Kobr, Michael & Klüpfl, Volker: In der erste Reihe sieht man Meer

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Teutonengrill trifft Dolce Vita
Mensch, war das schön:
Im Morgengrauen ging’s los, eingepfercht auf der Rückbank der vollbeladenen Familienkutsche.
Zehn Stunden Fahrt an die Adria, ohne Klimaanlage und Navi, dafür mit Modern Talking aus dem Kassettenradio.
Am Strand ein Duftgemisch aus Tiroler Nussöl und Kläranlage, und statt Cappuccino gab’s warme Limo.
Willkommen zurück im Urlaubsparadies der 80er Jahre.
Darin findet sich Familienvater Alexander Klein wieder, als er über einem Fotoalbum einnickt und als pickliger Fünfzehnjähriger erwacht – dazu verdammt, die Italien-Premiere seiner Jugend noch einmal zu erleben. Und zwischen Kohlrouladen und Coccobellomann die beste Zeit seines Lebens hat.

Meine Einschätzung:
Dieser Urlaubsroman der beiden Allgäuer Krimiautoren ist jetzt nicht brüllend komisch, originell oder spannend, aber durchaus unterhaltsam.
Allerdings würde ich mal behaupten, dass nur die Generation, die diese Zeit selbst miterlebt hat, Spaß an diesen Schilderungen hat.
Ich hatte jedenfalls ständig Déjà-vus und ich weiß jetzt gar nicht, ob ich nicht eher über meine eigenen Erinnerungen gegickelt habe.
Wir sind 1600 km zu viert im Auto bis nach Ischia gefahren (bekloppt). Oma und Opa im zweiten Auto hinterher. Unser Corleone hieß Antonio und er hatte exakt den gleichen Akzent wie das literarische Vorbild und lebte auf Ischia. Meine Mama war mit den hygienischen Zuständen unserer Unterkunft sehr unglücklich (hysterisch) und zwang Papa komplett neues Geschirr zu kaufen, weil sie von dem vorhandenen Geschirr nicht essen wollte. Auf keinen Fall! 🙂
Ich habe geheult, als mein Papa mir das erste Spagetti-Eis meines Lebens kaufen wollte, denn kalte Nudeln mit Schlagsahne konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen…
Der Roman lebt also von den eigenen Erinnerungen und Erfahrungen. Ob meine Kinder was damit anfangen könnten, wage ich zu bezweifeln.

Mein Fazit:
Nette, stellenweise witzige Lektüre, aber der Pfiff hat mir irgendwie gefehlt.

Fitzek, Sebastian: Passagier 23

Gerne: Thriller, Hörbuch

Kurzbeschreibung:
Jedes Jahr verschwinden durchschnittlich 23 Passagiere spurlos auf Kreuzfahrtschiffen. Noch nie ist jemand zurückgekommen… bis jetzt!
Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es passierte während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff Sultan of the Seas – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der Sultan kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der Sultan verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm…

Meine Einschätzung:
Der Kurzbeschreibung will ich nix hinzufügen, dann verrate ich auch nix ;-).
Nach der ersten gehörten Stunde habe ich ernsthaft erwogen, das Hörbuch abzubrechen. Überraschend ist das nicht, denn ich würde mich auch nicht als Fitzek-Fan bezeichnen und ich weiß, dass seine Geschichten grausam und brutal sind.
Wahrscheinlich trifft mich eine Geschichte auch intensiver, wenn ich sie höre und Simon Jäger liest auch dieses Mal wieder mal fabelhaft.
Letztendlich habe ich „Passagier 23“ fertig gehört, aber nicht besonders gerne, auch wenn ich zugeben muß, dass es spannende Momente gibt.
Es wird aber trotzdem mein letzter Fitzek für die nächsten beiden Jahre sein (wer weiß, vielleicht entwickelt sich mein Lesegeschmack mit zunehmendem Alter in andere Richtungen – blutrünstiger????), denn ich will einfach nicht wissen, welche Grausamkeiten sich Menschen einfallen lassen, ich will nicht von gequälten Kinderseelen lesen oder vergewaltigten Frauen verpackt in einen Thriller. Punkt!

Mein Fazit:
Mir sind Fitzeks Thriller zu brutal, grausam und realitätsnah und detailliert.