Sulzbach, Katharina: Stutenparade


Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Westendladies
Teil 2: Stutenparade

Kurzbeschreibung:
Zugegeben: Die Traumvilla mit Park im Vordertaunus, die eleganten Boutiquen und angesehenen Privatschulen wirken verlockend. Doch das Leben der drei Freundinnen Heike, Susanne und Claudia bekommt Kratzer. Durchtriebene Affären und hässliche Scheidungen, pubertierende Töchter und die Intrigen der exquisiten Nachbarinnen bringen ihre Welt ins Wanken. Wer nicht dazu gehört, bekommt die schmerzhaften Stutenbisse zu spüren. Aber die drei Ladies wissen sich zu helfen …

Meine Einschätzung:
Im Zuge meines SuB-Abbaus habe ich mir nun endlich „Stutenparade“ geschnappt, aber es hatte schon einen Grund, warum der Roman so lange dort gelegen hat …
Wie soll ich das jetzt mal formulieren …
1. Ich mag keine zeitgenössischen Romane, weil sie so nah an meinem Leben dran sind.
2. Um die Geschichte witzig/komisch zu finden, hätte die Autorin sowohl die Figuren als auch deren Leben viel, viel mehr überzeichnen müssen …

Mein Fazit:
Ein zeitgenössischer Roman, der mich nicht angesprochen hat, aber es wird sicher Leserinnen geben, die sich gut damit unterhalten werden.

Kretschmer, Guido Maria: Eine Bluse macht noch keinen Sommer

Genre: Sachbuch, Autobiographie

Kurzbeschreibung:
Die Mode schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Und wer könnte sie besser erzählen als Guido Maria Kretschmer. Freuen Sie sich auf verschwundene Mäntel, sprechende Leggings, Dirndl im Exil, ein Kostüm mit Pferdeschweif, fliegende Röcke und angetrunkene Cocktailkleider. Dazu außerdem wichtige Mode-Basics: Erfahren Sie, welches Kleidungsstück Sie wie und wann am besten tragen und welcher Schnitt zu welcher Figur passt. Mit Originalzeichnungen!

Meine Einschätzung:
Ich habe das Buch gekauft, weil es natürlich so wunderbar zu dem ersten Teil paßt und weil ich den Titel so herrlich finde.
Wieder erzählt der Autor ein paar unterhaltsame Geschichte aus seinem Designerleben und bespricht kapitelweise die weibliche Garderobe vom Rock über die Leggins bis zum Brautkleid. Das sind jetzt keine sensationellen neuen Erkenntnisse, die er da beschreibt und wenn man sich etwas mit Mode und seiner Geschichte beschäftigt hat, kennt man auch die Geschichte des „Kleinen Schwarzen“, aber weil er das alles auf so unterhaltsame, unaufgeregte Weise erzählt, gefällt es mir trotzdem gut.
Natürlich muß man den Autor mögen, sonst findet man wahrscheinlich alles blöd ;-).
Wenn ich ihn mit dem Bild, das ich z.B. von den großen Modezaren Karl Lagerfeld oder Wolfgang Joop habe, vergleiche, kommen die beiden alten Herren des Modezirkus schlecht weg, oder? Deren Frauenbild ist mir zu knochig, langbeinig, großäugig, langhaarig und schlichtweg unrealistisch :-).

Mein Fazit:
Guido Maria Kretschmer ist ein wunderbarer Entertainer und ein Philogyn (habe ich auch eben erst nachgeschlagen = Frauenfreund ;-)) und das macht sein Buch so lesenswert.

Kretschmer, Guido Maria: Anziehungskraft – Stil kennt keine Größe

Genre: Sachbuch, Autobiographie

Kurzbeschreibung:

Guido Maria Kretschmer, bekannt für seine pointierten Bemerkungen in der TV-Sendung »Shopping Queen«, ruft mit diesem Buch alle Frauen zur modischen Selbsterkenntnis und vor allem zur Selbstliebe auf – denn jede Frau kann toll aussehen, wenn sie weiß, wie es geht! Finden Sie heraus, welche Schnitte, Formen und Stoffe am besten zu Ihrer Figur passen – oder lassen Sie sich einfach von Guido Maria Kretschmers Geschichten und Anekdoten ganz herrlich unterhalten. Denn Mode kann so viel Spaß machen! »Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder von uns gut angezogen sein kann und den Look findet,der zu ihm passt.« Guido Maria Kretschmer Als Modedesigner hat Guido Maria Kretschmer schon unzählige Stars und Models mit Traummaßen eingekleidet. Doch das war nicht immer so. Gerade in den Anfängen seines eigenen Modelabels nahm er Privataufträge von Damen entgegen, die zwar gut betucht, aber ansonsten mit den gleichen Problemzönchen ausgestattet waren wie andere Frauen auch. »Stil kennt keine Konfektionsgröße«, sagt Guido Maria Kretschmer, der in diesem Buch 10 typische Figurformen beschreibt. Jeder Figurtyp hat seine kleinen Schwächen, aber immer auch Stärken – und die gilt es zu betonen! Wie, das verrät er in diesem Buch und erzählt von seinen Erlebnissen mit Elfen, Erdmädchen und Walküre

