Poznanski, Ursula: Aquila


Genre: Thriller, Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen.
Das Blut ist nicht deines.
Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist.
Halte dich fern von Adler und Einhorn …
Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen?

Meine Einschätzung:
Machen wir’s kurz. Ich mag Frau Poznanskis Erzählweise, ich liebe Siena und ich mag spannende Geschichten. All das habe ich in diesem Jugendbuch gefunden. Wunderbar, oder?
Über den Inhalt verrate ich bewußt nichts, denn jedes Wort zuviel würde die Spannung rausnehmen. Wirklich :-).

Mein Fazit:
Spannendes Buch für junge Leute ab 16, vielleicht auch schon etwas früher und natürlich Erwachsene ;-).

Landy, Derek: Skulduggery Pleasant – Die Saga 1 – 9


Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Skulduggery Pleasant – Der Gentleman mit der Feuerhand
Teil 2: Skulduggery Pleasant – Das Groteskerium kehrt zurück
Teil 3: Skulduggery Pleasant – Die Diablerie bittet zum Sterben
Teil 4: Skulduggery Pleasant – Sabotage im Sanktuarium
Teil 5: Skulduggery Pleasant – Rebellion der Restanten
Teil 6: Skulduggery Pleasant – Passage der Totenbeschwörer
Teil 7: Skulduggery Pleasant – Duell der Dimensionen
Teil 8: Skulduggery Pleasant – Die Rückkehr der Toten Männer
Teil 9: Skulduggery Pleasant – Das Sterben des Lichts

Meine Einschätzung:
Ich erinnere mich noch ziemlich genau, als ich vor einigen Jahren auf der Frankfurter Buchmesse am Stand von Loewe der Figur von Skulduggery Pleasant begegnete und sie ganz schrecklich fand … bis meine wilde Tochter der Serie verfiel und ich mir jedes Jahr auf’s Neue auf der Buchmesse die Lesung mit Rainer Strecker anhören mußte :-). Meine Tochter wurde ein ausgewiesener Fan und da wir in vielen Fällen den gleichen Geschmack haben, nahm ich mir vor, irgendwann mal alle Bände hintereinander zu hören. Und diesen Sommer war es jetzt soweit.
Walküre Unruh und Skulduggery haben mich durch den gesamten Sommer begleitet, sie haben gekämpft, gelitten, Quatsch gemacht, waren traurig, mußten um gute Freunde trauern und sich aus aussichtslosen Situationen befreien. Immer drohend das Ende der Welt vor Augen, geben sie ihr bestes.
Was mir richtig gut gefallen hat, beide Hauptfiguren haben ihre dunkle Seite, machen üble Fehler, sind nachdenklich und selbstkritisch, aber immer loyal bis zur Selbstaufgabe – sehr vielschichtig und glaubwürdig.
Der schräge, irische Humor des Autoren trägt den Leser/Hörer durch diese wilde Geschichte voller Schlachten und ultrabösen Bösewichten. Allerdings sollte man sein Herz nicht zu sehr an bestimmte Figuren hängen, denn der Autor opfert eine ganze Reihe von Hauptfiguren, was ich ihm Zwischendurch wirklich verübelt habe!
Eine derart lange Saga hat natürlich auch hier und da ihre Längen oder entwickelt sich stellenweise in Richtungen, die mir nicht so gut gefallen haben, aber in Summe ist es eine spannende, unterhaltsame, düstere, kampfbetonte Urban-Fantasy-Geschichte, die einen Vergleich mit „Harry Potter“ nicht scheuen muß, aber an keiner Stelle niedlich ist ;-).

Eine Klasse für sich ist die Lesung von Rainer Strecker!!! Grandios, fantastisch, sensationell, wie er den Figuren mit seiner Stimme Leben einhaucht. Er muß selbst großen Spaß an der Geschichte gehabt haben, sonst hätte er das nicht dermaßen überzeugend über alle 9 Bände lesen können.
Wenn es einen Oscar für Hörbücher gäbe, bekäme er ihn von mir für die Interpretation von Skulduggery Pleasant!!!!

Mein Fazit:
Spannend, schräg, voller irischem Humor, voller Magie, blutrünstig, abgefahren, vollkommen verrückt und genial gelesen von Rainer Strecker! So war mein Sommer ;-).

Pearson, Mary E.: Der Kuss der Lüge – Chroniken der Verbliebenen (2)


Genre: Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Herz des Verräters
Teil 2: Der Kuss der Lüge
Teil 3: Die Gabe der Auserwählten (noch nicht erschienen)

Kurzbeschreibung:
Seit Lia in den feindlichen Palast verschleppt wurde, muss sie um ihr Leben fürchten. Rafe ist zwar an ihrer Seite, aber hier kann auch er sie nicht mehr beschützen. Der Komizar von Venda will Lias Tod – und erst als Kaden ihm verrät, dass Lia die Gabe der Vorsehung besitzt, steigert das in den Augen des Feindes Lias Wert. Sie gewinnt Zeit – doch was sagt ihr der Blick in die Zukunft? Lia muss wichtige Entscheidungen treffen und einen Weg finden, um endlich ihrem Gefängnis zu entfliehen …


Mein Fazit:

Trotz einiger Längen habe ich gerne mit Rafe und Lia gelitten :-).

Pearson, Mary E.: Das Herz des Verräters – Chroniken der Verbliebenen (1)


Genre: Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Das Herz des Verräters
Teil 2: Der Kuss der Lüge
Teil 3: Die Gabe der Auserwählten (noch nicht erschienen)

Kurzbeschreibung:
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen …

Mein Fazit:
Obwohl in vieler Hinsicht ein harmloser Mainstream-Jugend-Fantasy-Schinken, konnte mich die Geschichte, die Protagonisten, der Weltenaufbau und der Stil der Autorin voll und ganz überzeugen. Spannend, tiefgründig, tragisch, interessant

Kasten, Mona: Schattentraum – Hinter der Finsternis


Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
„Als ich zum ersten Mal in deine Augen sah, wusste ich es“, murmelte er und zog mich dichter an sich heran, sodass sein Mund oberhalb meines Ohrs verharrte. „Du warst meine Hoffnung.“
Nach dem Tod ihrer Mutter wünscht sich Emma nichts sehnlicher, als der Finsternis zu entfliehen, die sie seitdem heimsucht. Womit sie dabei nicht rechnet, ist Gabriel, der plötzlich in ihr Leben tritt. Mit seinem arroganten Charme nimmt er ihre Gedanken völlig für sich ein. Doch die Dunkelheit lässt Emma nicht los. Alpträume, in denen ihr Schattenwesen erscheinen, machen ihr das Leben schwer. Und auch Gabriel ist nicht der, der er vorgibt zu sein – jede seiner Berührungen könnte sie in den Abgrund ziehen. Bald weiß Emma nicht mehr: Was ist Traum und was Wirklichkeit?

Mein Fazit:
Unausgereiftes, harmloses Jugendbuch, mittelmäßig geschrieben, bekannte Motive ohne Überraschungen – nix für mich.

Thiemeyer, Thomas: Evolution – Der Turm der Gefangenen (2)


Genre: Sci-Fi, Jugendbuch, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Evolution – Die Stadt der Überlebenden
Teil 2: Evolution – Der Turm der Gefangenen
Teil 3: Evolution – (noch nicht erschienen)


Kurzbeschreibung:

Mit letzten Kräften erreichen Lucie und ihre Freunde die Stadt der Überlebenden. Während Jem vor den Toren gegen angreifende Tiere kämpft, hofft Lucie im Inneren endlich Antworten zu finden. Doch im Schatten der Türme scheint das Mittelalter wieder auf gelebt zu sein: Wissenschaft gilt als schwarze Magie, Fragenstellen ist streng verboten. Als die Jugendlichen aus verbotenen Büchern erfahren, dass sie nicht die ersten Zeitreisenden sind, entlädt sich der Zorn des Burgherrn. Den Freunden bleibt nur die Flucht. Ihr Ziel: der einzige Ort, der noch Hoffnung verspricht die Oase der Zeitspringer. Aber der Weg dorthin führt sie durch gefährliche Sümpfe, mitten ins Land der Squids.

Meine Einschätzung:
Auch der zweite Teil dieser dystopischen Jugendbuchserie hat mir sehr gut gefallen und für ihn gilt meine Einschätzung des ersten Bandes genauso :-), ich wiederhole mich also nicht.

Mein Fazit:
Thiemeyers dystopische Jugendbuchserie ist keine Neuerfindung des Genre, aber unterhaltsam und spannend.

