Sulzbach, Katharina: Stutenparade


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Westendladies
Teil 2: Stutenparade

Kurzbeschreibung:
Zugegeben: Die Traumvilla mit Park im Vordertaunus, die eleganten Boutiquen und angesehenen Privatschulen wirken verlockend. Doch das Leben der drei Freundinnen Heike, Susanne und Claudia bekommt Kratzer. Durchtriebene Affären und hässliche Scheidungen, pubertierende Töchter und die Intrigen der exquisiten Nachbarinnen bringen ihre Welt ins Wanken. Wer nicht dazu gehört, bekommt die schmerzhaften Stutenbisse zu spüren. Aber die drei Ladies wissen sich zu helfen …

Meine Einschätzung:
Im Zuge meines SuB-Abbaus habe ich mir nun endlich „Stutenparade“ geschnappt, aber es hatte schon einen Grund, warum der Roman so lange dort gelegen hat …
Wie soll ich das jetzt mal formulieren …
1. Ich mag keine zeitgenössischen Romane, weil sie so nah an meinem Leben dran sind.
2. Um die Geschichte witzig/komisch zu finden, hätte die Autorin sowohl die Figuren als auch deren Leben viel, viel mehr überzeichnen müssen …

Mein Fazit:
Ein zeitgenössischer Roman, der mich nicht angesprochen hat, aber es wird sicher Leserinnen geben, die sich gut damit unterhalten werden.

Heckmann, Herbert: Benjamin und seine Väter


Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Benjamin Weis erblickt 1919 in Frankfurt als Sohn der ledigen Kanzleigehilfin Anna das Licht der Welt, vom Vater fehlt jede Spur. Der Anwalt Fritz Bernoulli nimmt sich der jungen Familie an, stellt Wohnung und Unterhalt zur Verfügung. So wächst Benjamin trotz der widrigen Umstände behütet in der Bergerstraße heran. Er taucht ein in die Welt von Don Quijote und Robinson Crusoe und erlebt mit seinen Freunden kleine und große Abenteuer. Doch da seine Mutter auf seine Fragen nach dem Vater ausweichend mit Märchen antwortet, muss sich Benjamin eben selbst immer neue Väter erfinden. Heckmann zeichnet ein Panorama der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland aus der Perspektive eines Kindes, das sich auf viele Dinge keinen Reim machen kann. Warum sein Ziehvater als Vaterlandsverräter beschimpft wird, warum niemand einschreitet, als ein angeblicher Kommunist auf der Straße zusammengeschlagen wird, warum sein jüdischer Freund nach Amerika auswandern muss, auf diese Fragen erhält der jugendliche Benjamin immer noch keine Antworten. Und so lautet sein Fazit: »Ich scheiße auf alle Väter, die uns ein solches Leben eingebrockt haben.«

Meine Einschätzung:

Sofern der ausgewählte Roman halbwegs zu meinen Leseinteressen paßt, lese ich gerne mit, wenn es einmal im Jahr heißt: „Frankfurt liest ein Buch“. Ungefähr vier Wochen lang gibt es dann passend zu dem jeweiligen Buch in ganz Frankfurt Lesungen, Stadtführungen, Ausstellungen, etc..
Der Klappentext des Romans klang auch zunächst recht vielversprechend, aber letztendlich habe ich das Buch enttäuscht und etwas genervt zugeklappt. Es ging mir ähnlich wie mit „Raumpatroille“: mich interessiert die Gedanken- und Erlebniswelt kleiner Jungs nicht die Bohne. Mal büchst der 7 jährige Benjamin aus, um nach Amerika zu laufen und kommt bis zur Hauptwache oder er klaut als Mutprobe den Hut eines Obdachlosen. Äh -ja. Der Unfalltod der Mutter und die Reaktionen des Sohnes beschreibt der Autor so wenig einfühlsam, dass mir der Charakter Benjamin immer unsympathischer wurde. Die interessanten Aspekte der Geschichte, z.B. die Freundschaft Benjamins zu einem jüdischen Jungen oder auch der intellektuelle Freundeskreis des Adoptivvaters werden vom Autor nur erwähnt, aber komplett unkommentiert gelassen. Das fand ich schade.
Ich habe auch eine Lesung zum Buch besucht und muß leider sagen, dass das die schlechteste Lesung war, die ich mir seit langem anhören mußte. Der Vorleser hatte das Buch überhaupt noch nicht gelesen, sondern hat einfach vorne angefangen, konnte die Zitate auf Latein nicht ordentlich vorlesen und hat überhaupt so genuschelt, dass man teilweise überhaupt nichts verstanden hat. Nur die frankfurterisch eingefärbten Dialoge hat er gut vorgetragen. Zur Krönung hat er am Ende noch DIE Schlüsselszene des Buches vorgelesen, so dass alle, die das Buch noch nicht gelesen hatten, Bescheid wußten. So was Dämliches habe ich ja noch viel erlebt!!! Grmpf.

