Riley, Lucinda: Die Sieben Schwestern (1)


Genre: Liro, historisch und zeitgenössisch, Roman

Reihenfolge der Serie „Die Sieben Schwestern“:
Teil 1: Die sieben Schwestern
Teil 2: Die Sturmschwester
Teil 3: Die Schattenschwester
Teil 4: Die Perlenschwester
Teil 5: ?
Teil 6: ?
Teil 7: ?

Kurzbeschreibung:
„Atlantis“ ist der Name des herrschaftlichen Anwesens am Genfer See, in dem Maia d’Aplièse und ihre Schwestern aufgewachsen sind. Sie alle wurden von ihrem geliebten Vater adoptiert, als sie noch sehr klein waren, und kennen ihre wahren Wurzeln nicht. Als er überraschend stirbt, hinterlässt er jeder seiner Töchter einen Hinweis auf ihre Vergangenheit – und Maia fasst zum ersten Mal den Mut, das Rätsel zu lösen, an dem sie nie zu rühren wagte. Ihre Reise führt sie zu einer alten Villa in Rio de Janeiro, wo sie auf die Spuren von Izabela Bonifacio stößt, einer schönen jungen Frau aus den besten Kreisen der Stadt, die in den 1920er Jahren dort gelebt hat. Maia taucht ein in Izabelas faszinierende Lebensgeschichte – und fängt an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet …

Meine Einschätzung:
Da die Autorin mit dieser Serie sehr erfolgreich ist, gibt es sicher ausreichend Rezis dazu.
Ich habe den Roman auch sehr gerne gelesen, besonders den „historischen“ Teil, in dem es um den Bau der Christo-Statue in Rio geht und die Zeit der jungen Izabela in Paris.
Da die Autorin einen sehr schönen Schreibstil, der sich wunderbar lesen läßt. Die Figuren sind interessant und liebenswert und die Orte werden detailreich beschrieben. Wenn Die Autorin es an der ein oder anderen Stelle mal übertreibt, dann kann ich da gut drüber hinwegsehen. Nicht nachvollziehen konnte ich allerdings, warum die Hauptfigur ihr Kind zur Adoption freigegeben hat. Die dargelegten Argumente fand ich nicht überzeugend.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Schwester so interessant finde, dass ich die Serie komplett lesen werde, aber Band 2 kann ich mir schon mal von der Nachbarin ausleihen.

Mein Fazit:
Ein richtig schöne, pralle Familiensaga mit exotischem Flair und liebenswerten Charakteren.

Montero, Carla: Das Mädchen mit den Smaragdaugen


Genre: historischer Roman

Kurzbeschreibung:
Als der Kunsthistorikerin Ana García Brest ein alter Brief in die Hände fällt, ahnt sie nicht, dass er sie auf die Spur eines sensationellen Kunstfundes führen wird – und der Geschichte einer unglaublichen Liebe. Frankreich, 1942. Die junge Sarah Bauer entkommt als Einzige der Deportation ihrer Familie. Auf ihrer Flucht trägt sie einen Mantel, unter dem sie ein geheimnisvolles Bild verbirgt. Doch SS-Sturmbannführer Georg von Bergheim soll das Gemälde in seinen Besitz bringen und wird nicht ruhen, bis er es gefunden hat. Er ist Sarahs größter Feind – und bald ihre einzige Rettung …

Meine Einschätzung:
Schade, dass dieser Roman so wenige Leser gefunden hat, denn mir hat er sehr gut gefallen. Ich mag Romane, die in unterschiedlichen Zeitebenen spielen und die Thematik „Kunstraub der Nazis“ hat mich wirklich gefesselt. Immer noch unglaublich für mich, mit welcher Skrupellosigkeit in dieser Zeit vorgegangen wurde.
Die Figuren sind sehr gut charakterisiert, nur der Liebhaber von Ana ist ein wenig überzogen dargestellt und ich hätte mir Ana etwas selbstbewußter gewünscht. Aber ein Roman ist schließlich kein Wunschkonzert ;-).

Mein Fazit:
Ein historischer Roman, der mich einerseits gut unterhalten hat, aber mir auch weitere Informationen zur Geschichte des zweiten Weltkrieges vermittelt hat.

Gablè, Rebecca: Robin – Die Wende (2)

Reihenfolge der Serie „Die Waringham-Saga“
Teil 1: Robin – Die Flucht
Teil 2: Robin – Die Wende
Teil 3: Robin – Die Rückkehr

Kurzbeschreibung:

Nachdem Robin notgedrungen für König Edward in den Krieg gegen Frankreich und Spanien gezogen ist, treffen wir ihn wieder im Lager der Soldaten nach der Schlacht von Najera. Dort bringen sein Gerechtigkeitssinn und seine Ehrlichkeit den Schwarzen Prinzen gegen ihn auf – ein gefährlicher Feind. Nur mithilfe des Dukes of Lancaster, dem Bruder des Prinzen in dessen Dienst Robin getreten ist, kann er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen und schließlich wieder nach England zurückkehren. Die Verbindung zu Lancaster wird weitreichende Folgen für Robin haben. Sein Weg ist weiterhin voller Gefahren, aber sein Schicksal hat sich gewendet.

Meine Einschätzung:

Hachja! Im Leben von Robin geht es wieder rund und manchmal hatte ich Mitleid mit ihm. Da brennt das Gut ab, die Tochter wird ins Kloster verfrachtet, der beste Freund gefoltert, der König stirbt, Feinde lauern an jeder Ecke …
Naja, wie so ein mittelalterliches Ritterleben eben so spielt :-).
Hörspieltechnisch ist diese Geschichte auch wieder sehr, sehr gut umgesetzt und wirklich Kino für die Ohren.

Mein Fazit:
Dieses Hörspiel läßt die Herzen von Freunden der mittelalterlichen Rittergeschichten höher schlagen, mir war es allerdings manchmal zuviel des Guten ;-).

Baker, Jo: Im Hause Longbourn


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens Stolz und Vorurteil. Doch keiner weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah mit Wäsche und Töpfen ab, immer noch hoffend, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Butlers James ein Zeichen? Während Elizabeth und Mr. Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt in Longbourn noch ein anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein großes Geheimnis.

Meine Einschätzung:
Was für ein netter historische Roman mit Jane Austen Bezug :-). Ich habe mit großem Vergnügen gelesen, wie die Autorin das Leben einfacher Hausangestellter schildert, denn das kommt doch in den meisten historischen Romanen viel zu kurz. Was Köchinnen, Dienstmädchen, Butler und Hausdiener leisten mußten ohne dafür großen Dank zu ernten, ist schon eindrucksvoll. Verdoppelt hat sich das Lesevergnügen dadurch, dass die Autorin nicht irgendeinen Haushalt schildert, sondern den Haushalt der Familie Benett aus „Stolz und Voruteil“.
Die Hauptfigur Sarah war mir zwar nicht zu 100 % sympathisch, weil sie so voller Vorurteile steckt, aber sie nimmt eine interessante Entwicklung und auch alle anderen Figuren sind interessant und liebenswert.
Der Roman liest sich ganz flüssig, wenn ihm auch die Eleganz einer Jane Austen fehlt :-).

Mein Fazit:

Netter historischer Roman.

Austen, Jane: Lady Susan


Genre: Liro, historisch

Kurzbeschreibung:
Die attraktive Lady Susan sorgt für Aufregung in der Gesellschaft: Frisch verwitwet, weiß sie ihre Reize nur zu gut einzusetzen und kokettiert bereits wieder mit ihren Verehrern. Gerüchte über angebliche Affären machen die Runde. Um den Gerede zu entgehen zieht sie sich auf das Anwesen ihres Bruders zurück. Dort kann sie ihren Plan in Ruhe weiterverfolgen: einen neuen wohlhabenden Ehemann zu finden. Objekt ihrer Begierde ist der adrette Reginald DeCourcy, der jüngere Bruder ihrer Schwägerin. Es werden fleißig Intrigen gesponnen, um unliebsame Konkurrentinnen aus dem Feld zu schlagen. Doch als eines Tages ihre Tochter Frederica auftaucht, geraten Lady Susans Pläne in Gefahr. Hatte sie für die Tochter doch den reichen, recht einfältigen Sir James Martin auserwählt, was der allerdings überhaupt nicht passt …
Lady Susan war Jane Austens erster Roman; er wurde erst posthum veröffentlicht. Nicht minder amüsant, doch viel scharfzüngiger als in ihren großen Romanen erzählt die beliebte Autorin von amourösen und gesellschaftlichen Verwicklungen.