Meine Einschätzung:
Meine Teenie-Töchter sind große Fans der Fernseh-Doku-Soap „Shopping Queen“ und auch wenn mir die Geduld und Zeit fehlt, mir die Sendung anzusehen, so gucke ich doch ab und an ein paar Minuten mit und so habe ich verblüfft zu Kenntnis genommen, dass Guido Maria Kretschmer ein sehr unterhaltsamer, liebenswürdiger Mann ist.
In seinem Buch „Anziehungkraft“ gibt er den vielen unterschiedlichen, weiblichen Figurtypen reizende Namen, wie Elfe, Walküre, Buddha-Girl oder Himmelsmädchen und macht Vorschläge, welche Kleidungsstücke diese Figuren vorteilhaft hervorheben. Und das macht er wirklich liebevoll, mit Witz und Charme und nicht nach dem Motto „Wer dicke Beine hat, sollte keine Röcke tragen“. Das sind zwar keine sensationellen neuen Modeideen, aber die Art und Weise, wie er spricht/schreibt, ist einfach schön zu lesen.
Eingestreut in diese Kategorisierung sind Geschichten aus seinem Berufsleben als Modedesigner. Die finde ich auch unglaublich unterhaltsam :-).
Sehr hübsch ist auch die Aufmachung des Buches. Jedem Kapitel gehen, in meinen Augen, sehr schöne Modezeichnungen des Designers voran und da die Kapitel farblich abgesetzt sind, ist der Buchschnitt ebenfalls farbig.
Es gibt wirklich jede Menge wundervoller, sehr künstlerischer Modebücher, aber da findet man sich als Normalo-Frau in der Regel nicht wieder, sondern bewundert ätherische Fotomodelle in atemberaubenden, manchmal unmenschlichen Roben. In Guido Maria Kretschmers „Anziehungskraft“ findet sich aber jede Frau wieder :-).

Mein Fazit:
Ob Kugelfisch, Elfe oder Walküre. Guido Maria Kretschmer findet für uns alle liebevolle Worte und erzählt obendrei nette Geschichten aus dem Modebusiness.

Clement, Jennifer: Gebete für die Vermissten

Genre: zeitgenössischer Roman

Kurzbeschreibung:

Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. »Gebete für die Vermissten« beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin.

Meine Einschätzung:
Was für eine bewegende Geschichte! Mehrfach mußte ich ganz tief durchatmen, um die Schicksale dieser armen Frauen in Mexiko ertragen zu können. Die Autorin hat mehrere Jahre recherchiert und verarbeitet in ihrem Roman die Schicksale vieler mexikanischer Frauen, die unter dem Drogenkrieg und der korrupten Polizei und Politik zu leiden haben. Das ist absolut erschütternd!
Wer denkt schon an solche Schicksale, wenn er in Cancun am Strand liegt und leckere Cocktails trinkt???
Mich läßt das Buch ratlos zurück. Wie soll man diesen Menschen helfen, deren Leben von Armut und Angst gezeichnet ist? Drogenbosse, die sich wie feudalistische Märchenkönige aufführen und mit einer Grausamkeit das Land regieren, dass es einem dem Atem verschlägt?

Mein Fazit:
Lest dieses bewegende Buch und empfehlt es weiter.

Gesthuysen, Anne: Wir sind doch Schwestern

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher gilt es, die Vergangenheit zu klären. Gertrud hat noch gute Augen, aber hören kann und will sie nicht. Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Katty, das Nesthäkchen, will auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen, so wie damals, als sie schon meisterhaft beherrschte, was man viel später erst PR nannte. Allen gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird – so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert. Eindringlich verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und entfacht dabei ein Feuerwerk von Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen. Sie erzählt von Katty, der charmanten Strippenzieherin, ihrer Verehrung für Adenauer und ihrer Liebe zu einem unerreichbaren Volksvertreter, von Gertruds schicksalhafter Verlobung und dem Spion, den sie versteckte. Von Paula, die ihren Mann an Männer verlor und stets die Lebenslust bewahrte. Vom Tausch eines Huhns gegen ein Rembrandtgemälde, von einem Leumundsprozess, der den gesamten Niederrhein in Atem hielt, und von drei starken Frauen mit dem Mut zur Eigenständigkeit. Große Lebensgeschichten verbinden sich mit herrlichen Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben in Wardt bei Xanten.

Meine Einschätzung:

Dieser Roman erzählt die Lebensgeschichten dreier (inzwischen betagter) Schwestern aus einer ganz normalen deutschen bäuerlichen Familie am Niederrhein.
Ähnliche Geschichten könnten sicher in vielen Familien erzählt werden, aber zumindest in meiner Familie sind die Urgroßmütter und Großmütter eher zurückhaltend gewesen, wenn es darum ging, aus ihrer Vergangenheit zu erzählen.
Natürlich spielt die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg eine besonders wichtige Rolle, denn zu dieser Zeit waren die Frauen in einem Altern, in dem Ehen geschlossen und Berufe erlernt werden. Ihre Geschichten werden von der Autorin sehr bewegend erzählt, aber trotzdem erschien mir der Roman an manchen Stellen langatmig und auch langweilig. Mir fehlte einfach ein Spannungsbogen. Ein hundertster Geburtstag allein reicht da doch nicht aus.
Sehr gut gefallen haben mir die regionalen Bezüge, denn ich komme selbst vom Mittelrhein ;-). Gut gefallen haben mir auch die lebensklugen Sprüche und Gedanken der Schwestern, die mich manchmal haben schmunzeln lassen und zum Nachdenken anregen.
Alles in allem hatte ich mehr von diesem Roman erwartet und wenn ich einen Familienroman vorschlagen sollte, der sich mit dieser Zeit und einer deutschen Familie beschäftigt, dann würde Silvia Tennenbaums „Straßen von gestern“ vorschlagen.

Mein Fazit:
Ein bewegender Familienroman aus der jüngeren deutschen Vergangeheit, der aber seine Längen hat.