Meyer, Kai: Die Seiten der Welt (1)


Genre: Fantasy, Jugendbuch

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Die Seiten der Welt
Teil 2: Die Seiten der Welt – Nachtland
Teil 3: Die Seiten der Welt – Blutbuch


Kurzbeschreibung:

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Meine Einschätzung:

Kai Meyer hat einfach fabelhafte Idee! Fliegende Schimmelrochen, die wertvolle Buchbestände bedrohen, wehrhafte Buchstaben, die aus Büchern fallen, Origami-Vogelschwärme oder flirrende Wälder aus Lesebändchen … Das finde ich großartig und das macht mir unglaublichen Spaß beim Lesen. Auch seine Figuren sind facettenreich, dreidimensional, unperfekt und liebens- oder hassenswert und beim Umblättern frage ich mich manchmal, welche Überraschung auf der nächsten Seite auf mich wartet.
Wer schon mal einen Roman von Kai Meyer gelesen hat, der weiß, dass der Autor keine zuckersüßen Fantasy-Geschichten schreibt, mit netten Feen oder guten Hexen und einem hübschen Happy-End in Sicht. Ne, ne, auch diese Geschichte ist ganz schön düster, komplex und stellenweise wirklich dramatisch und traurig, aber auch das mag ich.
Es gibt eine Parallele zur Tintenherztrilogie von Cornelia Funke (die ich nicht mochte …), an der ich mich anfangs etwas gestört habe, aber Kai Meyer hat seinen eigenen Stil, der mich das hat vergessen lassen und so freue ich mich schon auf den nächsten Teil und seine fabelhaften Ideen …

Mein Fazit:
„Die Seiten der Welt“ ist ein tolles, spannendes Buch für alle bücherverrückten Fantasy-Leser und junge Leser ab 14 werden auch begeistert sein.

Funke, Cornelia: Reckless – Das goldene Garn (3)

Genre: Fantasy, Hörbuch

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Reckless – Steinernes Fleisch
Teil 2: Reckless – Lebendige Schatten
Teil 3: Reckless – Das goldene Garn
Teil 4: Reckless – ????

Kurzbeschreibung:

Das Glück hängt am goldenen Faden. Will kehrt zurück in die Spiegelwelt. Er sinnt auf Rache an der Dunklen Fee. Doch Jacob weiß, wer wirklich hinter all dem Bösen steckt und will seinen Bruder warnen. Nur wohin will die Fee? Immer wieder verlieren Jacob und Fuchs ihre Spur, während Will wie durch ein magisches Band mit ihr verbunden zu sein scheint. Während die Reisenden durch die Weiten der russischen Wälder streifen, dabei Kosaken, Feuervögeln und Wölflingen begegnen, sucht die Dunkle nach dem goldenen Garn der Liebe, um es zu zerschneiden. Sprachliche Eleganz gepaart mit Spannung in typischer Funke-Manier. Für Fans klassischer Fantasy-Geschichten. In diesem Teil der erfolgreichen Spiegelwelt-Reihe steht die russische Märchenwelt im Fokus.

Meine Einschätzung:

Hach, ich bin nicht komplett begeistert, obwohl Rainer Strecker das Buch wieder wunderbar liest und Frau Funkes Idee und Beschreibungen wirklich ausgefallen, spannend und interessant sind.
Ich hatte den Band erworben mit der Erwartung, es sei der Abschluß einer Trilogie und habe dann irgendwann gemerkt, dass es noch weiter gehen muss und so ein Zwischenband, der auf kein wirkliches Ziel hinausläuft, kann dann auch mal ermüdend sein.
Die ganze Geschichte ist auch wieder ganz schön düster, dramatisch, spannend und weit entfernt von „und am Ende lebten sie glücklich bis an ihre Lebensende“. Das muß man mögen.
Auch wenn dieser Teil in meinen Augen einige Längen hatte, bleibe ich doch an der Serie dran, die einfach durch ihre ungewöhnliche, originelle Welt besticht.

Mein Fazit:
Ein tolles, fantasievolles, spannendes Buch aus der Feder Frau Funkes, dessen Vorgänger man aber kennen muß (und auch präsent haben sollte).