Meine Einschätzung:
Nach diesem düsteren, brutalen Horror-Zombie-Kram konnte mich nur Jane Austen aus einer beginnenden Leseflaute retten :-). Dieser witzige, spitzzüngige Briefroman mit einer biestigen Lady in der Hauptrolle ist wirklich herrlich unterhaltsam und ich freue mich schon auf den Film, wenn er endlich als DVD erscheint.

Mein Fazit:
Jane Austens Geschichten sind auch nach 200!!! Jahren noch unterhaltsam und lehrreich und ich mag Briefromane sehr.

Ransmayr, Christoph: Cox – oder der Lauf der Zeit


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Nur das Erzählen kann über die Zeit triumphieren.
Der mächtigste Mann der Welt und Kaiser von China, Qiánlóng, lädt den englischen Uhrmacher Alister Cox mit dem Auftrag an seinen Hof, Uhren zu bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt der Kaiser, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch »Herr über die Zeit« ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Herrschers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.

Meine Einschätzung:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geduld gehabt hätte, diesen sprachgewaltigen, historischen Roman in Buchform zu lesen, denn meiner Meinung nach ergeht sich der Autor in sehr, sehr detaillierten Beschreibungen und philosophischen Betrachtungen der Zeit und der Vergänglichkeit. Das muß man mögen und zu schätzen wissen, sonst dürfte sich der Leser doch recht schnell langweilen, denn es mangelt der Geschichte eindeutig an Handlung.
Dafür erhält man tiefe Einblicke in das Uhrmacher- und Automatenbauer-Handwerk und in die gesellschaftlichen Strukturen des chinesischen Kaiserhofes. Besonders diesen letzten Aspekt fand ich interessant, denn ich habe noch nicht viele Bücher über das historische China gelesen.
Der Autor liest sein Werk selbst und in einer ganz eigenen Art und Weise. Mir hat seine Lesung gefallen, weil ich seine österreichische Sprachfärbung mag und weil ich immer den Eindruck hatte, er genießt seine wunderschöne Sprache beim Vorlesen ganz besonders.

Mein Fazit:

Ein tiefsinniger, sprachlich herausragender Roman über einen Uhrmachermeister und einen Kaiser von China, die ihr philosophisches Interesse an der Zeit verbindet.

Gablé, Rebecca: Robin – Die Flucht (1)


Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie „Die Waringham-Saga“
Teil 1: Robin – Die Flucht
Teil 2: Robin – Die Wende
Teil 3: Robin – Die Rückkehr

Kurzbeschreibung:

England im 14. Jahrhundert: Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, hat der junge Robin alles verloren – auch den Anspruch auf sein Erbe und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft, die sie bis ins Erwachsenenalter begleiten wird.
Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt des Hofes von Edward III, von Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe – und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Wird es ihm gelingen, sich in dieser Welt zu etablieren?

Meine Einschätzung:
Oh ha. „Robin – Die Flucht“ ist definitiv auch „Kino für die Ohren“! Diese Hörspielfassung eines historischen Romans, die es exklusiv bei audible gibt, hat mir ausnehmend gut gefallen! Da stimmt einfach alles: die Sprecher sind durch die Bank großartig besetzt, die Geräusche sind absolut überzeugend gemacht, die eingespielte Musik passt zur Zeit und zur Geschichte und die Balance zwischen Erzähler und Dialogen ist wunderbar gelungen.
In meinen Ohren/Augen (Achtung: Wortspiel ;-)) kann man ein Hörspiel nicht besser produzieren!
Aber auch die Geschichte des jungen Mannes, dessen Vater angeblich Selbstmord begangen hat und der deshalb seiner adligen Privilegien beraubt wurde und sich als Stalljunge verdingt, konnte mich begeistern.
Die Autorin hat einen wunderbar atmosphärischen, im Mittelalter angesiedelten, spannenden Roman verfaßt, der Lesern des Genres alles bietet, was man sich wünscht: edle Ritter, rauflustige Trunkenbolde, ausbeuterische Adlige, heilkundige Hebammen, arme Bauersleute, Pestepidemien, Rittertuniere, wunderschöne Burgfräuleins ;-), …

Mein Fazit:
Absolut großartiges Hörspiel, das das Mittelalter in England wieder lebendig werden läßt.

Schacht, Andrea: Weihnachtskatz und Mausespeck


Genre: zeitgenössischer Roman, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Kris ist 33 Jahre alt, Besitzer eines Fitness-Studios und hat eine recht bewegte, recht gewalttätige Vergangenheit. Raufer ist vier Jahre alt, ein Straßenkater mit Revierhoheit und hat ebenfalls eine bewegte, recht gewalttätige Vergangenheit. Als Kris den verletzten Kater auf dem Hof findet, zeigt sich, was für ein weiches Herz er hat. Fortan scheut er keinen Aufwand, um den kleinen Raufer auf die Beine zu bringen. Was vielleicht auch mit Anja, der hübschen Tierheimhelferin zu tun hat. Raufer leckt inzwischen seine Wunden, träumt von der schönen Wanderkatze Nimoue und wundert sich über seinen Gastgeber. Der versucht ihm zu gefallen, auch wenn er es nicht zugibt. Doch ein Kater wie Raufer bleibt ein Streuner, oder?

Meine Einschätzung:
Ja, ja, ich gebe es zu. In der Adventszeit lese und höre ich gerne sentimentale, kitschige Weihnachtsgeschichten :-). Die stimmen mit friedlich und weihnachtlich und da bin ich auch nicht so streng mit der Bewertung ;-).
Ich mochte diese Katzengeschichte um einen wilden Kater, der auch immer wieder selbst zu Wort kommt und nach einer Attacke durch menschliche Bösewichte/Idioten schwer verletzt wird und Pflege braucht. Aufgenommen wird er eher widerwillig von einem Mann und ich fand es rührend, wie sich die beiden aneinander gewöhnt haben. Auch die anderen Protagonisten sind nett besetzt und der Sprecher Stephan Schad trifft genau den richtigen Ton :-).

Mein Fazit:
Wer Katzengeschichten mit einer Prise Weihnachtskitsch mag, dem gefällt wahrscheinlich auch Raufers Geschichte.

Gablé, Rebecca: Jonah – Die Lehrjahre (1)


Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie „König der purpurnen Stadt“
:
Teil 1: Jonah – Die Lehrjahre
Teil 2: Jonah – Der Aufstieg
Teil 3: Jonah – Das Imperium

Kurzbeschreibung:
London, um 1330. Der Tuchhändlerlehrling Jonah Durham wächst bei seinem tyrannischen Vetter Rupert auf, der ihm das Leben zur Hölle macht. Einzig seine Großmutter erkennt sein Talent und seine Intelligenz. Sie vermacht ihm ein stattliches Vermögen, das es ihm ermöglicht, nicht nur das Haus seines Vetters zu verlassen, sondern auch als jüngstes Mitglied der Geschichte in die Gilde der Tuchhändler aufgenommen zu werden. Dadurch zieht er die Missgunst seines Vetters auf sich, der ihm immer wieder Steine in den Weg legt. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit dem jungen König Edward III. soll sein Leben grundlegend verändern.

In erneuter Zusammenarbeit mit Oliver Rohrbecks Lauscherlounge präsentiert Audible Entertainment die Hörspieladaption des Bestsellers „Der König der purpurnen Stadt“. Das Tuchhändler-Epos von Rebecca Gablé wurde als ungekürzte Fassung in 3 Teilen produziert. „Jonah – Die Lehrjahre“ bildet dabei den Auftakt der Hörspiel-Trilogie, die mit mehr als 70 Sprechern aufwändig in Szene gesetzt wurde.

