Roth, Veronica: Die Bestimmung (1)

Genre: Jugendbuch, Dystopie

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Bestimmung
Teil 2: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Teil 3: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung

Kurzbeschreibung:

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…

Meine Einschätzung:
Meine beiden Töchter haben den ersten Teil dieser Jugendbuch-Dystopie verschlungen: „Mama, das MUSST du lesen!“ Naja, und da bin ich natürlich schon neugierig geworden, denn so einig sind die beiden sich selten :-).
Ich könnte ja von Dystopien, wie sie gerade im Jugendbuchbereich im Trend liegen (ich bin ja schon gespannt, was danach kommt, erst Vampire, jetzt Endzeit-Szenarien und dann???) gelangweilt und/oder genervt sein, aber wenn ich mich gut unterhalten fühle, die Geschichte spannend und plausibel daher kommt, die Protagonisten interessant und liebenswert sind, dann lasse ich mich gerne trendgemäß begeistern. Ich kann mir die Welt, wie Veronica Roth sie erdacht hat, sehr gut vorstellen und die Geschichte ist wie ein Film vor meinem Inneren Auge abgelaufen.
Das ist auch der Grund, warum ich den Kinofilm nicht gucken werde, bevor ich alle 3 Teile gelesen habe. Ich will mir meine Vorstellung nicht zerstören.
Die Geschichte ist übrigens nicht für sanftmütige Gemüter geeignet, denn es geht schon sehr gewalttätig in dieser Welt zu.

Mein Fazit:

Drei begeisterte Leseratten dieser Familie haben „Die Bestimmung“ verschlungen und streiten sich um den zweiten Band.

Oliver, Lauren: Pandemonium

Genre: Jugendbuch, Dystopie, Hörbuch

Reihenfolge der Amor-Trilogie:
Teil 1: Delirium
Teil 2: Pandemonium
Teil 3: Requiem

Kurzbeschreibung:
Die Lena von früher gibt es nicht mehr – die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Ihr altes Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Annina Braunmiller liest mit Spannung und Melancholie.

Meine Einschätzung:

Grmpf! Und wieder endet ein Band mit einem gemeinen Cliffhänger, was dazu führt, dass ich den dritten Teil natürlich auch irgendwann noch hören werde.
Im zweiten Teil der Serie hat sich die ich-Erzählerin Lena weiterentwickelt. Das war auch wichtig!
Die Geschichte wird in zwei Zeit-Strängen erzählt, nämlich einmal, was alles direkt nach Lenas Flucht geschah und im anderen Strang die aktuellen Ereignisse. Lena hat sich dem Widerstand angeschlossen und wurde in New York eingeschleust, um einen Jungen zu überwachen, dessen Vater einer der Verantwortlichen für den „Eingriff“ ist.
Mehr sei hier nicht verraten, spoilern will ich auf keinen Fall!
Dieser Teil ist deutlich spannender, actionreicher und brutaler als der erste Teil.
Ganz glücklich bin ich mit der ganzen Serie nicht, weil die Autorin dem Leser kaum einen Einblick in den Hintergrund der Welt gewährt und ich wundere mich noch immer darüber, dass die jungen Leute im Widerstand keine Fragen stellen, sondern Befehle einfach ausführen. Nun gut, das ist vielleicht von der Autorin so gewollt.

Mein Fazit:
Der zweite der Teil der Amor-Trilogie ist deutlich rasanter, brutaler, überraschender und auch spannender als der erste Teil dieser Jugendbuchdystopie.

Williams, Tad; Beale, Deborah: Die Drachen der Tinkerfarm

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Drachen der Tinkerfarm
Teil 2: Die Geheimnisse der Tinkerfarm

Kurzbeschreibung (Quelle: Klett-Cotta):
Eigentlich sollte es ein ganz normaler Ferienaufenthalt auf dem Land werden, aber was die Geschwister Tyler und Lucinda auf der geheimnisvollen Tierfarm ihres Onkels erleben, übersteigt jede Vorstellungskraft.

Meine Einschätzung:

Eine entlegene Farm, die einer weit entfernten Verwandtschaft gehört, ein Geschwisterpaar wird dorthin zu Besuch geschickt und stolpert über jede Menge geheimnisvoller Gestalten, hört merkwürdige Geräusche und erlebt die unglaublichsten Ferien ihres Lebens.
DIESE Grundstory kommt mir doch irgendwie bekannt vor: FabelheimDie Grimm-Akten
Aber das ist ja nun wirklich mein Problem, dass ich in diesem Genre offensichtlich schon einiges abgegrast habe.
Ich schätze Tad Williams als Autor sehr, den Drachenbeinthron-Zyklus, den Blumenkrieg und natürlich auch die Otherland-Saga werden auf meiner ewigen Bestenliste der Fantasy-Bücher bleiben und ich mag seine ausführlichen, detailreichen Beschreibungen wahnsinnig gerne.
Das ist auch der Grund, warum ich an der Tinkerfarm dranbleiben werde, obwohl mir die Figuren der Geschichte, bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich sympathisch sind. Die Handlung, die am Anfang etwas vor sich hin dümpelt, nimmt dann auch Fahrt auf, ein Bösewicht taucht auf, ein Verräter spinnt einen gemeinen Plan und der gruseligen Hausdame möchte ICH nicht im Dunkeln begegnen :-). Herrlich sind die fantastischen Tiere und fast-menschlichen Protas, die die Autoren ersonnen haben. Da sind die titelgebenden Drachen fast die harmloseste Spezies und nachdem ich dieses Buch gelesen habe, werde ich mich nur gaaaaannnnnz vorsichtig auch dem hübschesten Einhorn nähern ;-).
Die Grundstimmung der Geschichte ist ganz schön düster, bedrohlich und spannend und deshalb nur für mutige junge Leser geeignet.
Das Buch aus dem Klett-Cotta-Verlag ist wunderschön gestaltet, ich mag das dramatische Cover 🙂 und auch die Kapitelanfänge sind mit sehr schönen Grafiken versehen.

