Mayer, Susanne: Die Kunst, stilvoll älter zu werden


Genre: Sachbuch, Biographie

Kurzbeschreibung:
Vintage-Jahre! Das ist ein Stoßseufzer der Erleichterung und hat im Ausgang eine Note – der Verblüffung. Vintage? Wie: von gestern? Dieser Schock ist Ausgangspunkt des Buches. Susanne Mayer begibt sich auf Spurensuche danach, was Altern heute bedeutet. Sie erzählt von der ersten Altersbashing-Erfahrung – hat dieser Typ an der Kreuzung »Alte Fotze« gekreischt? -, von Erlebnissen in der Familie – »Du in deinem Alter, Mama?« – oder am Arbeitsplatz: Hat der Kollege impliziert, den Job mache ein Jüngerer besser? Nämlich er? Neben persönlichen Erfahrungen werden gesellschaftliche Entwicklungen seziert wie die Phantasien von der Optimierung nun auch dieser Lebensphase, die Rentenerwartung der deutschen Mutter oder Erfahrungen von Fremdheit in einer sich beschleunigenden Welt. Fazit: Vintage verlangt Gelassenheit, gegenüber den ehemals heißumkämpften politischen Zielen, den verlorenen Hoffnungen, alten Vorsätzen – Haltung auch gegenüber dem, was kommen mag.

Meine Einschätzung:

Als ich den Titel dieses Buches las, war ich gleich interessiert. Einer meiner Lieblingsblogs zu diesem Thema ist:
http://www.advanced.style/ von Ari Seth Cohen, dem ich schon seit einigen Jahren folge, weil er voller Begeisterung Damen und Herren in hohem Alter fotografiert, die ihren eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden haben. Das sind unglaublich lebensfrohe, heitere und wunderschöne Fotos, die mir immer gute Laune machen. Guckt mal bei ihm rein :-). Rentnerbeige und unsichtbare Seniorinnen findet man dort nicht.
Auch die Autorin kennt den Fotografen und bewundert viele seiner Fotomodelle und ihre Lebensfreude und in ihrem Abschnitt „Begegnungen“ gefällt ihr der Gedanke, den „Grand-old-Schachteln“ beizutreten. Und dieser Gedanke gefällt mir persönlich auch sehr gut. 🙂
In einen anderem Abschnitt beschäftigt sie sich mit dem Thema Emanzipation der Frau, mit den Fortschritten, für die sie als jüngere Frau gekämpft hat. Ich hatte den Eindruck, dass sie resigniert hat und fast schon ein wenig verbittert ist, wie wenig in ihren Augen die Gleichberechtigung der Frauen voran gekommen ist und dass gerade jüngere Frauen das nicht realisieren oder den Kampf ihrer Mütter und Großmütter nicht zu schätzen wissen. Den Eindruck habe ich auch manchmal, aber ich denke dann immer: weiterkämpfen! Es lohnt sich!
Sie beleuchtet das Thema „Altern & Vergänglichkeit & Verlust “ auch noch aus anderen Richtungen, z.B. wie einen die anderen Menschen wahrnehmen und charakterisieren, was nicht immer mit der eigenen Selbstwahrnehmung übereinstimmt oder von den älteren Herren, die ihre Ehefrauen gegen jüngere Modelle austauschen etc. und dabei habe ich oft gedacht: Ja, stimmt genau.
An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir etwas mehr Selbstironie und Humor gewünscht, denn damit kann man auch sehr stilvoll altern, oder?

Mein Fazit:
„Die Kunst, stilvoll älter zu werden“ hat mich sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht, wie ich selbst das Älter werden gestalten möchte. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich nicht dem Jugendwahn hingeben möchten.

Munroe, Randall: What if? Was wäre wenn?

Genre: Sachbuch

Kurzbeschreibung:
Wenn xkcd.com einen neuen Science Cartoon postet, vibriert das Internet. Sein Blog „what if“, auf dem der Physiker Randall Munroe jede Woche bizarre Fragen mit exakter Wissenschaft und genialen Strichmännchen beantwortet, ist Kult. Wie lange würde es dauern, bis wir merken würden, dass sich der Erdumfang verändert?