Neben Detlef Bierstedt, der bereits das Hörbuch zu „Der König der purpurnen Stadt“ gelesen hat, ist die erste Riege der deutschen Sprecherszene vertreten: u. a. Timmo Niesner (Jonah), Dorette Hugo (Giselle), Nicolas Artajo (Crispin), Marie-Isabel Walke (Annot), Ulrike Stürzbecher (Philippa), Norman Matt (Edward) und Stefan Kaminski (Waringham). Außerdem Oliver Siebeck, Vera Teltz, Uve Teschner, Elena Wilms, Reinhard Kuhnert, Greta Galisch, Erich Räuker, Robert Frank, Michael Iwannek und viele andere.

Meine Einschätzung:
Was für ein grandioses Hörspiel! Ich hatte so große Freude beim Hören dieser historischen Geschichte eines jungen Tuchhändlerlehrlings. Die opulente Geschichte ist durch die Umsetzung als Hörspiel in meinem Kopf lebendig und farbenfroh geworden.
Ein junger Mann, der einige Schicksalschläge erleiden muß, der geschlagen und gedemütigt wird, findet eine königliche Gönnerin, riskiert sein Leben, um seinen Lebenstraum zu erfüllen, geht gefährliche Partnerschaften ein und rettet das Leben des königlichen Nachwuchses. Ein satter, historischer Stoff, kein bisschen langweilig oder langatmig.

Mein Fazit:
Großartig produziertes Hörspiel eines historischen Romans – Kino für die Ohren!

Donnelly, Jennifer: Das Licht des Nordens


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Der 12. Juli 1906 ist ein schöner, sonniger Tag. Bis man die ertrunkene Grace Brown auf die Veranda des vornehmen Glenmore Hotel legt. Für die junge Mattie, die die Briefe der Toten an ihren Geliebten aufbewahrt, ändert sich mit diesem tragischen Ereignis das ganze Leben … Jennifer Donnelly, die sich von einem wahren Mordfall zu diesem Roman inspirieren ließ, erzählt die ergreifende Geschichte eines jungen Mädchens, das der ländlichen Enge ihrer Heimat zu entfliehen versucht – fesselnder Entwicklungsroman, Kriminalgeschichte und tragischer Liebesroman zugleich.

Meine Einschätzung:

Der Kurzbeschreibung ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich mag die Romane der Autorin, ihre Art, Geschichten zu erzählen, wenn auch diese recht traurig ist.

Mein Fazit:
Jennifer Donnellys Romane treffen genau meinen Lesegeschmack und auch dieser hat mir wieder gut gefallen.

Romane von Jennifer Donnelly bei der leseratteffm:
Die Wildrose
Die Winterrose
Straße der Schatten
Das Licht des Nordens

Donnelly, Jennifer: Straße der Schatten


Genre: historischer Roman

Kurzbeschreibung:
1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen – ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt – und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Meine Einschätzung:
Es gibt Romane, von denen lese ich die ersten 2 Seiten und weiß sofort: das wird eine wundervolle Geschichte, die ich lieben werde. Sozusagen Lese-Liebe auf den ersten Blick :-).
„Straße der Schatten“ ist so ein Roman. Die Geschichte der naiven, behüteten Josephine, die leichtsinnig, aber auch mutig aus ihrem Leben ausbricht, um den geheimnisvollen Mord an ihrem Vater aufzuklären, ist mitreißend und spannend erzählt und kein bisschen rührselig. Die junge Frau aus reichem Hause wird mit Armut, Gewalt und anderen Themen, an die sie nicht mal zu denken gewagt hätte, konfrontiert, während sie andererseits ihre Hochzeit mit einem reichen Reederssohn vorbereiten soll. Das klingt kitschig, ist es aber nicht.
Mehr will ich gar nicht von der Geschichte verraten.
Die Autorin trifft mir ihrer Art, Geschichten zu erzählen, genau meinen Geschmack. Die Protagonisten sind spannend, vielschichtig und liebenswert/hassenswert, die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben und die Gesellschaft wird so geschildert, wie ich sie mir vorstellen könnte.
Ähnlich gut gefiel mir vor einigen Jahren die Rosen-Trilogie der Autorin, die ich auch sehr gerne noch einmal weiter empfehle:
Die Teerose (dazu gibt es leider keine Rezi von mir)
Die Winterrose
Die Wildrose


Mein Fazit:

Ein wundervoller, historischer Roman über eine junge, mutige Frau, die aus ihrem behüteten Leben ausbricht, mit allen Konsequenzen.

Archer, Jeffrey: Das Vermächtnis des Vaters (2)


Genre: Roman, historisch

Reihenfolge der Clifton-Saga:
Teil 1: Spiel der Zeit
Teil 2: Das Vermächtnis des Vaters
Teil 3: Erbe und Schicksal
Teil 4: Im Schatten unserer Wünsche
Teil 5: Die Wege der Macht
Teil 6: Möge die Stunde kommen

Kurzbeschreibung:
Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt …

Meine Einschätzung:
Hachja, die Serie hat das Zeug zum Lieblingsschmöker. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Hauptfiguren erzählt, was ich ganz reizvoll finde, da man den Figuren so schön nahe kommt. Es gibt jede Menge romantische, witzige, gefühlvolle, tragische oder spannende Szenen und man mag das Buch kaum aus der Hand legen.
Vielleicht ist mir das gerade zu viel von alledem? Aber nein, ich habe den Schinken in zwei Tage verschlungen und der nächste Band liegt auch schon bereit.

Mein Fazit:
Historischer Schmöker mit Schmachtfaktor gesucht??? Na dann, rann an die Clifton-Saga ;-).

Jacobs, Anne: Die Tuchvilla (1)


Genre: historischer Roman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Tuchvilla
Teil 2: Die Töchter der Tuchvilla
Teil 3: Das Erbe der Tuchvilla

Kurzbeschreibung:
Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet …

Meine Einschätzung:
Hachja, ich will nicht ungerecht sein. Historische Romane dieses Schlages sind offenbar gerade „angesagt“ und eine Saga, die in Deutschland angesiedelt ist, ist auch mal eine wohltuende Abwechslung zu den ganze Briten, Amis, etc … ;-).
Die Elemente, aus der sich die Geschichte zusammensetzt, armes Waisenkind samt unklarer Herkunft, adlige/reiche Familie, die dazugehörigen exzentrischen Kinder, das loyale Hauspersonal, unausgesprochene Geheimnisse: das kommt einem schon irgendwie bekannt vor, oder???? Ich mußte jedenfalls zwischendurch immer grinsend an Downton Abbey denken und auch die Parallelen zu Jeffrey Archers „Clifton Saga“ sind unverkennbar.
Freunde des Genres werden also ganz sicher ihre Freude an diesem Roman haben.
Mir hat indes der Glitzereffekt in der Geschichte gefehlt. Die Figuren sind so bodenständig und nett und eben auch langweilig.
Kommen wir zu einem Thema, das mich viel mehr interessiert hat. Ein „geschlossenes“ Pseudonym. Genau, Anne Jacobs ist ein geschlossenes Pseudonym. Die Autorin hat schon einige andere Werke unter anderem Namen veröffentlicht und offenbar hat sich der Verlag entschlossen, einen neuen, passenden Namen für dieses neue Projekt zu verwenden.
???
Dieses Vorgehen kennt der interessierte Leser natürlich von diversen anderen Autoren, die unter den verschiedensten Namen schreiben. Eine Begründung dafür lautet, dass die Autoren so nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt seien und z.B. Kinderbücher und gleichzeitig Thriller schreiben können und dass manche Autorennamen nicht zu bestimmten Genres passen würden. Außerdem bekommen Autoren, die für verschiedene Verlage schreiben, für jeden Verlag einen eigenen Autorennamen verpaßt.
Ich finde keines dieser Argumente überzeugend. ICH kaufe die meisten Bücher, weil ich einen bestimmten Autoren gerne lesen mag oder weil mich die Geschichte interessiert und da ist mir in der Regel wurscht, welchen Namen er verwendet. Wenn nun ein Autor ein Buch in einem Genre schreibt, das mich nicht interessiert, dann lese ich es oder nicht (dafür habe ich diverse Beispiele parat :-)). Ich fühle mich jedenfalls von der Verlagen veräppelt, weil dort offenbar angenommen wird, dass sich die Leser nicht informieren. Das mag sicher auf einige Leser zutreffen, aber wer sich wirklich für Bücher und Autoren interessiert, der durchschaut die wirre Pseudonym-Welt doch nach einigen Minuten Recherche! Grmpf.
Wer hinter dem Pseudonym „Anne Jacobs“ steckt, habe ich nach 5 Minuten Internet-Recherche herausgefunden. Die Autorin, die im Taunus lebt, hat unter den Namen:
Hilke Müller
Hilke Sellnick
Nora Brahms
Leah Bach
und jetzt als Anne Jacobs verschiedenste Bücher veröffentlicht.
Ändert das jetzt irgendetwas an meiner Einschätzung zum vorliegenden Buch???? Nein.
Nun kann man natürlich argumentieren, dass es mir doch dann auch egal sein könnte, unter welchem Namen geschrieben wird, aber mir gefällt grundsätzlich der Ansatz nicht, dass der Leser absichtlich und bewußt hinters Licht geführt und für blöd verkauft wird!