Mein Fazit:
„Die Drachen der Tinkerfarm“ ist nicht mein Lieblingsbuch von Tad Williams, aber irgendwie hat es mich dann doch gefesselt und Einhörnern, Drachen, Satyren und Basilisken kann ich einfach nicht widerstehen ;-).

Noël, Alyson: Evermore – Die Unsterblichen

Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Evermore – Die Unsterblichen
Teil 2: Evermore – Der blaue Mond
Teil 3: Evermore – Das Schattenland
Teil 4: Evermore – Das dunkle Feuer
Teil 5: Evermore – Der Stern der Nacht
Teil 6: Evermore – Für immer und ewig

Meine Einschätzung:
*seufz*
Wahrscheinlich bin ich zu alt und obendrein noch übersättigt für diese Art von Geschichte.
Weiblicher Teenager, natürlich eine Außenseiterin, mit übersinnlichen Fähigkeiten lernt einen Jungen kennen, der so ganz anders ist. Es geht eine große Faszination von ihm aus, denn auch er ist ein Außenseiter, wunderschön, gebildet, charmant und wen überrascht das? (mich jedenfalls nicht) Irgendetwas stimmt aber mit dem Kerl nicht. Er veschwindet urplötzlich, bewegt sich äußerst schnell und wohnt in einem gruseligen Haus???
Natürlich gibt es auch ein paar interessante neue Aspekte in der Geschichte, die die Autorin ersonnen hat, aber die Grundstruktur kommt mir so bekannt vor, dass ich die Geschichte sogar ab und an mit „Delirium“ (das höre ich gerade parallel) durcheinander werfe, das übrigens auch wieder ähnlich aufgebaut ist. Das liegt vielleicht auch daran, dass diese Geschichten oft aus der Sicht der Mädchen erzählt werden?
Gut gefallen hat mir der Stil der Autorin, den ich sehr poetisch finde, ohne dass es überladen wirkt. Richtig hübsch finde ich auch das Cover.
Den zweiten Teil habe ich zwar schon hier liegen, aber ob ich den noch lese? Ich weiß es nicht.
Meine Tochter, für die ich die Bücher eigentlich gekauft hatte, ist auch nicht dran geblieben …

Mein Fazit:
„Evermore – Die Unsterblichen“ ist der Auftaktband zu einer romantischen Urban-Fantasy-Serie für junge Mädchen. Da sie aber mit bekannten Motiven spielt und recht harmlos ist, hat sie mich als „Vielleserin“ und Erwachsene gelangweilt.

Card, Orson Scott: Ender’s Game – Das große Spiel

Genre: Sci-Fi, Jugendbuch, Hörspiel

Kurzbeschreibung:
Der Science-Fiction-Klassiker als ungekürztes Hörspiel. Von Orson Scott Card selbst bearbeitet und von Oliver Rohrbecks Lauscherlounge-Team im Hörspielstudio Xberg mit einem fast 100köpfigen Figurenensemble produziert. Das Hörspiel besticht durch außergewöhnliche Charaktere, aufwendige Geräuschkulissen und eine beeindruckende Geschichte.
In der nahen Zukunft wird die Erde von einer feindlichen Alien-Rasse attackiert. In Vorbereitung auf den nächsten Angriff trainieren der hochangesehene Colonel Graff (Udo Schenk) und das Militär die besten Kinder, um den zukünftigen Flotten-Kommandanten unter ihnen zu finden. Ein schüchterner, aber strategisch brillanter Junge namens Ender Wiggin (Arne Kapfer) wird aus der Schule genommen, um der Elite beizutreten. Auf der Kampfschule meistert er unglaublich schwierige Kriegsspiele und gewinnt so den Respekt seiner Mitstreiter. Ender wird von Graff als die neue große Hoffnung des Militärs erkoren. Auf der Kommandanten-Schule wird er ausgebildet, um seine Soldaten in eine epische Schlacht zu führen, die das Schicksal der Erde und der menschlichen Rasse bestimmen wird.
Regie: Balthasar von Weymarn
In weiteren Rollen: Vera Teltz, Erich Räuker, Wanja Gerick, Uve Teschner, Tanja Fornaro, Friedel Morgenstern, Timmo Niesner, Michael Baral, Nana Spier, Helmut Krauss, Reinhard Scheunemann, Michael Hansonis und viele andere…

