Feuerbach, Sam: Der Verräter (6)


Genre: Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:

Erste Trilogie – Lehrjahre
Teil 1: Die Auftragsmörderin
Teil 2: Der Schwertmeister
Teil 3: Die Sanduhr

Zweite Trilogie – Königsweg
Teil 4: Die Myrnengötting
Teil 5: Der Seelenspeer
Teil 6: Der Verräter

Kurzbeschreibung:
Ihre Vergangenheit – ein einziger Albtraum. Ein Blick in ihre Zukunft zeigt: Es geht noch schlimmer. Sie setzt alles dran, um diese zu verändern. Der Prinz hat seinen Vater, seine Heimatburg, sein Land verloren. Reich ist er nur an Feinden. König Schohtars Übermacht stürmt die letzte Mauer. Dagegen helfen diesmal kein Artefakt und keine Magie. Bolkan Katerron findet sich dort wieder, von wo er einst geflohen ist: mitten im Spiel von Mord, Macht und Verrat.

Meine Einschätzung:
Uiuiuiuiu, zwischendurch war ich sehr beunruhigt und dachte: Na hoffentlich hat der Autor sich nichts bei Mr. Martin abgeguckt und bringt jetzt ala „Game of Thrones“ Hauptfiguren um die Ecke ;-). Ob er es getan hat??? Verrat ich nicht, aber es geht ganz schön blutig zu. Das bleibt ja auch bei den vielen Konflikten und Schlachten nicht aus.
Jetzt mit dem letzten Teil der 6-teiligen Serie blicke ich nochmal voller Begeisterung zurück. Der Autor hat einen interessanten Weltenentwurf auf einer mittelalterlichen Basis ersonnen, mit kleinen Ausflügen in die Naturvölker, Magie und Zeitreisen. Die Protagonisten sind interessante Persönlichkeiten, denen man als Leser sehr nahe kommt, denn der Autor erzählt Teile der Geschichte aus der Sicht einzelner Protagonisten. Diese Erzählweise hat mir außerordentlich gut gefallen und sorgt auch für diverse Überraschungseffekte, da es keinen allwissenden Erzähler gibt.
Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich, was das Ende angeht, aber so eine Geschichte ist ja kein Wunschkonzert. ;-).
Die Hörbuchfassung mit Robert Frank als Sprecher hat mich zu 100 % überzeugt und ich würde gerne weitere Hörbücher von ihm eingelesen hören.
Und natürlich würde ich gerne weitere Geschichten von Herrn Feuerbach hören/lesen.

Mein Fazit:

Für mich eine großartige Entdeckung: ein deutscher Indie-Fantasy-Autor, der eine wunderbare sechsteilige Fantasy-Serie herausgebracht hat, die zu meinen Highlights 2016 gehören wird!

Ryan, Anthony: Das Lied des Blutes – Rabenschatten 1

Genre: High Fantasy

Reihenfolge der Serie „Rabenschatten“:
Teil 1: Das Lied des Blutes
Teil 2: Tower Lord (noch nicht übersetzt)
Teil 3: Queen of Fire (noch nicht übersetzt)

Kurzbeschreibung:
Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. »Er besaß viele Namen. Noch nicht einmal dreißig Jahre alt war er im Lauf der Geschichte bereits reich mit Titeln beschenkt worden: ›Schwert des Königs‹ hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; ›Junger Falke‹ für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; ›Dunkelklinge‹ für seine cumbraelischen Feinde und ›Rabenschatten‹ für die geheimnisvollen Stämme des großen Nordwaldes.«

Meine Einschätzung:
750 Seiten epische Fantasy! Uff :-)!
Die Motive der Saga sind bewährt: eine Gruppe von kleinen Jungs, die in einem Orden zu Kriegern ausgebildet werden; eine mittelalterliche Welt mit feudalistischen, grausamen Herrschern; eine geheimnisvolle Gabe, die das eine Volk als Ketzerei verabscheut und vom anderen Volk für eine Gabe der Götter gehalten wird.
Der Autor erzählt die Geschichte gekonnt, mit Zeitsprüngen, anderen Erzählperspektiven und trotz der zahlreichen Personen, Ländern und Konflikten wird der geneigte Leser nicht überfordert. Die Hauptfiguren sind alle detailreich gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter.
Vaelin ist mir persönlich allerdings ’ne Spur zu naiv und ehrenhaft. Manchmal mußte ich wirklich eine kurze Lesepause einlegen, weil ich schon absehen konnte, dass seine unbesonnenen Handlungen in einer Katastrophe für ihn enden würden …
Obwohl ich durchaus eine gute Schlacht zu schätzen weiß, war mir der militärische Anteil im Mittelteil der Geschichte doch ein wenig zu viel, aber ich denke, dass Freunde des Schwert- und Bogenkampfes ihre helle Freude daran haben werden. Mein Neffe war jedenfalls begeistert ;-).
Ich bin also nicht ganz zufrieden mit der Geschichte, denn sie konnte mich nicht immer mitreißen, sie hat mich nicht komplett gepackt und vom Schlafen abgehalten.

Mein Fazit:
Gut geschriebene, epische Schwert-Magie-Fantasy, aber mir hat etwas gefehlt: Überraschungen, neue Ideen???