Mein Fazit:
Freunde des historischen Romans werden sich mit der „Tuchvilla“ sicher gut unterhalten. Mir war die Geschichte ein klein wenig zu unaufgeregt ;-).

Wood, Barbara: Dieses goldene Land


Genre: historischer Roman, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Aus der Enge des viktorianischen England flieht die Arzttochter Hannah in die Weiten Australiens. Schon auf der Überfahrt begegnet sie dem Naturforscher Neal, der eine Expedition in die unerforschten Regionen des fünften Kontinents führen will. Dort taucht er ein in die mystische Welt der Aborigines. Während Hannah noch um seine Rückkehr bangt, gerät sie selbst in die Hände von rauen Schatzsuchern. Mit ihnen zieht sie mitten hinein in das Herz der Wildnis…
Vor der beeindruckenden Kulisse der ungezähmten Landschaft Australiens sucht Hannah nach ihrer Bestimmung.

Meine Einschätzung:
Der Roman „Traumzeit“ der Autorin, den ich in den 90iger Jahre gelesen habe, ist mir immer noch in Erinnerung, weil ich ihn faszinierend, spannend und einfach toll fand und gehört zu den Büchern, die ich nie weggeben würde.
Diesen Stellenwert wird „Dieses goldene Land“ nicht ganz erreichen, aber ich habe mir die bewegende Geschichte der jungen, britischen Hebamme Hannah ganz gerne angehört. Allerdings fehlte mir bei der Geschichte der Tiefgang. Die Protagonisten sind nicht ausführlich genug beschrieben, ihre Gedanken und Beweggründe bleiben sehr an der Oberfläche und die tragische Entwicklung für die australischen Ureinwohner, die von goldsuchenden, barbarischen Horden überschwemmt wurden, bleibt fast unerwähnt.

Mein Fazit:
Netter historischer Roman, der in Australien spielt, der aber sehr oberflächlich daher kommt.

Franklin, Ariana: Der Fluch der Totenleserin (4)


Genre: Historischer Roman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Totenleserin
Teil 2: Die Teufelshaube
Teil 3: Der König und die Totenleserin
Teil 4: Der Fluch der Totenleserin

Kurzbeschreibung:
Außer sich vor Wut nimmt Adelia den Befehl Heinrichs II. entgegen, seine Tochter nach Sizilien zu begleiten. Die Reise ist lang und gefährlich. Doch mehr als Kriege und Pest beunruhigen Adelia die heimtückischen Morde, die in dem riesigen Tross passieren. Trachtet man der Prinzessin nach dem Leben? Weiß einer von dem geheimnisvollen, magischen Schwert, das die Prinzessin mit sich führt? Und warum versucht jemand, Adelia als die Mordverdächtige aussehen zu lassen? Die gewitzte Pathologin spürt, wie eine unsichtbare Gefahr ihr immer näher kommt, doch sie kann den wahren Mörder nicht enttarnen. Als Adelia aufgrund ihrer Arbeit in Frankreich von einem Bischof als Ketzerin bezeichnet und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wird, sieht sich ihr größter Feind in der Gefolgschaft der Prinzessin endlich am Ziel. Er wird sie leiden und sterben sehen ..

Meine Einschätzung:
Der vierte Teil der Serie um die Ärztin und Totenleserin Adelia ist wieder ein spannender, prachtvoller mittelalterlicher Schmöker.
Die beherzte Adelia und ihre Gefährten, der wortkarge Maure Mansur, der kampferprobte Bischof und Liebhaber Rowley und ein stinkender Hundewelpe erleben eine abenteuerliche Reise durch das mittelalterliche Europa. Sie werden verehrt, verfolgt, gefangen genommen und fast hingerichtet, gerettet und verlieren sich wieder, so dass ich teilweise hektisch die Seiten umgeblättern mußte, weil es so spannend war ;-).
Ariana Franklin alias Diana Norman verstand es in einzigartiger Weise, ihre Leser zu unterhalten. Humorvoll und unter Bezugnahme auf tatsächliche historische Ereignisse schrieb sie eine tolle Geschichte.
Leider verstarb die Autorin 2011, so dass diese Serie unvollendet blieb (was auch der Grund ist, warum der Teil so lange auf meinem SuB geschlummert hat …).
Aber ich habe jetzt einfach selbst in Gedanken die Geschichte weitergesponnen :-).
Und weil mir das Lesen dieses historischen Romans so viel Freude gemacht hat, werde ich mir demnächst den 3. Teil von Martina Andrés Ritter-Saga schnappen :-).

Mein Fazit:
Die vierteilige Roman-Serie von Ariana Franklin ist ein wunderbarer Lesespaß für Freunde historischer Romane. Unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.

Archer, Jeffrey: Spiel der Zeit (1)

Genre: Historischer Roman

Reihenfolge der Clifton-Saga:
Teil 1: Spiel der Zeit
Teil 2: Das Vermächtnis des Vaters
Teil 3: Erbe und Schicksal
Teil 4: Im Schatten unserer Wünsche
Teil 5: Die Wege der Macht
Teil 6: Möge die Stunde kommen

Kurzbeschreibung:
England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Meine Einschätzung:
Eine ganze Weile habe ich um Schmöker dieser Kategorie einen weiten Bogen gemacht. Ken Follets Jahrhundert-Trilogie steht vorwurfsvoll und von mir ungelesen im Bücherregal, denn seine 100derte Seiten füllenden Beschreibungen der Pestausbrüche in Europa aus „Tore der Welt“ waren mir irgendwann zuviel.
Jeffrey Archers Geschichte hingegen läßt keinerlei Langeweile aufkommen. Aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt er eine spannende Geschichte über Liebe, Egoismus, Standesdünkel, Freundschaft, Mutterliebe, Familiengeheimnisse, Ehrenhaftigkeit und Loyalität. Anfangs habe ich beführchtet, dass der Wechsel der Erzählperspektiven zu ermüdenden Wiederholungen führen würde, aber dem ist nicht so. Vielmehr wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Beteiligter intensiv beleuchtet und man lernt die Protagonisten viel besser kennen, als bei einem auktorialen Erzähler.
Über die Geschichte selbst will ich gar nicht viel verraten, denn sie ist voller Geheimnisse und Überraschungen und am Ende ist mir tatsächlich ein Sch… entschlüpft. 😉

Mein Fazit:
Ein sehr britischer, historischer Roman, der mir großen Lesespaß gemacht hat.

Boyne, John: Haus der Geister

Genre: Historischer Roman

Kurzbeschreibung:
England 1867. Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will.

