerne sentimentale, kitschige Weihnachtsgeschichten :-). Die stimmen mit friedlich und weihnachtlich und da bin ich auch nicht so streng mit der Bewertung ;-).
Ich mochte diese Katzengeschichte um einen wilden Kater, der auch immer wieder selbst zu Wort kommt und nach einer Attacke durch menschliche Bösewichte/Idioten schwer verletzt wird und Pflege braucht. Aufgenommen wird er eher widerwillig von einem Mann und ich fand es rührend, wie sich die beiden aneinander gewöhnt haben. Auch die anderen Protagonisten sind nett besetzt und der Sprecher Stephan Schad trifft genau den richtigen Ton :-).

Mein Fazit:
Wer Katzengeschichten mit einer Prise Weihnachtskitsch mag, dem gefällt wahrscheinlich auch Raufers Geschichte.

Gablé, Rebecca: Jonah – Die Lehrjahre (1)


Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie „König der purpurnen Stadt“
:
Teil 1: Jonah – Die Lehrjahre
Teil 2: Jonah – Der Aufstieg
Teil 3: Jonah – Das Imperium

Kurzbeschreibung:
London, um 1330. Der Tuchhändlerlehrling Jonah Durham wächst bei seinem tyrannischen Vetter Rupert auf, der ihm das Leben zur Hölle macht. Einzig seine Großmutter erkennt sein Talent und seine Intelligenz. Sie vermacht ihm ein stattliches Vermögen, das es ihm ermöglicht, nicht nur das Haus seines Vetters zu verlassen, sondern auch als jüngstes Mitglied der Geschichte in die Gilde der Tuchhändler aufgenommen zu werden. Dadurch zieht er die Missgunst seines Vetters auf sich, der ihm immer wieder Steine in den Weg legt. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit dem jungen König Edward III. soll sein Leben grundlegend verändern.

In erneuter Zusammenarbeit mit Oliver Rohrbecks Lauscherlounge präsentiert Audible Entertainment die Hörspieladaption des Bestsellers „Der König der purpurnen Stadt“. Das Tuchhändler-Epos von Rebecca Gablé wurde als ungekürzte Fassung in 3 Teilen produziert. „Jonah – Die Lehrjahre“ bildet dabei den Auftakt der Hörspiel-Trilogie, die mit mehr als 70 Sprechern aufwändig in Szene gesetzt wurde.

Neben Detlef Bierstedt, der bereits das Hörbuch zu „Der König der purpurnen Stadt“ gelesen hat, ist die erste Riege der deutschen Sprecherszene vertreten: u. a. Timmo Niesner (Jonah), Dorette Hugo (Giselle), Nicolas Artajo (Crispin), Marie-Isabel Walke (Annot), Ulrike Stürzbecher (Philippa), Norman Matt (Edward) und Stefan Kaminski (Waringham). Außerdem Oliver Siebeck, Vera Teltz, Uve Teschner, Elena Wilms, Reinhard Kuhnert, Greta Galisch, Erich Räuker, Robert Frank, Michael Iwannek und viele andere.

Meine Einschätzung:
Was für ein grandioses Hörspiel! Ich hatte so große Freude beim Hören dieser historischen Geschichte eines jungen Tuchhändlerlehrlings. Die opulente Geschichte ist durch die Umsetzung als Hörspiel in meinem Kopf lebendig und farbenfroh geworden.
Ein junger Mann, der einige Schicksalschläge erleiden muß, der geschlagen und gedemütigt wird, findet eine königliche Gönnerin, riskiert sein Leben, um seinen Lebenstraum zu erfüllen, geht gefährliche Partnerschaften ein und rettet das Leben des königlichen Nachwuchses. Ein satter, historischer Stoff, kein bisschen langweilig oder langatmig.

Mein Fazit:
Großartig produziertes Hörspiel eines historischen Romans – Kino für die Ohren!

