Green, Simon R.: Der Träumende Turm – Der Dämonenkrieg (3)


Genre: Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Regenbogenschwert – Der Dämonenkrieg 1
Teil 2: Unter dem blauen Mond – Der Dämonenkrieg 2
Teil 3: Der träumende Turm – Der Dämonenkrieg 3
Teil 4: Einst unter blauem Mond – Der Dämonenkrieg 4


Kurzbeschreibung:

Während das Heldenpaar Prinz Rupert und Prinzessin Julia unter den Decknamen Falk und Fischer durch die Lande ziehen, reißt andernorts der Kontakt zu einer der wichtigsten Grenzfestungen des Waldkönigreichs ab.
In Ermangelung einer Heldentruppe entsendet man Duncan MacNeil mit einer Gruppe Waldläufer zu der Zitadelle. Bei ihrer Ankunft finden sie die Festung jedoch verlassen vor, alles weist auf ein grauenhaftes Verbrechen hin.
Als Duncan und seine Getreuen tiefer in die Zitadelle vordringen, wird ihnen bald klar, dass ein uraltes Übel unter der Festung erwacht ist – und über all dem erhebt sich ein blauer Mond.

Meine Einschätzung:
„Der träumende Turm“ könnte eigentlich auch als Einzelband durchgehen, denn Falk und Fischer, die Hauptfiguren der Serie kommen überhaupt nicht vor. Mich hat das aber nicht gestört, denn die Geschichte der Waldläufer, die ausgeschickt werden, einen Außenposten zu überprüfen, der sich nicht mehr meldet, ist richtig, richtig spannend. Die Figuren sind interessant, die Geschichte ist schräg, bizarr, witzig, die Gegenspieler sind fies und die Feinde mächtig.
In Greenscher Manier wird mit dem Schwert gemetzelt, gezaubert, bis alle Magie aufgebraucht ist und auch noch in der aussichtslosesten Situation haben die Helden einen flotten Spruch auf der Lippe.
Ich mag den ironischen, witzigen Erzählton der Geschichte sehr.

Mein Fazit:
Spannend, kurzweilig, witzig, schräg und unterhaltsam. So mag ich Fantasy am liebsten.

Sam Feuerbach: Der Seelenspeer (5)


Genre: Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:

Erste Trilogie – Lehrjahre
Teil 1: Die Auftragsmörderin
Teil 2: Der Schwertmeister
Teil 3: Die Sanduhr

Zweite Trilogie – Königsweg
Teil 4: Die Myrnengötting
Teil 5: Der Seelenspeer
Teil 6: Der Verräter

Kurzbeschreibung:

Wer Ruhe sucht, muss die Unruhe töten. Logisch. Sie macht sich auf den Weg zu ihrer Kindheit. Denn auch die Auftragsmörderin war mal ein kleines Mädchen. Doch dann passiert ausgerechnet ihr dieser verhängnisvolle Fehler.
Die Hand des Schwertmeisters ballt sich zur Faust. Bevor sie in den Krieg zieht, sucht sie den magischen Speer. Ohne Vorwarnung stehen der Kleine und der Unscheinbare vor schier unlösbaren Aufgaben.

Meine Einschätzung:

Oh, oh! Dachte ich, als ich diese Folge hörte. Herr Feuerbach geht wirklich nicht zimperlich mit seinen Figuren um. Eine große Seeschlacht endet tragisch und auch für Karek und seine Freunde sieht es mehr als schlecht aus.

Mein Fazit:
Meine Fantasy-Entdeckung des Jahres! Tolle, vielschichtige Geschichte mit vielen interessanten Charakteren.

Ryan, Anthony: Das Lied des Blutes – Rabenschatten 1

Genre: High Fantasy

Reihenfolge der Serie „Rabenschatten“:
Teil 1: Das Lied des Blutes
Teil 2: Tower Lord (noch nicht übersetzt)
Teil 3: Queen of Fire (noch nicht übersetzt)

Kurzbeschreibung:
Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. »Er besaß viele Namen. Noch nicht einmal dreißig Jahre alt war er im Lauf der Geschichte bereits reich mit Titeln beschenkt worden: ›Schwert des Königs‹ hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; ›Junger Falke‹ für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; ›Dunkelklinge‹ für seine cumbraelischen Feinde und ›Rabenschatten‹ für die geheimnisvollen Stämme des großen Nordwaldes.«

Meine Einschätzung:
750 Seiten epische Fantasy! Uff :-)!
Die Motive der Saga sind bewährt: eine Gruppe von kleinen Jungs, die in einem Orden zu Kriegern ausgebildet werden; eine mittelalterliche Welt mit feudalistischen, grausamen Herrschern; eine geheimnisvolle Gabe, die das eine Volk als Ketzerei verabscheut und vom anderen Volk für eine Gabe der Götter gehalten wird.
Der Autor erzählt die Geschichte gekonnt, mit Zeitsprüngen, anderen Erzählperspektiven und trotz der zahlreichen Personen, Ländern und Konflikten wird der geneigte Leser nicht überfordert. Die Hauptfiguren sind alle detailreich gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter.
Vaelin ist mir persönlich allerdings ’ne Spur zu naiv und ehrenhaft. Manchmal mußte ich wirklich eine kurze Lesepause einlegen, weil ich schon absehen konnte, dass seine unbesonnenen Handlungen in einer Katastrophe für ihn enden würden …
Obwohl ich durchaus eine gute Schlacht zu schätzen weiß, war mir der militärische Anteil im Mittelteil der Geschichte doch ein wenig zu viel, aber ich denke, dass Freunde des Schwert- und Bogenkampfes ihre helle Freude daran haben werden. Mein Neffe war jedenfalls begeistert ;-).
Ich bin also nicht ganz zufrieden mit der Geschichte, denn sie konnte mich nicht immer mitreißen, sie hat mich nicht komplett gepackt und vom Schlafen abgehalten.

