Laurain, Antoine: Der Hut des Präsidenten


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ein zauberhafter Sinnsucher-Roman, wie er nur in Frankreich erfunden werden kann, und eine Parabel auf das Glück voller französischem Charme – nicht nur über einen Präsidenten. Ein Glückssucher-Roman über die Suche nach Veränderung
Es ist nicht einfach irgendein Hut, der dem schüchternen Buchhalter Daniel endlich das Selbstvertrauen gibt zu zeigen, was er wirklich kann: Die Kopfbedeckung aus schwarzem Filz hat zuvor das Haupt von François Mitterrand geziert. Und nicht nur auf Daniels Kopf entfaltet der Hut des Präsidenten seine ganz besondere Wirkung – er verleiht einer jungen Frau den Mut, ihren verheirateten Geliebten zu verlassen, und inspiriert einen blockierten Parfumeur zu einer einzigartigen Kreation. Ganz ohne Zauberkraft und mit typisch französischer Leichtigkeit erzählt, verändert der Hut das Leben seiner Träger. Und ein bisschen auch das der Leser …

Meine Einschätzung:
Eigentlich ist es eher ein modernes Märchen, oder? Und deshalb hat mir das Buch auch so gut gefallen :-). Es ist ein klein wenig kitschig, voller Happy Ends, voller absurder Zufälle, die Protagonisten sind alle liebenswert, sogar der französischen Präsident.
An den Stellen, an denen es um Frankreichs Politiker ging, habe ich mich gefragt, wie der Roman in Frankreich angekommen ist?

Mein Fazit:
Dieses Buch ist ein wunderbares Geschenk für frankophile Leser, die sich gut unterhalten möchten und keine Lust auf tiefschürfende, philosophische Romane haben.

Leon, Donna: Das Mädchen seiner Träume (17)

Genre: Krimi

Kurzbeschreibung:

Ein Mädchen treibt tot im Canal Grande und wird von niemandem vermisst. Brunetti aber geht die Elfjährige bis in die Träume nach. Aus einem venezianischen Palazzo kommt sie nicht, wohl aber aus einer Roma-Wagenburg auf dem Festland

Meine Einschätzung:
Das war aus meiner Sicht ein etwas schwächerer Band der Serie. Die Ermittlungen rund um den Mord des kleinen Mädchens waren mir irgendwie zu „lasch“, bei aller Betroffenheit der ermittelnden Beamten.
Die Autorin zeigt da fatalistische Tendenzen, was ich nicht so gerne mag, so berechtigt sie sein mögen.

Mein Fazit:

Nicht alle 21 Serienteile können mir gefallen …

Leon, Donna: Beweise, dass es böse ist (13)

Genre: Krimi

Kurzbeschreibung:
Als die 83jährige Maria Grazia Battestini ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, tragen nicht nur die Gondeln keine Trauer: Familie und Freunde gibt es keine, und die Nachbarn sind regelrecht erleichtert, als der Fernseher nicht mehr durch die Calli dröhnt. Nur Brunetti gibt keine Ruhe, bis er weiß, was sich hinter dem Tod der alten Frau verbirgt.

Meine Einschätzung:
Im Rahmen meines SuB-Abbau-Programms habe ich meine Donna Leon Krimis ausgegraben. Ausgelöst wurde das durch die Ausstrahlung einer Krimifolge im Fernsehen, die sozusagen eine Venedig-Sehnsucht in mir auslöste. Da ich diese Folge tatsächlich auch schon in der verfilmten Ausgabe vor einiger Zeit gesehen hatte, wußte ich natürlich schon, wer der Täter war, aber ich lese Brunetti ja nicht wegen der unerträglichen Spannung der Handlung :-), sondern weil ich Brunetti und sein Team mag, seine Familie und Donna Leons Venedig-Schilderungen.
Dieser Kriminalfall ist übrigens ganz interessant, mit komplizierten Verstrickungen und hat mich keine Minute gelangweilt.

Mein Fazit:
Wenn ich mal kurz nach Venedig reisen möchte, dann schnappe ich mir einen Brunetti-Krimi und schon kann ich im Duft von italienischen Spezialitäten baden und durch die Kanäle von Venedig gondeln.