Mein Fazit:
Meinen Lesegeschmack hat „Benjamin und seine Väter“ überhaupt nicht getroffen, aber wer sich gut und gerne in kleine Jungs hineinversetzen möchte und sich für eine Kindheit in Frankfurt in den 20igern und 30igern interessiert, könnte Gefallen an diesem Roman finden.

Keller, Ivonne: Lügentanz


Genre: Psychothriller

Kurzbeschreibung:
„Liebst du mich noch?“ Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem „Nein“. Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben?

Meine Einschätzung:
Puuuuhhhh. Psychothriller sind nicht mein bevorzugtes Lesefutter, aber das Buch der hessischen Autorin gehört zur Lesekreisauswahl.
Die Geschichte ist auch ganz spannend und gut geschrieben, die psychologischen Traumata sind wahrscheinlich gut recherchiert, die Hauptfiguren sind gut charakterisiert, aber in Summe trifft das Buch einfach nicht meinen derzeitigen Lesegeschmack.

Mein Fazit:
Ein hessischer Psychothriller, den Genrefreunde sicher spannend finden werden.

Faber, Dietrich: Schneller, weiter, toter (4)


Genre: Krimi, Hörbuch


Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Toter geht’s nicht
Teil 2: Der Tod macht Schule
Teil 3: Tote Hunde beißen nicht
Teil 4: Schneller, weiter, toter

Kurzbeschreibung:
Henning Bröhmanns persönlichster Fall
Kommissar Henning Bröhmann hat endlich den Dienst quittiert. Herrlich, das neue Leben! Doch dann wird der allseits verhasste Leiter der Frankfurter Olympiabewerbung erschossen. Mit der Dienstwaffe von Hennings Tochter Melina. Sie kommt in Untersuchungshaft, und Henning zu der Einsicht, dass er alles tun wird, um Melinas Unschuld zu beweisen.

Mein Einschätzung:
Reden wir nicht lange drumherum! Ich bin ein Fan der Hörbücher mit Bröhmann, gelesen vom Autor höchstpersönlich und ich habe mich auch dieses Mal großartig unterhalten.
Der Autor läßt uns wieder am Privatleben seines manchmal wehleidigen und entscheidungsunfähigen Ex-Kommissars teilnehmen. Elternabende in Kitas, Hausbesichtigungen mit smarten Immobilienmaklern, Sonntagsausflüge mit der Familie, Ü50-Modell-Modenschauen – der Autor beschreibt den Irrsinn so mancher Alltagssituation sehr witzig und wir haben das alle schon so oder so ähnlich erlebt!
Auch der eigentliche Kriminalfall ist richtig spannend und durchaus im Bereich des Vorstellbaren! Streitbare Kleingärtner gibt es jedenfalls in Frankfurt eine Menge ;-).
Als Schmankerl gibt es auch 2 (oder 3???) Original-Songs von Manni Kreutzer und den Overhesse! Sensationell.

Mein Fazit:
Auch wenn Regionalkrimis in den Augen renommierter Literaturkritiker die Pest sein mögen, ich mag die Krimis des Hessen Dietrich Faber sehr! Ungedingt hören!