Munro, Alice: Tricks


Genre: Erzählungen, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Tricks, acht meisterliche Erzählungen von Alice Munro: Geschichten über Ausreißer, Entscheidungen, Leidenschaften und Verfehlungen.
Wieder beweist Alice Munro besonderes Gespür für das Geheimnis ihrer Figuren, jenen rätselhaften Bereich, wo Selbstbetrug auf Hoffnungen, gefährliche Illusionen auf die kleinen Tricksereien des Alltags treffen. Der Leser kommt in ihren Geschichten seinem eigenen Leben so nah, dass er schwindlig wird vor Herzleid und Glück.

Meine Einschätzung:
Das Buch hat bei mir schon eine Weile auf dem SuB gelesen, weil ich bedauerlicherweise manchmal Vorurteile gegenüber Buchpreisträgern hege. ;-). Tztztztzt, Frau Leseratteffm, das muß anders werden. Frau Munro erhielt 2013 den Literatur-Nobel-Preis.
Obwohl ich in der Regel Kurzgeschichten und Erzählungen nicht so gerne lese, weil ich lange Geschichten vorziehe, habe ich diese Alltagsgeschichten aus Kanada sehr gerne gelesen.
Die Geschichten handeln von ganz normalen, jungen, kanadischen Frauen, die in der Provinz leben und an einem bestimmten Punkt ihres Lebens eine Entscheidung treffen, die ihr weiteres Leben prägt. Das sind keine spektakulären Lebensentwürfe oder abenteuerliche Ausbrüche voller Spannung und Drama. Überhaupt nicht.
Die Autorin beschreibt das so wunderbar elegant, detailreich, gefühlvoll und schön, ohne das es aufgesetzt und überfrachtet wirkt. In diesen Schreibstil habe ich mich regelrecht verliebt :-).

Mein Fazit:
Alice Munros Kurzgeschichten haben mir ausnehmend gut gefallen, einfach weil sie so wunderschön geschrieben sind.

Heijden, van der A.F.Th.: Das Biest


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Knallgelb ist das Staubtuch, das Tante Tiny stets mit sich führt, um es bei Bedarf blitzschnell und ungeniert zu zücken – gern auch, wenn sie bei anderen zu Gast ist. Tientje Putz nennt man sie in der Familie, vorsichtshalber jedoch nur hinter ihrem Rücken. Denn so weich ihr Staubtuch ist, so scharf und verletzend kann ihre Zunge sein, mit der sie über Leichen geht. Ihr Neffe Albert Egberts – den wir aus van der Heijdens schon fast sagenhaftem Zyklus Die zahnlose Zeit kennen – verfolgt das Treiben seiner jungen, attraktiven Tante aus nächster Nähe, befremdet und gleichzeitig fasziniert. Es dauert Jahre, bis er entdeckt, was sie ein Leben lang antreibt, was in stillschweigender familiärer Übereinkunft geheim gehalten wird.

Meine Einschätzung:

Ein Roman, den ich im Rahmen unseres Lesekreisvorhabens, Buchmessegastlandautoren kennenzulernen, gelesen habe.
Der Autor beschreibt eine ganz konservative, niederländische Familie aus der unteren Mittelschicht und das gelingt ihm auch sehr gut.
Die Hauptfigur Tiny ist nicht gerade eine Protagonisten, die ich ins Herz schließe. Sie ist egozentrisch, bösartig und eine Lügnerin und meiner Ansicht nach läßt sich das nicht alles mit einer „schweren“ Kindheit erklären.
Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, sind die inzestuösen Episoden zwischen Tante und Neffe. Diese schwülen Jung-Männer-Phantasien finde ich gräßlich und verleiden mir das Lesen.
Es gibt natürlich auch einige nachdenkenswerte Aspekte in diesem Roman, wie z.B. der Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen, aber in Summe bleibt festzuhalten: Ich mochte diesen Roman nicht. Kein bisschen.

