Adler-Olsen, Jussi: Erbarmen

Genre: Krimi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Erbarmen
Teil 2: Schändung
Teil 3: Erlösung
Teil 4: Verachtung
Teil 5: Erwartung
Teil 6: Verheißung
Teil 7: Selfies

Kommissar Carl Moerk geht mit seiner provokativen, mürrischen Art sämtlichen Kollegen auf die Nerven. Ein Rauswurf kommt nicht in Frage, da Carl vor Kurzem im Dienst angeschossen, ein Kollege getötet und einer schwerst verletzt wurde. Deshalb wird er in den Keller abgeschoben, in eine neu geschaffene Abteilung zur Untersuchung unaufgeklärter Kriminalfälle aus ganz Dänemark. Das ist Carl ganz recht, der sich mit Selbstvorwürfen quält und nur noch seine Ruhe haben will. Als „Mädchen für Alles“ wird ihm der Syrer Assad zur Seite gestellt, der sämtliche Tätigkeiten, sei es Büroputzen, Akten sortieren, den Chef chauffieren oder Kaffee kochen klaglos erledigt. Assad hat aber zweifellos noch viele weitere Talente, ein Gespür für Kriminalfälle und eine undurchsichtige Vergangenheit und wird schnell zum unentbehrlichen Partner für Carl, der sich das nie eingestehen würde.
Der erste Fall, den sich die beiden vornehmen, wirft bald Fragen auf. Eine junge, erfolgreiche Politikerin verschwindet spurlos von einer Fähre. Sämtliche Ermittlungen verlaufen im Sande. Jahre vergehen und die Frau wird für tot erklärt. Aber Carl und Assad stoßen auf massive Ermittlungsfehler und plötzlich wird aus dem lahmen Versuch, einen Jahre zurückliegenden Mord aufzuklären, ein Wettlauf der Zeit.
Ohne Frage, das ist ein superspannender Krimi und der Autor versteht es, die Spannung aufrecht zu erhalten.
Die Charaktere sind vielschichtig und symphatisch angelegt.
Obwohl Carl von Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen gequält wird und sich am liebsten im Bett verkriechen würde, drängen ihn seine Instinkte, Rätsel zu lösen und offenen Fragen in Zusammenhang mit Kriminalfällen zu klären. Dabei macht er sich nicht immer beliebt, denn er bevorzugt den geraden Weg und er hätte sicher keine Karriere als Diplomat gemacht.
Der Autor gelingt es auch gekonnt, das Leben des Opfers zu Beschreiben, die Beziehung zu ihrem behinderten Bruder und nicht zuletzt die entsetzlichen Qualen, die sie erleiden muß.
Sehr symphatisch, dabei aber auch geheimnisvoll, unberechenbar, gewitzt und ein klein wenig unheimlich ist mir Assad. Wer und was ist der Syrer? Auf die Klärung dieser Frage können wir hoffentlich im nächsten Band hoffen.

Fazit: Obwohl ich nicht gerade ein ausgewiesener Fan nordeuropäischen Krimis bin, da mir die Ermittler in den meisten Fällen einfach zu depressiv sind und die Geschichten zu düster, werde ich Jussi Adler-Olsen ganz sicher treu bleiben.

3 thoughts on “Adler-Olsen, Jussi: Erbarmen

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