Und wer Manni noch nicht kennt, hier eine Kostprobe:

Segher, Jan: Die Sterntaler-Verschwörung


Genre: Krimi

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Ein allzu schönes Mädchen
Teil 2: Die Braut im Schnee
Teil 3: Partitur des Todes
Teil 4: Die Akte Rosenherz
Teil 5: Die Sterntaler-Verschwörung

Kurzbeschreibung:
«Jan Seghers schreibt den perfekten Krimi.» (Der Tagesspiegel) Schwarzenfels in Osthessen, ein kleiner Ort im Morgengrauen. Die Welt scheint zu schlafen. Süleyman, ein junger Streuner, wird Zeuge, wie ein Motorrad von der Fahrbahn abkommt und in einer Senke verschwindet. Als der junge Mann die Taschen des toten Fahrers plündert, findet er einen Umschlag mit Fotos. Fotos, die es nicht geben dürfte. Süleyman wittert seine Chance, an Geld zu kommen. Doch er hat sich auf Gegner eingelassen, die vor nichts zurückschrecken. Die Jagd beginnt – Süleyman muss fliehen. Zur selben Zeit wird in einem Frankfurter Hotelzimmer die Leiche einer Frau aufgefunden. Man hat ihr mitten ins Auge geschossen – Zufall oder ein symbolischer Akt? Bei dem Opfer handelt es sich um eine bekannte Journalistin. Kommissar Marthaler entdeckt, dass sie einer Verschwörung auf der Spur war. Der Sterntaler-Verschwörung. Der fünfte Fall mit Kommissar Marthaler spielt im Jahr 2008. Die Landtagswahlen in Hessen enden mit einem Patt. Der Ausbau des Frankfurter Flughafens steht auf dem Spiel – eines der größten Bauprojekte der Nachkriegszeit. Wo es um so viel Geld geht, ist das Verbrechen nicht weit . . .

Meine Einschätzung:

Das ist ohne Frage ein toller Krimi, geschrieben von einem Autor, dessen Stil ich sehr gerne mag. Frankfurt, die Protagonisten und das Umland werden von ihm detailreich und liebevoll beschrieben. Übrigens kommt Marthaler auch wieder nach Nieder-Erlenbach. Sehr witzig. Nieder-Erlenbach liegt nämlich auf einer Radroute, die der Autor gerne fährt.
Der Kriminalfall bzw. die beiden Fälle sind spannend und werden von Marthaler und seinem Team professionell gelöst. Darüber will ich hier aber nicht zu viel verraten …
Mir persönlich hat der Autor ein wenig zu viel mit Klischees gespielt, der Strichjunge Süleyman mit geerbtem Haus im Odenwald, der Swingerclub betreibende Königsteiner Killer mit reicher Gattin, rotgesichtige Landfrauen, die den Hessenpark bevölkern, intellektuelle Obdachlose – puuhhhh … Salopp gesagt: Geht’s auch ’ne Nummer kleiner? 😉

Mein Fazit:
Der langersehnte Krimi von Jan Seghers ist super geschrieben, spannend und unterhaltsam.

Neuhaus, Nele: Die Lebenden und die Toten

Genre: Krimi

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Eine unbeliebte Frau
Teil 2: Mordsfreunde
Teil 3: Tiefe Wunden
Teil 4: Schneewittchen muß sterben
Teil 5: Wer Wind sät
Teil 6: Böser Wolf
Teil 7: Die Lebenden und die Toten
Teil 8: Im Wald


Klappentext:

Dezember 2012. Eigentlich will Pia Kirchhoff, die heimlich ihren Lebensgefährten Christoph Sander geheiratet hat, in die Flitterwochen fahren. Doch dann geschieht ein Mord. Eine ältere Frau wurde beim Hundespaziergang erschossen. Weder ihre schockierte Tochter noch jemand aus ihrem Bekanntenkreis hat eine Erklärung, die ermordete Ingeborg Rohfelder war eine Seele von Mensch und in der ganzen Stadt beliebt. War sie ein Zufallsopfer? Nur drei Tage später wird eine Frau beim Plätzchenbacken durch das Küchenfenster ihres Hauses erschossen – mit derselben Waffe. Und dann gibt es weitere Tote. In der Bevölkerung macht sich Angst breit. Fieberhaft versuchen Pia und Bodenstein, die Verbindung zwischen den Mordopfern zu finden. Denn sie ahnen bald, dass der Mörder, der sich ‚Der Richter‘ nennt, eine Mission hat. Und noch nicht am Ende ist.