° Hätten wir genug Energie, um die ganze Weltbevölkerung von der Erde wegzubefördern?
° Wann (wenn überhaupt) wird Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden enthalten?
° Wenn man eine zufällige Nummer wählt und „Gesundheit!“ sagt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Angerufene tatsächlich gerade geniest hat?

Meine Einschätzung:
Ich bin nicht gerade eine begnadete Mathematikerin und Physik habe ich in der Oberstufe abgewählt, aber trotzdem habe ich mich mit den absurden Fragen und den noch viel absurderen Erklärungen des Autors amüsiert.
„Was wäre, wenn alle Menschen plötzlich irgendwie von der Erde verschwinden – wie lange würde es dann dauern, bis die letzte künstliche Lichtquelle erlischt?“ ist eine der Fragen, mit denen sich der Autor beschäftigt.
Seine Strichmännchen-Zeichungen, sein Humor, sein Sarkasmus und seine „selbstmörderischen“, „weltenzerstörenden“ Tendenzen sind war für Nerds und Sci-Fi-Fans. Keine Ahnung, wem ich das Buch empfehlen soll. Guckt einfach mal rein.

Mein Fazit:
Wer kleine Kinder hat, die einem Löcher zu den verrücktesten Themen in den Bauch fragen, kann hier nachlesen, welche Fragen daraus werden können, wenn die mal groß sind :-).

Kretschmer, Guido Maria: Eine Bluse macht noch keinen Sommer

Genre: Sachbuch, Autobiographie

Kurzbeschreibung:
Die Mode schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Und wer könnte sie besser erzählen als Guido Maria Kretschmer. Freuen Sie sich auf verschwundene Mäntel, sprechende Leggings, Dirndl im Exil, ein Kostüm mit Pferdeschweif, fliegende Röcke und angetrunkene Cocktailkleider. Dazu außerdem wichtige Mode-Basics: Erfahren Sie, welches Kleidungsstück Sie wie und wann am besten tragen und welcher Schnitt zu welcher Figur passt. Mit Originalzeichnungen!

Meine Einschätzung:
Ich habe das Buch gekauft, weil es natürlich so wunderbar zu dem ersten Teil paßt und weil ich den Titel so herrlich finde.
Wieder erzählt der Autor ein paar unterhaltsame Geschichte aus seinem Designerleben und bespricht kapitelweise die weibliche Garderobe vom Rock über die Leggins bis zum Brautkleid. Das sind jetzt keine sensationellen neuen Erkenntnisse, die er da beschreibt und wenn man sich etwas mit Mode und seiner Geschichte beschäftigt hat, kennt man auch die Geschichte des „Kleinen Schwarzen“, aber weil er das alles auf so unterhaltsame, unaufgeregte Weise erzählt, gefällt es mir trotzdem gut.
Natürlich muß man den Autor mögen, sonst findet man wahrscheinlich alles blöd ;-).
Wenn ich ihn mit dem Bild, das ich z.B. von den großen Modezaren Karl Lagerfeld oder Wolfgang Joop habe, vergleiche, kommen die beiden alten Herren des Modezirkus schlecht weg, oder? Deren Frauenbild ist mir zu knochig, langbeinig, großäugig, langhaarig und schlichtweg unrealistisch :-).

Mein Fazit:
Guido Maria Kretschmer ist ein wunderbarer Entertainer und ein Philogyn (habe ich auch eben erst nachgeschlagen = Frauenfreund ;-)) und das macht sein Buch so lesenswert.