Meine Einschätzung:
Was für ein schöner, altmodischer Roman im Stil von Charlotte Brontë, Daphne du Maurier und Jane Austen.
Einer mittel- und familienlose junge Frau bleibt im England von 1867 fast nichts anderes übrig, als sich als Gouvernante zu verdingen. Eliza ist eine pragmatische, beherzte junge Frau, die trotz aller Widrigkeiten versucht, ihr Leben würdevoll zu meistern. Da ihr kein anderer Ausweg bleibt, nimmt sie es mit einem unheimlichen Anwesen, zwei merkwürdigen Kindern, mitleidlosen Mitmenschen und einem bösartigen Geisterwesen auf.
Der Autor erzählt die Geschichte sehr stimmungsvoll und schafft eine wunderbar gruselige Atmosphäre, die mir manchmal ein richtiges Frösteln beschert hat :-). Ich kannte den Autor bisher noch überhaupt nicht, aber seine Geschichte und vor allem sein wunderbarer Schreibstil haben mir so gut gefallen, dass ich mir auch seine anderen bisher erschienenen Bücher anschauen werde.
Einziges Manko aus meiner Sicht ist die fehlende Liebesgeschichte ;-), die die Damen Brontë, du Maurier und Austen ganz sicher eingeflochten hätten :-).

Mein Fazit:
Wer klassische, gruselige Schauerromane mag, wird große Freude am „Haus der Geister“ haben.

Carroll, Susan: Der Freibeuter der Königin

Genre: Historischer Liro

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die dunkle Königin
Teil 2: Die Geliebte des Königs
Teil 3: Die silberne Rose
Teil 4: Die Jägerin
Teil 5: Der Freibeuter der Königin
Teil 6: im Original „The Lady of secrets“

Klappentext:

Das Jahr 1588 ist angebrochen. Die spanische Armada bereitet sich auf die Belagerung Englands vor. Und in Paris bahnt sich eine Revolution an, die die Macht und die Magie der Katharina von Medici bedroht. Hilfesuchend wendet sich die dunkle Königin an Louis Xavier, einem Freibeuter, der in der schwarzen Kunst geschult ist und vor der spanischen Küste als Pirat Angst und Schrecken verbreitet hat. Nur eine hält seine niederen Instinkte in Schach: Lady Jane Danvers, eine Engländerin im französichen Exil, deren Liebenswürdigkeit nur noch von ihrem ausgeprägten Ehrgefühl übertroffen wird. Auf Faire Isle kämpft Ariane Cheney derweil darum, die Töchter der Erde und ihr uraltes magisches Wissen zu schützen. Doch die kränkelnde Katharina lässt sich in ihrer Schwäche auf einen Handel mit dem Teufel ein, der sie alle in Gefahr bringt …

Meine Einschätzung:

Auch wenn die Geschichte in der Handlung zugegebener Maßen ein paar Schwächen hat, habe ich mich doch wieder wunderbar mit den magisch begabten Frauen und ihren Feinden unterhalten. Auch der Nachwuchs der drei Cheney-Schwestern ist ein lustiger, spannender Haufen und böte genügend Potential für weitere Geschichten.

Mein Fazit:

Ich habe diese Serie sehr, sehr gerne gelesen und lege sie allen Leseratten, die historische Romane mit wunderbaren Frauenfiguren und einer großen Prise Magie mögen, ans Herz.

Carroll, Susan: Die Jägerin

Genre: Historischer Liro

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die dunkle Königin
Teil 2: Die Geliebte des Königs
Teil 3: Die silberne Rose
Teil 4: Die Jägerin
Teil 5: Der Freibeuter der Königin
Teil 6: im Original „The Lady of secrets“


Klappentext:

Wir schreiben das Jahr 1585 – und in den Prophezeiungen wird der Sturz einer Königin vorhergesagt. Ist es Elisabeth I. von England, die sich vom Papst losgesagt hat, oder Katharina von Medici, die dunkle Königin von Frankreich? Die weisen Frauen von Faire Isle, die sich die Töchter der Erde nennen, befürchten das Schlimmste. Sie schicken ihre tapferste Kriegerin nach England. Die ungestüme Catriona, die auch die Jägerin genannt wird, soll Megaera finden, die Tochter der Silbernen Rose, die nach dem Tod ihrer Mutter spurlos verschwunden ist. Tatsächlich kann Catriona das Mädchen am englischen Königshof aufspüren. Doch damit beginnt ein Kampf gegen Mächte, denen selbst die waffenkundige Cat hilflos gegenüber steht. Doch wenn sie ihr Leben und ihre Liebsten retten will, muss sie diesen Kampf gewinnen …

Meine Einschätzung:
Das ist eindeutig nicht mein Lieblingsband dieser Serie, was aber hauptsächlich an der männlichen Hauptperson Martin liegt. Der stellt sich in meinen Augen gar zu blöd an, ist starrsinnig, hastig und wenig raffiniert.
Aber wie in allen Büchern der Serie, spielen ja die Frauen die Hauptrollen und die sind wieder wunderbar besetzt mit der jungen, geheimnisvollen Megaera, der draufgängerischen Cat, der weisen Ariane und natürlich den beiden mächtigen Königinnen.
Ich lese sehr, sehr gerne, wie die Autorin sich die Tudor-Königin Elisabeth vorstellt, welche dunklen Verschwörungen an ihrem Hof im Gange sind und nicht minder interessant und obendrein noch unheimlicher geht es am französischen Hof zu. Herrlich.
Ich mag auch die Erzählweise der Autorin, die wunderbar in die Zeit paßt und ist das Cover nicht auch bemerkenswert hübsch?

Mein Fazit:

„Die Jägerin“ ist wieder ein spannender, historischer Roman mit starken Frauenfiguren und einer großen Prise Magie. Ich würde empfehlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das macht mehr Spaß :-).

Arnim, Matthias von: Piagnolia

Genre: Roman, historisch

Klappentext:
Frühjahr 1934: Mussolinis Italien steht vor der Fußballweltmeisterschaft, und der „Duce“ setzt alles daran, dass es keinen anderen Sieger als eben Italien geben wird. Bestechungsgelder werden in Cafes übergeben, Dopingmittel in die Trinkflaschen der Spieler gekippt, Schiedsrichter werden ausgetauscht, bestochen oder gleich um die Ecke gebracht.
Oberst Briccone soll als Handlanger Mussolinis die Geschicke der WM lenken. Seine Gegenspieler sind der Ex-Soldat Guido Ventura aus Piagnolia, einem Dorf nahe Florenz, und der Sportreporter Nick Soriano aus New York. Gemeinsam mit Piagnolias kommunistischem Bürgermeister, dem Dorfpfarrer, einem etwas trotteligen Bauern und einer gewitzten jungen Frau versuchen die beiden, die Pläne der Faschisten zu durchkreuzen.
Der rasante Fußballkrimi nimmt die vielen Ungereimtheiten der WM 1934 als historischen Hintergrund auf und verknüpft sie – immer mit einem Augenzwinkern – mit dem fiktiven Geschehen rund um die liebenswerten Bewohner Piagnolias.

Meine Einschätzung:
Wer meinen Blog schon ein Weilchen verfolgt, hat ja schon gelesen, dass ich mir vorgenommen habe, auch mal zu unbekannten Autoren zu greifen und/oder mir nicht vertraute Themen vorzunehmen.
Und mit diesem Roman habe ich sozusagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen :-).
Wirklich lustig daran ist, dass ich mich eigentlich „Null Komma Null“ für Fußball interessiere und ob der Begeisterung meines fußballverrückten Freundeskreises nur irritiert den Kopf schütteln kann.
In diesem Roman werden aber keine langweiligen Fußballspiele geschildert, sondern Ereignisse, fiktive und reale, rund um die WM im faschistischen Italien. Kurzweilig und unterhaltsam erzählt der Autor, wie es sich zugetragen haben könnte, daß einige Mannschaften überhaupt nicht antreten konnten, während Außenseiter plötzlich im Halbfinale standen, wie es zu irritierenden Schiedsgerichtsentscheidungen gekommen sein könnte und warum die favorisierten Österreicher verloren. Großartig! Keine Minute langweilig.
Besonders gut haben mir die Szenen gefallen, wenn der Autor schildert, wie die Bewohner Piagnolias vor den Radios sitzen und sich die Übertragung der Spiele anhören. Das können wir uns heute kaum noch vorstellen, oder?
Interessant und liebenswert sind auch die Protagonisten Guido, der Bürgermeister, der Pfarrer und natürlich Nick, der Journalist, aber auch die Gegner und Nebenfiguren werden sehr lebendig geschildert.
Die Geschichte ist gut durchdacht und hat aus meiner Sicht keinerlei Schwächen und außerdem hat mir der Stil des Autors ungemein gut gefallen. Der Mann kann schreiben! Da kann sich so mancher Bestsellerautor aber mal ’ne Scheibe abschneiden.