Meine Einschätzung:
Boah! Was für ein spannender, blutiger Krimi. Eigentlich bin ich ja so gar nicht in Krimistimmung, aber Nele Neuhaus hat mich mit ihrem neuen Buch gefesselt. Ein Serienkiller, der das Rhein-Main-Gebiet in der Vorweihnachtszeit unsicher macht. Puuuhhh! Ich war total auf der falschen Fährte, genauso wie Pia und Bodenstein ;-).
Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings: Ich fand es etwas übertrieben, dass das öffentliche Leben im gesamten Rhein-Main-Gebiet wegen eines Serienkillers zum Erliegen kommt, zumal irgendwann klar war, dass der Täter nicht wahllos Menschen ermordet. Und außerdem läßt sie den unmöglichen Typen vom LKA einfach in der Versenkung verschwinden. Merkwürdig …

Mein Fazit:
Ein super spannender Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Schneider, Anna: Bald wird es Nacht Prinzessin

Genre: Jugendbuch, Thriller

Kurzbeschreibung:
Nova liegt reglos auf dem Boden, ihre Augen starren ins Leere. Was ist in dieser Nacht passiert? Die einzigen Zeugen schweigen und Nova kann ihre Geschichte nicht erzählen, weil sie seither im Koma liegt. Doch Daniel ahnt, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Zusammen mit Novas bester Freundin Jessi macht er sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit.

Meine Einschätzung:
Während ich mich mit „Evermore – Die Unsterblichen“ gelangweilt habe, habe ich Anna Schneiders neuen Jugendthriller in einem Rutsch durchgelesen.
Über den Inhalt will ich jetzt gar nicht viel verraten, denn sonst geht den zukünftigen Lesern die Spannung flöten und spannend ist die Geschichte. 🙂
Kann man sich Leute auf einer Party vorstellen, die sich kaum kennen, die sich einen Schnurz darum kümmern, wenn es jemandem schlecht geht? Oder dass den Partygästen heimlich was ins Glas geschüttet wird? Ja, ich kann mir das durchaus vorstellen, denn ich kenne solche Geschichten aus dem Bekanntenkreis und die Autorin beschreibt das sehr realitätsnah.
Sehr glaubhaft beschreibt sie auch das Gefühlskarussel von Jessie, der besten Freundin des Opfers, die einerseits ein unsicheres, junges Mädchen ist, aber andererseits legt sie sich mit den richtig bösen Jungs an, um Nova zu helfen. So sehen moderne Heldinnen aus!
Ganz besonders gelungen und berührend finde ich die Abschnitte mit dem Video-Tagebuch von Nova, die durch eine chronische Erkrankung eine ganz eigene Sicht auf das Leben hat. Da auch Daniel ein tragisches Ereignis in seinem Leben verarbeiten muß, ist dieser Thriller alles anderes als locker, leichtes Lesefutter.
Es geht in dieser Geschichte um nichts Geringeres als das Leben, den Tod, wahre Freundschaft, Gier, Neid, Schuld, Erwachsenwerden und nicht zuletzt um die Liebe.
Ein schönes Schmankerl aus meiner Sicht ist übrigens der Schauplatz der Geschichte: Frankfurt! Gut recherchiert, liebe Autorin ;-).
Ich mag auch den Schreibstil der Autorin sehr gerne, schnörkellos, flüssig und ohne unnötigen „Jugendslang“.
Mein einziger Kritikpunkt: Das Buch ist mit 221 Seiten einfach zu kurz! Meine Tochter wird das Ding an einem regnerischen Nachmittag verschlingen ;-). Ist aber wahrscheinlich eine Verlagsvorgabe …
Apropos Verlag. Erschienen ist der Thriller bei Thienemann unter dem Label (nennt man das so?) planet girl und wird somit in die Kategorie „Mädchenbücher“ geschoben, die Jungs garantiert nicht anrühren. Ist doch schade, oder? Dieser Thriller wäre ganz sicher auch für Jungs spannend. Tun sich die Verlage mit dieser Kategorisierung einen Gefallen?