Kretschmer, Guido Maria: Anziehungskraft – Stil kennt keine Größe

Genre: Sachbuch, Autobiographie

Kurzbeschreibung:

Guido Maria Kretschmer, bekannt für seine pointierten Bemerkungen in der TV-Sendung »Shopping Queen«, ruft mit diesem Buch alle Frauen zur modischen Selbsterkenntnis und vor allem zur Selbstliebe auf – denn jede Frau kann toll aussehen, wenn sie weiß, wie es geht! Finden Sie heraus, welche Schnitte, Formen und Stoffe am besten zu Ihrer Figur passen – oder lassen Sie sich einfach von Guido Maria Kretschmers Geschichten und Anekdoten ganz herrlich unterhalten. Denn Mode kann so viel Spaß machen! »Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder von uns gut angezogen sein kann und den Look findet,der zu ihm passt.« Guido Maria Kretschmer Als Modedesigner hat Guido Maria Kretschmer schon unzählige Stars und Models mit Traummaßen eingekleidet. Doch das war nicht immer so. Gerade in den Anfängen seines eigenen Modelabels nahm er Privataufträge von Damen entgegen, die zwar gut betucht, aber ansonsten mit den gleichen Problemzönchen ausgestattet waren wie andere Frauen auch. »Stil kennt keine Konfektionsgröße«, sagt Guido Maria Kretschmer, der in diesem Buch 10 typische Figurformen beschreibt. Jeder Figurtyp hat seine kleinen Schwächen, aber immer auch Stärken – und die gilt es zu betonen! Wie, das verrät er in diesem Buch und erzählt von seinen Erlebnissen mit Elfen, Erdmädchen und Walküre

Meine Einschätzung:
Meine Teenie-Töchter sind große Fans der Fernseh-Doku-Soap „Shopping Queen“ und auch wenn mir die Geduld und Zeit fehlt, mir die Sendung anzusehen, so gucke ich doch ab und an ein paar Minuten mit und so habe ich verblüfft zu Kenntnis genommen, dass Guido Maria Kretschmer ein sehr unterhaltsamer, liebenswürdiger Mann ist.
In seinem Buch „Anziehungkraft“ gibt er den vielen unterschiedlichen, weiblichen Figurtypen reizende Namen, wie Elfe, Walküre, Buddha-Girl oder Himmelsmädchen und macht Vorschläge, welche Kleidungsstücke diese Figuren vorteilhaft hervorheben. Und das macht er wirklich liebevoll, mit Witz und Charme und nicht nach dem Motto „Wer dicke Beine hat, sollte keine Röcke tragen“. Das sind zwar keine sensationellen neuen Modeideen, aber die Art und Weise, wie er spricht/schreibt, ist einfach schön zu lesen.
Eingestreut in diese Kategorisierung sind Geschichten aus seinem Berufsleben als Modedesigner. Die finde ich auch unglaublich unterhaltsam :-).
Sehr hübsch ist auch die Aufmachung des Buches. Jedem Kapitel gehen, in meinen Augen, sehr schöne Modezeichnungen des Designers voran und da die Kapitel farblich abgesetzt sind, ist der Buchschnitt ebenfalls farbig.
Es gibt wirklich jede Menge wundervoller, sehr künstlerischer Modebücher, aber da findet man sich als Normalo-Frau in der Regel nicht wieder, sondern bewundert ätherische Fotomodelle in atemberaubenden, manchmal unmenschlichen Roben. In Guido Maria Kretschmers „Anziehungskraft“ findet sich aber jede Frau wieder :-).

Mein Fazit:
Ob Kugelfisch, Elfe oder Walküre. Guido Maria Kretschmer findet für uns alle liebevolle Worte und erzählt obendrei nette Geschichten aus dem Modebusiness.

Schollatour, Peter: Der Fluch der bösen Tat

Genre: Sachbuch

Kurzbeschreibung:
Alle reden vom NSA-Skandal, doch nicht minder skandalös ist die von westlichen Geheimdiensten gesteuerte Desinformation zur Lage in Syrien und anderen Ländern des Vorderen Orients. Wie keine zweite ist diese Region gebeutelt durch jahrzehntelange politische und militärische Interventionen des Westens, die allesamt mehr Fluch als Segen waren. Eindringlich schildert Peter Scholl-Latour, dem diese Länder seit sechzig Jahren vertraut sind und die er erst jüngst wieder bereist hat, das Durcheinander ethnischer, religiöser und ideologischer Konflikte, die die Völker zwischen Levante und Golf nicht zur Ruhe kommen lassen. Es gärt und brodelt überall: Syrien versinkt im blutigen Bürgerkrieg aller gegen alle, in der Türkei ringen islamistische und säkulare Kräfte um die Vormacht. Der Atomkonflikt zwischen Iran und Israel schwelt weiter, die Einmischung iranischer Schiiten wie saudischer Wahabiten in die Konflikte der Region nimmt zu. Ägypten ist in Daueraufruhr, und auch am Nordrand dieser unruhigen Weltgegend, im Kaukasus und in der Ukraine, ist die Lage explosiv. Mit der ihm eigenen Unbestechlichkeit beleuchtet Peter Scholl- Latour diese unselige Weltregion, über der ein Fluch zu liegen scheint.

