Naam, Ramez: Nexus (1)


Genre: Sci-Fi, Hörbuch

Reihenfolge der Trilogie:

Teil 1: Nexus
Teil 2: Crux
Teil 3: Apex

Kurzbeschreibung:
Die Nano-Droge ermöglicht es einem, sich mental mit anderen Menschen und mit den Datenströmen des Internets zu verbinden. Der US-Behörde ERD ist Nexus jedoch ein Dorn im Auge.Sie zwingen den jungen Programmierer Kaden Lane, einen der Miterfinder von Nexus, sich bei einer skrupellosen chinesischen Wissenschaftlerin einzuschleusen. Sie plant, die gesamte Menschheit zu unterwerfen. Doch auch die Behörden gehen für Nexus über Leichen.

Meine Einschätzung:
Diesen Wissenschafts-Sci-Fi habe ich mit großer Begeisterung gehört. Wissenschaftlern ist es gelungen, das menschliche Gehirn mittels einer Droge direkt mit dem Internet bzw. auch direkt mit anderen Menschen zu verbinden. Der Roman schildert, welche Möglichkeiten und Gefahren diese Technik birgt und wie Menschen damit umgehen. Die Fragen, die aufgeworfen werden, sind absolut aktuell und auf unsere derzeitige technische Entwicklung übertragbar und das fand ich sehr interessant. Diese, teilweise philosophischen Fragestellungen sollten in der Gesellschaft, Politik und Wissenschaft schon jetzt diskutiert werden :-).
Aber keine Bange, „Nexus“ ist auch ein unglaublich spannender, rasanter Thriller mit Supersoldaten, Undercover-Agenten, Terroristen, skrupellosen Politikern, künstlichen Intelligenzen und buddistischen Mönchen. Großartig.
Bei mir kam keine Minute Langweile auf, ich hatte jede Menge Stoff zum Nachdenken und die nächsten Teile werde ich gerne und bald hören.
Uve Teschner liest dieses Hörbuch wieder großartig, ein Genuss für meine Ohren :-).#

Mein Fazit:
Großartige Sci-Fi-Geschichte: spannend, philosophisch und actionreich.

Clement, Jennifer: Gebete für die Vermissten

Genre: zeitgenössischer Roman

Kurzbeschreibung:

Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. »Gebete für die Vermissten« beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin.

Meine Einschätzung:
Was für eine bewegende Geschichte! Mehrfach mußte ich ganz tief durchatmen, um die Schicksale dieser armen Frauen in Mexiko ertragen zu können. Die Autorin hat mehrere Jahre recherchiert und verarbeitet in ihrem Roman die Schicksale vieler mexikanischer Frauen, die unter dem Drogenkrieg und der korrupten Polizei und Politik zu leiden haben. Das ist absolut erschütternd!
Wer denkt schon an solche Schicksale, wenn er in Cancun am Strand liegt und leckere Cocktails trinkt???
Mich läßt das Buch ratlos zurück. Wie soll man diesen Menschen helfen, deren Leben von Armut und Angst gezeichnet ist? Drogenbosse, die sich wie feudalistische Märchenkönige aufführen und mit einer Grausamkeit das Land regieren, dass es einem dem Atem verschlägt?

Mein Fazit:
Lest dieses bewegende Buch und empfehlt es weiter.

Simukka, Salla: So rot wie Blut

Genre: Jugendbuch, Thriller, Jugendthriller

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: So rot wie Blut
Teil 2: noch nicht erschienen
Teil 3: noch nicht erschienen

Kurzbeschreibung:
Als Einzelgängerin hält sie sich aus allem raus – bis Lumikki die tropfnassen Geldscheine auf einer Wäscheleine entdeckt und in eine gefährliche Geschichte hineingezogen wird. Was für ihre Mitschüler als dummer Streich begann, entwickelt sich schnell zu einer Hetzjagd auf Leben und Tod. Die 17-Jährige muss sich im gnadenlosen Drogengeschäft zurechtfinden, in dem nur eine Währung zählt: Blut. Wem kann sie noch trauen?