Mein Fazit:
Nach „Blut im Schuh“ hat Anna Schneider ein weiteres spannendes Jugendbuch mit Tiefgang geschrieben, das mir richtig gut gefallen hat!

Berger, Ruth: Eisweihnacht

Genre: Weihnachtsbuch, Roman

Kurzbeschreibung:
Wenn aus Wünschen Wunder werden … Frankfurt 1844: Der Waisenjunge Josua wird auf die Straße gesetzt. Halberfroren trifft er auf Elise Best, die allerdings eigene Sorgen hat: Ihr Vater hat soeben den Bankrott des Geschäftes verkündet. Elise soll sofort heiraten, um ihre Versorgung zu sichern. Dummerweise hat sie ein lahmes Bein, und der einzige sich anbietende Heiratskandidat ist ein alter Pfarrer. Ein Weihnachtswunder muss her, das sowohl ihr als auch dem kleinen Josua aus der Patsche hilft … doch gibt es solche Wunder überhaupt?

Meine Einschätzung:

Was für ein wundervolles, kitschfreies Weihnachtsbuch. Ruth Berger schildert das historische Frankfurt im Winter realistisch und liebevoll und erzählt die Geschichte einer ganz normalen Frankfurter Kaufmannsfamilie.
Genau das Richtige für einen kuschligen Adventssonntag mit Plätzchen und Tee.
Ein Tipp für Fans historischer Roman: vor einigen Jahren las ich von der Autorin „Gretchen“, was mir auch sehr, sehr gut gefallen hat.

Mein Fazit:
Ein wunderbares Weihnachtsbuch, das im historischen Frankfurt spielt.

Mosebach, Martin: Was davor geschah

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach meisterhaft ein böses Spiel von Liebe und Zufall.

Meine Einschätzung:
Also Frankfurt spielt schon einmal überhaupt keine Rolle! Ich habe schon vorher gewußt, dass ich mich mit Martin Mosebach schwer tun werde und mir aus diesem Grund für jeden Tag ein Kapitel vorgenommen. Puuuuuhhhhh, sehr, sehr mühsam, denn Herr Mosebach beschreibt alltägliche Begebenheiten gerne in aller Ausführlichkeit. Das kann auch unterhaltsam sein, aber manche Sachen will ich überhaupt nicht in aller Ausführlichkeit und sei es sprachlich noch so toll und anspruchsvoll, lesen. Zum Beispiel die Untersuchung der Hämorrhoiden von Hans-Jörg …
*schüttel*
Es gibt durchaus kleine Lichtblicke, wenn man sich durch dieses Buch kämpft, denn Martin Mosebach ist ein sehr guter Beobachter und kann Stimmungen wirklich toll beschreiben, aber viel zu oft war ich einfach nur genervt, gelangweilt oder auch empört. Empört an den Stellen, an denen die Schamlippen von kleinen Mädchen beschrieben werden. Ekelhaft und unnötig.

Mein Fazit:
Martin Mosebach mag ein bekannter und hochgelobter Autor sein, ich möchte nichts mehr von ihm lesen müssen …

Neuhaus, Nele: Böser Wolf (6)

Genre: Regional-Krimi

Teil 6: Böser Wolf
Teil 5: Wer Wind sät
Teil 4: Schneewittchen muß sterben
Teil 3: Tiefe Wunden
Teil 2: Mordsfreunde
Teil 1: Eine unbeliebte Frau

Kurzbeschreibung:
An einem heißen Tag im Juni wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen unter anderem zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich.

Meine Einschätzung:
Was für ein großartiger Erfolg für Nele Neuhaus, oder? Hoch oben steht sie auf den Bestsellerlisten und bei amazon haben 430 Menschen ihren Krimi bewertet. Respekt! Da brauche ich auch gar nicht viel zu schreiben.
Wie gewohnt erzählt Nele Neuhaus eine überaus spannende Krimigeschichte, es gibt mehrere, durchaus verwirrende Handlungsstränge mit vielen handelnden Personen, ein wenig Taunusfeeling und ein Ermittlerteam, das ich ins Herz geschlossen habe.
Ich hätte zwar auch ein paar kleine Kritikpunkte, aber die beruhen zugegebenermaßen auf meinem persönlichen Geschmack und sind unsachlich ;-).