Mein Fazit:
Ein niederländisches, realitätsnahes Familiendrama, das mir aus verschiedenen Gründen nicht gefallen hat.

Verhulst, Dimitri: Der Bibliothkar, der lieber Dement war als zu Hause bei seiner Frau


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Es muss doch noch mehr geben als eine langweilige, vorgezeichnete Existenz ins Grab hinein, eine lieblose Ehe, die einem jede Selbstachtung raubt, und Kinder, die einem fremd sind – sagt sich der gut siebzigjährige Désiré Cordier eines schönen Tages. Und beschließt, einen auf dement zu machen. Die Rolle des senilen Vergesslichen spielt er so gut, dass ihn die Familie schließlich ins Pflegeheim bringt, wo er endlich frei zu sein meint …
»Das Leben schien schneller zu verlaufen als die Gedanken, und bevor er einen Entschluss gefasst hatte, war er ein alter Mann.« Als Désiré Cordier klar wird, dass dieser Satz auf ihn zutrifft, versucht er in letzter Minute, das Ruder herumzureißen. Andere verkaufen ihre gesamte Existenz auf e-bay, für sagenhafte zwei Millionen Dollar (wie ihm sein alter Boule-Freund erzählt), und er möchte seines nicht mal geschenkt. Immer hat er nur klein beigegeben, wenn seiner Frau Moniek etwas an ihm nicht passte, und jetzt, da der Verkauf ihres Hauses und ein Umzug in eine kleine Wohnung bevorstehen, bekommt er Panik. Wie soll er seiner dominanten Frau da noch ausweichen, ohne Garten und Keller? Und so entwirft er eine ungewöhnliche Strategie: Er gibt vor, an Demenz zu erkranken – was dem ehemaligen Bibliothekar nicht nur ein diebisches Vergnügen bereitet, sondern auch erstaunlich gut gelingt. Schon bald landet er in dem Pflegeheim »Winterlicht«, zusammen mit anderen Dementen und überforderten Pflegern, wo er neben haarsträubenden Missständen auch so manche Überraschung entdeckt – einen Strategen im Geiste, einen ehemaligen Nazi und eine alte Jugendliebe …
Dimitri Verhulst, der gefeierte Bestsellerautor aus Flandern, dem niederländischsprachigen Belgien, greift in seinem neuen Roman ein höchst aktuelles Thema auf und zeigt voll Komik und Esprit und mit herzzerreißender Schonungslosigkeit, dass es gar nicht so einfach ist, in Würde zu altern.

Meine Einschätzung:
Unser Lesekreis hat dieses Buch ausgewählt, nach alter Tradition, Bücher aus dem diesjährigen Buchmessegastland zu lesen.
Und eigentlich brauche ich der Kurzbeschreibung nicht mehr viel hinzuzufügen.
Der Autor beschreibt die Situation in einem Pflegeheim für Demenzkranke mit schonungsloser Offenheit, die mich sehr berührt hat.
Seine Hauptfigur, deren Entscheidung sich das alles „anzutun“ für mich nicht ganz nachzuvollziehen war, kontert diese manchmal würdelosen Situationen mit schwarzem, lakonischem Humor, womit er diese auch für den Leser erträglich macht.
Mich hat dieses Buch auch angeregt darüber nachzudenken, wie ich mit alten, kranken Menschen umgehen möchte, denn man kann nicht einfach alle Verantwortung an Pflegeheime und Pflegepersonal abgeben. Damit macht man es sich doch zu einfach.

Mein Fazit:
Ein lesenswertes Buch über den Umgang mit Demenzkranken von einem flämischen Autor, der die Thematik humorvoll und unterhaltsam verpackt.