Meine Einschätzung:

Ich werde meine „Einschätzung“ dieses Mal in zwei Teile aufsplitten.
Der Sci-Fi-Roman von Mr. Card wurde bereits 1985 veröffentlicht und ist wieder ein Beweis, wie zeitlos dieses Genre ist, oder?
Die überbevölkerte Erde ist in kriegerische Konflikte verwickelt, aber nach zwei, fast vernichtenden Angriffen durch eine außerirdische Rasse auf die Erde, wird zwischen den Völkern eine gemeinsame, militärische Allianz gebildet. Aus allen Völkern der Erde werden die brilliantesten Kinder ausgewählt, um an einer militärischen Ausbildung teilzunehmen, um als Erwachsene den Kampf mit den Aliens aufzunehmen.
Zu Beginn jedes Kapitels erfährt der Leser/Hörer durch den Dialog zwischen den Ausbildern, in welcher Art und Weise die Kinder kontrolliert und manipuliert werden. Den Rest des Kapitels begleitet man Ender Wiggin, einen klugen, liebenswürdigen Jungen, der aus seiner Familie gerissen wird und in der isolierten, künstlichen Umgebung der „Kampfschule“ zum Offizier ausgebildet werden soll. Die Jungs und Mädchen der Schule werden in Kampfgruppen eingeteilt, bekommen verschiedene, zum Teil unlösbare Aufgaben gestellt, immer mit dem Ziel den Kampf gegen die gegnerische Mannschaft zu gewinnen. Ein erbarmungsloser Wettkampf.
Ich fand das hochinteressant, wie der Autor die Gruppendynamik in der Kampfschule schildert. Es bilden sich immer Gruppen von Gleichgesinnten, Feindschaften und Allianzen, es gibt Einzelgänger und Mitläufer. Vollkommen realistisch und auf jede Gruppe von Menschen auch heute anwendbar.
Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen und ich bin mir sicher, dass sie trotz ihres Alters kein bisschen an Aktualität eigebüßt hat. Ich denke da auch an die beiden Geschwister von Ender, die mittels eines politischen Blogs die Meinungsbildung in der Bevölkerung manipulieren. Noch aktueller geht es wohl kaum, oder?

Das Hörspiel ist bisher leider nur bei audible als download erschienen und deshalb kann ich es hier nicht gescheit verlinken. Obwohl ich natürlich die günstigen download-Bedingungen zu schätzen weiß, gehört „Ender’s game“ zu den Hörspielen, die ich am liebsten als „Hardcover“ besitzen würde, mit CDs, einer ordentlichen Hülle, einem Cover, einer Beschreibung, etc.. Der virtuelle Besitz allein macht mich einfach nicht glücklich, deshalb bin ich wohl auch keine ebook-Besitzerin.
Die vielen, vielen Sprecher sind richtig klasse und die Rollen ausgezeichnet besetzt. Es gibt bei diesem Hörspiel keinen Erzähler, sondern alles wird in Dialogen erzählt. Cool. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie aufwendig die Regie gewesen sein muß.
Ein wenig enttäuscht war ich von der Begleitmusik und der Geräuschkulisse. Musik kann in einem Hörspiel eine herausragende Rolle haben und maßgeblich dazu beitragen, Stimmungen zu erzeugen. In diesem Fall wird sie nur sehr spärlich eingesetzt, obendrein hat sie mir überhaupt nicht gefallen und sie war auch nicht eingängig genug. Auch die Begleitgeräusche konnten mich nicht ganz überzeugen. Manchmal, besonders wenn ich mit Kopfhörern gehört habe, habe ich mich irritiert umgeguckt, weil ich nach einem merkwürdigen Summton gesucht habe, der im Hintergrund lief, aber nix mit der Geschichte zu tun hatte und mich gestört hat. Dafür habe ich andere Geräuscheffekte vermißt, die ebenfalls zur Vermittlung der Grundstimmung in einer Raumstation hätten beitragen können.

Alles in allem ist es aber ein Hörerlebnis der besonderen Art und ich hoffe, dass ich noch weitere Hörschätze entdecken werde.

Mein Fazit:
„Ender’s Game“ ist ein faszinierender Sci-Fi-Jugendroman und als Hörspiel grandios umgesetzt.

Erlenbach, Stefanie: Alpenblues & Hüttenflirt

Genre: Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
Die 15-jährige Sara träumt von der großen Liebe, aber leider ist diese weit und breit nicht in Sicht. Und zu allem Überfluss nervt ihre Familie auch noch tierisch. Da kommt das Schulprojekt „Alpenüberquerung“ genau richtig. Endlich raus aus dem Alltagstrott! Sara und ihre besten Freundinnen Theresa und Nele fiebern zehn Tagen voller romantischer Alpen- und Wiesnfeststimmung entgegen Doch Pustekuchen! Schon bald fliegen bei den Mädchen die Fetzen und ein heißer Wettstreit um den attraktiven Bergführersohn Toni entbrennt. Und Sara muss allmählich erkennen, dass man Mr Right manchmal direkt vor der Nase hat

Meine Einschätzung:
Als Mutter von zwei Teenagern kann ich mir die Truppe von 16jährigen Schülern, die mit einer Lehrerin und einem Bergführer ein Alpenüberquerung als Schulprojekt angehen, bildlich vorstellen ;-). Die Autorin beschreibt wirklich sehr treffend, wie die Mädels und Jungs eher mit ihrem Outfit und der Frisur beschäftigt sind, als auf den Weg zu achten. Auch den Knatsch in der Mädchenclique, die Konflikte und die „Paarbildungsprobleme“ der Gruppe kommen mir irgendwie bekannt vor.
Stefanie Erlenbach alias Stefanie Dörr schreibt gewohnt witzig, spritzig und realistisch.
Meine 12-jährigen Tochter hat das Buch an einem Nachmittag durchgelesen und hatte ihren Spaß dabei.

