Kunrath, Barbara: Schwestern bleiben wir immer


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
»Katja ist meine kleine Schwester, aber sie war immer schon die Selbstbewusstere von uns beiden. Sie ist es bis heute. Die Leute denken, ich sei die Stärkere, weil ich älter bin, größer und kräftiger. Aber das stimmt nicht.« Alexa hat sich immer gekümmert. Um ihre beiden Kinder, ihren Mann Martin, um den Haushalt und den Garten. Und nebenbei um das Grab ihrer Tochter Clara, die so früh sterben musste, und um das ihrer Mutter. Ihre Schwester Katja dagegen ist ganz anders: schön, selbstbewusst und unabhängig. Dann stellt sich heraus, dass die Mutter den Schwestern ihr Leben lang die Wahrheit über ihre Vergangenheit verschwiegen hat. Gemeinsam machen sich Alexa und Katja auf die Reise …

Meine Einschätzung:
Zwei Schwestern, die nach dem Tod der alleinerziehenden, kaltherzigen, schwierigen Mutter auf ihnen unverständliche Hinweise zur Familiengeschichte stoßen und sich auf die Suche nach Antworten machen. Die eine Schwester ist ebenfalls alleinerziehend und hat große Probleme mit dem pubertierenden Sohn, die andere Schwester, die sich ganz dem Ehemann und der Familie verschrieben hat, sieht sich plötzlich mit dem Ende der Ehe konfrontiert.
Die Autorin beschreibt das Leben der beiden Frauen sehr gut, ohne Übertreibungen und nachvollziehbar.
Das ist sicher ein gutes Buch, aber ohne den Lesekreis hätte ich es nicht gelesen, weil ich genau solche Geschichten lebensnah kenne. Das ist auch der Grund, warum ich zeitgenössische Romane/Frauenromane ungern lese. Die schreibt mein Leben bzw. die Leben meiner Umwelt schon selbst, täglich, zum Teil noch trauriger, noch dramatischer und warum soll ich dann fiktive Geschichten lesen???

Mein Fazit:
Frauenschicksale, wie das Leben schreibt. Gut geschrieben, aber nicht mein Fall.

Austen, Jane: Stolz und Vorurteil


Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
„Stolz und Vorurteil“ erzählt von den Mühen der Familie Bennet, fünf Töchter standesgemäß unter die Haube zu bringen. Auf der Suche nach passenden Heiratskandidaten betreten die jungen Frauen einen knallharten Heiratsmarkt, der nicht nach Gefühlen, sondern nur nach wirtschaftlichem Wert fragt.

Meine Einschätzung:
Nachdem ich „Im Hause Longbourn“ fertig gelesen hatte, mußte ich zwangsläufig auch „Stolz und Vorurteil“ lesen. Das ging gar nicht anders :-). Und tatsächlich, die Dienstboten kommen eigentlich überhaupt nicht vor. Ziemlich versnobt, oder? ;-).
Trotzdem habe ich die Geschichte von Lizzy und Darcy wieder mit großem Vergnügen gelesen. Die Dialoge sind herrlich, die Sprache so elegant, die Geschichte so liebenswert – herrlich und auch nach 200 Jahren unterhaltsam.

Mein Fazit:
„Stolz und Vorurteil“ ist DER Liebesroman (Liro) und ich werde ihn sicher noch häufiger lesen oder in den Verfilmungen bestaunen. Ein absoluter Klassiker, der für mich seinen Reiz nicht verlieren wird.