Meine Einschätzung:

Wow, was für eine gute Geschichte! Lumikki (finnländisch: Schneewittchen) ist eine ganz besondere, interessante Hauptfigur, die mich ein klein wenig an Lisbeth Salander aus der Trilogie von Stieg Larsson erinnerte.
Mobbing, Drogenmissbrauch, Alkoholismus, zerrüttete Ehen, korrupte Polizisten, Teenager, denen es an Zielen und Vorbildern mangelt – das ist kein leichter Stoff …
Die Geschichte ist spannend, teilweise brutal, düster und voller kleiner Hinweise auf die tragische Vergangenheit von Lumikki, die hoffentlich in den nächsten Bänden weitergeführt werden.
Ich hatte das große Vergnügen die Autorin auf der Buchmesse bei einer Lesung zu erleben. Sie ist unglaublich sympathisch und es hat großen Spaß gemacht, ihrer Lesung auf finnisch zu lauschen. Man versteht kein einziges Wort :-).


Mein Fazit:

Wir brauchen noch viele weitere starke Mädchen- und Frauenfiguren ohne Prinzessinnen- und Barbie-Allüren im Jugendbuchbereich, die hoffentlich auch unsere Töchter und Söhne begeistern!

Schneider, Anna: Bald wird es Nacht Prinzessin

Genre: Jugendbuch, Thriller

Kurzbeschreibung:
Nova liegt reglos auf dem Boden, ihre Augen starren ins Leere. Was ist in dieser Nacht passiert? Die einzigen Zeugen schweigen und Nova kann ihre Geschichte nicht erzählen, weil sie seither im Koma liegt. Doch Daniel ahnt, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Zusammen mit Novas bester Freundin Jessi macht er sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit.

Meine Einschätzung:
Während ich mich mit „Evermore – Die Unsterblichen“ gelangweilt habe, habe ich Anna Schneiders neuen Jugendthriller in einem Rutsch durchgelesen.
Über den Inhalt will ich jetzt gar nicht viel verraten, denn sonst geht den zukünftigen Lesern die Spannung flöten und spannend ist die Geschichte. 🙂
Kann man sich Leute auf einer Party vorstellen, die sich kaum kennen, die sich einen Schnurz darum kümmern, wenn es jemandem schlecht geht? Oder dass den Partygästen heimlich was ins Glas geschüttet wird? Ja, ich kann mir das durchaus vorstellen, denn ich kenne solche Geschichten aus dem Bekanntenkreis und die Autorin beschreibt das sehr realitätsnah.
Sehr glaubhaft beschreibt sie auch das Gefühlskarussel von Jessie, der besten Freundin des Opfers, die einerseits ein unsicheres, junges Mädchen ist, aber andererseits legt sie sich mit den richtig bösen Jungs an, um Nova zu helfen. So sehen moderne Heldinnen aus!
Ganz besonders gelungen und berührend finde ich die Abschnitte mit dem Video-Tagebuch von Nova, die durch eine chronische Erkrankung eine ganz eigene Sicht auf das Leben hat. Da auch Daniel ein tragisches Ereignis in seinem Leben verarbeiten muß, ist dieser Thriller alles anderes als locker, leichtes Lesefutter.
Es geht in dieser Geschichte um nichts Geringeres als das Leben, den Tod, wahre Freundschaft, Gier, Neid, Schuld, Erwachsenwerden und nicht zuletzt um die Liebe.
Ein schönes Schmankerl aus meiner Sicht ist übrigens der Schauplatz der Geschichte: Frankfurt! Gut recherchiert, liebe Autorin ;-).
Ich mag auch den Schreibstil der Autorin sehr gerne, schnörkellos, flüssig und ohne unnötigen „Jugendslang“.
Mein einziger Kritikpunkt: Das Buch ist mit 221 Seiten einfach zu kurz! Meine Tochter wird das Ding an einem regnerischen Nachmittag verschlingen ;-). Ist aber wahrscheinlich eine Verlagsvorgabe …
Apropos Verlag. Erschienen ist der Thriller bei Thienemann unter dem Label (nennt man das so?) planet girl und wird somit in die Kategorie „Mädchenbücher“ geschoben, die Jungs garantiert nicht anrühren. Ist doch schade, oder? Dieser Thriller wäre ganz sicher auch für Jungs spannend. Tun sich die Verlage mit dieser Kategorisierung einen Gefallen?