Etwas nachdenklich macht mich aber die Altersangabe des Verlages: 12 bis 16 Jahre. Meine fast 16-jährige Tochter würde nicht auf die Idee kommen, ein Buch aus der Rebella-Reihe zu lesen, die einfach viel zu brav, harmlos und mädchenhaft ist. Zumindest die Mädchen in dieser Altersklasse, die ich kenne, sind aus anderem Holz geschnitzt ;-), lieben Bücher und Serien in epischer Länge und da darf es auch gerne mal gewalttätig zugehen und die Beschreibung eines „ersten Kusses“ lockt die Mädels nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Deshalb frage ich mich, ob diese Reihe beim Verlag mit dieser Zielgruppendefinition gut läuft???

Mein Fazit:
Wer fantasy- und gewaltfreies Lesefutter für seine 12jährige Tochter sucht, der liegt mit „Alpenblues & Hüttenflirt“ goldrichtig.

Meyer, Marissa: Die Luna-Chroniken – Wie Monde so silbern (1)

Gerne: Jugendbuch, Sci-Fi, Hörbuch

Reihenfolge der Luna-Chroniken:
Teil 1: Wie Monde so silbern
Teil 2: Wie Blut so rot
Teil 3: ? noch nicht erschienen

Kurzbeschreibung:
Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die Prinz Kai unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie in dem großen Ball, auf dem Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

Meine Einschätzung:
Vielleicht kennt Ihr das ja auch? Ich hörte die ersten Sätze dieses Hörbuches und war gebannt.
Die Welt, die die Autorin beschreibt, liegt in einer (hoffentlich) fernen Zukunft. Zwei weitere Weltkriege haben unserem Planeten und den Bewohnern zugesetzt, eine schreckliche Seuche wütet, Nahrungsmittel und Ressourcen sind knapp.
Ganz nach dem Vorbild Aschenputtels lebt Cinder als ungeliebtes Adoptivkind mit ihrer Stiefmutter und zwei Stiefschwestern zusammen. Die Damen des Hauses fiebern dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem großen Ball des Kaisers, zu dem alle Bewohner des Landes eingeladen sind. Soweit kennen wir Märchenliebhaber die Geschichte, oder?
Die Autorin schafft mit Cinder eine vielschichtige, tragische, mutige, lebensfrohe, interessante, liebenswerte Figur, deren Charakter und Ziele nichts mehr mit einem schüchternen Aschenputtel gemein haben. Ich habe mit großer Begeisterung verfolgt, wie sie in ihrer kleinen Werkstattbude zusammen mit ihrer Droidin an den verschiedensten Teilen herumbastelt und welche Auswirkungen die künstlichen Körperteile und Implantate auf ihr Leben haben. Leider darf ich hier nicht mehr verraten :-).
Natürlich gibt es auch einen Prinzen für Cinder, auch ein sehr interessanter Charakter, der schlimme Schicksalschläge erleben muß und vor schwerwiegenden Entscheidungen steht.
Mir hat die Kombination aus klassischen Märchenelementen in einem futuristischem Setting ausnehmend gut gefallen. Das habe ich so noch nirgendwo gelesen.
Die Geschichte nimmt ein paar traurige und überraschende Wendungen und ich kann es kaum abwarten, den nächsten Teil zu hören, denn auf ein: „Und sie lebten friedlich bis ans Ende ihrer Tage.“ habe ich vergeblich gewartet …
Die Lesung von Vanida Karun mit ihrer mädchenhaften Stimme hat mir auch richtig gut gefallen, besonders ihre Interpretation des genial-gruseligen Doktors ;-).

Mein Fazit:
Das Märchen von Aschenputtel/Cinderella gibt es in vielen Varianten, aber an ein cooles Cyborg-Aschenputtel, das mit Droiden statt mit Täubchen spricht, haben die Gebrüder Grimm sicher nicht gedacht :-).