Di Fulvio, Luca: Das Mädchen, das den Himmel berührte

Genre: Roman, historisch

Kurzbeschreibung:
Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbracht hat, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Betrüger zu einem berühmten Arzt? Und wie wird ein junges Mädchen ohne Perspektive zu einer einflussreichen Modeschöpferin?
Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto findet sich das gesamte Panorama des Lebens.

Meine Einschätzung:
Dieser Roman hat alle Zutaten, die ich mag: Venedig, kleine Betrüger, Frauen, die aus ihrem Leben das Beste machen wollen, ein Hauptmann voller Ideale, Intrigen, Morde, eine romantische Liebesgeschichte, 1000 Seiten …
Was will ich also mehr?
Gute Frage??? Ich bin einfach nicht in diese Geschichte reingekommen, ich mochte keinen der Protagonisten und angesichts der vielen ekelerregenden, medizinischen Szenen (Amputationen und Co.) war ich genervt, dabei bin ich eigentlich nicht sehr empfindlich.
Außerdem finde ich das Cover unpassend, denn mit der Geschichte hat es wieder mal nichts zu tun.
War vielleicht einfach das falsche Buch zur falschen Zeit (Lesekreispflichtlektüre).

Mein Fazit:

Ein opulenter historischer Roman, der ganz sicher begeisterte Leser zu Hauf finden wird.

Bronw, Dan: Inferno

Genre: Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie:

Teil 1: Illuminati
Teil 2: Sakrileg
Teil 3: Das verlorene Symbol
Teil 4: Inferno

Kurzbeschreibung:
Mein Geschenk ist die Zukunft. Mein Geschenk ist die Erlösung. Mein Geschenk ist – Inferno. Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen. Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Meine Einschätzung:
Aber Hallo! Dieses Buch wird die Leserschaft ganz bestimmt spalten 🙂 und es wird jede Menge Rezis dazu geben …
Ich habe einen Dan Brown gekauft und einen original Dan Brown bekommen. (nebenbei möchte ich hier mal erwähnen, dass „Inferno“ der teuerste Roman ist, den ich je gekauft habe!!! Nur „Winter der Welt“ von Ken Follet ist teurer und dicker, aber den habe ich geschenkt bekommen …)
Und hat sich diese Investition für mich gelohnt??? Die Antwort ist ein uneingeschränktes JA!
Ich mag einfach Robert Langdon, eine Art James-Bond-Kunsthistoriker, der auch noch wenig mit Indiana Jones verwandt ist ;-).
Außerdem liebe ich Florenz und Venedig (Istanbul kenne ich noch nicht) und fand die Beschreibung der diversen Bauwerke und Kunstwerke überhaupt nicht langweilig (neben mir lag mein Baedeker-Reiseführer ;-)). Für mein löchriges Gedächtnis hat Dan Brown auch noch für die notwenigen Wiederholungen gesorgt. 😉 Na gut, da hat er wirklich ein wenig übertrieben. Wie viele Male mußten wir die Beschreibung des Videos über uns ergehen lassen??? Viermal??? Ja und den IQ von Sienna habe ich auch nicht vergessen …
Atemlos bin ich Langdon also durch diesen ereignisreichen Tag gefolgt (dem Autor sei Dank, bekam der auch irgendwann mal was zu essen) und wurde von diversen Wendungen ganz schön überrascht. Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, mußte ich dann einige Passagen noch einmal lesen, um die Sachlage zu überprüfen und zu verstehen, aber das schadet ja nichts.
Über den Ausgang der Geschichte kann man auch diskutieren, will ich aber nicht. Mich hat nur gestört, dass der Autor zum Schluß etwas hastig wird. Da werden Feindinnen auf zwei Seiten plötzlich zu dicken Freundinnen und eine sich anbahnende Beziehung wird wirklich ganz kurz abgehandelt. Herr Brown, das könnten Sie aber besser!!!!