Fforde, Jasper: Der Fall Jane Eyre

Genre: Fantasy, Zeitreise

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Der Fall Jane Eyre
Teil 2: In einem anderen Buch
Teil 3: Im Brunnen der Manusskripte
Teil 4: Es ist etwas faul

Kurzbeschreibung:
Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.

Meine Einschätzung:
Was für eine abgefahrene Geschichte!!!
Thursday Next lebt in einer Welt, die unserer ganz ähnlich ist und dann doch wieder überhaupt nicht :-). Beispielsweise spielt die Literatur eine überaus große Rolle in der Gesellschaft, so dass es eine eigene geheime Agentengruppe gibt, die sich mit dem Diebstahl und der Fälschung von Originalmanuskripten befaßt. Außerdem befindet sich England mit Russland in einem Jahrhunderte andauernden Krieg, in dem auch Thursday mitgekämpft hat und dabei ihren Bruder verlor. Der Bösewicht Hades, der mit unheimlichen Kräften ausgestattet ist und der sprichwörtlich über Leichen geht, stiehlt eine sensationelle Erfindung, die Thursdays genialer, aber auch leicht irrer Onkel entwickelt hat und die es Menschen gestattet, in Geschichten hineinzugehen. Aber auch ein mächtiger Megakonzern ist an dieser Erfindung äußerst interessiert und sein undurchsichtiger Vertreter kommt Thursday immer wieder in die Quere, die nach der Erfindung und ihrem entführten Onkels sucht.
Der Autor hat wirklich herrlich absurde, komische und bizarre Ideen und hat mich fast auf jeder Seite mit irgendetwas überrascht. Um diese Geschichte zu mögen, sollte man sich allerdings halbwegs in der englischen Literatur auskennen, denn sie steckt voller Bezüge auf englische Romane, Autoren oder Theaterstücke. Wie der Titel schon verheißt, spielt der Roman „Jane Eyre“ eine große Rolle, den ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen/gehört habe und auch aus diesem Grund hatte ich großen Spaß an Ffordes Ideen dazu.
Außerdem spielen Zeitreisen eine wichtige Rolle. Wie immer bin ich davon zwar etwas verwirrt, aber Thursdays zeitreisender Vater ist schon eine coole Nummer.
Am ehesten würde ich Jasper Ffordes Buch mit den Romanen von Walter Moers oder Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ vergleichen, wobei ich mich mit Walter Moers schwer tue, „Per Anhalter durch die Galaxis“ aber eines meiner ewigen Lieblingsbücher bleiben wird.

Mein Fazit:
Wer englische Literatur mag und wenn es gerne auch mal schräg, bizarr und durchgeknallt sein darf, der muß unbedingt Jasper Fforde lesen.

Beer, Anika: Als die schwarzen Feen kamen

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Kurzbeschreibung:

Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen …

Meine Einschätzung:

Was für ein interessantes Jugendbuch! Endlich ist mein Wunsch nach einer neuen, frischen Idee für ein Jugendbuch von Anika Beer erfüllt worden. Natürlich hat die Hauptfigur Marie ganz typische Teenie-Probleme, wie z.B. verliebte Freundinnen, die sich unmöglich benehmen, aber das erzählt die Autorin so authentisch, dass es mir richtig gut gefallen hat (und vor allem muß ich keine hysterischen High-School-Girls ertragen, denn die Geschichte spielt in Hamburg :-)).
Beim fantastischen Anteil der Geschichte schlägt die Autorin einen Weg ein, der mich begeistert, aber auch ganz schön mitgenommen hat, denn sie verknüpft die fantastische Parallelwelt mit den psychischen Problemen der Protagonistin. Das klingt jetzt kompliziert, ist es auch. Auf die Details will ich hier nicht eingehen, um zukünftigen Lesern nicht die Spannung zu nehmen, aber es ist unglaublich spannend, düster und unheimlich zu lesen, wie Marie mit Hilfe von Gabriel ihre Ängste besiegt (und ganz nebenbei die Welt rettet *grins*).


Mein Fazit:

„Als die schwarzen Feen kamen“ ist kein Buch für Fans von romantischen Fantasy-Geschichten, sondern für Leser ab 14 Jahren, die sich auch auf traurige, düstere Geschichten einlassen möchten.