Hilderbrand, Elin: Winterglanz


Genre: Roman, zeitgenössisch, Weihnachtsbuch

Kurzbeschreibung:
Kelley Quinn ist ein glücklicher Mann: Er ist Besitzer des „Winter Street Inn“, einer hübschen Pension auf Nantucket, und stolzer Vater von vier erwachsenen Kindern. Jetzt steht das Fest der Liebe vor der Tür, und Kelley freut sich auf besinnliche Feiertage im Kreis der Familie. Als er allerdings seine Gattin Mitzi dabei erwischt, wie sie den eigens angeheuerten Weihnachtsmann küsst, ist an Besinnlichkeit nicht mehr zu denken. Mit vier Kindern, die um ihre eigenen Probleme kreisen, bleibt es nun an Kelleys Exfrau Margaret hängen, das Weihnachtsfest im „Winter Street Inn“ zu retten …

Meine Einschätzung:
Meine Vorliebe für weihnachtliche Romane habe ich ja schon gebeichtet 😉 und „Winterglanz“ ist ein recht moderner Weihnachtsroman mit allen Zutaten, die ich so mag: ein kleines Familiendrama, eine große Weihnachtsparty, eine hübsche Pension, in der ich gerne mal Urlaub machen würde und lauter liebenswerte Protagonisten mit kleinen Macken und großen Problemen. Die ganze Geschichte gerät aber nicht nora-roberts-gleich zu süßlich-kitschig, sondern bleibt bodenständig und glaubhaft, denn auch im echten Leben lassen sich nicht alle Probleme lösen.

Mein Fazit:
Ein sehr netter, moderner Weihnachtsroman, den ich gerne gelesen habe.

Heijden, van der A.F.Th.: Das Biest


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Knallgelb ist das Staubtuch, das Tante Tiny stets mit sich führt, um es bei Bedarf blitzschnell und ungeniert zu zücken – gern auch, wenn sie bei anderen zu Gast ist. Tientje Putz nennt man sie in der Familie, vorsichtshalber jedoch nur hinter ihrem Rücken. Denn so weich ihr Staubtuch ist, so scharf und verletzend kann ihre Zunge sein, mit der sie über Leichen geht. Ihr Neffe Albert Egberts – den wir aus van der Heijdens schon fast sagenhaftem Zyklus Die zahnlose Zeit kennen – verfolgt das Treiben seiner jungen, attraktiven Tante aus nächster Nähe, befremdet und gleichzeitig fasziniert. Es dauert Jahre, bis er entdeckt, was sie ein Leben lang antreibt, was in stillschweigender familiärer Übereinkunft geheim gehalten wird.

Meine Einschätzung:

Ein Roman, den ich im Rahmen unseres Lesekreisvorhabens, Buchmessegastlandautoren kennenzulernen, gelesen habe.
Der Autor beschreibt eine ganz konservative, niederländische Familie aus der unteren Mittelschicht und das gelingt ihm auch sehr gut.
Die Hauptfigur Tiny ist nicht gerade eine Protagonisten, die ich ins Herz schließe. Sie ist egozentrisch, bösartig und eine Lügnerin und meiner Ansicht nach läßt sich das nicht alles mit einer „schweren“ Kindheit erklären.
Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, sind die inzestuösen Episoden zwischen Tante und Neffe. Diese schwülen Jung-Männer-Phantasien finde ich gräßlich und verleiden mir das Lesen.
Es gibt natürlich auch einige nachdenkenswerte Aspekte in diesem Roman, wie z.B. der Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen, aber in Summe bleibt festzuhalten: Ich mochte diesen Roman nicht. Kein bisschen.

Mein Fazit:
Ein niederländisches, realitätsnahes Familiendrama, das mir aus verschiedenen Gründen nicht gefallen hat.

Sendker, Jan-Philipp: Herzenstimmen


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Herzenhören
Teil 2: Herzenstimmen

Kurzbeschreibung:
Zehn Jahre ist es her, dass Julia Win aus Burma als anderer Mensch zurückgekehrt ist. Doch mittlerweile hat sie das rastlose westliche Leben und ihre Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei wieder eingeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Halbbruders U Ba, und eine fremde, innere Stimme beginnt zu ihr zu sprechen. Bald erkennt sie, dass sie noch einmal zurück muss nach Burma, um dem Geheimnis dieser Stimme auf den Grund zu gehen und die Quelle ihres persönlichen Glücks wiederzuentdecken.