Mein Fazit:

Mir hat „Inferno“ wieder richtig gut gefallen, was sicher auch an den Schauplätzen gelegen hat und mit einem Augenzwinkern konnte ich auch leicht über kleinere Macken hinweglesen. Ein perfekter Schmöker für ein verregnetes Pfingstwochendende!

Leon, Donna: Verschwiegene Kanäle (12)

Gerne: Krimi

Kurzbeschreibung:
Ein Fall, der Brunetti näher geht als jeder andere: der vermeintliche Selbstmord eines Jugendlichen, so alt wie sein eigener Sohn. Ein Fall auch, der in eine unheimliche Welt führt: hinter die verschlossenen Tore der Kadettenschule von San Martino.

Meine Einschätzung:
Die ersten Brunetti-Krimis habe ich damals (vor ca. 10 Jahren) verschlungen und sehnsüchtig auf die neuen gewartet. Aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr, Brunetti wurde so schwermütig und die Serie hatte für mich ihren Reiz verloren.
Nun ist durch Zufall ein Band dieser Reihe auf meinem SuB gelandet.
Und ich fand ihn gut und das unterstützt meine Theorie, dass jedes Buch seine Zeit hat. 🙂
Es war ein wenig, wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, die man gut kennt, aber lange nicht gesehen hat. Brunettis Frau Paola ist eine tolle Frau, die ihm geduldig zuhört und ihn erdet, wenn er in Traurigkeit oder Ratlosigkeit versinkt. Außerdem liebe ich ihre Kochkünste, die mich immer inspirieren, mal wieder italienisch zu kochen. Vianello, Brunettis Mitarbeiter, ist auch ein wunderbarer Charakter, den ich sehr gerne mag und über die Maßen unterhaltsam ist natürlich die geheimnisvolle Signorina Elettra.
In dem vorliegenden Fall geht es um den Tod des Sohnes eines Politikers und Donna Leon erlaubt den Lesern einen Blick die Welt der italienischen Politik. Die Fakten sind nicht überraschend, aber gerade wieder topaktuell, wie ich finde.
Sehr witzig fand ich auch die Szene, in der Paola mit ihrem 18jährigen Sohn darüber streitet, ob er ein Handy bekommt. Daran merkt man, dass der Krimi 10 Jahre auf dem Buckel hat. Heute sind italienische (und deutsche) Teenager ohne Handy undenkbar, oder? 🙂
Ich habe mich gut unterhalten und werde sicher so nach und nach die fehlenden Bände nachlesen. Schließlich ist Venedig immer eine Reise wert.

Mein Fazit:
Venedig und Brunetti – ich hatte dieses Gespann aus den Augen verloren, habe aber gerade wieder Freude daran gefunden.

Völler, Eva: Zeitenzauber – Die magische Gondel

Genre: Fantasy, Jugendbuch

Kurzbeschreibung:

Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen – und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen …

Meine Einschätzung:
Na, hier will ich es kurz machen. Wenn auch alle Zutaten, die bei mir potentiell punkten, vorhanden waren: Venedig, Zeitreisen, geheimnisvolle Unbekannte, habe ich mich gelangweilt. Woran das genau gelegen hat, kann ich nicht recht erklären. Ich konnte beispielsweise überhaupt nicht nachvollziehen, warum sich Anna in Sebastian verliebt hat, da der ja eigentlich ständig durch Abwesenheit glänzte und meiner Ansicht nach, jegliche Art von Charme vermissen läßt. Es gibt aber ein paar nette, neue Ideen, was die Zeitreisen betrifft und auch ein paar Überraschungen.
Meiner 11jährigen Tochter jedenfalls hat die Geschichte gut gefallen und damit hat die Autorin die Zielgruppe natürlich überzeugt ;-).

Mein Fazit:
Ein nettes Zeitreise-Buch für junge Mädchen.