Wenn diese endlos langen 90-minütigen Fußballspiele dieser WM mit diesen, zu wehleidigen Modells und/oder Bodybuildern mutierten Fußballern (boah, das war jetzt fies …) nur ein Viertel so unterhaltsam, witzig und spannend wären, wie dieser Roman von Matthias von Arnim, dann könnte ich mich glatt zum Gucken überreden lassen.

Mit „Piagnolia“ hat mich der Autor an die schlauen, gewitzten beiden Italiener Don Camillo und Peppone erinnert (nur die etwas Älteren werden sich an dieses geniale Duo noch erinnern ;-)). Die Verfilmung dieser Geschichten habe ich geliebt. Noch eine andere Filmgeschichte schoß mir sofort durch den Kopf, als die Bürger von Piagnolia zur Selbsthilfe greifen und einen Wettbetrug gegen die Betrüger planen: „Der Clou“ mit Robert Redfort (1973) ist einer meiner ewigen Lieblingsfilme.

„Piagnolia“ ist im Verlag „Die Werkstatt“ erschienen, der viele Fußballrelevante Bücher verlegt. (Wir haben natürlich das große Eintracht-Buch dieses Verlages zu Hause ;-), was sonst?). Das Cover ist sehr schlicht. Mir gefällt es richtig gut, aber ob es „bestsellertauglich“ ist???

Mein Fazit:
Ich möchte Euch „Piagnolia“ ans Herz legen, wenn Ihr mal eine ganz andere, charmante, witzige, unterhaltsame, gut recherchierte, wunderbar geschriebene Geschichte aus dem Italien der 30iger Jahr lesen wollt. Dass Fußball eine große Rolle spielt, stört nicht weiter ;-).

Gilbers, Harald: Germania

Genre: Roman, Krimi

Kurzbeschreibung:
In der zerbombten Reichshauptstadt macht ein Serienmörder Jagd auf Frauen und legt die verstümmelten Leichen vor Kriegerdenkmälern ab. Alle Opfer hatten eine Verbindung zur NSDAP. Doch laut einem Bekennerschreiben ist der Täter kein Regimegegner, sondern ein linientreuer Nazi. Der jüdische Kommissar Richard Oppenheimer, einst erfolgreichster Ermittler der Kripo Berlin, wird von der Gestapo reaktiviert. Für Oppenheimer geht es nicht nur um das Überleben anderer, sondern nicht zuletzt um sein eigenes. Womöglich erst recht dann, wenn er den Fall lösen sollte. Fieberhaft sucht er einen Ausweg aus diesem gefährlichen Spiel.

Meine Einschätzung:
Das Leben in Berlin im ständigen Bombardement gegen Ende des zweiten Weltkrieges muß furchtbar gewesen sein. Der Autor beschreibt das sehr detailreich, bildhaft und beklemmend. Noch viel schlimmer ergeht es den noch verbliebenen Juden, die in kleinen „Judenhäusern“ zusammengepfercht werden, keinen Anspruch auf Nahrungsmittelkarten haben und jeden Tag abgeholt werden können. Als nachts plötzlich die SS in Oppenheimers Schlafzimmer steht, rechnet er nicht ernsthaft damit, den nächsten Tag zu erleben.
Aber ein junger Nazi-Offizier, der mit den Ermittlungen einer heiklen Mordserie betraut wurde, braucht die Unterstützung des erfahrenen Ermittlers und so balanciert der jüdische Kommissar auf einem haarscharfen Schwert, immer bedroht durch seine Herkunft.
Mich hat dieser Roman begeistert! Der Autor schafft es, die trostlose, angsterfüllte, misstrauische Stimmung der Berliner Bevölkerung einzufangen. Die hoffnungslose Lage der Juden, die bizarre Weltanschauung der Nazis, den in alle Lebensbereich hineinragenden Parteiapparat, die Nazi-Progaganda im Gegensatz zu den heimlich übermittelten Nachrichten, all das vermittelt er dem Leser überzeugend, ohne dabei belehrend zu sein. Das hat mir richtig gut gefallen.
Auch der Kriminalfall wird von Harald Gilbers spannend und nachvollziehbar aufbereitet und der Leser kann den Ermittlern Schritt für Schritt folgen – durch ein zerstörtes Berlin.
Die Hauptfiguren Oppenheimer, der Nazi-Offizier Vogler und die Widerstandskämpferin Hilde sind interessante, dreidimensionale Figuren, deren Gedanken und Handlungen mich bewegt haben. Einzig Oppenheimers Ehefrau bleibt leider etwas blass.
Der Schreibstil des Autors ist irgendwie unaufgeregt und flüssig lesbar und ausnehmend gut gefällt mir auch das schwarz-weiße Cover.

Mein Fazit:
Wer heute Berlin besucht, mit seinen prachtvollen Plätzen und Bauten, vergißt leicht (oder weiß vielleicht nicht), dass die Stadt und ihre Bewohner vor 70 Jahren einen Weltuntergang erlebten. Harald Gilbers Roman trägt dazu bei, das nicht zu vergessen. Ich sage nur: LESEN!

Meyer, Kai: Die Winterprinzessin

Genre: Hörspiel, historischer Roman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Geisterseher
Teil 2: Die Winterprinzessin

Kurzbeschreibung:

Karlsruhe 1813: Wilhelm und Jacob Grimm erreichen den Hof des Großherzogs – mit einem Empfehlungsschreiben Goethes in der Tasche. Doch gleich nach ihrer Ankunft werden sie Zeugen von Mord und Erpressung. Was hat es mit dem Kind auf sich, dem ein englischer Lord ebenso nachjagt wie eine Gruppe indischer Priester – und welche Rolle spielt die exotische Prinzessin Jade in diesem Spiel …? – Nach „Die Geisterseher“ der zweite große Fall der Brüder Grimm

Meine Einschätzung:
Auch der zweite Teil dieser Serie wurde als Hörspiel in meinen Ohren großartig umgesetzt. Die Stimmen der Sprecher passen einfach wundervoll zu den Figuren und jedes Detail ist stimmig. Es gibt eine Szene in Goethes Arbeitszimmer, da hört man die Standuhr ticken, das Feuer im Kamin knistern. Richtig schön.
Die Geschichte, die sich Kay Meyer für die beiden Grimm-Brüder ausgedacht hat, war mir allerdings etwas zu wild. Mir hätte es gereicht, das Versteckspiel um einen angeblichen Enkel Napoleons zu verfolgen, aber noch dazu kampferprobte, im Kamasutra bewanderte indische Prinzessinnen mit einem Fakir im Gefolge, abtrünnige Jesuiten-Mönche und gestaltwandelnde Vogelmenschen, die hinter Jakob und Wilhelm her sind? Das zeugt von einer überbordenden Fantasie des Autors :-), ist aber auch einzigartig, überraschend und spannend.

Mein Fazit:
„Die Winterprinzessin“ ist ein ganz tolles Hörspiel einer wilden, spannenden Geschichte, in der Goethe mal wieder seine Finger drin hat ;-).

Meyer, Kai: Die Geisterseher

Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Geisterseher
Teil 2: Die Winterprinzessin

Kurzbeschreibung:
Hochkarätig besetzter Hörkrimi um die Ermordung Friedrich Schillers.
Unruhige Zeiten im Weimar von 1805. Erst bricht ein Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen Faust aufführt, dann liegt Schiller sterbenskrank danieder. In diese Szenerie platzen die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre Aufwartung machen wollen. Sie erhalten von Schiller ein letztes vollendetes und versiegeltes Manuskript, mit der Bitte, es seinem Freund Goethe zu überbringen. Am nächsten Morgen ist Schiller tot – offenbar vergiftet durch eine Medizin, die die Brüder Grimm ihm im Auftrag Goethes verabreichten. Eine spannende Suche nach einem verschwundenen Manuskript beginnt. – Historische Personen und Ereignisse mischen sich im Hörspiel mit Elementen aus der Welt der Mythen, Sagen und Märchen und lassen so einen spannenden, historischen Krimiplot entstehen. Die sechs CDs haben eine Spiellänge von zirka 300 Hörspielminuten, als Sprecher sind u. a. mit dabei Andreas Fröhlich ( Die drei ??? ), Marius Clarén (Synchronsprecher von Tobey Maguire), Markus Pfeiffer (Colin Farell) sowie Grimme-Preisträger Matthias Habich.