Sendker, Jan-Philipp: Herzenstimmen


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Herzenhören
Teil 2: Herzenstimmen

Kurzbeschreibung:
Zehn Jahre ist es her, dass Julia Win aus Burma als anderer Mensch zurückgekehrt ist. Doch mittlerweile hat sie das rastlose westliche Leben und ihre Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei wieder eingeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Halbbruders U Ba, und eine fremde, innere Stimme beginnt zu ihr zu sprechen. Bald erkennt sie, dass sie noch einmal zurück muss nach Burma, um dem Geheimnis dieser Stimme auf den Grund zu gehen und die Quelle ihres persönlichen Glücks wiederzuentdecken.

Meine Einschätzung:
Hach, ich weiß auch nicht. Während ich vom ersten Teil „Das Herzenhören“ noch begeistert war, hat mich „Herzenstimmen“ nicht wirklich überzeugt. Ich fand Julia dieses Mal richtig unsympathisch und konnte nicht nachvollziehen, warum sie ausgerechnet Juristin in einer unmenschlichen Kanzlei geworden ist, nachdem sie schon mal so intensiv in einen andere Welt eingetaucht war. Außerdem fand ich die Idee dieser inneren Stimme nicht gut und ohne zu verraten, was sich dahinter verbirgt: mir war diese Geschichte einfach zu düster und traurig und stellenweise nicht nachvollziehbar.
Trotzdem habe ich die Geschichte fertig gelesen, denn der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil und ich mag die Bilder, die er in meinem Kopf erschafft.
Die Geschichte nimmt auch irgendwann einen positiven Verlauf, was mein sensibles Leserherzchen versöhnt hat, dass einfach gerne Happy-Ends hat :-).


Mein Fazit:

„Herzenstimmen“ konnte mich nicht überzeugen, weil mir die Geschichte zu traurig war und ich nicht gerne von leidenden Kindern lese.

Simsion, Graeme: Der Rosie-Effekt


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge:
Das Rosie-Projekt
Der Rosie-Effekt

Kurzbeschreibung:
O Baby! Für Don, den unwahrscheinlichsten romantischen Helden, den es je gab, geht’s nach dem Happy-End geht’s erst richtig los.
Don Tillmans »Ehefrau-Projekt« hat geklappt. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Schwangerschafts-Zeitplan für Rosie.
Aber seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf, um ihre Beziehung nicht zu belasten. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht.

Meine Einschätzung:

Die beiden Rosie-Bände sind zurecht Bestseller und Rezis gibt es eh wie Sand am Meer. Ich mag Dons und Rosies Geschichte sehr, die bei allem Witz doch auch tiefsinnig ist und unter die Haut geht. Bei manchen Szenen habe ich laut auf meiner Strandliege gelacht, was mir irritierte Blicke aus der Nachbarschaft eintrug. Herrlich!
Ein Satz von Don, der sich in gewohnter Weise wissenschaftlich mit dem Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ auseinandersetzt, ist bereits in meinen Sprachgebrauch übergegangen, wenn ich mal wieder unbewiesene bzw. zweifelhafte Ergebnisse irgendwelcher Studien lese/höre: Dazu will ich erst mal die Primärdaten sehen! 🙂 Großartig.

Mein Fazit:
Ein Bestseller, der es verdient hat!

Donnelly, Jennifer: Das Licht des Nordens


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Der 12. Juli 1906 ist ein schöner, sonniger Tag. Bis man die ertrunkene Grace Brown auf die Veranda des vornehmen Glenmore Hotel legt. Für die junge Mattie, die die Briefe der Toten an ihren Geliebten aufbewahrt, ändert sich mit diesem tragischen Ereignis das ganze Leben … Jennifer Donnelly, die sich von einem wahren Mordfall zu diesem Roman inspirieren ließ, erzählt die ergreifende Geschichte eines jungen Mädchens, das der ländlichen Enge ihrer Heimat zu entfliehen versucht – fesselnder Entwicklungsroman, Kriminalgeschichte und tragischer Liebesroman zugleich.

Meine Einschätzung:

Der Kurzbeschreibung ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich mag die Romane der Autorin, ihre Art, Geschichten zu erzählen, wenn auch diese recht traurig ist.