Meine Einschätzung:
Hach, ich weiß auch nicht. Während ich vom ersten Teil „Das Herzenhören“ noch begeistert war, hat mich „Herzenstimmen“ nicht wirklich überzeugt. Ich fand Julia dieses Mal richtig unsympathisch und konnte nicht nachvollziehen, warum sie ausgerechnet Juristin in einer unmenschlichen Kanzlei geworden ist, nachdem sie schon mal so intensiv in einen andere Welt eingetaucht war. Außerdem fand ich die Idee dieser inneren Stimme nicht gut und ohne zu verraten, was sich dahinter verbirgt: mir war diese Geschichte einfach zu düster und traurig und stellenweise nicht nachvollziehbar.
Trotzdem habe ich die Geschichte fertig gelesen, denn der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil und ich mag die Bilder, die er in meinem Kopf erschafft.
Die Geschichte nimmt auch irgendwann einen positiven Verlauf, was mein sensibles Leserherzchen versöhnt hat, dass einfach gerne Happy-Ends hat :-).


Mein Fazit:

„Herzenstimmen“ konnte mich nicht überzeugen, weil mir die Geschichte zu traurig war und ich nicht gerne von leidenden Kindern lese.

Allende, Isabel: Der japanische Liebhaber


Genre: Roman

Kurzbeschreibung:

Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit.

Isabel Allende erzählt von Freundschaft und der unentrinnbaren Kraft einer lebenslangen Liebe. Davon, wie Zeit und Zwänge über eine solche Liebe hinweggehen und sie verwandeln, in Verbundenheit, Wehmut und ein leises Staunen – darüber, schon so lange gemeinsam unterwegs zu sein.

Meine Einschätzung:

Ich hatte das große Glück, die Autorin im November 2015 live bei einer Lesung mit Interview erleben zu dürfen. Was für ein quirliges, lebenslustiges Persönchen :-). Im schwarzen Glitzerdress und schelmisch funkelnden Augen plauderte die Autorin aus dem Nähkästchen und war mir unglaublich sympathisch.
Ich habe fast alle ihre Bücher gelesen und liebe ihre opulenten, fantasievollen Geschichten sehr.
Die Literaturkritik wiederum springt nicht gerade zimperlich mit Frau Allende und ihrem neuesten Roman um und äußert harsche Kritik, z.B. „Groschenromanödnis“, keine Überraschungen, „Trivialliteratur, die gnadenlos heruntererzählt wird“.
Hm.
Das mag ja alles stimmen, aber ich finde die Geschichte von Alma sehr berührend und Frau Allende geht so liebevoll, ehrlich und pragmatisch mit dem Thema Krankheit, Altern und Sterben um.
Natürlich bedient sie sämtliche Klischees und übertreibt an der einen oder anderen Stelle gnadenlos (begabte Malerin mit Down-Syndrom, schwuler Ehemann, Kinderpornographie, Hippie-Altersheim, …), aber meine Erfahrung hat mich gelehrt: das wirkliche Leben ist oft genauso: voller Klischees und verrückter Zufälle und verrückter Menschen, also warum darf man das nicht in einem Roman schreiben???
Ich habe mich jedenfalls bestens mit der Geschichte unterhalten. Sie ist bildreich, opulent, voller interessanter Charaktere und Orte und überhaupt nicht langweilig.
Jetzt ärgere ich mich, dass mich die negativen Kritiken der letzten drei Bücher der Autorin davon abgehalten haben, diese zu lesen. Daran sieht man mal, wie ich mich doch davon beeinflussen lasse. „Mayas Tagebuch“, „Amandas Suche“ und „Ein diskretes Wunder“ werden also auf meiner Leseliste 2016 wandern.

Mein Fazit:
„Der japanische Liebhaber“ ist ein typischer Allende :-), humorvoll, unterhaltsam, fantasievoll, voller Farben und Gerüche, reich an Familiengeschichten und hat mir ausnehmend gut gefallen.

