Ryan, Anthony: Das Lied des Blutes – Rabenschatten 1

Genre: High Fantasy

Reihenfolge der Serie „Rabenschatten“:
Teil 1: Das Lied des Blutes
Teil 2: Tower Lord (noch nicht übersetzt)
Teil 3: Queen of Fire (noch nicht übersetzt)

Kurzbeschreibung:
Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. »Er besaß viele Namen. Noch nicht einmal dreißig Jahre alt war er im Lauf der Geschichte bereits reich mit Titeln beschenkt worden: ›Schwert des Königs‹ hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; ›Junger Falke‹ für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; ›Dunkelklinge‹ für seine cumbraelischen Feinde und ›Rabenschatten‹ für die geheimnisvollen Stämme des großen Nordwaldes.«

Meine Einschätzung:
750 Seiten epische Fantasy! Uff :-)!
Die Motive der Saga sind bewährt: eine Gruppe von kleinen Jungs, die in einem Orden zu Kriegern ausgebildet werden; eine mittelalterliche Welt mit feudalistischen, grausamen Herrschern; eine geheimnisvolle Gabe, die das eine Volk als Ketzerei verabscheut und vom anderen Volk für eine Gabe der Götter gehalten wird.
Der Autor erzählt die Geschichte gekonnt, mit Zeitsprüngen, anderen Erzählperspektiven und trotz der zahlreichen Personen, Ländern und Konflikten wird der geneigte Leser nicht überfordert. Die Hauptfiguren sind alle detailreich gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter.
Vaelin ist mir persönlich allerdings ’ne Spur zu naiv und ehrenhaft. Manchmal mußte ich wirklich eine kurze Lesepause einlegen, weil ich schon absehen konnte, dass seine unbesonnenen Handlungen in einer Katastrophe für ihn enden würden …
Obwohl ich durchaus eine gute Schlacht zu schätzen weiß, war mir der militärische Anteil im Mittelteil der Geschichte doch ein wenig zu viel, aber ich denke, dass Freunde des Schwert- und Bogenkampfes ihre helle Freude daran haben werden. Mein Neffe war jedenfalls begeistert ;-).
Ich bin also nicht ganz zufrieden mit der Geschichte, denn sie konnte mich nicht immer mitreißen, sie hat mich nicht komplett gepackt und vom Schlafen abgehalten.

Mein Fazit:
Gut geschriebene, epische Schwert-Magie-Fantasy, aber mir hat etwas gefehlt: Überraschungen, neue Ideen???

Diem, Angelika: Das grüne Tuch – Vollstrecker der Königin

Genre: Fantasy

Kurzbeschreibung:
Anthologie mit drei Novellen aus der Welt der Vollstrecker der Königin. Mit fast dreizehn Jahren setzte sich Caitlynn zum ersten Mal gegen das selbstherrliche Charisma ihres gräflichen Vaters zur Wehr. Was geschah in den Jahren danach bis zu jenem grausamen Mord auf Schloss Baeldin? Das Grüne Tuch Caitlynns Wunsch, sich im Schwarzen Turm zur Vollstreckerin ausbilden zu lassen, wird von ihren Elterngezielt sabotiert. Da sie sich durch ihr Charisma als unbrauchbar für den Heiratshandel erweist, beschließt ihre Mutter Caitlynn dorthin zu „entsorgen“, wo sie gezwungen sein wird, einen völlig anderen Weg einzuschlagen. Halbe Hand Als Caitlynns Großmutter Melana sich weigert, dem Fürsten zu Faelin als Heilerin beizustehen, entführen seine Untergebenen kurzerhand die sechzehnjährige Caitlynn, um die alte Meisterin-der-Heilkunst gefügig zu machen. Als „Gast“ des Fürsten kommt die neugierige Caitlynn rasch dahinter, dass es hinter Faelins goldener Fassade gärt und das nicht nur wegen der rätselhaften Krankheit des Fürsten, an der selbst einer der besten Heiler des Reiches sich schon die Zähne ausgebissen hat. Schmerztrinker Im Sommer nach ihrem siebzenten Geburtstag lernt Caitlynn auf dem Festmarkt bei Gelbried den sympathischen “Einsiedler” Alban kennen. Während sie sich mehr und mehr zu ihm hingezogen fühlt, ballen sich schwere Wolken über Gelbried zusammen. Zwischen den Dorfbewohnern und den Siedlern aus dem Inneren Aschenwald, die auf dem Markt ihre Waren feilbieten, häufen sich Feindseligkeiten. Noch bevor die ersten Himmelsfeuerräder fallen, verdichten sich die Zeichen, dass sich hier mehr entladen wird als nur ein heftiges Sommergewitter.