Mein Fazit:
Nele Neuhaus schreibt spannende Krimis. Dieses Mal beschäftigt sie sich mit dem Thema „Kindesmissbrauch“. Das muß man aushalten können …

Tennenbaum, Silvia: Die Straßen von gestern

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Dort, wo heute in Frankfurt die Doppeltürme der Deutschen Bank aufragen, kommt 1903 Lene Wertheim zur Welt. Die Wertheims sind eine alteingesessene jüdische Familie im feinen Westend, mit festen Grundsätzen und Regeln. Man feiert Weihnachten als prunkvolles Familienfest – zum Entsetzen der orthodoxen Verwandtschaft. »Die Juden sind wie alle anderen, und wenn sie es nicht sind, sollten sie es sein«, erklärt Eduard Wertheim, Bankier, Kunstsammler und Mäzen, seinen Nichten und Neffen. Jacob, der Intellektuelle in der Familie, gründet eine Buchhandlung am Römer. Und Elias Süßkind, Eduards Freund und Schwager, wird Direktor des Städel – bis zur Schließung der Galerie zeitgenössischer Malerei 1933. Lene erhält 1938 in Paris für sich, ihren zweiten Mann und ihre beiden Kinder Ausreisevisa für die USA. Aber nicht alle Wertheims haben das Glück, sich rechtzeitig vor den Nazis in Sicherheit bringen zu können.

Meine Einschätzung:
Ich habe diese jüdische Familiensaga im Rahmen der Aktion „Frankfurt liest ein Buch“ gelesen. Fundierte Rezis gibt es zu diesem Roman sicher genug.
Die Geschichte der jüdischen Familie Wertheim, die in Frankfurt lebte, ist sehr bewegend. Im Rahmen dieser Leseaktion habe ich eine Ausstellung mit zeitgenössischem Fotos, Briefen und Dokumenten besucht, die mir wieder vor Augen geführt hat, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine erfundene Geschichte handelt, sondern um die Schicksale wirklicher Personen. Es gibt auch Stadtführungen an die Orte, die in diesem Roman erwähnt werden, aber als Frankfurterin kenne ich natürlich die meisten Straßen und Plätze, was irgendwie eine besondere Verbindung zu dem Buch herstellt. Aber vielleicht schaffe ich es ja noch, eine Veranstaltung zu besuchen, bei der die hochbetagte Autorin selbst anwesend sein wird.

Mein Fazit:
Eine bewegende Familiensaga, die es sich zu lesen lohnt und die nicht eine Minute langweilig war.

Sulzbach, Katharina: Westendladies

Gerne: Roman, Chick-Lit

Klappentext:
Drei Ladies, die alles im Griff haben. Ihre Jobs. Ihre Männer. Das Kinder-coaching. Die Spitzenfigur. Ihre Jimmy Choos. Doch plötzlich sind Kratzer in Lack: Zwischen Louis Vuitton, Thanksgiving und millionenschweren Kunstauktionen bahnt sich Unglück an. Durchtriebene Affären udn verpasste Boni bringen ihre Welt ins Wanken. Was Hilft? Leichtes Gepäck. Und der entscheidende Funke Esprit, Eleganz und Bosheit …

Meine Einschätzung:
Klasse! Katharina Sulzbach beschreibt das priviligierte Leben dreier Frankfurter Frauen zwischen Goethestraße und Taunus ;-). Da trifft man sich auf eine Latte Macchiatto in der Nespresso Lounge in der Goethestraße, lästert auf dem Sportpresseball in der Alten Oper, sucht repräsentative Immobilien im Taunus und investiert die Boni der Ehegatten in Louis Vuitton Täschchen.
Herzlich gelacht habe ich über die kleinen, gemeinen Szenen in der Ballettschule und die richtig schön fiesen Anspielungen auf eine bekannte Frankfurter Privatschule/Privatkindergarten.
Herrlich bissig und spritzig ist der Schreibstil der Autorin und auch wenn man manchmal über die Mädels nur den Kopf schütteln kann, verfolgt man die kleinen und großen Dramen in ihrem Leben mit großem Vergnügen.
Besonders positiv hervorheben möchte ich das gelungene Cover im Stil von Modezeichnungen, das mir richtig gut gefällt. Sollte ein renommierter Verlag den Roman herausbringen, wie ich gerüchteweise gehört habe, wäre es toll, wenn man das Cover nicht in die typisch trutschige Frauenbuchecke stecken würde, denn da gehört es nicht hin!