Mein Fazit:
Nach „Blut im Schuh“ hat Anna Schneider ein weiteres spannendes Jugendbuch mit Tiefgang geschrieben, das mir richtig gut gefallen hat!

Brockmann, Suzanne: Mindhunter – Tödliche Gabe

Genre: (Mystery)Thriller, paranormal

Kurzbeschreibung:

Der ehemalige Navy SEAL Shane Laughlin lässt sich von einem geheimnisvollen Institut, wo Menschen mit besonderen mentalen Fähigkeiten ausgebildet werden, als Testsubjekt engagieren. Am Institut begegnet Shane der hübschen Michelle Mackenzie wieder, die ihm nach einem One-Night-Stand nicht mehr aus dem Kopf will. Doch Michelle besitzt eine ebenso faszinierende wie gefährliche Gabe.

Meine Einschätzung:
Ein junges Mädchen wird auf der Straße entführt und von ihrer älteren Schwester als vermißt gemeldet, was allerdings niemanden so recht interessiert.
Ein Ex-Seal reißt mit seinen letzten Dollars eine junge Frau auf, um sich ein warmes Schlaf-Plätzchen zu sichern, wird aber gleichzeit von ihr „aufgerissen“, weil sie seine Hilfe braucht.
Eine absolut verhängnisvolle, neue Designerdroge erobert den amerikanischen Markt, deren Abhängige ohne Ausnahme dem Tode geweiht sind.
Und was verbindet diese drei Elemente miteinander? Eine geheime Forschungsstation, in der Menschen mit merkwürdigen, starken mentalen Kräften untersucht und ausgebildet werden.
Das ganze Szenario hat mich sofort an die X-Men-Geschichte erinnert.
Die Hauptfiguren von „Mindhunter“ sind allerdings nicht so comic-mäßig überzeichnet (- naja, vielleicht doch ein klein wenig – von wegen überirdisch gut aussehend 😉 ).
Der Thriller-Anteil der Geschichte, nämlich die Entführung und die Suche nach dem jungen Mädchen, deren grauenvolle Gefangenschaft und der Rettungsversuch sind richtig spannend und zum Teil ganz schön grausam, hätte aber auch ganz ohne den „übersinnlichen“ Aspekt sicher gut funktioniert.
Der übersinnliche Aspekt der Geschichte hat mich nicht so ganz überzeugt. Es gibt Menschen, mit unterschiedlich stark ausgeprägten telepathische und telekinetischen Fähigkeiten und es gibt Menschen ohne diese Fähigkeiten. Die Fähigkeiten werden in einer Skala von 1 bis 100 gemessen, sind aber bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Der eine kann Gedanken lesen, aber nicht übertragen, der andere kann präzise Gegenstände von A nach B bewegen und der nächste ganze Häuser in die Luft sprengen. Aber diese Fähigkeiten sind zum Teil unvorhersagbar und die Wissenschaftler in dieser Forschungsstation haben meiner Meinung nach dilettantisch nach dem Prinzip Versuch und Irrtum gearbeitet und das über Jahre und deshalb erfolglos. Und dann – O Wunder – finden sie heraus, dass diese Fähigkeiten sogar noch gesteigert werden können, durch Sex! Und da wird es dann wirklich etwas albern *kopfschüttel*.
Dann gibt es natürlich, wie bei Lyx nicht anders zu erwarten :-), den Liro-Faktor. Ein ganz süßes, schwules Paar findet zueinander, was die Autorin wirklich sehr nett und glaubhaft beschreibt und dann braucht natürlich unser Ex-Seal eine Partnerin, die allerdings einiges an Problemen mit sich herumschleppt und obendrein eigensinnig, stur und bockig ist. Diese sehr sexlastige, problembehaftete Beziehung konnte mich nicht wirklich überzeugen. Und die dritte Liebesgeschichte hat mich verwirrt. (Falls jemand von Euch die Geschichte von Joseph und Anna verstanden hat, bitte ein pn an mich ;-)). Ich glaube ja, dass das Problem von Joseph und Anna durchaus mit einer vernünftigen Versuchsanordnung 😉 zu klären wäre, aber daran scheitert eben die Glaubwürdigkeit der Geschichte, wie ich finde. (Klingt jetzt total kryptisch, aber ich weiß auch nicht, wie ich das erklären soll, ohne zu viel zu verraten)
Trotz dieser zahlreichen Kritikpunkte meinerseits bin ich doch durch diesen seitenstarken Mystery-Thriller durchgehechelt, denn die Autorin schreibt flüssig, rasant, flapsig und stellenweise auch witzig.