Meine Einschätzung:
Kai Meyer erzählt fantastisch gute Geschichten und dieses Mal bemächtigt er sich sogar Goethes, Schillers und der Gebrüder Grimm und läßt sie in ein gruselig, schauriges Abenteuer voller mysteriöser Bösewichte und Geheimbünde schliddern.
Der Klang von Pferdehufen auf Pflastersteinen, dunkle Gestalten, die durch Schatten huschen, zwei junge Schriftsteller, die das Abenteuer suchen, geheimnisvolle Gräfinnen mit stummen Dienern, grauenvolle Morde, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, … Cool.
In diesem Hörspiel wird die Geschichte einfach nur grandios umgesetzt. Die Stimmen der Mitwirkenden sind großartig besetzt, die musikalische Untermalung ist sehr stimmungsvoll und schön und die Geräuschkulisse herrlich.
Hach, ich gerate ins Schwärmen.
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, bin ich ein ganz, ganz großer Fan von Hörspielen. Das habe ich wohl irgendwie aus meiner Kindheit rübergerettet. Allerdings scheinen mir Hörspiele gerade ziemlich unmodern zu sein, denn in keinem der vielen Bücherblogs, die ich lese, wurde in den vergangenen Jahren über ein Hörspiel berichtet. Hörbücher ja, aber Hörspiele Fehlanzeige. Merkwürdig.
Und weil es so wenig zu diesem Thema gibt, habe ich beschlossen, mich tiefer in diese Materie einzuarbeiten und in meinem Blog dem Thema eine eigene Seite zu widmen. Ich werde mich nach Hörspielverlagen und Hörspielproduktionen umgucken (und umhören :-)) und vielleicht kann ich ja jemanden von Euch mit meiner Begeisterung anstecken???

Mein Fazit:
Und wieder ein grandioses Hörspiel nach einer Geschichte von Kai Meyer!

Berger, Ruth: Eisweihnacht

Genre: Weihnachtsbuch, Roman

Kurzbeschreibung:
Wenn aus Wünschen Wunder werden … Frankfurt 1844: Der Waisenjunge Josua wird auf die Straße gesetzt. Halberfroren trifft er auf Elise Best, die allerdings eigene Sorgen hat: Ihr Vater hat soeben den Bankrott des Geschäftes verkündet. Elise soll sofort heiraten, um ihre Versorgung zu sichern. Dummerweise hat sie ein lahmes Bein, und der einzige sich anbietende Heiratskandidat ist ein alter Pfarrer. Ein Weihnachtswunder muss her, das sowohl ihr als auch dem kleinen Josua aus der Patsche hilft … doch gibt es solche Wunder überhaupt?

Meine Einschätzung:

Was für ein wundervolles, kitschfreies Weihnachtsbuch. Ruth Berger schildert das historische Frankfurt im Winter realistisch und liebevoll und erzählt die Geschichte einer ganz normalen Frankfurter Kaufmannsfamilie.
Genau das Richtige für einen kuschligen Adventssonntag mit Plätzchen und Tee.
Ein Tipp für Fans historischer Roman: vor einigen Jahren las ich von der Autorin „Gretchen“, was mir auch sehr, sehr gut gefallen hat.

Mein Fazit:
Ein wunderbares Weihnachtsbuch, das im historischen Frankfurt spielt.

Di Fulvio, Luca: Das Mädchen, das den Himmel berührte

Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbracht hat, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Betrüger zu einem berühmten Arzt? Und wie wird ein junges Mädchen ohne Perspektive zu einer einflussreichen Modeschöpferin?
Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto findet sich das gesamte Panorama des Lebens.

Meine Einschätzung:
Dieser Roman hat alle Zutaten, die ich mag: Venedig, kleine Betrüger, Frauen, die aus ihrem Leben das Beste machen wollen, ein Hauptmann voller Ideale, Intrigen, Morde, eine romantische Liebesgeschichte, 1000 Seiten …
Was will ich also mehr?
Gute Frage??? Ich bin einfach nicht in diese Geschichte reingekommen, ich mochte keinen der Protagonisten und angesichts der vielen ekelerregenden, medizinischen Szenen (Amputationen und Co.) war ich genervt, dabei bin ich eigentlich nicht sehr empfindlich.
Außerdem finde ich das Cover unpassend, denn mit der Geschichte hat es wieder mal nichts zu tun.
War vielleicht einfach das falsche Buch zur falschen Zeit (Lesekreispflichtlektüre).

Mein Fazit:

Ein opulenter historischer Roman, der ganz sicher begeisterte Leser zu Hauf finden wird.

Austen, Jane: Emma

Genre: Roman, historisch, Liro

Kurzbeschreibung:

Die 21-jährige Emma Woodhouse ist wohlhabend, schön und der strahlende Mittelpunkt der Gesellschaft im beschaulichen Highbury. Das angenehme Leben mit ihrem etwas lebensfremden Vater genießt sie in vollen Zügen und denkt nicht daran, ihre Unabhängigkeit für eine Heirat aufzugeben. Im Glauben an ihre vollkommene Menschenkenntnis beschließt sie jedoch, zumindest für Verbindungen unter ihren Freunden zu sorgen, und richtet damit ein Gefühlschaos an, das bald auch ihr eigenes Glück bedroht.

Meine Einschätzung:
Eva Matthes liest „Emma“ grandios und an dieser Stelle möchte ich auch unbedingt darauf hinweisen, dass es sich um eine ungekürzte Fassung handelt, was ich wirklich toll finde.

Mein Fazit:
Uneingeschränkt empfehlenwert für alle Freundinnen Jane Austens :-).

Mayer, Gina: Das Maikäfermädchen

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
„Maikäfer flieg – der Vater ist im Krieg“ Sommer 1945. Deutschland liegt in Trümmern, von Düsseldorf sind nur noch Ruinen übrig. Die Hebamme Käthe Mertens leidet unter der Trennung von ihrem Mann Wolf, der im Krieg verschollen ist. Eines Nachts taucht eine junge Frau bei ihr auf. Ingrid ist schwanger und völlig verstört. Sie will Käthe nicht sagen, wer der Vater ihres Kindes ist, sondern summt immer nur die Melodie von „Maikäfer flieg“. Käthe zögert nicht lange, sie hilft Ingrid, indem sie in einer halb zerstörten Arztpraxis eine Abtreibung vornimmt. Ingrid verschwindet nach dem Eingriff spurlos, aber wenige Wochen später erscheint ein anderes junges Mädchen bei Käthe, das ebenfalls schwanger ist. Zusammen mit ihrer Freundin Lilo beschließt Käthe, bedrängten Frauen zu helfen – trotz der Gefahr, als „Engelmacherin“ im Gefängnis zu landen. Dann taucht Ingrid wieder auf, erneut schwanger, und beginnt Käthe zu erpressen. Die berührende Geschichte zweier Frauen im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland – ein Roman über Suche, Wahrheit und die Kraft, sein Leben zu meistern.

Meine Einschätzung:
Das ist die sehr bewegende Geschichte zweier Frauen, die nach Kriegsende um das nackte Überleben ihrer Familien kämpfen. Ich habe schon einige Geschichten, die diese Zeit betreffen, gelesen. Das ist die Zeit meiner Großmütter gewesen, die sie als Jugendliche oder junge Erwachsene durchleiden mußten und deshalb interessiert sie mich so. Frau Mayer beschreibt die Figuren sehr realistisch und lebensnah. Da wird nichts beschönigt oder verklärt betrachtet. Knapp und schnörkellos erzählt sie von den grauenvollen, tragischen und traurigen Ereignissen, aber auch von den Hoffnungsschimmern am Horizont.

Mein Fazit:
Wer sich für das Schicksal deutscher Frauen in der Nachkriegszeit interessiert, wird mit „Maikäfermädchen“ einen gut recherchierten, unschwülstig Roman in die Hände bekommen.