Ahern, Cecelia: Perfect – Willst Du die perfekte Welt (2)


Genre: Dystopie, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Flawed – Wie perfekt willst Du sein?
Teil 2: Perfect – Willst Du die perfekte Welt?

Kurzbeschreibung:
Celestine wurde als „fehlerhaft“ gebrandmarkt, sie gehört nun zu den Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften.
Gelingt es ihr, den grausamen Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue Chance?
Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.

Mein Einschätzung:
Im zweiten Teil dieser Geschichte spinnt die Autorin die Geschichte spannend und gekonnt weiter. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen :-).
Interessant finde ich auch, wie die Autorin die Rolle der Medien beschreibt, die dieses System der Fehlerhaftenbrandmarkung unterstützen. Wie unabhängig können Medien sein, die Politikern/Richtern/Präsidenten gehören? Wie lange lassen sich Menschen zensierte Berichterstattungen gefallen oder bemerken sie die Zensur überhaupt nicht?
Wie sehr läßt sich der Einzelne oder gar die gesamte Bevölkerung dadurch beeinflussen und wie kann Widerstand aussehen?
Spannende Fragen, oder?

Mein Fazit:
Dieses zweiteilige Jugendbuch/Dystopie kommt sofort auf die Liste meiner Lesehighlights, denn ich finde die Geschichte tagesaktuell, aufrüttelnd, nachdenkenswert und spannend. Lesen!

Ahern, Celelia: Flawed – Wie perfekt willst Du sein?


Genre: Dystopie, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Flawed – Wie perfekt willst Du sein?
Teil 2: Perfect – Willst Du die perfekte Welt?

Kurzbeschreibung:
Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.

Meine Einschätzung:

Ich bin über diese zweiteilige Serie durch Zufall in der Buchhandlung gestolpert. Weder habe ich bisher in einem Blog darüber gelesen, noch irgendwo anders. Allerdings habe ich eben bei amazon aus den Augenwinkeln gesehen, dass es doch schon über Hundert Rezensionen gibt.
Der Titel, der Klappentext und die Aufmachung dieses Jugendbuches (ich weigere mich einfach beharrlich den Begriff all-age-Roman zu verwenden, was soll das eigentlich sein???) weckte zuerst bei mir den Eindruck, dass das Thema „Perfektion“ im Sinne von Schönheit eine Rolle spielt. Das hatte ich aber falsch interpretiert, ganz falsch.
Die Geschichte spielt in einem europäischen Land in einer nahen Zukunft. Nachdem in diesem Land Politiker, Wirtschaftsbosse und andere wichtige Funktionäre durch falsche Entscheidungen das Land an den Rand einer wirtschaftlichen Katastrophe manövrieren, installiert man eine moralische Instanz, deren Aufgabe es ist, Menschen, die fehlerhafte Entscheidungen getroffen haben, zu verurteilen. Diese fehlerhaften Menschen werden gebrandmarkt und müssen sich einem strengen Reglement unterwerfen, z.B. einer Ausgangssperre ab 23 Uhr, separate Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln und ein generelles Versammlungsverbot. Dieses System existiert neben dem normalen Recht und Gesetz und verselbstständigt sich im Laufe der Zeit. Es ist ein zutiefst grausames, unmenschliches System, aber die Mehrheit der Bevölkerung unterwirft sich diesen absurden Regeln, man bespitzelt und verrät sich gegenseitig und die gebrandmarkten Fehlerhaften haben keine Chance zur Rehabilitation.
Puuuuhhhh, noch jetzt kriecht mir eine Gänsehaut den Rücken hoch, wenn ich an die Beschreibung dieser Gesellschaft denke, vor allem, weil wir das ähnlich in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern erleben mußten (Südafrika, DDR, …) und weil ich den Eindruck habe, dass wir Menschen daraus kein bisschen gelernt haben und eine ähnliche Entwicklung auch jetzt wieder denkbar ist. Nein, eigentlich geschieht es doch sogar heute-jetzt-gerade: Menschen werden aufgrund ihrer Religion oder Staatsangehörigkeit vorverurteilt und mit einem Einreiseverbot belegt.
Die Autorin schildert die Geschichte aus der Sicht eines 17jährigen Mädchens und ich denke, dass sie die Gefühlswelt eines Teenagers sehr, sehr gut beschreibt. Celestine will ein ganz normales, unauffälliges Mädchen sein und einfach nur dazu gehören. Sie ist absolut unpolitisch, unkritisch und gedankenlos bis zu diesem einen Ereignis, das alles für sie ändert. Mehr verrate ich aber nicht. 😉
Sicher, die Autorin nutzt bekannte Motive: ein Mädels, das sich zwischen zwei tollen Jungs entscheiden muß und die Anführerin einer Widerstandsbewegung wird, ist ja keine brandneue Idee, aber mir hat die Geschichte trotzdem sehr, sehr gut gefallen, berührt und nachdenklich gemacht.
Erwartungsgemäß ist der Schreibstil der Autorin auch wunderbar flüssig zu lesen, die Geschichte ist wahnsinnig spannend, es gibt keine Längen und ich habe sie in wenigen Stunden in mich hineingesaugt und auf Schlaf verzichtet.

Mein Fazit:

Großartig! Auch wenn ich etwas ganz anderes erwartet habe, wurde ich von dieser gesellschaftskritischen, absolut spannenden, berührenden Dystopie überrascht und bin begeistert. Eine absolute Leseempfehlung!

Clare, Cassandra; Black, Holly: Der Weg ins Labyrinth – Magisterium 1


Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Weg ins Labyrinth
Teil 2: Der kupferne Handschuh
Teil 3: Der Schlüssel aus Bronze

Kurzbeschreibung:
Geschlagen mit einem lahmen Bein und einer scharfen Zunge ist der zwölfjährige Callum Hunt nicht gerade der beliebteste Junge auf dem Planeten. Doch das ist erst mal sein geringstes Problem. Denn just in diesem Moment befindet er sich auf dem Weg ins Magisterium, der unterirdischen Schule für Zauberei. Ein dunkler und geheimnisvoller Ort. Dort soll er bei Master Rufus, dem mächtigsten Magier der Schule, in die Lehre gehen. Doch alles was Call über ihn und das Magisterium weiß, lässt ihn befürchten, das erste Schuljahr nicht lebend zu überstehen…

Meine Einschätzung:
Hm. Ich bin ohne großartige Erwartungen an dieses Jugendbuch herangegangen, das mir wegen seines schönen Covers schon auf der Buchmesse aufgefallen war und die Geschichte paßt ja auch grundsätzlich in mein Beuteschema. Außerdem kenne ich die Autorin schon von der City of Bones-Reihe, die mir eigentlich ganz gut gefallen hatte.
„Der Weg ins Labyrinth“ hat mich leider gelangweilt und zwar furchtbar gelangweilt, nicht nur ein wenig. Die Protagonisten haben in meinem Kopf einfach keine Gestalt angenommen, ebenso wenig wie das unterirdische Magisterium oder Elementarier. Die Geschichte schleppte sich so dahin und nur ganz zum Schluß wurde ich hellhörig, als Callums Herkunft offenbart wurde. Allerdings bleiben hier so viele Fragen offen, dass ich das sehr unbefriedigend fand. Dann muß ich leider auch feststellen, dass mir die Parallelen zu Joan K. Rowlings Harry-Potter-Universum doch zu aufdringlich waren.
Und mit der Interpretation von Oliver Rohrbeck, dessen Stimme ich eigentlich mag, kam ich auch nicht klar. Wenn er Erwachsene spricht, verstellt er die Stimme so blöd und salbungsvoll, dass ich jedes Mal zusammengezuckt bin vor Entsetzen ;-).

Mein Fazit:

Leider konnte mich der erste Teil dieser Jugendbuchserie überhaupt nicht überzeugen. Fade, blasse Charaktere, eine uninspirierte Geschichte und ein nerviger Sprecher – da lasse ich lieber die Ohren von den beiden anderen Teilen.

Thiemeyer, Thomas: Evolution – Die Stadt der Überlebenden (1)


Genre: Jugendbuch, Sci-Fi, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Evolution – Die Stadt der Überlebenden
Teil 2: Evolution – Der Turm der Gefangenen
Teil 3: Evolution – (noch nicht erschienen)

Kurzbeschreibung:
Eine Austauschgruppe auf dem Weg in die USA, eine Notlandung auf dem Denver Airport. Als Jem und Lucie das Flugzeug verlassen, ist die Welt plötzlich nicht mehr, wie sie war: Der Asphalt ist überwuchert, das Terminal menschenverlassen und überall lauern Gefahren. Vor allem Tiere haben es auf die Neuankömmlinge abgesehen. Was ist geschehen? Auf der Suche nach Antworten erfahren sie von ein paar letzten Überlebende in einer verschollenen Stadt. Doch wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat?