Meine Einschätzung:
Ich hatte schon geahnt, dass das letzte Buch Peter Schollatours nicht leicht zu lesen sein würde. Ich habe es trotzdem getan :-).
Herr Schollatour folgt in seinem Buch keiner für mich erstichtlichen Struktur (an einer Stelle gibt er das sogar selbst zu ;-)) und das macht es schwer, ihm immer zu folgen, zumal seine Sprünge nicht nur Länder-Kontintent übergreifend sind, sondern auch ganze Jahrhunderte umfassen.
Vom ersten Kreuzritter über zahlreiche Kalifen, von Propheten aus den heiligen Schriften und Politikern aus der heutigen Zeit, den Hintergründen der Ukraine-Krise, den Israelis, Amerikanern, Russen, Chinesen – alle werden erwähnt. Ich glaube, nur die Inder und Neuseeländer kommen in diesem Buch nicht vor ;-).
Seine Ausführungen zu den verschiedenen Konflikten werden aufgelockert durch seine ganz persönlichen Reiseberichte, die wirklich sehr interessant sind und einen Eindruck vermitteln, was für ein mutiger, weltgewandter, diplomatischer Journalist er gewesen sein muß.
Ich habe auch viel über die islamische Kultur gelernt: es gibt nämlich keine einheitliche Kultur, sondern ganz viele ganz unterschiedliche Glaubensrichtungen, die leider dazu neigen, sich gegenseitig bis auf’s Blut zu hassen.
Außerdem hat es mich erstaunt und auch begeistert, wie offen und unverblümt der Autor seine Ansichten zu lebenden Politikern und ihrer Politik formuliert hat. Man muß gar nicht seiner Meinung sein, um ihn dafür zu bewundern, eine Meinung zu haben und sie auch zu vertreten – laut und vernehmlich und sicher nicht politisch korrekt.
Ob er in allen Punkten Recht hat, kann ich aufgrund mangelnden Hintergrundwissens nicht beurteilen, aber sicher sind einige seiner Argumente nicht von der Hand zu weisen.

Mein Fazit:
Auch wenn dieses Buch im Aufbau etwas unübersichtlich ist, vermittelt es dem Leser einen Eindruck, wie vielfältig und unübersichtlich die Faktoren sind, die die derzeitigen Krisen im Nahen Osten beeinflussen.

Harden, Blaine: Flucht aus Lager 14

Genre: Sachbuch

Kurzbeschreibung:
Ein erschütternder Bericht aus der Hölle Nordkorea
Das diktatorisch regierte Nordkorea ist fast völlig isoliert, aggressiv und bettelarm. Und es hält rund 150.000 seiner Bürger in Lagern gefangen, die vergleichbar sind mit NS-Konzentrationslagern oder dem Gulag. Da die Lager seit Jahrzehnten existieren, gibt es inzwischen Tausende, die dort aufgewachsen sind. Einer von ihnen ist Shin Dong-hyuk.
Blaine Harden erzählt die Geschichte des 1982 im sogenannten Lager 14 geborenen Shin, der bis zu seiner Flucht nie etwas anderes kennengelernt hatte als die grausame und primitive Lagerwelt. Menschlichkeit, Vertrauen, Wärme, Zuneigung und jegliche Errungenschaften der Zivilisation waren ihm unbekannt, Hunger, Misstrauen und brutale Züchtigungen hingegen Alltag. Shins Zeugenbericht gibt einen tiefen Einblick in die unmenschlichen Lebensverhältnisse, die in dieser Lagerhölle herrschen, und schildert das berührende Schicksal eines jungen Mannes, dem wie durch ein Wunder die Flucht in die Freiheit gelang.