Meyer, Kai: Loreley

Genre: Fantasy, historischer Roman, Hörspiel

Kurzbeschreibung:
Auf einer Klippe hoch über dem Rhein ruft ein kleines Mädchen aus einem vergitterten Brunnenschacht. Noch ahnt Ailis, die beim Burgschmied in die Lehre geht, nichts von dem dunklen Geheimnis der Gefangenen. Doch dann geraten Menschen in den Bann des Teufels in Kindsgestalt, und der magische Lockruf der Loreley droht, das Land ins Verderben zu reißen. Nur Ailis kann die Gefahr noch abwenden. Ihr Weg führt sie in das rätselhafte Reich des Spielmannszaubers. – Mit renommierten Schauspielern erweckt das Hörbuch das bekannte Mittelalterepos der Loreley als Geistergeschichte für die Ohren wieder zum Leben.

Meine Einschätzung:
Vorweg: Das wird eine Lobeshymne!!! 🙂
Selten war ich soooooooooooooo begeistert von einem Hörbuch, in diesem Fall einem Hörspiel. Ich habe alles um mich herum vergessen und bin in eine gruselige, mittelalterliche Welt eingetaucht, die mich absolut gebannt hat.
Ich bin unweit des Loreley-Felsens am Rhein aufgewachsen und diverse Schulausflüge haben uns dorthin oder an den Drachenfelsen geführt, dazu die vielen Burgruinen, es ist wahrlich eine magische Gegend und so habe ich die Landschaft, von der erzählt wird, natürlich immer vor Augen …
Und natürlich kenne ich das romantische Lied von Heinrich Heine auswendig *grins* und diese romantische Interpretation der Sage hat absolut nichts mit der Geschichte von Kai Meyer zu tun. Und das ist gut so.
Kai Meyer erzählt die Geschichte zweier Mädchen, die auf einer rheinnahen Burg gemeinsam aufwachsen und deren Freundschaft durch ein seltsames Ereignis, das Ailis widerfährt, zerbricht. Ailis, die über ein sagenhaftes Gehört verfügt, kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur und ihre Beharrlichkeit und ihr Eigensinn machen sie zu einer belächelten Außenseiterin, während ihre Freundin, eine junge Adlige, zur Heirat mit einem Ritter gedrängt wird.
Es ist eine großartige Geschichte, in der es edle Ritter, gewitzte Spielleute, ehrbare Handwerker, ungerechte Väter und undurchsichtige Burgherren gibt. Aber auch magische Wesen bevölkern die Szenerie und mehr als einmal hatte ich Gänsehaut vor Grusel.
Kai Meyer erzählt diese Geschichte grandios und wortgewaltig. Mich hat er ja schon mit der Trilogie der „Die Fließenden Königin“ und „Arkadien brennt“ sehr beeindruckt, aber mit „Loreley“ erweckt er das Mittelalter zum Leben.
Und diese wundervolle Geschichte wurde in ein geniales Hörspiel umgesetzt. Die musikalische Untermalung mit mittelalterlichen Instrumenten und Melodien – sagenhaft. Sämtliche Geräusche und Stimmen – absolut überzeugend. Die Erzählerin – großartig.
Ich habe noch nie ein besseres Hörspiel gehört und war wirklich traurig, als die fünf Stunden vorbei waren.

Mein Fazit:
Dieses Hörspiel „Loreley“ von Kai Meyer ist das beste Hörspiel, das ich bisher gehört habe. Ein unbedingtes Muß für alle Freunde mittelalterlicher Geschichten und Hörbuchfans. Davon sollte es mehr geben!

Morell, Leon: Der sixtinische Himmel

Genre: Historischer Roman
strong>Kurzbeschreibung:
Italien, Anfang des 16. Jahrhunderts. Der junge Aurelio kommt nach Rom, um dort beim größten Bildhauer seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarroti. Gerade hat der Papst diesen gegen seinen Willen mit einem Deckenfresko für die Sixtinische Kapelle beauftragt. Missmutig macht sich der Künstler ans Werk. Nachts jedoch erschafft er aus weißem Marmor das Bildnis der Frau, die keiner jemals sehen darf: die Kurtisane des Papstes. Aurelio verliebt sich unsterblich in die geheimnisvolle Schöne. Doch seine Liebe wird nicht nur ihm zum Verhängnis

Meine Einschätzung:
Dieser historische Roman liest sich richtig flott und wer sich für die Künstler und Kunstwerke der italienischen Renaissance interessiert, vielleicht eine Rom-Reise plant oder hinter sich hat, der darf sich über diesen Roman freuen.
Ausführlich schildert der Autor, wie es zum einzigartigen Deckengemälde in der sixtinischen Kapelle gekommen ist und warum der Papst ausgerechnet Michelangelo, den Bildhauer damit beauftragte. Erwartungsgemäß wird Michelangelo als kauziger Perfektionist beschrieben, der nahe am künstlerischen Wahnsinn gebaut hat. Geschildert wird die Geschichte aus Sicht eines Bauernsohnes, der seinen Lebenstraum erfüllt hat und Assistens Michelangelos wurde.
Der Leser begegnet auch anderen herausragenden Künstlern dieser Zeit und wandelt durch das sehr anschaulich geschilderte Rom um 1500.
Mir persönlich ging die Geschichte nicht genug in die Tiefe. Das Handwerkerteam um Michelangelo bleibt blass, ich habe keinerlei Vorstellung davon, wie die Herren aussahen, etc. und auch an anderer Stelle hätte ich mir mehr „Tiefgang“ gewünscht.
Richtig klasse fand ich die Umschlaggestaltung, denn diesen kann man auffalten und sich das Deckengemälde anschauen.

Mein Fazit:
Ein unkomplizierter, historischer Roman mit Michelangelo und der Renaissance im Zentrum.

Donnelly, Jennifer: Die Wildrose

Genre: Roman (historisch)

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Teerose
Teil 2: Die Winterrose
Teil 3: Die Wildrose

Kurzbeschreibung:
Die Herzen von Willa Alden und Seamus Finnegan schlagen für die Gipfel der Welt – und füreinander. Doch auf einer schicksalhaften Bergtour erleidet Willa einen Unfall und ist fortan für ihr Leben körperlich gezeichnet. Voller Vorwürfe wendet sie sich von Seamus ab – die Trennung bricht ihm das Herz. Jahre später kreuzen sich ihre Wege ein zweites Mal, und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt …

Meine Einschätzung:

Wenn ich bei Sparks eben bemängelt habe, dass dort überhaupt nichts passiert, habe ich bei der „Wildrose“ auf jeder Seite den Atem angehalten, vor Spannung, was der Autorin noch alles einfallen könnte. ;-).
Ebenso wie die Vorgängerromane (die man unbedingt verständnishalber vorher lesen sollte), geht es in diesem Roman oppulent, turbulent, dramatisch und natürlich spannend zu. Eingebettet in die Ereignisse kurz vor und während des ersten Weltkrieges wird zusammen mit einem komplexen Spionageplot die Familiengeschichte der Finnegans weitergesponnen.
Alle geliebten Figuren aus den vorhergehenden Bänden haben ihren Auftritt und entwickeln sich weiter, aber Willa und Seamus spielen natürlich die Hauptrolle. Gemeinsam mit den Hauptfiguren staunt man über die Schönheit des Himalaya, lernt die Bewohner der arabische Wüste kennen, erlebt die Anfänge der Frauenbewegung in England und schaut sich in den Armenvierteln Londons um.
Mein einziger, klitzekleiner Kritikpunkt ist, dass die Autorin an manchen Stellen dann doch übertrieben hat. Willa lernt fast jede geschichtsträchtige Gestalt ihrer Zeit persönlich kennen (den Dalai Lama, Lawrence of Arabia, …) und außerdem verkettet die Autorin fast alle Charaktere schicksalhaft miteinander, das war dann schon ein wenig viel Zufall für meinen Geschmack.
Aber trotzdem ist „Die Wildrose“ ein wunderschöner Schmöker, der mich in Atem gehalten hat.

Mein Fazit:

Wieder ein oppulenter Roman mit exotischen Schauplätzen und interessanten, liebenswerten Figuren.