Meine Einschätzung:
Ich habe Thiemeyer schon länger im Auge, denn sein, zugegebenermaßen etwas abgefahrener Thriller Korona, gefiel mir ja ganz gut und als mir nun dieses neue Buch mit dem Stichwort Zeitreise ins Auge fiel, konnte ich nicht „nein“ sagen.
Nun bin ich zwar gerade der dystopischen Jugendbücher nach dem Muster „Gruppe-schwieriger-Teenies-wird-mit-lebensbedrohlicher-apokalyptischer-Situation-konfrontiert“ müde, aber mich „kriegt“ man ja schnell als Geschichtenerzähler, wenn mir die Protagonisten sympathisch sind und die Geschichte halbwegs spannend ist. Und gut, ich gebe es zu: einer Reise in eine mögliche Zukunft, in diesem Falle hat die Natur die Oberhand gewonnen und überwuchert die Reste der menschlichen Zivilisation, fasziniert mich immer wieder. So habe ich einige Lieblingsszenen, wenn die Gruppe beispielsweise auf noch funktionierende Droiden oder sprechende Hologramme stößt.
Trotzdem bleibt es ein Jugendbuch mit den typischen Teenie-Problemen „Mag er/sie mich?“, „Bin ich schön genug?“ „Ich bin so schüchtern..“ oder auch „Große Klappe – nix dahinter“, aber das war erträglich. Die Erwachsenen in der Geschichte ereilt übrigens ziemlich schnell ein blutiges Ende ;-).
Die Welt, durch die sich die Protagonisten kämpfen müssen, ist gefährlich, blutrünstig und fremd und nach der letzten Seite habe ich erst mal geguckt, für wann Band 2 angekündigt ist 🙂 (Januar 2017).
Den Sprecher des Hörbuches Max Bremer kannte ich bisher nicht, aber ich habe seiner Stimme richtig gerne zugehört und er hat die Geschichte für meinen Geschmack genau richtig interpretiert.

Mein Fazit:

Thiemeyers dystopischer Auftakt einer Jugendbuchserie ist keine Neuerfindung des Genre, aber durchaus unterhaltsam und spannend.

Lange, Erin Jade: Halbe Helden


Genre: Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
So ganz kann Dane sich nicht erklären, wie er da hineingeraten ist: Gerade ging er noch (überwiegend) friedlich und unbescholten zur Schule, jetzt hat er einen Aufpasserjob. Dumm nur, dass Billy D., ein neuer Schüler mit Downsyndrom, nicht will, dass man auf ihn aufpasst – viel lieber ist ihm, wenn Dane ihm beibringt, wie man sich prügelt, oder wenn er ihm hilft, seinen Dad zu finden. Der hat Billy nämlich einen Atlas mit geheimnisvollen Hinweisen hinterlassen, und Billy ist überzeugt, dass sie ihn am Ende zu seinem Vater bringen werden. Dane kann den Ärger förmlich riechen, der ihm blüht, wenn er Billy einmal quer durchs Land kutschiert, aber dessen Enthusiasmus hat er wenig entgegenzusetzen. Wo ihr Weg sie schließlich hinführt, hat keiner von ihnen geahnt …

Meine Einschätzung:
Was für ein tolles Buch! Der Ich-Erzähler Dane ist ein Bilderbuchaußenseiter, aggressiv, angeberisch und er trägt seine Konflikte gerne mit den Fäusten aus. Seine alleinerziehende, noch sehr junge Mutter gibt ihr Bestes, um dem Jungen eine gut Ausbildung zu ermöglichen, aber seine gewalttätigen Eskapaden bringen ihn an den Rand des Schulverweises. Nach einer weiteren Schlägerei wird er vor die Wahl gestellt, Billy D., einen Jungen mit Downsyndrom zu begleiten und zu helfen oder die Schule zu verlassen. Das ist natürlich das Uncoolste, was sich ein Teenager vorstellen kann, aber die beiden verbindet der Wunsch, ihre Väter zu finden..
Der Autor erzählt die Geschichte wunderbar einfühlsam und hat ganz sicher engen Kontakt mit Jugendlichen und er muß auch Menschen mit Down-Syndrom nahe stehen, weil er Billy D. so liebevoll und kenntnisreich schildert.
Mir hat dieses Buch jedenfalls sehr, sehr gut gefallen und ich hoffe, dass es noch viele Leser jeden Alters findet.

Mein Fazit:
Wer „Tschik“ und „Wunder“ mochte, wird auch große Freude an „Halbe Helden“ haben. Ein unkitschiger Jugendroman, der mir richtig gut gefallen hat.

Colfer, Eoin: Der Quantenzauberer (1)


Genre: Jugenbuch, Fantasy

Reihenfolge der WARP-Serie:
Teil 1: Der Quantenzauberer
Teil 2: Der Klunkerfischer
Teil 3: Die Katzenhexe

Kurzbeschreibung:

Was soll es anderes sein als eine Strafversetzung? FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt.
Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet. einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen.

Meine Einschätzung:
Das scheint die Woche der starken Mädchen zu sein :-), denn auch Chevie ist eine tolle Mädchenfigur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Sie absolut unerschrocken, mutig, intelligent, loyal und cool.
Ich bin ja ein großer Fan von Colfers „Artemis Fowl“-Serie, die so gar nicht mainstream ist und auch diese WARP-Serie trifft genau meinen Geschmack. Der Autor erschafft einen sensationell fiesen Bösewicht, der seines Gleichen sucht, er ermöglicht Zeitreisen in ein viktorianisches London mit Steampunk-Elementen, ausweglose Situationen löst er mit schrägen Ideen einfach wieder auf, an jeder Ecke lungern bizarre, schräge Gestalten herum, die der Geschichte eine unerwartete Wendung verpassen und das Ganze präsentiert er mit einer großen Prise schwarzem, irischen Humor. Herrlich. Wirklich herrlich.
Gut, das muß man wirklich mögen und auch die Gestaltung des Covers entspricht vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich finde es richtig, richtig cool und freue mich schon sehr auf die Folgebände.
Bin allerdings hin- und hergerissen, ob ich mir nicht die Hörbuchfassungen, von Rainer Strecker gelesen, gönnen soll. Das wird auch richtig, richtig gut sein …

Mein Fazit:
Schräg, bizarr, skurril, viele Rs um diese spannende Zeitreisegeschichte mit Steampunk-Elementen und einer starken Mädchenfigur zu beschreiben, die mich unglaublich gut unterhalten hat.

Habel, Lia: Dark love


Genre: Jugendbuch, Steampunk, Dystopie

Kurzbeschreibung:
Ein Wettlauf mit der Zeit und eine große Liebe, die keine Grenzen kennt: Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und digitale Tagebücher – das ist die Welt der Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-jährige Vollwaise lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird. Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt. Und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, aber die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras längst tot geglaubter Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt dem Untergang geweiht?

Meine Einschätzung:

Was für ein schönes Buch-Cover, oder? Ich finde das Design mit den verspielten Steampunk-Elementen in silber außergewöhlich hübsch, wenn auch diese Optik die Buchkäuferin etwas in die Irre führt. Meine Tochter jedenfalls sah das Cover und meinte: Mama, auf so eine blöde Liebesgeschichte habe ich aber keine Lust.
Naja, eine Liebesgeschichte (wenn man sie überhaupt so nennen kann) kommt auch vor…
Die Geschichte hat verschiedene Aspekte und ich versuche mal, diese auszudröseln ;-).
Steampunk – deshalb hatte ich das Buch überhaupt gekauft – und ja, es kommen jede Menge Steampunk-Elemente vor. Die technischen Geräte sind auch interessant beschrieben, wobei die Autorin nicht besonders ins Details geht, was die Funktion und Wirkung betrifft. Sie legt viel mehr Wert auf die Kleidung der Progatogisten und die Architektur der Bauwerke und die Innenausstattung. Ein Stil, den sie „neuviktorianisch“ nennt und das paßt meines Erachtens perfekt zur Geschichte.
„Dark Love“ ist aber nicht nur ein Steampunk-Roman, sondern auch eine Dystopie. Nach einer nicht näher erläuterten Katastrophe ziehen die überlebenden Menschen nach Mittelamerika, das die besten Überlebensaussichten bietet. Nach Jahrzehnten des Chaos und des Bürgerkrieges einigt man sich auf eine Gesellschaftsform mit Regeln und Gesetzen, wie man sie aus dem viktorianischen England kennt. Das beinhaltet auch eine streng reglementierte Klassengesellschaft mit einer Ober- und Unterschicht und Frauen werden wieder in die Rolle der hübschen, Korsett tragenden Kleiderständer gedrängt, wobei die Autorin nicht auf das Thema Emanzipation eingeht. Das läßt sie außen vor, was ich sehr schade finde. Würde sich eine menschliche Gesellschaft wirklich in diese Richtung entwickeln wollen??? Keine Ahnung, eher nicht, aber dafür sind dystopische Romane da, um mit möglichen Wirklichkeiten zu spielen. Die Autorin bastelt sich jedenfalls eine solche Welt zurecht und das macht sie nicht schlecht.
Dann ist das Buch auch noch ein Zombie-Roman! Herrschaftszeiten!!! Das habe ich natürlich nicht geahnt (Klappentexte ordentlich lesen, Frau Leseratteffm und nicht nur die Cover anschmachten!), denn ich finde Zombies blöd. Richtig blöd. Und das hat mir auch ein wenig die Geschichte verleidet. Ich mache grundsätzlich einen Bogen um Zombie-Gedöns. Von „The walking dead“ habe ich eine Folge gesehen und fand es bescheuert (sorry, liebe Fans) und auch andere Zombie-Geschichten vermeide ich tunlichst. Die Faszination, die dahinter steckt und so viele Fans findet, kann ich mir nicht mal ansatzweise erklären.
Ich will hier nicht zu viel verraten, aber ehrlich gesagt, finde ich den Gedanken, mit Zombies zusammenzuleben, äußerst ekelig *schüttel*. Die Autorin beschönigt das Thema auch nicht und die Tragik dahinter wird schon klar, aber trotzdem. Hätte sie nicht irgendeine Krankheit ersinnen können, die reversibel ist????
Und die Liebesgeschichte??? Nun, das ist ein Jugendbuch und bleibt deshalb mehr als harmlos ;-).
Apropos harmlos! Auf Gemetzel jeglicher Art verzichtet die Autorin keineswegs. Sehr bildhaft, fast schon kinogeeignet, erzählt sie von Zombie-Überfällen etc. Gruselig. Ekelig. *schüttel*
Wahrscheinlich hätte ich das Buch beim Anblick des Wortes Zombie sofort in die Ecke geknallt, wenn mich die Protagonisten nicht interessiert hätten. Die Geschichte wird aus Sicht verschiedener Personen/Zombies erzählt und ich fand diese Erzählperspektive reizvoll und spannend. Ich könnte hier auch einige Kritik anbringen, dass z.B. die beiden Mädels aus dem Mädchen-Pensionat so beherzt zu den Waffen greifen im Angesicht einer Bedrohung ist mehr als unglaubwürdig, aber weil sie dabei doch irgendwie liebenswert sind und ich wissen wollte, ob und wie sie sich in diesem irren Setting schlagen, habe ich weiter gelesen. Außerdem ist die Geschichte spannend und gut geschrieben und ich mußte einfach wissen, wie sie ausgeht.
Wundert mich übrigens, dass das kein Mehrteiler geworden ist …

Mein Fazit:
„Dark Love“ ist eine irrwitzige, schräge Steampunk-Dystopie-Zombie-Jugendbuchliebesgeschichte über die man eigentlich nur den Kopf schütteln und diskutieren könnte, aber ich war fasziniert von den Ideen der Autorin.

Bray, Libba: Diviners – Aller Anfang ist böse


Genre: Jugendbuch, Mystery, Horror???

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: The Diviners – Aller Anfang ist böse
Teil 2: The Diviners – Die dunklen Schatten der Träume
Teil 3: The Diviners – ??? noch nicht erschienen

Kurzbeschreibung:
New York, 1926: Wegen eines kleinen „Zwischenfalls“ wurde Evie O‘Neill aus ihrer langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt. Dort genießt sie das wilde Partyleben, bis ein seltsamer Ritualmord die Stadt erschüttert – und Evie über ihren Onkel, den Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes plötzlich mitten in den Mordermittlungen steckt. Schon bald weiß sie mehr als die Polizei. Denn Evie hat eine geheime Gabe, von der niemand wissen darf: Sie kann Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. Doch sie hat keine Ahnung, mit welch entsetzlicher Bestie sie es zu tun bekommt …

Meine Einschätzung:
Hm, ich bin hin- und hergerissen. Grundsätzlich hat mir die Idee, eine solche Geschichte in den goldenen 20igern in New York spielen zu lassen, gut gefallen und die Idee spiegelt sich auch in dem ungewöhnlichen und meiner Meinung nach hübschen Cover wieder.
Allerdings schafft es die Autorin in meinen Augen nicht wirklich, mir die damalige Zeit und die Atmosphäre der „wilden“ Zwanziger zu vermitteln und das ist auch das Problem, das ich mit dem gesamten Roman hatte. Er ist mir zu oberflächlich und hat mich nicht wirklich mitgerissen. Die gruseligen Szenen, die man durchaus dem Horror-Genre zuordnen könnte, haben mich absolut kalt gelassen und auch die Hauptfiguren bleiben irgendwie blass und/oder sind nervig. Evie ist in meinen Augen ein verwöhntes, selbstsüchtiges Gör und ihr Onkel ein Trottel. Sorry. Die jungen, männlichen Hauptdarsteller hingegen sind ganz interessant gezeichnet, aber ob das ausreicht, dass ich auch den zweiten Band lese??? Eher nicht, dafür habe ich mich über weite Strecken zu sehr gelangweilt.

Mein Fazit:
Eine vielversprechende Idee für eine Geschichte mit paranormalen Elementen, die mich aber nicht überzeugen konnte.

Hasse, Stefanie: BookElements – Die Magie zwischen den Zeilen (1)


Genre: Jugendbuch, Fantasy, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Magie zwischen den Zeilen
Teil 2: Die Welt hinter den Buchstaben
Teil 3: Das Geheimnis unter der Tinte

Kurzbeschreibung:
**Verliebe dich niemals in eine Romanfigur, denn sie könnte dich suchen kommen…** Wenn die Menschen nur wüssten, wie gefährlich das Bücherlesen ist, wäre Lins Job um einiges leichter. Aber leider verlieben sich tagtäglich junge Frauen in Romanfiguren und ahnen dabei nicht, dass sie ihnen mit jedem schwärmerischen Seufzer ein wenig mehr Leben einhauchen – bis die Protagonisten aus den Büchern heraustreten, die Stadt unsicher machen und Lin sie wieder einfangen muss. Die unwiderstehlichen Vampire, die muskulösen Außerirdischen, die Gitarre spielenden Bad Boys … Als Wächterin der Bibliotheca Elementara kennt Lin sie alle persönlich. Alle außer Zacharias, den Protagonisten ihres Lieblingsbuchs »Otherside«, das sie entgegen aller Wächterregeln heimlich liest. Dabei ist er der einzige Romanheld, den sie gerne einmal kennenlernen würde…

Meine Einschätzung:
Ohweia!
Ich mach das ja wirklich nicht gerne und wer mir folgt, der weiß, dass Verrisse bei mir eher selten sind und auch das soll kein wirklicher Verriss werden, sondern eher konstruktive Kritik. Ich gebe nämlich gerne zu, dass ich bei deutschsprachigen Autorinnen und Autoren immer befürchte, dass diese durch einen Zufall mal auf meiner Seite landen und sich durch meine Anmerkungen gekränkt fühlen. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wieviel Herzblut, Mut und Geduld dazugehören, um ein Buch zu veröffentlichen und dafür bewundere ich alle Autorinnen und Autoren sehr.
Aber trotzdem möchte ich meine subjektive Meinung mit meinen Bloglesern teilen und leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.

Leseratten, wie ich es eine bin, mögen gerne Bücher, in den es wiederum um Bücher, Bibliotheken, Buchhandlungen, das Lesen oder auch Romanfiguren geht. Die Idee ist nicht bahnbrechend neu, oder? Mir fällt sofort die Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke und die Seiten-der-Welt-Trilogie von Kai Meyer ein und wenn ich länger darüber nachdenke, fallen mir sicher noch weitere Bücher zum Thema ein.
Das Herauslesen von Romanfiguren ist jedenfalls ein mir bekanntes Motiv und auch die Wächter, die herausgelesene Figuren jagen und wieder in die Bücher verbannen – unbemerkt von uns Normalos, die die Autorin erdacht hat, sind mir in der ein oder anderen Form auch schon begegnet. Ähnlichkeiten mit der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier oder der City-of-Bones-Reihe werden nicht nur mir aufgefallen sein. Ich kann solche Parallelen durchaus verzeihen, wenn der Rest der Geschichte stimmt und ich beispielsweise von den Protagonisten überzeugt werde.
Aber sämtliche Figuren in diesem Roman bleiben blass. Der sich in einen Drachen wandelnde Ric hat zwar wundervolle Augen und einen supertollen Oberkörper, aber wie seine Drachengestalt im Detail aussieht??? Wird nicht beschrieben. Lin ist total in ihn verliebt, arbeitet seit Jahren mit ihm zusammen, aber weiß nicht, dass er eine verschwundene Schwester hat? Auch die beiden anderen Mitglieder des Teams werden nicht näher beschrieben, bis auf ihre besonderen Elementar-Fähigkeiten.