Mein Fazit:
Jennifer Donnellys Romane treffen genau meinen Lesegeschmack und auch dieser hat mir wieder gut gefallen.

Romane von Jennifer Donnelly bei der leseratteffm:
Die Wildrose
Die Winterrose
Straße der Schatten
Das Licht des Nordens

Musso Guillaume: Vierundzwanzig Stunden


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein schreckliches Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind – die Zeit …

Meine Einschätzung:
Ich habe das Buch vor 3 Wochen gelesen und muß mich jetzt ganz arg anstrengen, um mich an die Geschichte zu erinnern. Das ist schon mal ein schlechtes Zeichen. Ein weiteres schlechtes Zeichen ist die Tatsache, dass ich mich an das verärgerte Gefühl nur zu deutlich erinnere, dass mir das Ende der Geschichte beschert hat. Darauf will ich jetzt natürlich nicht eingehen, um Euch nicht den Spaß zu verderben, aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Musso mich in dieser und in anderer Hinsicht enttäuscht. Sicher, es gibt wieder überraschende Wendungen, die Geschichte hat eine coole Grundidee, die Protagonisten sind ganz nett, aber im Gegensatz zu Harry August, wird mir „Vierunszwanzig Stunden“ nicht lange im Gedächtnis bleiben. Mir ist dieser Roman auch zu kurz, 300 und ebbes Seiten und die mit einem riesigen Zeilenabstand und in großen Buchstaben. Vielleicht wird da ein Autor von seinem Erfolg gezwungen, schnell und viel zu schreiben und dabei bleibt sein eigentliches Talent auf der Strecke und heraus kommt Junk-Food-Erzählungen. Schade. Oder ist jemand von Euch anderer Meinung???

Mein Fazit:
Die Grundidee des Romans hat mir gefallen, Musso schreibt gewohnt flüssig und wendungsreich, aber trotzdem war ich teilweise gelangweilt und zum Schluß enttäuscht.

Romane von Guillaume Musso:
Ein Engel im Winter (2005)
Ein himmlische Begegnung (2007)
Weil ich Dich liebe (2009)
Wirst Du da sein (2009)
Lass mich niemals gehen (2010)
Nachricht von Dir (2012)
Sieben Jahre später (2013)
Vielleicht morgen (2014)
Nacht im Central Park (2015)
Vierundzwanzig Stunden

Donnelly, Jennifer: Straße der Schatten


Genre: historischer Roman

Kurzbeschreibung:
1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen – ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt – und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Meine Einschätzung:
Es gibt Romane, von denen lese ich die ersten 2 Seiten und weiß sofort: das wird eine wundervolle Geschichte, die ich lieben werde. Sozusagen Lese-Liebe auf den ersten Blick :-).
„Straße der Schatten“ ist so ein Roman. Die Geschichte der naiven, behüteten Josephine, die leichtsinnig, aber auch mutig aus ihrem Leben ausbricht, um den geheimnisvollen Mord an ihrem Vater aufzuklären, ist mitreißend und spannend erzählt und kein bisschen rührselig. Die junge Frau aus reichem Hause wird mit Armut, Gewalt und anderen Themen, an die sie nicht mal zu denken gewagt hätte, konfrontiert, während sie andererseits ihre Hochzeit mit einem reichen Reederssohn vorbereiten soll. Das klingt kitschig, ist es aber nicht.
Mehr will ich gar nicht von der Geschichte verraten.
Die Autorin trifft mir ihrer Art, Geschichten zu erzählen, genau meinen Geschmack. Die Protagonisten sind spannend, vielschichtig und liebenswert/hassenswert, die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben und die Gesellschaft wird so geschildert, wie ich sie mir vorstellen könnte.
Ähnlich gut gefiel mir vor einigen Jahren die Rosen-Trilogie der Autorin, die ich auch sehr gerne noch einmal weiter empfehle:
Die Teerose (dazu gibt es leider keine Rezi von mir)
Die Winterrose
Die Wildrose


Mein Fazit:

Ein wundervoller, historischer Roman über eine junge, mutige Frau, die aus ihrem behüteten Leben ausbricht, mit allen Konsequenzen.