Mein Fazit:
Ein witzig-bissiger Frauenroman aus (und in) Frankfurt, der großen Spaß macht!

Franz, Andreas: Teufelsweib

Gerne: Regional-Krimi

Klappentext:

In einem Appartement in Offenbach wird eine Hausfrau tot aufgefunden. In ihrer Hand hält sie einen Olivenzweig, und in ihrem Mund findet man eine Olive und eine Taubenfeder. Steht die Tat in Zusammenhang mit zwei anderen Frauenmorden, die in den vergangenen zwölf Monaten verübt wurden? Sehr schnell stößt Kommissar Peter Brandt auf das Geheimnis der Toten: Sie ging offenbar einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nach, genau wie die zwei anderen ermordeten Frauen. Brandt betritt eine Welt aus religiösem Fanatismus, Gewalt und Rache.

Meine Einschätzung:
Hmpf, dieser Franz-Krimi lag auf meinem SuB und ich hätte ihn sicher nicht gelesen, wenn der Autor nicht überraschend und tragisch vor wenigen Wochen verstorben wäre. Erst letztes Jahr habe ich eine seiner Lesungen besucht und diese früher verlassen, denn Andreas Franz konnte überhaupt nicht vorlesen, war total unsympathisch und hat seine Zuhörer mit kruden Verschwörungstheorien gelangweilt.
Diesen Krimi habe ich nun fertig gelesen, weil er doch ein klitzekleines Bisschen spannend war. Allerdings hat mich diese typischen Männerthematik, Edelprostituierte mit superteuren Luxusappartements in Frankfurt, die ein unentdecktes Doppelleben als biedere Hausfrauen führen, genervt. Das scheint die Herren doch zu fazinieren, wie sich Frauen von der Putzfee in einen männerfressenden Vamp verwandeln können. Mich aber nicht!
Auch der Mörder und seine Motive waren mir einfach zu klischeehaft, armes Waisenkind, von Nonnen mißbraucht, *kopfschüttel*

Mein Fazit:
Ein Frankfurt-Krimi, der vor Klischees nur so strotzt, aber ganz spannend ist.

Habeney, Andrea: Mörderbrunnen

Genre: Regionalkrimi

Klappentext:
Der Mörderbrunnen im Frankfurter Stadtwald. Ein ungewöhnlicher Fundort für eine Leiche. Das Ermittler-Team um Kommissarin Becker denkt zunächst nicht an eine Mordserie. Doch bald wird die nächste Leiche gefunden, ebenfalls an einem sehr außergewöhnlichen Ort. In einem spannenden Wettlauf mit der Zeit jagen die Beamten einen Serienmörder, der nicht nur keinerlei Spuren hinterlässt, sondern auch noch mit ihnen zu spielen scheint.

Meine Einschätzung:

Hmpf! So geht das nicht!!!! Selbstverlag hin oder her, aber ein gewisses Maß an Qualität kann doch der Leser eines Krimis für 9,95 € erwarten, oder?
Unzählige Rechtschreib- und Kommafehler, sogar im Klappentext und auf der ersten Seite machen das Lesen fast unerträglich. Also bitte! Hat da niemand Korrektur gelesen? Die Dialoge sind alle in einer Umgangssprache geschrieben, was sich auch nur schwer lesen läßt. Der Sprachstil – furchtbar, holperig, uninspiriert.
Die Geschichte? Ich bin wirklich keine zweite Miss Marple, aber selbst ich habe auf Seite 30 gewußt, wer der Täter ist. Das fördert nicht unbedingt die Lesefreude an einem Krimi.
Dieser Krimi ist absolut durchschaubar, stilistisch eine Zumutung und zusammen mit den zahllosen Fehlern einfach nur GROTTENSCHLECHT zu nennen.
Die mutige Autorin möge mir diese harsche Kritik verzeihen.