Und nicht nur die Figuren werden unzureichend charakterisiert, auch Einzelheiten zur Organisation der Wächter bleiben im Dunklen und leider neigt die Autorin auch dazu, spannende Situationen in wenigen Sätzen aufzulösen. Das ist aber schwierig bei einer Story, die so komplex angelegt wurde und meiner Ansicht nach kann eine solche Geschichte nicht auf 200 Seiten erzählt werden, so dass ich zufrieden bin. 😉 Außerdem ist die Geschichte ziemlich vorhersehbar und ohne wirkliche Überraschungen.

Außerdem erschien mir der Schreibstil holprig und wenig geschliffen. Aber ich bin ja keine Germanistin und hätte mit der einfachen sprachlichen Gestaltung gut leben können, wenn es nicht diese 3 Aufreger gegeben hätte, die zugegebenermaßen mein ganz privates Problem sind ;-):
Der röhrende Lamborghini von Ric hat mich unglaublich genervt. Woher hat er eigentlich das Geld für so ein Monsterauto??? Ähnlich häufig, wie das Auto erwähnt wird, trinken die Protas Kaffee. Nach dem 3. Mal war das aber langweilig …
Durch das Gestaltwandeln sind die Protagonisten permanent damit beschäftigt Klamotten einzusammeln, zu suchen oder sich überzuwerfen. Nervig. Dafür gibt es doch sicher elegantere Lösungen … Aber die Augen habe ich verdreht, als beschrieben wurde, dass Lin in ihrer Tinkerbell-Gestalt zwar nackt ist, man aber nix sehen könne, weil sie verschwommen sei. Echt jetzt??? Gestern Abend musste ich mich schon bei dieser dämlichen Model-Show GNTM aufregen, weil dort ein „Nackt-Shooting“ anberaumt wurde, aber die Mädels sich hautfarbene Dinger auf die entscheidenden Stellen kleben sollten. Diese Prüderie geht mir auf die Nerven! Entweder bin ich nackt oder nicht, aber verschwommen. Pfft. (Frau leseratteffm: sie sollten vielleicht keine Jugendbücher mehr lesen???)
Die Autorin lässt ein paar Romanfiguren aus anderen Büchern mitspielen und das finde ich grundsätzlich schwierig. Dass Bella oder Edward aus ihren Büchern herausgelesen werden und zurückgeschickt werden müssen, geht ja gerade noch so, aber sie lässt Cress aus Marissa Meyers Luna-Chroniken aktiv in die Geschichte eingreifen und das geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht! Ich mag die Luna-Chroniken wirklich gerne und ich mag alle Figuren sehr und deshalb will ich sie auf gar keinen Fall woanders erleben als in ihrer ureigenen Geschichte!!!!

Vielleicht hätte ich mir die Geschichte besser gefallen, wenn sie sich nicht so ernst genommen hätte. Ab und an klingt mal ein witziger, ironischer Ton an, aber die Autorin zieht das nicht konsequent genug durch.
Ich hatte bei diesem Erstlingswerk ein ähnliches Lesegefühl wie bei „Aethergeboren“. In der Geschichte steckt durchaus Potential, aber ich hatte das Gefühl, ich lese ein Exposé, das später noch mit der Atmosphäre und detaillierten Charakteren ergänzt wird.

Mein Fazit:
200-seitige Fantasy-Jugendbücher machen die Frau leseratteffm nicht glücklich.

Harrison, Kate: Soul Beach – Frostiges Paradies (1)

Genre: Jugendbuch, Mystery Thriller

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Soul Beach – Frostiges Paradies (1)
Teil 2: Soul Beach – Schwarzer Sand (2)
Teil 3: Soul Beach – Salziger Tod (3)

Kurzbeschreibung:
Meine Schwester ist tot.
Seit vier Monaten und fünf Tagen.
Ermordet.
Heute habe ich eine E-Mail erhalten.
Von ihr.

Als Alice eine E-Mail von ihrer toten Schwester bekommt, hält sie das zunächst für einen schlechten Scherz. Dann folgt jedoch eine Einladung in die virtuelle Welt von Soul Beach, einem idyllischen Strandparadies, wo ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung festsitzt.
Unter www.soulbeach.org entdeckt Alice eine völlig neue Welt abseits der Realität, die sie mehr und mehr in ihren Bann zieht.
Doch wer steckt hinter Soul Beach und warum herrschen hier solch strenge Regeln?
Warum wird der Strand nur von Jungen und Schönen bewohnt?
Und warum sind sie alle tot?
Wer hat Megan umgebracht?

Meine Einschätzung:
Der Auftakt dieser Jugendbuchtrilogie lungerte schon eine ganze Weile auf meinem SuB, unter anderem weil meine Tochter nicht besonders begeistert von diesem Buch gewesen ist und nicht nach den Fortsetzungen verlangt hat. Wir haben zwar nicht den gleichen, aber einen ähnlichen Lesegeschmack. Außerdem ist „Soul Beach“ ein gutes Beispiel von: wurde in vielen Blogs wie gehypt und ich hatte dann keine Lust mehr ;-).
Hm, warum hat mich dieser Mystery-Thriller nun nicht besonders begeistert?
Am meisten hat mich gestört, dass es ein typisches Teenie-Buch ist und Alice ist ein typisches Exemplar von egozentrischem, sämtlichen Weltschmerz in sich tragenden Mädels mit allen Komplexen, die man als Mädels so haben kann. Damit ist sie mir gehörig auf die Nerven gegangen. Hach und die tote Schwester war außerdem ein absolutes Prachtexemplar: Star einer Fernsehsendung, hübsch, singend und tanzend und beliebt und vereehrt. Die Mutter der Familie verehrt dafür ihren Therapeuten, während der Vater sich zurückzieht und allen Konflikten aus dem Weg geht. Langweilig und vorhersehbar.
Die Idee, nämlich dass es eine Art Warte-Paradies für ermorderte Teenies gibt, ist zwar ganz interessant, aber ich hatte immer den Eindruck, dass Alice die falschen Fragen stellt, die sie sowieso nicht beantwortet bekommt. In diesem Teil bleibt im Prinzip alles offen und ungeklärt.
Interesserieren würde mich nur, ob der junge IT-Crack Alice bei der Klärung dieser vielen Fragen und letztlich der Morde helfen kann. Er war für mich der einzige Lichtblick ;-).
Die Aufmachung der Trilogie finde ich ganz gelungen, schön düster mit dem schwarzen Buchschnitt und dem matten, auf alt gemachten Cover. Sprachlich ist mir das Buch weder positiv noch negativ aufgefallen. Es läßt sich ganz flott lesen.

Mein Fazit:
Ich werde diese Jugendbuch-Trilogie nicht weiter lesen, weil mir die Protagonisten ein wenig auf die Nerven gehen, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich junge Leser für diese Reihe begeistern können.

Rowling, Joanne, K.: Harry Potter und der Stein der Weisen

Genre: Jugenbuch, Fantasy

Kurzbeschreibung:

Lassen Sie sich von dieser wunderschönen Neuausgabe verzaubern! Harry Potters Geschichte ist inzwischen weltbekannt, doch nun ist eine einzigartige, vierfarbig illustrierte Ausgabe des Klassikers erschienen. Jim Kay, Illustrator des preisgekrönten „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Patrick Ness, hat die Welt von Harry Potter und ihre unvergleichlichen Figuren in ein neues Gewand gehüllt. Seine fantasievollen Zeichnungen werden nicht nur Fans, sondern auch neue Leser in ihren Bann ziehen. „Das schönste und begehrenswerteste Geschenkbuch des Jahres.“ (Fiona Noble, The Bookseller)

Meine Einschätzung:

Einfach nur wunder-wunderschön! Nach so vielen Jahren nochmal den ersten Harry Potter Band zu lesen war einfach klasse. Wieder habe ich mich die fantasievolle Welt der Autorin verliebt. Ihre Einfälle sind und bleiben genial und die Charaktere werden mich mein Leben lang begleiten (ganz schön pathetisch ;-)).
Die Illustrationen zur Geschichte sind auch richtig, richtig schön geworden. Witzig und fantasievoll, so dass jede Seite ein Spaß für die Augen ist.