Archer, Jeffrey: Das Vermächtnis des Vaters (2)


Genre: Roman, historisch

Reihenfolge der Clifton-Saga:
Teil 1: Spiel der Zeit
Teil 2: Das Vermächtnis des Vaters
Teil 3: Erbe und Schicksal
Teil 4: Im Schatten unserer Wünsche
Teil 5: Die Wege der Macht
Teil 6: Möge die Stunde kommen

Kurzbeschreibung:
Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt …

Meine Einschätzung:
Hachja, die Serie hat das Zeug zum Lieblingsschmöker. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Hauptfiguren erzählt, was ich ganz reizvoll finde, da man den Figuren so schön nahe kommt. Es gibt jede Menge romantische, witzige, gefühlvolle, tragische oder spannende Szenen und man mag das Buch kaum aus der Hand legen.
Vielleicht ist mir das gerade zu viel von alledem? Aber nein, ich habe den Schinken in zwei Tage verschlungen und der nächste Band liegt auch schon bereit.

Mein Fazit:
Historischer Schmöker mit Schmachtfaktor gesucht??? Na dann, rann an die Clifton-Saga ;-).

Kobr, Michael & Klüpfl, Volker: In der erste Reihe sieht man Meer

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Teutonengrill trifft Dolce Vita
Mensch, war das schön:
Im Morgengrauen ging’s los, eingepfercht auf der Rückbank der vollbeladenen Familienkutsche.
Zehn Stunden Fahrt an die Adria, ohne Klimaanlage und Navi, dafür mit Modern Talking aus dem Kassettenradio.
Am Strand ein Duftgemisch aus Tiroler Nussöl und Kläranlage, und statt Cappuccino gab’s warme Limo.
Willkommen zurück im Urlaubsparadies der 80er Jahre.
Darin findet sich Familienvater Alexander Klein wieder, als er über einem Fotoalbum einnickt und als pickliger Fünfzehnjähriger erwacht – dazu verdammt, die Italien-Premiere seiner Jugend noch einmal zu erleben. Und zwischen Kohlrouladen und Coccobellomann die beste Zeit seines Lebens hat.

Meine Einschätzung:
Dieser Urlaubsroman der beiden Allgäuer Krimiautoren ist jetzt nicht brüllend komisch, originell oder spannend, aber durchaus unterhaltsam.
Allerdings würde ich mal behaupten, dass nur die Generation, die diese Zeit selbst miterlebt hat, Spaß an diesen Schilderungen hat.
Ich hatte jedenfalls ständig Déjà-vus und ich weiß jetzt gar nicht, ob ich nicht eher über meine eigenen Erinnerungen gegickelt habe.
Wir sind 1600 km zu viert im Auto bis nach Ischia gefahren (bekloppt). Oma und Opa im zweiten Auto hinterher. Unser Corleone hieß Antonio und er hatte exakt den gleichen Akzent wie das literarische Vorbild und lebte auf Ischia. Meine Mama war mit den hygienischen Zuständen unserer Unterkunft sehr unglücklich (hysterisch) und zwang Papa komplett neues Geschirr zu kaufen, weil sie von dem vorhandenen Geschirr nicht essen wollte. Auf keinen Fall! 🙂
Ich habe geheult, als mein Papa mir das erste Spagetti-Eis meines Lebens kaufen wollte, denn kalte Nudeln mit Schlagsahne konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen…
Der Roman lebt also von den eigenen Erinnerungen und Erfahrungen. Ob meine Kinder was damit anfangen könnten, wage ich zu bezweifeln.

Mein Fazit:
Nette, stellenweise witzige Lektüre, aber der Pfiff hat mir irgendwie gefehlt.