Handel, Christian: Rosen und Knochen – Die Hexenwaldchroniken


Genre: Fantasy

Klappentext:
Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muirean und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern.
Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich u machen, geraten sie allerdings in ein albtraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte …

Meine Einschätzung:
„Rosen und Knochen“ passt natürlich absolut in mein Beutschema. Düstere Märchenadaptionen mag ich grundsätzlich gerne und auch von dieser „Hänsel und Gretel“-Adaption bin ich fasziniert. Der Autor erzählt die Geschichte so richtig schön gruselig, Geisterkinder, die den Dämonenjägerinnen den Weg weisen, ein verwunschenes Hexenhaus, das seine Besucher gefangen hält und eine richtig böse, böse Hexe. Cool. Der Autor schafft es auch, die Geschichte filmreif in meinem Kopf abzuspielen. Ich hatte viele Szenen sehr lebendig vor Augen.
Auch die Aufmachung dieses Buches mit dem Titelbild und den illustrierten Seiten, die auch am Buchschnitt zu sehen sind, gefällt mir sehr gut.
Aber so 100 % glücklich war ich mit diesem Märchen nicht und ich kann nicht mal genau sagen, woran das liegt. Lag es an den beiden Heldinnen? War mir die Geschichte zur kurz oder nicht weit genug ausgeschmückt? Lag es an der sprachlichen Gestaltung? Vielleicht von allem ein bisschen.
Ich werde dem Folgeband deshalb auf jeden Fall noch eine Chance geben. Vielleicht überzeugt mich der Autor ja damit vollkommen.

Mein Fazit:
Eine sehr schöne, düstere Märchenadaption von Hänsel und Gretel für erwachsene Märchenfreunde.

Meyer, Kai: Die Winterprinzessin

Genre: Hörspiel, historischer Roman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Geisterseher
Teil 2: Die Winterprinzessin

Kurzbeschreibung:

Karlsruhe 1813: Wilhelm und Jacob Grimm erreichen den Hof des Großherzogs – mit einem Empfehlungsschreiben Goethes in der Tasche. Doch gleich nach ihrer Ankunft werden sie Zeugen von Mord und Erpressung. Was hat es mit dem Kind auf sich, dem ein englischer Lord ebenso nachjagt wie eine Gruppe indischer Priester – und welche Rolle spielt die exotische Prinzessin Jade in diesem Spiel …? – Nach „Die Geisterseher“ der zweite große Fall der Brüder Grimm

Meine Einschätzung:
Auch der zweite Teil dieser Serie wurde als Hörspiel in meinen Ohren großartig umgesetzt. Die Stimmen der Sprecher passen einfach wundervoll zu den Figuren und jedes Detail ist stimmig. Es gibt eine Szene in Goethes Arbeitszimmer, da hört man die Standuhr ticken, das Feuer im Kamin knistern. Richtig schön.
Die Geschichte, die sich Kay Meyer für die beiden Grimm-Brüder ausgedacht hat, war mir allerdings etwas zu wild. Mir hätte es gereicht, das Versteckspiel um einen angeblichen Enkel Napoleons zu verfolgen, aber noch dazu kampferprobte, im Kamasutra bewanderte indische Prinzessinnen mit einem Fakir im Gefolge, abtrünnige Jesuiten-Mönche und gestaltwandelnde Vogelmenschen, die hinter Jakob und Wilhelm her sind? Das zeugt von einer überbordenden Fantasie des Autors :-), ist aber auch einzigartig, überraschend und spannend.

Mein Fazit:
„Die Winterprinzessin“ ist ein ganz tolles Hörspiel einer wilden, spannenden Geschichte, in der Goethe mal wieder seine Finger drin hat ;-).

Meyer, Kai: Die Geisterseher

Genre: historischer Roman, Hörspiel

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Geisterseher
Teil 2: Die Winterprinzessin

Kurzbeschreibung:
Hochkarätig besetzter Hörkrimi um die Ermordung Friedrich Schillers.
Unruhige Zeiten im Weimar von 1805. Erst bricht ein Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen Faust aufführt, dann liegt Schiller sterbenskrank danieder. In diese Szenerie platzen die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre Aufwartung machen wollen. Sie erhalten von Schiller ein letztes vollendetes und versiegeltes Manuskript, mit der Bitte, es seinem Freund Goethe zu überbringen. Am nächsten Morgen ist Schiller tot – offenbar vergiftet durch eine Medizin, die die Brüder Grimm ihm im Auftrag Goethes verabreichten. Eine spannende Suche nach einem verschwundenen Manuskript beginnt. – Historische Personen und Ereignisse mischen sich im Hörspiel mit Elementen aus der Welt der Mythen, Sagen und Märchen und lassen so einen spannenden, historischen Krimiplot entstehen. Die sechs CDs haben eine Spiellänge von zirka 300 Hörspielminuten, als Sprecher sind u. a. mit dabei Andreas Fröhlich ( Die drei ??? ), Marius Clarén (Synchronsprecher von Tobey Maguire), Markus Pfeiffer (Colin Farell) sowie Grimme-Preisträger Matthias Habich.

Meine Einschätzung:
Kai Meyer erzählt fantastisch gute Geschichten und dieses Mal bemächtigt er sich sogar Goethes, Schillers und der Gebrüder Grimm und läßt sie in ein gruselig, schauriges Abenteuer voller mysteriöser Bösewichte und Geheimbünde schliddern.
Der Klang von Pferdehufen auf Pflastersteinen, dunkle Gestalten, die durch Schatten huschen, zwei junge Schriftsteller, die das Abenteuer suchen, geheimnisvolle Gräfinnen mit stummen Dienern, grauenvolle Morde, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, … Cool.
In diesem Hörspiel wird die Geschichte einfach nur grandios umgesetzt. Die Stimmen der Mitwirkenden sind großartig besetzt, die musikalische Untermalung ist sehr stimmungsvoll und schön und die Geräuschkulisse herrlich.
Hach, ich gerate ins Schwärmen.
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, bin ich ein ganz, ganz großer Fan von Hörspielen. Das habe ich wohl irgendwie aus meiner Kindheit rübergerettet. Allerdings scheinen mir Hörspiele gerade ziemlich unmodern zu sein, denn in keinem der vielen Bücherblogs, die ich lese, wurde in den vergangenen Jahren über ein Hörspiel berichtet. Hörbücher ja, aber Hörspiele Fehlanzeige. Merkwürdig.
Und weil es so wenig zu diesem Thema gibt, habe ich beschlossen, mich tiefer in diese Materie einzuarbeiten und in meinem Blog dem Thema eine eigene Seite zu widmen. Ich werde mich nach Hörspielverlagen und Hörspielproduktionen umgucken (und umhören :-)) und vielleicht kann ich ja jemanden von Euch mit meiner Begeisterung anstecken???

Mein Fazit:
Und wieder ein grandioses Hörspiel nach einer Geschichte von Kai Meyer!