Mein Fazit:

Ich bin begeistert von der illustrierten Ausgabe und hoffe, dass auch die anderen Bände illustriert herauskommen werden.

Herrmann, Elisabeth: Seefeuer

Genre: Jugendbuch, Thriller

Kurzbeschreibung:

Marie Vosskamp kann nicht fassen, welchen Freund sich ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters zugelegt hat! Kein Stück traut sie Magnus, der in Windeseile das Kommando über das Vosskamp´sche Familienunternehmen übernimmt – und ihre Mutter auch noch heiraten will! Marie haut ab, um endlich ihre Träume zu verwirklichen, nach Friedrichskoog an die Nordsee, wo sie mit einem begehrten Praktikum ihrem Wunsch, Meeresbiologin zu werden, ein bisschen näher kommt. Dort lernt sie auch den attraktiven Vince kennen, der sich als Schatzsucher für das alte Schiffswrack der Trinity interessiert, das vor der Küste aufgetaucht ist. Mit der Trinity, die in den 50er Jahren in einem schrecklichen Unglück gesunken ist, heben sich dunkle Geheimnisse, die viel mehr mit Marie zu tun haben, als sie sich je hätte vorstellen können. Geheimnisse, die manche lüften und andere um jeden Preis verbergen wollen …

Meine Einschätzung:
Ist eigentlich schon irgendjemandem außer mir aufgefallen, dass Jugendbücher über eine angenehme Schriftgröße mit einem sehr übersichtlichen Zeilenabstand verfügen? Ich bin ja nun langsam in dem Alter, wo das Thema Lesebrille durchaus Bedeutung erlangt (ich brauche noch keine laut meines Augenarztes) und da fällt mir das natürlich sofort auf. 😉 Warum (Klufti würde sagen: Priml nochamal) nutzen das Verlage nicht für Bücher, die meine Altersklasse bwz. Lesebrillenträger als Zielgruppe haben???
Ich habe diesen Thriller bestellt, ohne zu wissen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Elisabeth Herrmann ist mir wohlbekannt (guckst du hier) und ich habe auch diesen Thriller gerne gelesen, zumal ich ein großer Nordsee-Fan bin und auch schon auf einer Seehundaufzuchtstation war.
Ich habe mich immer gefragt, was wohl der Unterschied zwischen einem Erwachsenen-Thriller und einem Jugendthriller sein wird und anhand von „Seefeuer“ ist mir das jetzt auch klar geworden. (Ist sicher einen schönes Thema für einen Deutsch-Leistungskurs oder Germanistik-Studenten?). Aus Sicht einer Erwachsenen, abgebrühten Leserin ist die Geschichte doch recht harmlos und durchschaubar. Was aber nicht heißen soll, dass ich die Geschichte langweilig fand. Die Protagonisten sind natürlich Jugendliche, in die ich mich als Mutter von Teenagern aber ganz gut hineinversetzen konnte.

Mein Fazit:

Ich fand diese Geschichte stimmig und spannend, aber auch liebevoll harmlos und nett. Mal gucken, ob meine Töchter Interesse daran finden.

Stroud, Jonathan: Lockwool & Co – Der wispernde Schädel (2)

Genre: Fantasy, Dystopie, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe
Teil 2: Lockwood & Co – Der wispernde Schädel
Teil 3: Lockwood & Co – Die raunende Maske

Kurzbeschreibung:
Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.

Meine Einschätzung:
Die Geschichte ist ja eigentlich eine Dystopie, oder? Egal.
Ich finde auch den zweiten Teil der Serie großartig. Ich mag die Protagonisten, ich mag die unaufgelösten Fragen (was ist denn nun in dem verschlossenen Zimmer ;-)) und ich mag Jonathan Strouds Erzählweise. Kein bisschen holprig oder sperrig ;-), sondern flüssig, witzig, bildhaft, ironisch, bissig einfach gut.

Mein Fazit:

Band 3 ist schon vorbestellt!

Meyer, Kai: Die Seiten der Welt (1)


Genre: Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Seiten der Welt
Teil 2: Die Seiten der Welt – Nachtland
Teil 3: Die Seiten der Welt – Blutbuch


Kurzbeschreibung:

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Meine Einschätzung:

Kai Meyer hat einfach fabelhafte Idee! Fliegende Schimmelrochen, die wertvolle Buchbestände bedrohen, wehrhafte Buchstaben, die aus Büchern fallen, Origami-Vogelschwärme oder flirrende Wälder aus Lesebändchen … Das finde ich großartig und das macht mir unglaublichen Spaß beim Lesen. Auch seine Figuren sind facettenreich, dreidimensional, unperfekt und liebens- oder hassenswert und beim Umblättern frage ich mich manchmal, welche Überraschung auf der nächsten Seite auf mich wartet.
Wer schon mal einen Roman von Kai Meyer gelesen hat, der weiß, dass der Autor keine zuckersüßen Fantasy-Geschichten schreibt, mit netten Feen oder guten Hexen und einem hübschen Happy-End in Sicht. Ne, ne, auch diese Geschichte ist ganz schön düster, komplex und stellenweise wirklich dramatisch und traurig, aber auch das mag ich.
Es gibt eine Parallele zur Tintenherztrilogie von Cornelia Funke (die ich nicht mochte …), an der ich mich anfangs etwas gestört habe, aber Kai Meyer hat seinen eigenen Stil, der mich das hat vergessen lassen und so freue ich mich schon auf den nächsten Teil und seine fabelhaften Ideen …

Mein Fazit:
„Die Seiten der Welt“ ist ein tolles, spannendes Buch für alle bücherverrückten Fantasy-Leser und junge Leser ab 14 werden auch begeistert sein.

Westerfeld, Scott: Ugly – Verlier nicht dein Gesicht (1)

Genre: Jugendbuch, Dystopie

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Ugly – Verlier nicht dein Gesicht
Teil 2: Pretty – Erkenne dein Gesicht
Teil 3: Special – Zeig dein wahres Gesicht
Teil 4: Extra – Wer kennt dein Gesicht


Kurzbeschreibung:

Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die für alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay flüchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl …

Meine Einschätzung:
Als mir meine Tochter „Ugly“ hinlegte, war mir nicht klar, dass es sich wieder mal um einen Jugendbuch-Dystopie-Serie handelt, denn sonst hätte ich noch etwas mit dem Lesen gewartet. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass das Buch schon 2007 erschienen ist. Es handelt sich also um einen Vorreiter der dystophischen Jugendbücher.
Im Gegensatz zu den Maze-Runner-Bänden konnte mich diese Geschichte allerdings nicht wirklich fesseln, obwohl ich die Welt, die der Autor für die Zeit nach der großen Katastrophe entwickelt hat, ganz interessant fand.
Für meinen Geschmack hatten die Figuren nicht genug Tiefe und Persönlichkeit und die Handlung war doch arg vorhersehbar. Außerdem wedelt der Autor ganz schön deutlich mit der Moralfahne und das war mir zu platt, besonders an der Stelle, als es um Essstörungen bei jungen Mädchen geht.
Ich bin aber auch hier wieder nicht die Zielgruppe und meine 14jährige Tochter verlangt schon nach den Folgebänden.

Mein Fazit:
Ugly reiht sich in die dystopische Jugendbücher-Szene ein, wird mir aber nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

Yousafzai, Malala: Ich bin Malala

Genre: Jugendbuch, Auto-Biographie

Kurzbeschreibung:

Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg überfallen und niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Wie durch ein Wunder kommt Malala mit dem Leben davon. Als im Herbst 2013 ihr Buch „Ich bin Malala“ erscheint, ist die Resonanz enorm: Weltweit wird über ihr Schicksal berichtet. Im Juli 2013 hält sie eine beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen. Barack Obama empfängt sie im Weißen Haus, und im Dezember erhält sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, verliehen vom Europäischen Parlament. Malala Yousafzai lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie wieder zur Schule geht.
Malala Yousafzai wird mit dem Friedensnobelpreis 2014 ausgezeichnet.
»Dieses Memoir unterstreicht ihre besten Eigenschaften. Ihren Mut und ihre Entschlossenheit kann man nur bewundern. Ihr Hunger nach Bildung und Neugestaltung ist authentisch. Sie wirkt so unschuldig, und da ist diese unverwüstliche Zuversicht. Sie spricht mit einem solchen Gewicht, dass man vergisst, dass Malala erst 16 ist.« The Times

Meine Einschätzung:
Sicher haben schon viele das Buch gelesen und es ist auch sicher genug und kompetent und klug darüber geschrieben und gesprochen worden.
Ich habe eine Menge über Pakistan gelernt und habe eine Idee davon, wie das Leben dort aussieht und welchen Gefahren die Menschen ausgesetzt sind.
Und ich fühle mich absolut bestätigt in meiner Meinung, dass sich die Situation von Frauen, egal in welchen Land, verbessern wird, sobald ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu bilden. Wer lesen kann, wer seine Gedanken und Argumente formulieren kann, ordnet sich nicht mehr fraglos einer männlichen Autorität unter.