Stroud, Jonathan: Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

Genre: Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe
Teil 2: Lockwood & Co – Der wispernde Schädel
Teil 3: Lockwood & Co – Die raunende Maske

Kurzbeschreibung:
LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.
So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

Meine Einschätzung:
Grandioser Start einer neuen Serie von Jonathan Stroud!
Ich war ja damals schon begeistert von der „Bartimäus-Serie“, die Ironie, die pointierte Sprache, die witzigen Ideen, die eigenwilligen Charaktere sind wirklich großartig.
In der Welt von Lucy, Anthony und George geht es allerdings überhaupt nicht lustig zu, denn bei Einbruch der Dunkelheit erheben sich unzählige Arten von Geistern (die wunderbar im Anhang beschrieben werden – gruselig), die in den meisten Fällen nichts Gutes im Schilde führen und im schlimmsten Fall einen Menschen töten können. Nur Kinder und Jugendliche mit einer speziellen Gabe können diese Geister sehen und dann auch bekämpfen. Erwachsene sind ihnen machtlos ausgeliefert. Gruseliger Gedanke, oder?
Aber der Author hat diesen düsteren Weltenentwurf gut und konsequent durchdacht.
Lucy, die Ich-Erzählerin ist ein mutiges Mädchen, aber keine perfekte Heldin. Sie wird auch von Ängsten geplagt und macht verhängnisvolle Fehler. All das macht sie sehr sympathisch.
Der smarte und clevere Anthony Lockwood bleibt noch ein wenig blass und geheimnisvoll. Viele Fragen zu seiner Person bleiben zumindest in diesem Teil unbeantwortet, aber das macht mich natürlich neugierig auf den nächsten Teil. Er gleicht ein wenig dem genialen, aber unmöglichen Sherlock Holmes aus der neuen BBC-Serie, wenn Ihr wißt, wen ich meine ;-).
Und George ist der dritte im Bunde, der sich um die Recherche und die häuslichen Dinge kümmert und auf den im entscheidenden Moment Verlaß ist.
Mir hat es großen Spaß gemacht zu lesen, wie sich dieses Trio unheimlichen und gefährlichen Aufträgen stellt, bei denen mir fast das Blut in Adern gefroren ist ;-).
Mich erinnert „Lockwood & Co.“ an die legendäre TKK-Serie von Stephan Wolf oder die „5 Freunde“ von Enid Blyton, allerdings in einer deutlich gefährlicheren Welt, rasanter, spannender und gruseliger.

Mein Fazit:
„Die seufzende Wendeltreppe“ ist ein spannendes, richtig gruseliges, tolles Jugendbuch für unerschrockene Leseratten ab 11 Jahren.

Cass, Kiera: Selection (1)

Genre: Jugendbuch, Dystopie

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Selection
Teil 2: Selection – Die Elite

Kurzbeschreibung:
Die Chance deines Lebens?
35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Meine Einschätzung:
Das Titelbild und der Klappentext haben mich zunächst etwas in die Irre geführt, so dass ich mit einer Version von „Plötzlich Prinzessin“ gerechnet habe.
Es handelt sich aber bei „Selection“ um eine weitere Dystopie, die seit den „Tributen von Panem“ bei den Jugendbüchern in Mode gekommen sind.
Nach zwei verheerenden Weltkriegen hat sich die überlebende Menschheit in einem streng reglementierten Kastensystem unter einer feudalistischen Regierung organisiert. Besonders in den unteren Kasten herrscht Armut und vor allem Hunger, wobei leider nicht so ganz klar ist, wieso, denn Nahrungsmittel gibt es offensichtlich ausreichend.
Traditionsgemäß wird dem zukünftigen Monarchen des Landes eine passende Ehefrau aus dem Volk gesucht und alle Mädchen im heiratsfähigen Alter können sich bewerben, unabhängig von der Herkunft. Alle Bewerberinnen winken Vergünstigungen, die besonders für die unteren Kasten ein großer Ansporn sind.
America, die Ich-Erzählerin bewirbt sich nur widerstrebend, da sie in einen Jungen verliebt ist, um ihrer Familie zu helfen.
(Sehe nur ich hier die Parallelen zu den Tributen??))
Weiter will ich hier gar nicht auf den Inhalt eingehen. Die Motive sind bekannt, junge Frau, die große Verantwortung für ihre Familie trägt, muß sich zwischen zwei Männern entscheiden, die unterschiedlicher nicht sein können. Ihr Konkurrentinnen sind schön, lieb oder skrupellos, während sie abwechselnd bockig, unterhaltsam, unkonventionell und liebenswert ist ;-).
Mir ganz persönlich war die Story zu süßlich mit dem gesamten Prinzessinenkleidzeugs und Prinzenverehrung, mir hat Spannung und Action gefehlt und sprachlich könnte das Buch auch für 10jährige geschrieben sein.
Meine Tochter hingegen war total begeistert, aber mit 13 darf man ja auch noch davon träumen, einen Prinzen abzubekommen, oder?

Mein Fazit:
Der erste Teil einer eher harmlosen, unblutigen Dystopie für Mädchen, die sich auch gerne in eine mutige Prinzessinnen verwandeln würden.

Herrndorf, Wolfgang: tschick

Genre: Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
«Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. ‹Ah›, sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. ‹Macht das Spaß?›» Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Meine Einschätzung:
Über dieses Buch wurde sicher genug geschrieben :-). Es ist toll!
Und ich bin sehr traurig, dass dieser wunderbare Autor so jung sterben mußte.

Mein Fazit:
Lesen!