Archer, Jeffrey: Spiel der Zeit (1)

Genre: Historischer Roman

Reihenfolge der Clifton-Saga:
Teil 1: Spiel der Zeit
Teil 2: Das Vermächtnis des Vaters
Teil 3: Erbe und Schicksal
Teil 4: Im Schatten unserer Wünsche
Teil 5: Die Wege der Macht
Teil 6: Möge die Stunde kommen

Kurzbeschreibung:
England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Meine Einschätzung:
Eine ganze Weile habe ich um Schmöker dieser Kategorie einen weiten Bogen gemacht. Ken Follets Jahrhundert-Trilogie steht vorwurfsvoll und von mir ungelesen im Bücherregal, denn seine 100derte Seiten füllenden Beschreibungen der Pestausbrüche in Europa aus „Tore der Welt“ waren mir irgendwann zuviel.
Jeffrey Archers Geschichte hingegen läßt keinerlei Langeweile aufkommen. Aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt er eine spannende Geschichte über Liebe, Egoismus, Standesdünkel, Freundschaft, Mutterliebe, Familiengeheimnisse, Ehrenhaftigkeit und Loyalität. Anfangs habe ich beführchtet, dass der Wechsel der Erzählperspektiven zu ermüdenden Wiederholungen führen würde, aber dem ist nicht so. Vielmehr wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Beteiligter intensiv beleuchtet und man lernt die Protagonisten viel besser kennen, als bei einem auktorialen Erzähler.
Über die Geschichte selbst will ich gar nicht viel verraten, denn sie ist voller Geheimnisse und Überraschungen und am Ende ist mir tatsächlich ein Sch… entschlüpft. 😉

Mein Fazit:
Ein sehr britischer, historischer Roman, der mir großen Lesespaß gemacht hat.

Hawkins, Karen: Küsse wild wie die Highlands

Genre: Liro

Reihenfolge der Serie “Hurst Amulett”:
Teil 1: Verführt in einer schottischen Nacht
Teil 2: Küsse wild wie die Highlands
Teil 3: A Most Dangerous Profession (noch nicht übersetzt)
Teil 4: The Taming of a Scottish Princess (noch nicht übersetzt)

Klappentext:
„William, ich bin verzweifelt!“ Flehend blickt die junge Marcail in die zornigen Augen des Mannes, den sie einst liebte – und eigentlich nie wieder sehen wollte. Doch nun ist der kühne Seefahrer ihre letzte Hoffnung. Denn nur mit einer antiken Schatulle aus seinem Besitz kann die schöne Schauspielerin ihre Familie vor einem mysteriösen Erpresser retten. Als William sich weigert, ihr zu helfen, stiehlt sie das Objekt. Erst nach der Übergabe holt er sie ein und gesteht, dass er ebnfalls erpresst wird. Es gibt nur eine Lösung: Sie müssem dem Schurken das Handwerk legen. Die Verfolgungsjagd führt mitten in die Highlands – und weckt sinnliche Erinnerungen …
(Quelle: Cora)

Meine Einschätzung:
Dieser Sommer hat es in sich und wenn die Temperaturen mal wieder über 30 Grad Celsius steigen, dann freut sich mein überhitztes Hirn auch wieder über einen netten, leichten Liro ;-).
Und in diesem Liro gibt es eine beherzte, junge Frau mit einem familiären Geheimnis, einen jungen Mann, dessen Herz gebrochen wurde, ein geheimnisvolles Döschen, hinter dem eine ganze Reihe von Menschen her sind, eine Verfolgungsjagd per Kutsche und Pferd, eine Explosion, eine geheimnisvolle Erpresserin und eine Reihe von draufgängerischen Brüdern, deren Geschichten bestimmt auch noch erzählt werden.

Mein Fazit:
So ein Cora-Liro zwischendurch geht immer :-). Hat fast therapeutischen Wirkung, hilft gegen Hitzestress oder Leseflauten.