Mein Fazit:
Lesen! Jeder, der in der aktuellen Debatte über den Islam mitdenken/mitreden will, sollte auch die Stimme dieser jungen Frau hören. Die ist nämlich mittendrin.

Dashner, James: Maze Runner-Trilogie – Die Auserwählten 1 bis 3

Genre: Jugendbuch, Dystopie

Kurzbeschreibungen:
Im Labyrinth
Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Fest steht, dass er irgendwie auf einer Lichtung gelandet ist, umgeben von einem bizarren Labyrinth. Doch er ist nicht alleine. Zusammen mit fünfzig anderen Jungen sucht er einen Weg in die Freiheit. Mörderische Kreaturen erwarten sie – und gewaltige Mauern, die sich ständig verschieben. Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden.
In der Brandwüste
Sie haben einen Ausweg aus dem tödlichen Labyrinth gefunden und geglaubt, damit wäre alles vorbei. Dass sie frei sein werden und nie mehr um ihr Leben rennen müssen. Doch auf Thomas und seine Freunde wartet das Grauen: sengende Hitze, verbranntes Land und Menschen, die von einem tödlichen Virus befallen sind. Und die undurchsichtigen Schöpfer halten noch immer die Fäden in der Hand. Damit steht den Jungen die nächste Prüfung bevor. Sie müssen innerhalb von zwei Wochen die Brandwüste durchqueren, sonst sind sie verloren. Und dabei wird ihnen alles abverlangt, sogar ihre Menschlichkeit – doch dazu ist Thomas nicht bereit!
In der Todeszone
Thomas wird sich auf keinen Fall den Kopf aufschneiden lassen! Auch wenn er durch diese Operation sein Gedächtnis zurückbekommen soll. Denn den Wissenschaftlern von ANGST darf man nicht trauen. Nicht nach all den grausamen Prüfungen, die Thomas und seine Freunde durchstehen mussten. Nicht nach all den Versprechen, die gebrochen worden sind. Thomas muss endlich dafür sorgen, dass ANGST ihn nie wieder kontrollieren und manipulieren kann. Die Zeit der Abrechnung ist gekommen – Spannung pur! Band 3 der Erfolgstrilogie

Meine Einschätzung:
Da ich die drei Bände direkt hintereinander weg gelesen habe, fasse ich meine Einschätzung auch in einem Beitrag zusammen. (Hatte ich schon erwähnt, wie froh ich bin, wenn ich eine Trilogie in einem Rutsch lesen kann??? 🙂 )
Im Grunde finde ich die Dystopie-Welle, die durch den Jugendbuchbereich schwappt, langsam langweilig. Nach dem Motto: Kennst Du eine, kennst Du alle.
Auch die Maze-Runner-Reihe glänzt jetzt nicht gerade durch sensationelle, neue Einfälle. Nach einer Katastrophe (Sonneneruption) werden große Teile der Erde unbewohnbar. Die Menschheit muß sich neu organisieren und macht dabei einen grandiosen/katastrophalen Fehler, der die Menschheit ausrotten wird, wenn nicht ein paar Auserwählte Menschen die Rettung bringen. Die Menschen leben in abgeschotteten Städten, die verlorenen Seelen (so nenn ich sie mal, um nix zu verraten), bleiben draußen.
Warum habe ich also diese Trilogie so gerne gelesen, ne: eigentlich verschlungen? Weil die Geschichte so unglaublich spannend geschrieben ist. Immer wieder geraten die Jungs in furchtbare Situationen, die auch nicht immer gut für alle Beteiligten ausgesehen. Der Leser tappt, ebenso wie die Hauptfigur Thomas und seine Freunde, im Dunklen, warum sie diesen Gefahren ausgesetzt sind und bekommt nur Häppchenweise Informationen zugespielt. Das hat der Autor richtig gut gemacht und mich um ein paar kostbare Stunden Schlaf gebracht. Besonders gelungen finde ich in diesem Zusammenhang den Anhang am Ende Der Trilogie, der einige offene Fragen abschließend klärt. Damit war ich sehr zufrieden.
Außerdem hat sich der Autor sehr viel Mühe mit den Hauptfiguren gegeben, die wunderbar charakterisiert sind, einzigartig und vor allem glaubwürdig. Thomas wird beispielsweise immer wieder von Zweifeln geplagt, ist deprimiert, wütend, rachsüchtig, aber natürlich auch unglaublich mutig :-). Ebenso einzigartig sind auch die anderen Figuren, die auftreten. Ich habe den Kinofilm noch nicht gesehen und ich weiß auch gar nicht, ob ich das möchte, denn ich habe ein recht lebendiges Bild aller Personen im Kopf. Allerdings interessiert es mich, wie die Filmemacher die abgefahrenen Monster umgesetzt haben und das Labyrinth … Mal sehen …
Gut gefallen hat mir außerdem, wie der Autor die Gruppe von Jungs in Extremsituationen handeln läßt. Ich bin keine Psychologin und habe keine Ahnung, ob das realistisch ist, aber ich finde seine Theorie interessant, dass sich so eine geordnete Struktur mit Anführern, Abteilungen und Arbeitseinsätzen bildet.

Mein Fazit:
Meine 14jährige Tochter und ich haben diese dystopische Trilogie in wenigen Tagen verschlungen. Spannend – düster – gewalttätig, das muß man aushalten können.

Levithan, David: Letztendlich sind wir dem Universum egal

Genre: Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte
Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.
Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?
Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?

Meine Einschätzung:
Und noch ein gutes Jugendbuch. Erfreulich, oder?
Die Kurzbeschreibung fasst das Buch schon ganz gut zusammen :-).
Die Geschichte bietet jede Menge Stoff zum Nachdenken, Philosophieren, Diskutieren und Streiten 🙂 und wird sicher Jungs und Mädchen gleichermaßen interessieren. Liebe Deutschlehrer, das wäre doch mal was, oder?

Mein Fazit:

Mit diesem Buch werde ich meine Patenkinder zu Weihnachten beschenken. Das dürfte auch die Lesemuffel begeistern.

Simukka, Salla: So rot wie Blut

Genre: Jugendbuch, Thriller, Jugendthriller

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: So rot wie Blut
Teil 2: noch nicht erschienen
Teil 3: noch nicht erschienen

Kurzbeschreibung:
Als Einzelgängerin hält sie sich aus allem raus – bis Lumikki die tropfnassen Geldscheine auf einer Wäscheleine entdeckt und in eine gefährliche Geschichte hineingezogen wird. Was für ihre Mitschüler als dummer Streich begann, entwickelt sich schnell zu einer Hetzjagd auf Leben und Tod. Die 17-Jährige muss sich im gnadenlosen Drogengeschäft zurechtfinden, in dem nur eine Währung zählt: Blut. Wem kann sie noch trauen?

Meine Einschätzung:

Wow, was für eine gute Geschichte! Lumikki (finnländisch: Schneewittchen) ist eine ganz besondere, interessante Hauptfigur, die mich ein klein wenig an Lisbeth Salander aus der Trilogie von Stieg Larsson erinnerte.
Mobbing, Drogenmissbrauch, Alkoholismus, zerrüttete Ehen, korrupte Polizisten, Teenager, denen es an Zielen und Vorbildern mangelt – das ist kein leichter Stoff …
Die Geschichte ist spannend, teilweise brutal, düster und voller kleiner Hinweise auf die tragische Vergangenheit von Lumikki, die hoffentlich in den nächsten Bänden weitergeführt werden.
Ich hatte das große Vergnügen die Autorin auf der Buchmesse bei einer Lesung zu erleben. Sie ist unglaublich sympathisch und es hat großen Spaß gemacht, ihrer Lesung auf finnisch zu lauschen. Man versteht kein einziges Wort :-).


Mein Fazit:

Wir brauchen noch viele weitere starke Mädchen- und Frauenfiguren ohne Prinzessinnen- und Barbie-Allüren im Jugendbuchbereich, die hoffentlich auch unsere Töchter und Söhne begeistern!