Meine Einschätzung:
Über Nordkorea weiß ich nahezu nichts. In den Nachrichten sieht man Bilder des jungen, fett-feisten Diktators, dessen Namen ich mir nicht merken kann, wie er das Nachbarland Südkorea mit Raketen- und Atomwaffentests provoziert.
Der amerikanische Journalist Blaine Harden interviewt in seinem Buch einen jungen Nordkoreaner, der einer unvorstellbaren Hölle entkommen ist und versucht außerdem die Geschichte Nordkoreas und die derzeitige Entwicklung in Nordkorea dem Leser zu vermitteln.
Das ist unglaublich interessant, erschütternd und bewegend.
Etwas unzufrieden bin ich mit der Art und Weise, wie er das Buch aufgebaut hat. Die Teile, die Shin Dong-huyks Erinnerungen wiedergeben und die erklärenden Inhalte dazu sind nicht immer klar voneinander abgegrenzt und der Stil, in dem der Autor schreibt ist irgendwie merkwürdig holprig.
Trotzdem ist es ein lesenswertes, interessantes Buch, das mich sehr bewegt hat und hoffentlich dazu beiträgt, die Lage der nordkoreanischen Bevölkerung und der nordkoreanischen Flüchtlinge zu verändern und zu verbessern.

Mein Fazit:
Lesen!

Bogdan, Isabel: Sachen machen – Was ich schon immer tun wollte

Genre: Sachbuch???

Kurzbeschreibung:
Was wollten Sie schon immer mal tun? Wer macht denn so was? Isabel Bogdan macht so was. Sie blamiert sich im Rhönrad, wohnt der Schlachtung eines Schweins bei, staunt auf ­einer Esoterikmesse, spielt Pingpong mit Punks, besichtigt einen Darm, schlüpft in eine Fett-weg-Hose und schüttelt ihr Haar beim Heavy- Metal-Festival in Wacken. Klingt nach einem großen Spaß? Ist es auch. 43-mal. Und wenn Sie das alles gelesen haben, wollen Sie plötzlich selbst Sachen machen. Wetten?

Meine Einschätzung:

In diesem Buch faßt die Autorin ihre Beiträge für ein Onlinemagazin zusammen und die sind wirklich witzig, informativ, unterhaltsam und schräg. Sie schreibt in einem lockeren, manchmal schon schnodderigen Tonfall, mit einer großen Prise Selbstironie, immer offen dafür, die eigene, eventuelle vorgefaßte Meinung nach dem Erlebnis zu revidieren.
Mir jedenfalls ist die Autorin ungeheuer sympathisch und ich habe Tränen gelacht, als sie Tischtennis mit den Punks gespielt hat oder sich unter die Wacken-Freaks gemischt hat. Großartig. Inspirierend. Unterhaltsam.

Mein Fazit:
Aus dem Alltag ausbrechen, sich Sachen trauen, die man noch nie gemacht hat, Abenteuer erleben, ungewöhnliche Menschen kennenlernen? Isabel Bogdan hat dazu eine wunderbare Anleitung/Erfahrungsbericht geschrieben.

Klüpfel, Volker; Kobr, Michael: Zwei Einzelzimmer, bitte!

Genre: Autobiographie???

Kurzbeschreibung:
Kommissar Kluftinger reist nicht gern – seine geistigen Väter sind wegen ihm jedoch in ganz Deutschland unterwegs. Dieses Nomadenleben zwingt den beiden Allgäuern bisher ungeahnte Herausforderungen auf, denen sie sich mutig stellen: Wie verhält man sich auf einem roten Teppich, wenn einen kein Fotograf knipsen will, welche Allüren sollte man sich zulegen, um in der literarischen Welt ernst genommen zu werden? Und, allen voran, wie macht man den Veranstaltern klar, dass auch für ein Autorenduo ein Doppelzimmer keinesfalls in Frage kommt?