Mein Fazit:
Wenn man die Story nicht zu sehr hinterfragt und Lust auf einen actionreichen Mystery-Thriller mit X-Men- und Liro-Faktor hat, dann kann man mit den Mindhuntern ein paar unterhaltsame Lesestunden verbringen :-).

PS: Es scheint noch einen zweiten Teil zu geben, der ist aber noch nicht übersetzt. Hm, ich würde schon gerne wissen, ob Joseph und Anna noch zusammenfinden ;-).

Pynchon, Thomas: Natürliche Mängel (abgebrochen)

Genre: (Hippie)-Krimi

Klappentext:
1970: Der junge Hippie-Detektiv Larry „Doc“ Sportello betreibt in L.A. ein Büro mit dem zweideutigen Kürzel LSD (Lokalisierung, Sicherheitschecks, Detektei). Er bekommt den Auftrag, beim Bodyguard eines Immobilienhais Schulden einzutreiben. Als doc aus einem in grellem Neon-Pop gehaltenen Marihuana-Rauch aufwacht, kreis allerdings das Gesicht von Lieutenant Bigfoot Bjornsen über ihm; die blutüberströmte Leiche des Bodyguards daneben sieht aus wie ein frisch geschlachteter Truthahn. Der Immobilienhai selbst ist entführt worden, und Bigfoot, der Leuten gern seine Stacheldrahtsammlung zeigt, mag keine Hippies …

Meine Einschätzung:
Schade, nach 80 Seiten habe ich aufgegeben. Ich mag ja durchaus skurille Geschichten, aber mit diesem Krimi konnte ich überhaupt nichts anfangen. Zum Teil war es so, als würde ich einen Text in einer fremden Sprache lesen, denn der Autor verwendet Slang-Ausdrücke für irgendwelche Drogengeschichten und aus dem Surfermilieu, die mir absolut nichts sagen und die ich deshalb nicht verstehe. Außerdem kann ich auch mit den detaillierten Ortsangaben nicht anfangen, da ich die Gegend überhaupt nicht kenne. Auch die Dialoge zwischen den Protagonisten sind überaus anstrengend zu lesen, da sie auch mit Slangausdrücken gespickt sind und in einer Umgangssprache, wie sie in einen drittklassigen Kinofilm paßt.
Wahrscheinlich muß man die Zeit selbst erlebt haben, Erfahrungen mit Drogen haben und Kalifornien lieben, damit man sich in diesem Krimi zurecht findet ….

Mein Fazit:
Schräger Krimi, für mich unlesbar …