Rosen, Lev AC: Die Erfindung der Violet Adams

Genre: Fantasy, Steampunk, Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
London, 1883: Im Zeitalter des Fortschritts halten Erfindungen wie Luftschiffe und Roboter die Welt in Atem. Violet ist selbst ein Ingenieursgenie. Schon immer war es ihr Traum, am berühmten Illyria-Institut zu studieren. Aber das ist den Männern vorbehalten, da von jungen Damen in erster Linie erwartet wird, ihr hübsches Aussehen zur Schau zu stellen anstatt sich den Kopf über mathematische Formeln zu zerbrechen. Kurzerhand schlüpft Violet in die Rolle ihres Zwillingsbruders und wird an der Eliteschule angenommen. Ihr falsches Spiel bringt bald schon seine Tücken mit sich, vor allem, als sie den charmanten Grafen Ernest kennenlernt. Dazu gesellen sich noch größere Gefahren für Violet: In Illyrias geheimen Laboren treiben vom Ehrgeiz zerfressende Wissenschaftler ihr Unwesen. Die Gier nach Macht lässt sie vor nichts zurückschrecken …

Meine Einschätzung:

Während ihr Bruder sich für Kunst und Kultur interessiert, ist Violet von Kind an wissenschaftlich und technisch interessiert und erfindet geniale Arbeitsgeräte. Allerdings ist ihr das Studium an der wichtigsten Schule des Landes für Erfinder verwehrt, weil sie ein Mädchen ist. Mit Unterstützung ihres Bruders schlüpft sie in dessen Rolle und wird an der Schule angenommen. Natürlich genießt sie das wissenschaftliche Arbeiten in den unterschiedlichsten Fachbereichen, aber im Alltag wird es für sie sehr anstrengend, die Männerrolle fehlerlos durchzuhalten und selbstverständlich kommt es zu komplizierten Mißverständnissen, die Violet ganz schön in Schwierigkeiten bringen.
Mir hat diese Geschichte richtig, richtig gut gefallen. Das liegt zum einen daran, dass ich Geschichten liebe, in denen sich Frauen/Mädchen verkleiden, um in einer Männerdomäne Fuß zu fasssen und ich bin auch ein Fan von Steampunk mit seinen aberwitzigen, technischen Spielereien.
Ein klein wenig fühlte ich mich auch an „Harry Potter“ erinnert, denn das Illyria-Internat birgt jede Menge Geheimnisse und fordert die neugierigen Genies geradezu heraus, diese auch zu erforschen. Die Lehrkräft sind ein Haufen genialer Wissenschaftler, die nahe am Wahnsinn gebaut haben, ebenso wie die Schüler, von denen einer verbissen an nichts geringerem, als der Übernahme des Instituts und später der Weltherrschaft arbeitet. Diese Parallelen haben mich aber überhaupt nicht gestört.
Zwei, nein, eigentlich drei niedliche Liebesgeschichten runden das Ganze ab und befriedigen mein romantisches Leserherz, so dass ich rundherum zufrieden mit diesem Buch war, das auch noch wunderschön gestaltet ist.

Mein Fazit:

Spannend, romantisch, witzig, bizarr, ein klassischer Steampunk-Roman, wie ich ihn mag.

Angelini, Josephine: Göttlich verliebt (3)

Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Göttlich verdammt
Teil 2: Göttlich verloren
Teil 3: Göttlich verliebt

Kurzbeschreibung:
Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas?

Meine Einschätzung:
Und wo ich schon mal bei den „übersinnlichen“ Jugendbüchern bin …
Im dritten Teil kommt es nun zur alles entscheidenden Schlacht zwischen den Zions und den Göttern. Und wie in der griechischen Mythologie wird da mit allerei Wortklaubereien und Tricks gearbeitet ;-).
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sich die Geschichte ein wenig zieht, aber da ich die Interpretation der griechischen Mythologie der Autorin mag, konnte ich gelassen über die Längen hinweghören ;-).

Mein Fazit:
Aus dem Angebot an Jugendbuchserien mit paranormalen Inhalten ragt diese Serie in meinen Augen positiv hervor. Mir hat die „Göttlich“-Trilogie wirklich gut gefallen.

Garcia, Kami; Stohl, Margaret: Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe

Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Sixteens Moons – Eine unsterbliche Liebe
Teil 2: Seventeen Moons – Eine unheilvolle Liebe
Teil 3: Eighteen Moons – Eine grenzenlose Liebe

Kurzbeschreibung:
Liebe noch vor dem ersten Blick …
Schon bevor Ethan sie zum ersten Mal gesehen hat, hat sie ihn in seinen Träumen verfolgt: Lena, die Neue an Ethans Schule. Lena, das Mädchen mit dem schwarzen Haar und den grünen Augen. Lena, die in Ravenwood wohnt, der verrufenen alten Plantage, von der sich alle in Gatlin fernhalten – alle außer Ethan. Lena, in die Ethan sich unsterblich verliebt. Doch Lena umgibt ein Fluch, den sie mit aller Kraft geheim zu halten versucht: Sie ist eine Caster, sie entstammt einer Familie von Hexen, und an ihrem sechzehnten Geburtstag soll sie berufen werden. Dann wird sich entscheiden, ob Lena eine helle oder eine dunkle Hexe wird …
Ethan aber weiß: Auch ihm bleibt keine Wahl – ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er bei ihr bleiben können, gleich, welcher Seite sie künftig angehört?