Chase, Loretta: Verführung auf Venezianisch

Genre: Liro

Klappentext:
Die Zeit: !820. Der Ort: Venedig mit seinen dunklen Kanälen und geheimnisvollen Palazzi. Die Handlung: Höchst kompromittierende Briefe belasten eine hochgestellte Persönlichkeit. Heimlich gestohlen hat diese Briefe: Francesca Bonnard, die glanzvolle Königin der Kurtisanen. Und ein gewisser James Cordier, Meisterspion im Dienst der Krone, soll ihr selbige wieder diskret entwenden. Eigentlich kein problem für den charmant-gerissenen Aristokraten. Wäre die Dame nicht überaus eigensinnig – und verführerisch. Und wäre da nicht dieses aufreizende Gefühl, just der ersten Frau begegnet zu sein, die zu erobern ihn mehr als alles andere befriedigen würde …

Meine Einschätzung:
Trotz des tollen Spielortes Venedig und der kleine Spionagegeschichte (die ich ja gerne mag) und der interessanten Charaktere bleibt dieser Liro irgendwie blass. Schade eigentlich, denn es sind durchaus nette, witzige Szenen dabei, von denen ich mir mehr gewünscht hätte.

Mein Fazit:
Nicht der beste Liro von Loretta Chase, aber durchaus lesenswert, wenn man Lust auf Venedig hat ;-).

Raittila, Hannu: Canal Grande

Genre: Roman

Klappentext:
Fünf Finnen wurden von der UNESCO entsandt, das sinkende Venedig vor dem Untergang zu bewahren. Doch die wissenschaftliche Delegation steht vor einer viel größeren Herausforderung, die seltsame venezianische Lebensart. Bald versinkt, was so seriös begann, in einem Chaos aus Alkohol, Korruption, Liebschaften und Naturgewalten.

Meine Einschätzung:
Was für ein herrlich schräger Venedigroman.

Fazit:
Wer seine romantische Vorstellung von Venedig überprüfen möchte, der sollte sich die Beschreibung der Stadt aus der Sicht von 3 Nordeuropäern zu Gemüte führen.

Meyer, Kai: Die fließende Königin

Genre: Fantasy für Kinder/Jugendliche

Brennende Schatten (Vorgeschichte)
Die fließende Königin
Das steinerne Licht
Das gläserne Wort

Heute habe ich die letzte Minute von Kai Meyers Trilogie beim Bügeln gehört. Die Mädels und ich haben die Hörbücher auf langen Autofahrten gehört. Um sie alleine zu Hause zu hören, war die Geschichte für die Mädchen doch etwas zu gruselig und traurig.
Die Geschichte spielt in Venedig, das von einem grausamen Krieg bedroht wird. Ein wiederauferstandener ägyptischer Pharao will die Weltherrschaft an sich reißen und steht nun vor den Brücken Venedigs.Dort leistet ihm eine kleine Gruppe von Waisenkindern Widerstand, die sich aufmachen, die Welt zu retten. Merle und ihre Freunde retten die Fließende Königin, eine mystische Gestalt, die bisher die Stadt beschützt hat und suchen Hilfe bei fliegenden Steinlöwen und Meerjungfrauen. Sie werden bedroht von dämonische Kreaturen, von seelenlosen Mumienkriegern, gewissenlosen Horus-Priestern und brutalen Sphinxen und, um es vorweg zu nehmen: Es gibt kein richtiges Happy-End.
Also, das ist keine leichte Lektüre (bzw. Horchtüre), aber spannend. Kai Meyer entwirft eine ausgefeilte, brutale, gruselige, groteske Parallelwelt, in der alles möglich scheint. Die Hauptfiguren geraten oft in ausweglose Situationen und können sich häufig nur unter tragischen Verlusten daraus befreien. Sie kämpfen für ihre Freiheit, für die Freiheit der Menschheit und für die Freundschaft.
Den Kindern und mir haben besonders die fantasievollen Figuren gefallen, Meerjungfrauen mit wunderschönen Augen, aber mit häßliche Haifischmündern, die z.B. auf den Namen Unke hören. Oder Sphinx-Frauen, die ihre Gestalt wandeln können und Lalapeia heißen. Auch der tapfere, fliegende Steinlöwe Vermitrax, dessen Volk niedergemetzelt wurde, wächst dem Hörer ans Herz.

Fazit: Wer fantasievolle, spannende, tragische und ungewöhnliche Geschichten mag, der sollte es mal mit Kai Meyer probieren.

8 von 10 Punkten