Allen, Sarah Addison: Das Wunder des Pfirsichgartens

Genre: Liro, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Über einer idyllischen Kleinstadt liegt ein Hauch von Magie in der Luft …
In einer idyllischen Kleinstadt in North Carolina führt Willa Jackson einen gemütlichen Laden, der mit herrlichem Gebäck und Kaffee lockt. Dann allerdings gerät ihr Leben ziemlich durcheinander, als die alte Villa, die einst im Besitz der Jacksons war, renoviert wird. Plötzlich flattert ihr mit der Einladung zur Neueröffnung nicht nur ein Mann ins Haus, sondern auch die umtriebige Paxton Osgood, die den Umbau leitet. Zusammen entdecken die beiden jungen Frauen im Garten des Anwesens ein Familiengeheimnis, das allerlei wunderliche Dinge in Gang bringt …

Meine Einschätzung:
Zeitgenössiche Liros stehen ja eher selten auf meinem Speise – ääähhhh, Leseplan, aber ich habe von der Autorin schon vor einigen Jahren einen ganz niedlichen Liro gelesen (Mein zauberhafter Garten) und als ich die Rezi zu diesem Liro bei …(Hilfe, wo war das nur?) las, mußte ich dieses Buch einfach auch haben :-).
Seufz! Und es ist wirklich richtig süß und unterhaltsam, vielleicht ein klein wenig vorhersehbar, aber das ist mir in diesem Fall egal.
Ich mag einfach diese Südstaaten-Romantik, besonders wenn sie mit einem einem Hauch von Magie gewürzt ist und zur Krönung erfreut mich die Autorin noch mit einem „Kaffeeorakel“ ;-): „Sag mir, wie Du Deinen Kaffee trinkst und ich weiß, was Du für ein Mensch bist!“

Mein Fazit:
Lust auf einen cremigen Cappucchino mit einer köstlichen, bittersüßen Kakaopraline in Buchform? Bitte sehr!

Sendker, Jan-Philipp: Das Herzenhören

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Die Suche nach ihrem vermissten Vater führt Julia Win von New York nach Kalaw, einem malerischen, in den Bergen Burmas versteckten Dorf. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief ihres Vaters an eine unbekannte Frau hat sie an diesen magischen Ort geführt. Hier findet sie nicht nur einen Bruder, von dem sie nichts wusste, sondern stößt auch auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert.

Meine Einschätzung:

Zu diesem Buch gibt es bestimmt schon viele, schöne Rezis, deshalb mache ich hier mal kein langes Gedöns.

Mein Fazit:
„Das Herzenhören“ ist eine anrührende, exotische Familien- und Liebesgeschichte in einer poetischen, wunderschönen Sprache.

PS: Ich habe entdeckt, dass gerade eine Fortsetzung dieser Geschichte erschienen ist. Die wird sicher auch den Weg auf meinen Wunschzettel finden :-).

Lüpkes, Sandra: Nordseesommer

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Niemand ist eine Insel. Was für ein Urlaubsstart: Das Piratennest am Deich wurde doppelt vermietet! Dabei wollte Frauke eine halbwegs entspannte Zeit mit ihrem pubertierenden Sohn verbringen. Auch Henning mit seiner quirligen Tochter steht dumm da. Was tun? Kurzerhand teilen sich die Vier das Ferienhaus. Doch der Ärger ist vorprogrammiert, denn jeder will die Tage anders gestalten. Und schon bald gehen sie sich ganz schön auf die Nerven. Eine gemeinsame Familie spielen ist gar nicht so einfach – eine gemeinsame Familie bilden erst recht nicht …

Meine Einschätzung:
Weil ich natürlich auch im Urlaub die Bücherwelt im Auge behalte ;-), habe ich am Urlaubsort eine Lesung entdeckt. In einem wunderschönen Ambiente mit direkten Blick auf die Nordsee, Kite-Surfer und Dünenlandschaft habe ich der äußerst sympathischen Sandra Lüpkes gelauscht, die aus „Nordseesommer“ gelesen hat. Sie ist übrigens eine ausgezeichnete Vorleserin (was man nicht von allen Autoren sagen kann) und zudem noch eine ausgebildete Sängerin, die uns im Anschluß an die Lesung mit einem witzigen, schwarzhumorigen, umgedichteten Lied vom Kuckuck unterhalten hat. Ein wirklich schönes Lese-Event und ich würde Sandra Lüpkes SOFORT in meinem Wohnzimmer willkommen heißen, wenn es sich machen ließe. Sie schreibt übrigens auch Krimis.
Nun zum Buch: Die Geschichte zweier alleinerziehender Menschen, die sich unfreiwillig ein Ferienhaus teilen müssen, ist ganz niedlich und kurzweilig (und kurz: 77 Seiten). Außerdem ist das Buch ganz wundervoll von Ole West illustriert und ich habe natürlich eine sehr nette Widmung bekommen :-).