Meine Einschätzung:
Ne, mit dieser Geschichte bin ich nicht warm geworden, was ganz sicher daran liegt, dass es mir so vorkam, als hätte ich diese Geschichte in den verschiedenen Versionen schon mal gelesen.
Junges Mädchen – neu in der Highschool – paßt nicht in die übliche Mädchenclique – verliebt sich in den falschen Jungen – ihre Familie verbirgt Geheimnisse vor ihr – sie hat unvorstellbare Kräfte – geheimnisvolles Artefakt wird gefunden – …
Ich mag das nicht mehr lesen und auch meine Tochter fand es im Grunde langweilig. Warum habe ich das Buch dann fertig gelesen? Einige Figuren sind ganz interessant gezeichnet und mir haben die Rückblicke in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs gefallen. Die nächsten Bände lasse ich allerdings links liegen …

Mein Fazit:
Typischer Urban Fantasy Schinken für Jugendliche, der sicher seine Fans hat und haben wird …

Jaouen, Hervé: Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind???

Genre: Jugendbuch

Kurzbeschreibung:
Véro, 13, hat es nicht leicht: Ihre wechselnden Lover sind notorisch untreu, ihr Bruder ist ein Ekel, und jetzt soll sie auch noch ihr Zimmer räumen, weil ihre Oma dort einzieht. Und die leidet an Alzheimer Innerhalb kürzester Zeit ist das Familienleben komplett auf den Kopf gestellt. Omama plündert nachts die Küche, hortet Unmengen Schokoriegel und Silberlöffel unter ihrem Bett, weil sie glaubt, dass der Krieg noch immer andauert, telefoniert stundenlang ins Ausland oder löscht versehentlich extrem wichtige Dateien auf Mamans Computer … Virtuos, liebevoll, mit hinreißendem Humor und ohne jede Sentimentalität schildert Hervé Jaouen das turbulente Leben einer ganz normalen Familie, die auch die absurdesten Situationen mit Bravour meistert. Ein herrlich positives Buch über ein ernstes Thema.
„Eine mit Wärme und Respekt geschriebene Familienchronik, die ein ernstes und schmerzhaftes Thema mit Zartheit und Humor angeht.“ Je Bouquine

Meine Einschätzung:
Ja, genau. Dieser Kurzbeschreibung habe ich nichts hinzuzufügen. Meine Tochter und ich haben diese Geschichte (die witziger Weise in der Bretagne spielt) sehr, sehr gerne gelesen.

Mein Fazit:
Ein wunderbares, warmherziges Buch über eine ganz normale Familie, deren Alltag durch die Pflege der Großmutter durcheinander gewirbelt wird.

Palacio, R.J.: Wunder

Genre: Jungendbuch, zeitgenössischer Roman

Kurzbeschreibung:
August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist – wie August.

Meine Einschätzung:
Was für ein wundervolles Buch!
Die Geschichte von August, dessen Gesicht aufgrund eines genetischen Defektes ganz furchtbar entstellt ist, wird abwechselnd aus Augusts Sicht, der Sicht seiner Schwester, seines besten Freundes, einer Klassenkameradin und anderen jungen Leuten, die in seine Schule gehen, erzählt. Das ist ein sehr gelungenes Stilmittel, das der Geschichte Tiefe verleiht.
Gut hat mir auch gefallen, wie die Autorin die Gefühle der jungen Leute schildert. Da wird nichts beschönigt, sondern alle Ängste und Probleme im Umgang mit August werden nachvollziehbar beschrieben. Ich konnte mich wunderbar in Augusts Schwester hineinversetzen, die in ihrer neuen Schule ihren Bruder verheimlichen will, damit sie einfach mal sie selbst sein kann und nicht die Schwester des Jungen mit dem entstellten Gesicht ist. Außerdem wurde ich wieder daran erinnert, wie wichtig es gerade für Teenager ist, in einer Gruppe akzeptiert zu werden und was Kinder alles auf sich nehmen bzw. anstellen, damit ihnen das gelingt.
Ich hoffe sehr, dass ich meine Töchter überreden kann, dieses Buch zu lesen. Denn ich fürchte, dass unsere Kinder von einem medialen Bild geprägt werden, das von ihnen verlangt, hübsch, sexy und clever zu sein. Innere Werte???? Vollkommen unwichtig. Herzlichkeit, Freundlichkeit, Großzügigkeit, Toleranz gegenüber Andersartigkeit???
Jungs wollen so aussehen, wie die (dämlichen – sorry) Türsteher bei Hollister und die Mädels wie die Topmodels ala Heidi Klum. *kopfschüttel*
Obwohl ich das Cover des Buches sehr gelungen und schön finde, scheint es mir nicht dazu gemacht, die tatsächliche Zielgruppe, nämlich junge Leser ab 12 Jahren anzusprechen. Schade eigentlich.

Mein Fazit:
„Wunder“ sollte in die Liste der Bücher aufgenommen werden, die unsere Kinder im Deutschunterricht lesen und landet sofort auf meiner Liste der Lesehighlights 2013.