Meine Einschätzung:
Nachdem mir „Der Baeldin-Mord“ der Autorin schon sehr gut gefallen hat, habe ich nun diese, gerade neu erschienene Anthologie ebenfalls mit Begeisterung gelesen. Es handelt sich um 3 Geschichten aus der Jugendzeit von Caitlynn.
Ich finde den Weltenaufbau sehr gelungen. Er ist detailliert und liebevoll gestaltet. Und mir gefallen die Charaktere. Sie sind allesamt lebendig, mehrdimensional und ich mag es auch gerne, wenn sie liebenswert sind ;-).
Außerdem schafft es die Autorin mit ihrer wundervollen Erzählweise, die Geschichte in meinem Kopfkino lebendig werden zu lassen. Schade nur, dass die so kurz sind …
Ich wiederhole mich: Hoffentlich arbeitet die Autorin schon an einem richtig schönen, langen, satten Fantasy-Roman, in dem ich dann versinken darf :-).

Mein Fazit:
Ich lege diese Anthalogie mit klassischen Highfantasy-Geschichten aus der Feder einer Österreicherin allen Fantasy-Fans ans Herz. 🙂

Andrews, Ilona: Land der Schatten – Seelenträume (4)

Genre: Fantasy, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Land der Schatten – Magische Begegnung
Teil 2: Land der Schatten – Spiegeljagd
Teil 3: Land der Schatten – Schicksalsrad
Teil 4: Land der Schatten – Seelenträume

Kurzbeschreibung:
Charlotte de Ney ist eine Heilerin, die schon viel Leid erfahren musste. Als der Schwertkämpfer Richard Mar verletzt zu ihr gebracht wird, wird ihr Leben erneut auf den Kopf gestellt. Richard will einem gefährlichen Menschenhändlerring das Handwerk legen, und Charlotte erklärt sich bereit, ihm zu helfen.

Meine Einschätzung:

Ich bewerte, anders als viele meiner Blogger-Kollegen und Kolleginnen, meine gelesenen Büchern nicht in einem Punktesystem. Zu Beginn meiner Blogarbeit habe ich das versucht, aber irgendwie tue ich mich schwer damit, Büchern Noten zu geben.
Aber nachdem ich jetzt nach einer Reihe von Büchern, die mir zwar gefallen, die mich aber auch nicht umgehauen haben, „Seelenträume“ gelesen habe, werde ich die Kategorie
SCHLAFRÄUBER einführen :-).
Schlafräuber sind Bücher, die mich so begeistern und mitreißen, dass ich auf meinen Schönheitsschlaf pfeife und bis spät in die Nacht lese, auch wenn ich am nächsten Morgen früh aufstehen muß.
Der leider, leider letzte Teil der Serie hat mich wieder total fasziniert. Richard, den man schon aus den Vorgängerbänden kennt, ist ein gepeinigter Held, wie er im Bilderbuch steht und seine Partnerin Charlotte ist das passende Pendant. Zusammen machen sie sich auf die Jagd nach brutalen, menschenverachtenden Sklavenhändlern, verbünden sich mit Verbrechern, begehen Morde, kapern ein Piratenschiff und zum guten Schluß gibt es noch eine superspannende Maskerade am königlichen Hof. Großartig! Es fließt Blut in Strömen, es rollen Gliedmaßen und Köpfe, ICH mag das :-).
Auch meine beiden Serienlieblinge George und Jack sind wieder dabei und wenn ich den Autoren einen Vorschlag machen dürfte: Neue Serie mit diesen beiden als Hauptpersonen, wenn sie erwachsen sind ;-).

Mein Fazit, das ich jetzt einfach mal von mir selbst klaue ;-):
Ilona Andrews (bzw. das Ehepaar Andrews, das sich hinter diesem Pseudonym verbirgt) schreibt großartige Urban Fantasy mit einer Vielzahl an magischen Wesen, interessanten, liebenswerten Protagonisten und spannenden Geschichten.