Poznanski, Ursula: Die Vernichteten (3)


Genre: Jugendbuch, Dystopie, Sci-Fi


Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Verratenen
Teil 2: Die Verschworenen
Teil 3: Die Vernichteten

Kurzbeschreibung:
Nun kennt Ria das schreckliche Geheimnis, den Grund dafür, dass der Sphärenbund sie töten wollte. Trotz widriger Umstände macht sie sich auf den Weg, um die drohende Katastrophe zu verhindern und das Leben von Clans und Sphärenbewohnern zu schützen. Doch dann offenbart sich ihr etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Etwas von solcher Grausamkeit, dass es fast unvorstellbar scheint. Etwas, das alles, was sie bisher an Verschwörungen aufgedeckt hat, bei Weitem übertrifft.

Meine Einschätzung:
Ich leide ja schon etwas, wenn ich Bücher, die zu Trilogien gehören und bei denen ich mir sicher bin, dass sie mir gefallen werden, hinten an stelle, bis auch der letzte Band veröffentlicht wurde. Da muß ich mich häufig ein paar Jahre gedulden, aber es LOHNT sich :-). Wirklich!!!
Ursula Poznanskis Trilogie habe ich in einem, wunderbaren Rutsch lesen können und es fühlt sich für mich an, als wäre es ein einziges, dickes, spannendes, cooles Buch gewesen. Ich kann zwar die einzelnen Teile nicht mehr genau voneinander abgrenzen, aber das ist auch überhaupt nicht wichtig, da die Bände nahtlos aneinander gehören.
Und ich bin die ganze Zeit ganz tief in der Geschichte drin, kein Grübeln mehr: „Worauf mag sich diese Anspielung nochmal beziehen? Wie waren die nochmal miteinander verwandt, verbandelt? Wo soll das sein? …“ Herrlich!!!
Ihr konntet es ja schon aus meinem Fazit zu Band 1 und Band 2 lesen: mir hat die Serie sehr, sehr, sehr gut gefallen.
Dazu trägt natürlich in hohem Maße der niveauvolle und stimmungsvolle Schreibstil der Autorin bei. Der Weltenaufbau, die Beschreibung der unterschiedlichen, menschlichen Gruppen und ihre Verhaltensweisen, die Neben- und die Hauptfiguren, alles ist gut durchdacht, überzeugend und detailreich. Die Geschichte ist spannend, erschütternd, traurig, brutal, menschlich und überraschend.
Und ich LIEBE es, überrascht zu werden :-).
Auch wenn das politisch nicht ganz korrekt ist, ich habe es sehr genossen, eine Dystopie zu lesen, die nicht in den Ruinen von New York oder LA spielt ;-).
Mir fällt beim besten Willen kein Kritikpunkt ein …

Mein Fazit:
Hoffentlich schreibt die Autorin noch viele, viele Bücher! Ich werde sie alle lesen …

Poznanski, Ursula: Die Verschworenen (2)

Genre: Jugendbuch, Dystopie, Sci-Fi

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Verratenen
Teil 2: Die Verschworenen
Teil 3: Die Vernichteten


Kurzbeschreibung:

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.
Meine Einschätzung:
erfolgt, wenn ich Band 3 fertig gelesen habe 🙂

Mein Fazit:
(von mir selbst geklaut ;-))
Für mich ist die dystopische Trilogie von Ursula Poznanski schon jetzt ein absolutes Lese-Highlight. Sie besticht durch eine tolle Sprache, einer dichten Atmosphäre, großartige Charaktere und einer durchweg spannenden, überraschenden, verblüffenden, tragischen, grausamen Geschichte.

Poznanski, Ursula: Die Verratenen (1)

Genre: Jugendbuch, Dystopie, Sci-Fi

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Verratenen
Teil 2: Die Verschworenen
Teil 3: Die Vernichteten

Kurzbeschreibung:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

Meine Einschätzung:
erfolgt, wenn ich Band 3 fertig gelesen habe 🙂

Mein Fazit:
Für mich ist die dystopische Trilogie von Ursula Poznanski schon jetzt ein absolutes Lese-Highlight. Sie besticht durch eine tolle Sprache, einer dichten Atmosphäre, großartige Charaktere und einer durchweg spannenden, überraschenden, verblüffenden, tragischen, grausamen Geschichte.

Elkeles, Simone: Nur ein kleiner Sommerflirt (1)

Genre: Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Nur ein kleiner Sommerflirt
Teil 2: Zwischen uns die halbe Welt
Teil 3: Kann das auch für immer sein?

Kurzbeschreibung:

Es ist so was von unfair! Amy kann nicht fassen, dass sie die Sommerferien mit ihrem biologischen Erzeuger am anderen Ende der Welt verbringen soll, um eine Großmutter kennenzulernen, von der sie noch nie was gehört hat. Dazu eine nervige Cousine und Schafe rund ums Haus. Was Amy aber wirklich zur Weißglut treibt, ist dieser Avi: Wie kann ein Junge so dermaßen unverschämt sein – und dabei so sexy!

Meine Einschätzung:
Super! Ich habe die ersten Seiten dieses Buches gelesen und ich hab‘ mich schlapp gelacht.
Man könnte ja meine, dass ich als Mutter zweier Teenager genug von pubertierenden Mädchen haben könnte, die sich selbst im Zentrum der Welt sehen und sich verwundert die Augen reiben, wenn sie entdecken, dass es tatsächlich eine vielschichtige, spannende Welt um sie herum gibt, bevölkert mit Lebewesen der gleichen Spezies, die auch Gefühle, Bedürfnisse und Meinungen haben ;-).
Amy ist der Prototyp eines Teenie-Mädels, vielleicht mit ein paar amerikanischen Spezialeigenheiten, aber genau so sind sie. Wirklich :-).
Die Autorin erzählt uns diese Geschichte des Erwachsenwerdens aus der Sicht des Mädchens und trifft dabei genau den richtigen Ton. Flapsig, überschwenglich, albern, verwirrt, irritiert, wütend, bockig, zornig – eben das ganze Gefühlschaos, das es in einem Teenagerleben so gibt.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie die Autorin die israelische Familie von Amy und das Leben der jungen israelischen Leute schildert. (Unbeabsichtigt scheine ich dieses Jahr Israel zum Thema des Lesejahrs gemacht zu haben…)
Mich würde mal interessieren, welchen Bezug die Autorin zu Israel hat.

Mein Fazit:
„Nur ein kleiner Sommerflirt“ ist ein überraschendes, frisches, witziges Jugendbuch, das ich meinen Töchtern hingelegt habe, in der Hoffnung, dass es ihnen so gut gefällt, wie mir.

Roth, Veronica: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (3)

Genre: Jugendbuch, Dystopie

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Die Bestimmung
Teil 2: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Teil 3: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung

Kurzbeschreibung:

Die Lüge hinter dem Zaun holt Tris und Four ein.
Die Fraktionen haben sich aufgelöst und Tris und Four erfahren, dass ihr ganzes Leben eine Lüge ist: Es gibt eine Welt außerhalb ihrer Stadt, außerhalb des Zauns. Für Tris und Four steht fest, dass sie diese neue Welt erkunden wollen. Gemeinsam. Doch sie müssen erkennen, dass die Lüge hinter dem Zaun größer ist, als alles, was sie sich vorstellen konnten, und die Wahrheit stellt ihr Leben völlig auf den Kopf. Als Tris dann auch noch die letzte Entscheidung treffen muss, kommt alles ganz anders als gedacht … Der atemberaubende Abschluss der Trilogie.

Meine Einschätzung:

Och, jooooo… Ich war schon vorgewarnt, meine ältere Tochter hat den letzten Teil nicht mehr fertig gelesen und die jüngere Tochter hat mir das Buch auf den Nachttisch geknallt: „Mama, das Buch und besonders das Ende ist blöd!“ Huch???
Aus meiner ganz persönlichen Sicht hat der letzte Teil dieser Trilogie einfach schwerwiegende logische Schwächen, die ich nicht übersehen konnte. Außerdem bleibt die Autorin dem Leser meiner Meinung nach wichtige Hintergrunderklärungen schuldig. (Ich will das jetzt hier nicht genau diskutieren, um nichts zu verraten, aber auch in diesem Band stellen die Protagonisten einfach nicht die richtigen Fragen!) Extrem gestört und verwirrt hat mich außerdem, dass die Autorin in diesem Teil jeweils Tris und Tobias abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen läßt. Das steht zwar vor jedem Kapitel davor, aber aus den ersten beiden Teilen war ich eben nur an Tris gewöhnt und Tobias Stimme ist nicht einzigartig und prägnant genug, um sie von Tris zu unterscheiden.

Mein Fazit:
Ich fand den Abschluß der Trilogie schwach, streckenweise langweilig, langatmig und leider unlogisch. Schade.