Mein Fazit:
Gut geschriebene, epische Schwert-Magie-Fantasy, aber mir hat etwas gefehlt: Überraschungen, neue Ideen???

Diem, Angelika: Der Baeldin-Mord

Genre: Fantasy, Kurzroman

Kurzbeschreibung:
Mord ist niemals gut. Auch wenn es „nur“ eine Kammerzofe trifft. Die rein zufällig auf einem Schloss Dienst tut, auf dem sich eine politisch wichtige Heirat anbahnt. Warum aber fühlt sich die Königin gefordert, einer bloßen Zofe wegen eine ihrer fähigsten Ermittlerinnen in die nördliche Provinz zu schicken? Vollstreckerin Caitlynn stellt schnell fest, das ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Unschuldige fühlen sich schuldig, viele Schlossbewohner haben ein Motiv, und Caitlynns Magie stößt an ihre Grenzen. War die Zofe am Ende doch nicht so unwichtig?

Meine Einschätzung:
Eine mittelalterliche Welt, eine zugige Burg, eine selbstgefällige Adelsfamilie mit besonderen telepathischen Fähigkeiten, ein grausamer Mord, politische Intrigen, Spionage und eine junge Frau als Ermittlerin, die auf den ersten Blick der Aufgabe nicht gewachsen zu sein scheint. Klingt nach einer spannenden Geschichte, oder :-)?
Die Autorin hat interessante Charaktere geschaffen, allen voran Caitlynn, die mir sehr sympathisch war. Und da ich mittelalterliche Gesellschaften gerne mag, hat mir ihr Weltenentwurf auch sehr gut gefallen. Es gibt eine klare gesellschaftliche Hierarchie, Berufsstände, deren Mitglieder man an festgelegten tätowierten Zeichen erkennt und Ausbildungszentren (die Türme), die Magier, Heiler und Diplomaten/Spione ausbilden.
Das ist vielleicht keine sensationelle, neue Idee, aber gut durchdacht. Genauso gut durchdacht ist auch der Kriminalfall, den Caitlynn lösen muß. Ich fand die Geschichte spannend erzählt, unterhaltsam und gut geschrieben.
Bedauerlicherweise ist es nur eine sehr kurze Geschichte (116 Seiten). Es gibt zwar noch einen weiteren Band mit drei Kurzgeschichten, die von Caitlynns Jugend erzählen, aber ich würde mir wünschen, dass sich Angelika Diem Zeit nimmt, um aus ihrer Idee einen richtig schönen, satten Fantasy-Roman zu basteln.
Das Büchlein ist im Machandel Verlag (den ich hier gerne mal verlinke) erschienen und sehr schön aufgemacht. Die filigranen schwarz-weiß Zeichnungen in Innenteil haben mir besonders gut gefallen, wohingegen das Cover wahrscheinlich Geschmacksache ist ;-).

Mein Fazit:
Eine kurze, unterhaltsame, klassische Fantasy-Geschichte, die Lust auf mehr macht.

PS: Angelika Diem und der Machandel-Verlag sind sozusagen der Auftakt zu meinem Vorhaben: „Entdecke neue Autoren und Verlage“.
In letzter Zeit bin ich immer mal wieder unzufrieden mit meinem Lesestoff bzw. mit meinem Bücherwunschzettel. Manchmal kommt es mir so vor, als gäbe es überhaupt nichts Neues, Interessantes zu entdecken. Geh ich in eine Buchhandlung, liegen immer gleich riesige Stapel mit den Top 10 der Bestsellerlisten herum, aber nach Überraschungen oder Geheimtipps suche ich oft vergeblich.
Und auch auf vielen Bücherblogs werden oft die gleichen Bücher zur gleichen Zeit besprochen, so dass ich schon gar keine Lust mehr habe, so ein Buch zu lesen. (Wie kommt das eigentlich? *stirnrunzel* Verschicken die Verlage tatsächlich soooo viele Rezi-Exemplare?)
Regelrecht ärgern muß ich mich, wenn ich merke, dass Verlage auf einen Erfolgszug aufspringen und gnadenlos erfolgreiche Konzepte abkupfern. Manchmal verstecken sich dahinter natürlich auch Bücher, die ich toll finde, aber als halbwegs mündige Leserin mag ich diese Schubladen-Technik nicht besonders.
Richtig sauer bin ich auch, wenn Serien mittendrin abgesetzt werden. Natürlich müssen die Verlage auch wirtschaftlich arbeiten, aber da muß doch auch eine Mischkalkulation möglich sein, oder? Serienleser sind doch meistens auch Vielleser und sollten Verlage die nicht besonders verhätscheln???
Und richtig blöd finde ich es, wenn Verlage das Layout einer Serie nach 2 oder 3 Bänden ändern, gerne auch das Format der Bücher, so dass das richtig Mist im Regal aussieht. Grmpf.
Und deshalb gucke ich mich jetzt mal jenseits der großen Verlage um, denn anscheinend gibt es dort die ein oder andere versteckte Perle zu entdecken!