Mein Fazit:
Nach meinen bisherigen Erfahrungen seien alle Leser vor Werken, die im Selbstverlag veröffentlicht werden, gewarnt. Es gibt nur sehr wenige dieser Bücher, die es sich zu lesen lohnt. Finger weg!

Neuhaus, Nele: Schneewittchen muß sterben

Genre: Regionalkrimi
Teil 4 einer Serie
Teil 3: Tiefe Wunden
Teil 2: Mordsfreunde
Teil 1: Eine unbeliebte Frau

Klappentext:
Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd.

Meine Einschätzung:
Der neue Taunus-Krimi von Nele Neuhaus hat mich wieder begeistert. Von der Geschichte will ich nichts verraten, aber sie ist spannend, sehr spannend. Die Autorin setzt diesmal ein gesamtes Dorf in Szene und zwar so lebendig, daß man die Figuren mit all ihren Stärken und Schwächen vor sich sieht und bei den Stammtischgesprächen der örtlichen Honoratioren praktisch mit am runden Tisch sitzt. Aber was wirklich hinter den Kulissen des vermeintlich so idyllischen Ortes vor sich geht, erfährt der Leser erst so nach und nach. Pia Kirchhoff ist dieses Mal bei den Ermittlungen weitestgehend auf sich selbst angewiesen, da ihr Chef Bodenstein durch private Probleme abgelenkt wird und es auch sonst im Kommissariat personelle Engpässe gibt.
Nele Neuhaus flüssiger Schreibstil, die Tatsache, dass die Ermittler ein Privatleben haben, über das wir Leser etwas erfahren, die wunderbaren dreidimensionalen Charaktere und die gut konstruierten Verbrechen machen diesen Taunuskrimi zu einem Lesehighlight.
Von mir gibt es 9 von 10 Krimipunkten

Ripper, Peter: Karlo und der zweite Koffer

Genre: Frankfurt-Krimi
Teil 2 einer Serie
Teil 1: Karlo und der letzte Schnitt

Klappentext:
Der Diebstahl einiger wertvoller Oldtimer, ein schwerer Autounfall, ein verführerischer Koffer, und ein toter junger Mann am Mainufer – was hat das alles miteinander zu tun? Oder ist es nur Zufall? Und Karlo Kölner steckt wieder mittendrin. Trotz aller guten Vorsätze.

Meine Einschätzung:
Karlo Kölner ist ein absoluter Verlierer. Als Kleinkrimineller und Ex-Knacki hat er bei der örtlichen Polizei nicht gerade den besten Ruf. Dank einiger netter Kumpel eines Motorrad-Clubs in Fechenheim hat er in deren Vereinsheim in einer Schrebergarten-Anlage eine halbwegs passable Unterkunft gefunden und außerdem einen Job, der ihn nicht überfordert. Doch irgendwie schafft er es immer wieder, sich in die Bredouille zu bringen. Auch wenn es in bester Absicht geschieht, er kommt auf haarsträubende Ideen und manchmal denkt er auch überhaupt nicht über die möglichen Folgen seines Tuns nach. Wenn seine Freunde nicht so nachsichtig und der Frankfurter Kommissar nicht so gnädig wäre, dann wäre er die längste Zeit ein Ex-Knacki.
Peter Ripper gehört zu den mutigen Autoren, die ihre Bücher im Selbstverlag veröffentlichen (verlag vogelfrei). Ich habe schon einige dieser selbstverlegenden Autoren gelesen und war häufig enttäuscht. Die Ideen sind meistens gar nicht schlecht, aber die sprachliche Gestaltung und die Detailgenauigkeit der Geschichten lassen oft zu wünschen übrig. Peter Rippers Stil ist mir sympathisch, die Geschichten sind nicht zu kompliziert, um sich darin (als Autor und Leser) zu verheddern und seine ironische, augenzwinkernde Ausdrucksweise macht Spaß. Besonders gut gefällt mir, daß er auf derbe, vulgäre Beschreibungen verzichtet und seine Figuren sind alle glaubwürdig und herrlich normal.

Fazit: Eigentlich ein Muß für alle Fechenheimer und Fans von Regional-Krimis werden auch Gefallen an Karlo Kölner finden.