Asher, Jay; Mackler, Carolyn: Wir beide irgendwann

Genre: Jugendbuch, Zeitreiseroman

Kurzbeschreibung:
Was wäre wenn …, ich dich heute küsse?
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang …

Meine Einschätzung:
Nach meinen beiden Töchtern habe nun auch ich endlich dieses vielbesprochene Buch gelesen.
Was hat mir gut gefallen?
Ach, ich kann mich noch genau an die 90iger Jahre erinnern: an die Anfänge des Internets (1 Internetanschluß in der Firma, im EDV-Abstellraum), an mein erstes lärmendes ISDN-Modem zu Hause, an die ersten statischen Webseiten, an meinen ersten (aufregenden Chat) ;-). Das ist lange her, oder? Diese Erinnerungen wurden durch dieses Buch wieder wachgerufen und das hat mich sehr gut unterhalten, während meinen Töchter jegliche Vorstellung fehlt, dass es ein Leben vor facebook und internetfähigen Smartphones gab. 😉
Schön fand ich auch den Aufbau des Buches, immer abwechselnd aus der Sicht von Emma oder Josh wird die Geschichte erzählt.
Geschmunzelt habe ich über die Kommentare der beiden, wenn es um die belanglosen bzw. unverständlichen Kommentare in fb ging. Warum sollte jemand im Internet veröffentlichen, wo er gerade einen Kaffee trinkt. Genau das frage ich mich auch gerade und übe mich in fb-Abstinenz :-).
Außerdem haben die beiden Autoren sehr schön das (hormongesteuerte???), wirre Gefühlsleben der beiden Teenager beschrieben. Und ganz sicher konnten meine Töchter sich sehr gut in Emma und Josh hineinversetzen.
Der Zeitreiseaspekt wurde auch sehr interessant interpretiert. Wirkt sich wirklich jede unserer Entscheidungen unmittelbar auf unsere Zukunft aus? Und wenn wir die Zukunft kennen würden, dürften wir sie zu unseren Gunsten verändern, auch wenn andere darunter leiden würden??? Spannende Fragestellung.
Noch besser hätte mir das Buch gefallen, wenn es in Europa spielen würde. (Ich hatte schon erwähnt, dass mir diese highschool-stories auf den Keks gehen, oder?)

Mein Fazit:
Ein rundum gelungenes Jugendbuch, das ich gerne an Jungs und Mädchen im Teenageralter verschenke und das auch für Erwachsene sehr unterhaltsam ist.

Jordan, Sophie: Firelight – Brennender Kuss (1)

Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Firelight – Brennender Kuss
Teil 2: Firelight – Flammende Träne
Teil 3: Firelight – ???? (noch nicht erschienen)

Kurzbeschreibung:
Jacinda ist eine Draki, ein Drache, der in der Lage ist, menschliche Gestalt anzunehmen. Als sie die Regeln ihres Stammes bricht, droht ihr eine furchtbare Strafe. Sie flieht aus der Gemeinschaft der Draki und muss von nun an in der Welt der Menschen zurechtkommen. Dort lernt sie Will kennen und lieben. Doch Will ist Mitglied einer geheimen Gruppe von Drachenjägern und mit ihrer Liebe setzt Jacinda nicht nur ihr Leben, sondern auch das größte Geheimnis der Draki aufs Spiel.
Eine feurige Liebesgeschichte mitreißend gelesen von Stephanie Kellner (deutsche Stimme von Jessica Alba).

Meine Einschätzung:

*grins* Ich habe wohl unbewußt das Jahr der Drachen eingeläutet. Mal gucken, ob ich das durchziehen kann. Eragon Teil 4 liegt ja auch schon als Hörbuch bereit. Aber jetzt mal zu dieser Geschichte.
„Firelight“ ist in meinen Augen ein typischer Urban Fantasy Roman für junge Mädchen ab 13 Jahren.
Das Motiv ist nicht neu: junges Mädchen mit besonderen Kräften (in diesem Fall ist Jacinda eine Gestaltwandlerin, nämlich ein Drache, der Feuer speien kann), wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und muß sich in einer amerikanischen Stadt an der neuen Highschool mit ganz typischen Teenieproblemen herumschlagen. Natürlich verliebt sie sich in den falschen Jungen, der außerdem ein wichtiges Geheimnis mit sich herumträgt und dann gibt es auch noch einen zweiten jungen Mann, der Anspruch auf Jacinda erhebt.
Meine 14-jährige Tochter fand diesen Roman ganz, ganz toll und sie ist ja schließlich auch die Zielgruppe.
Ich bin allerdings ein wenig enttäuscht, denn ich wünsche mir mal frische Ideen, ungewöhnliche Plots und (unter uns gesagt) gehen mir diese Highschoolgeschichten auf die Nerven. Außerdem war die Geschichte in meinen Augen auch nur mäßig spannend, aber wenigstens nicht langweilig.
Die Hörbuchsprecherin war mir bisher unbekannt, aber sie liest sehr angenehm und ihre Stimme paßt wunderbar zu Jacinda.

Mein Fazit:
Der Auftaktband dieser Trilogie spricht junge Mädchen an, die Liebesgeschichten mit einem großen Schuß Fantasy mögen.