Mein Fazit:
Ich habe eine sehr sympathische Autorin kennengelernt, deren Krimis ich im Auge behalten werde :-).

Riley, Lucinda: Das Mädchen auf den Klippen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ein Haus an den Klippen. Eine schicksalhafte Liebe. Ein Mädchen auf der Suche nach seiner Mutter
Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. – Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.

Meine Einschätzung:
Zeitgenössische romantische Romane gehören im Moment nicht wirklich zu meinen Favoriten, aber da mir „Das Orchideenhaus“ von der gleichen Autorin ganz gut gefallen hat, habe ich diesen Roman nach einem Jahr aus dem SuB befreit.
Da die Autorin einen sehr schönen Schreibstil hat und es einige, sehr schöne Rückblenden in die 1920iger Jahre gibt, habe ich diese traurig/tragische Geschichte zweier Familien ganz gerne gelesen.

Mein Fazit:
Ein schöner Familienroman mit Happy-End :-).

Bender, Aimee: Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Als Rose an einem strahlenden Frühlingstag kurz vor ihrem neunten Geburtstag in ein Stück Zitronenkuchen beißt, den ihre Mutter für sie gebacken hat, muss sie feststellen, dass zwischen den frischen Zitronen, dem Zucker und der Butter eindeutig ein Hauch Traurigkeit liegt. Und plötzlich schmeckt der Marmeladentoast ihres Bruders Joseph seltsam abwesend, das Roastbeef ihres Vaters nach Schuldgefühlen, ein Sandwich nach großer Verliebtheit: Jeder Bissen offenbart mehr, als Rose lieb ist – und erst im Laufe der Jahre lernt sie, mit ihrer Gabe umzugehen.Ein herzzerreißender, komischer Familienroman, der uns die Frage stellt, wie viel wir wirklich von unseren Liebsten wissen.

Meine Einschätzung:
Die Grundidee dieses Romans ist ganz interessant. Rose kann am Geschmack ihres Essens erkennen, woher es kommt, ob die Person, die es geerntet oder gekocht hat, glücklich oder zornig oder traurig war und je nach dem, wie stark diese Gefühle ausgeprägt waren, wird das Essen für Rose manchmal unerträglich. Deshalb bevorzugt sie maschinell hergestellte Lebensmittel, die neutral schmecken.
So findet sie auch ein Geheimnis ihrer Mutter heraus, die zwar liebevoll ist, aber oft mit den Gedanken ganz woanders. Joseph, der Bruder von Rose lebt allerdings komplett in einer anderen Welt und verschwindet schließlich ganz. Und der Vater der Familie hat auch so seine Probleme, so dass die Familie auseinander driftet. Überhaupt ist das eine äußerst merkwürdige Familie, deren Mitglieder meines Erachtens allesamt ein psychologisches Problem haben.
Gut gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin, die manchmal wunderschöne Sätze schreibt, die ich mir merken wollte (aber natürlich vergessen habe ..). Obwohl sich das Buch flott lesen läßt, hat es mich stellenweise etwas gelangweilt, denn mir hat es an Spannung gefehlt.
Es gibt ein paar wenige witzige Szenen, z.b. wenn die Großmutter paketweise ihren Haushalt verschickt.
Ne, das war irgendwie nicht mein Buch (Lesekreispflichtlektüre).

Mein Fazit:
„Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ erzählt eine Familiengeschichte, die mich nicht wirklich fesseln konnte.