Meine Einschätzung:
Naja, manche Geschichtchen sind ja ganz lustig, aber im Großen und Ganzen habe ich mich eher gelangweilt. Ich hätte sicher Spaß gehabt, diese Beiträge in einem (kostenlosen) Blog zu lesen, aber sie dann in ein Buch zu packen??? Dafür sind sie doch ein wenig flach???
Highlight waren aber die Kluft-Kurzgeschichten. Typisch Kluftinger eben.

Mein Fazit:
Kann man als Fan von Klüpfel und Kobr gelesen haben, muß man aber nicht ….

Grawe, Christian: Darling Jane – Jane Austen – eine Biographie

Genre: Biographie, Sachbuch

Klappentext:
Jane Austen ist inzwischen auch in den deutschsprachigen Ländern eine Klassikerin. keinen gringen Anteil daran haben die Übersetzungen ihrer Romane von Christian und Ursula Grawe, die ab 1980 bei Reclam erschienen. Christian Grawe legt hier eine überarbeitete, erweiterte und mit neuem Bildmaterial versehene Fassung seiner Biographie der Autorin vor. Er entwirft darin auch ein Gesamtbild des sozialen, plolitischen und literarischen umfelds um 1800, das den Hintergrund der Romane bildet.

Meine Einschätzung:
Auch wenn der Titel etwas anderes verspricht, „Darling Jane“ ist eine nüchterne, sachliche, wissenschaftliche Biographie von Jane Austen. Christian Grawe beschäftigt sich ausführlich mit allen Familienmitgliedern Jane Austens, analysiert ihre Briefe und besonders ihre jugendlichen Werke, beleuchtet die gesellschaftlichen Hintergründe und vermeidet jegliche Art von Romantisierung. Ich war sehr überrascht, wie wenig eigentlich über die Gedankenwelt von Jane Austen bekannt ist und habe interessante Dinge aus ihrem Leben erfahren. Sehr schön sind auch die zahlreichen Abbildungen, die dem Leser einen Eindruck vom Schönheitsideal der Zeit vermitteln.
Wenn meine Töchter jemals ein Referat über einen Autor/Autorin halten müssen, dann würde ich ihnen diese Biographie an die Hand geben, die sich vor einem Germanisten Bestand haben würde ;-).

Mein Fazit:
Interessante, absolut sachliche Biographie über Jane Austen.

Magnusson, Kristof: Gebrauchsanweisung für Island

Genre: Sachbuch

Kurzbeschreibung:
Trolle und Elfen, heiße Quellen und Vulkane, die ganz Europa lahmlegen: Der halb deutsche, halb isländische Schriftsteller Kristof Magnusson zeigt uns das sagenhafte Island wie das alltägliche – das jüngste Land der Erde, das vom Erdbeben bis zur Finanzkrise keinen Unfug auslässt. Er kennt das Sterben der Fischerdörfer und die Landflucht, nimmt uns mit in Nationalparks und zu Sommerfestivals, bei denen die Isländer in Scharen zelten. Er verrät, wie das Nachtleben in Reykjavík und wie die isländische Schwimmbadkultur funktioniert. Warum hier jeder zwei Jobs hat und wie die Banken größer werden konnten als der Staat. Weshalb die Sagas für die isländische Kultur immer noch so wichtig sind. Und was es mit der »Kochtopfrevolution« auf sich hat.

Meine Einschätzung:
Als Reiseführer würde ich „Gebrauchsanweisung für Island“ nicht durchgehen lassen, aber das Buch ist wunderbar als Lektüre zur Vorbereitung einer Islandreise geeignet bzw. für jeden, der sich für Island interessiert. Recht unkonventionell erklärt Magnusson dem Leser die isländische Mentalität. Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt, unter anderem: Natur, Vulkane, die Sagas und die Isländer und ihre Schwimmbäder.
Ich habe viel Neues und Interessantes erfahren und das auf unterhaltsame Art und Weise.

Mein Fazit:
Wer sich für Island interessiert, kommt an dieser „Gebrauchsanweisung“ nicht vorbei.