Leky, Mariana: Was man von hier aus sehen kann


Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Meine Einschätzung:
Manchmal ist es doch seltsam, wie ein Buch einen Leser findet :-). Ich habe dieses Buch in einer kleinen Buchhandlung im Westerwald gekauft, weil mich das Cover ansprach und weil es im Westerwald, meiner alten Heimat spielt und solche Romane gibt es ja nun nicht wie Sand am Meer. Dass es bereits ein Bestseller war, hatte ich überhaupt nicht mitbekommen.
Nun muß ich zugeben, dass ich mehrfach während des Lesens gedacht habe, dass die Geschichte überall spielen könnte, denn einen besonderen Westerwälder Bezug – außer der waldreichen Umgebung – konnte ich nicht entdecken.
Aber abgesehen davon, ist das ein wundervoller, warmherziger, manchmal philosophischer, wunderbar erzählter Roman, den ich aus vollem Herzen empfehlen kann und sicher auch gerne verschenken werde.

Mein Fazit:

Ein wundervoller Roman einer deutschen Autorin. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Krämer, Micha: Tod im Lokschuppen


Genre: Krimi, Regional-Krimi

Kurzbeschreibung:

Ein grausamer Mord erschüttert Betzdorf, das kleine Städtchen am Rande des Westerwaldes. In den Ruinen des verfallenen Lokschuppens wird die verstümmelte Leiche eines ortsansässigen Geschäftsmannes gefunden. Ein heikler Fall für die junge Kommissarin Nina Moretti. Schnell wird klar, dass der Tote, der scheinbar ein Doppelleben führte, nicht nur Freunde in der Kleinstadt hatte. Als am nächsten Tag auch noch der Pfarrer erschossen vor dem Altar der Kirche liegt, wird der Fall immer undurchsichtiger. Führt die Spur ins Kölner Rotlichtmilieu? Liegt das Rätsel in der Vergangenheit der Opfer? Oder sind doch nur Hass und Eifersucht im Spiel? Ein spannender Krimi, nicht nur für Kenner der Schauplätze, der dem Leser auch einen Einblick in zwischenmenschliches Chaos und die Gefühle der Charaktere gibt.

Meine Einschätzung:

Über diesen Krimi-Autor aus meiner Heimat, dem Westerwald, bin ich zufällig auf der Buchmesse gestolpert und manchmal muß frau ja auch mal was Neues ausprobieren. Zugebenermaßen war ich ein klein wenig skeptisch, ob ein gelernter Elektroniker und Hobby-Autor (aber vielleicht ist er ja schon hauptamtlicher Autor???) einen Krimi schreiben kann, der mich fesselt.
Er kann. „Tod im Lokschuppen“ ist meiner Meinung nach ein solider Krimi ohne Firlefanz. Die Ermittler Nina und Thiel sind zwar ein sehr gegensätzliches Paar, aber ich fand ihre Zusammenarbeit glaubhaft. Ich mag es auch, dass die beiden ein Privatleben haben und so menschlich und bodenständig sind.
Die Motive und Gefühle der handelnden Personen werden auch gut erklärt und bestens hat mich der Kölner Unterweltboss unterhalten, der im breitesten Kölsch im Hintergrund seine Fäden zieht.
Dass der Krimi im Westerwald spielt, ist im Grunde unerheblich. Die Geschichte könnte überall funktionieren und das ist auch das einzige, was ich vermißt habe, dass Westerwälder Besonderheiten, die Landschaft oder die Menschen, die dort leben besser und eindeutiger charakterisiert werden.
Gefallen hat mir die präzise, schnörkellose Sprache des Autors, die sich gut weglesen läßt und das schlichte Cover.

Mein Fazit:
In diesem Fall hat sich der Griff nach einem Krimi von einem unbekannten Autor definitiv gelohnt. Wer gerne solide Krimis liest und selbst miträtseln möchte, kann unbesorgt zu Micha Krämer greifen, der mittlerweile mindesten 4 weitere Krimis geschrieben hat.

Belitz, Bettina: Splitterherz

Genre: Urban Fantasy, Jugendroman

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Splitterherz
Teil 2: Scherbenmond
Teil 3: Dornenkuss

Kurzbeschreibung:
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.

Meine Einschätzung:
Die Grundstory, unangepaßter Teenager-Mädel wird von den Eltern in die unwirtliche Pampa verschleppt, ist dort total unglücklich bis ein geheimnisvoller Junge auftaucht und sie verliebt sich trotz aller Warnungen und Probleme in den Einzelgänger, ist wahrlich kein neuer Einfall.
Ganz lange passiert auch nicht wirklich viel in dem Buch (was der Grund ist, warum meine Töchter keine Lust hatten weiterzulesen…) und aus meiner Sicht ist Colin nicht gerade ein Sympathie-Träger. Und Elisabeth ist auch nicht gerade eine Bilderbuchheldin, ich hätte ihr gerne das ein oder andere Mal zugerufen: Werd‘ doch mal selbst aktiv! Schon mal etwas von Recherche und Internetrecherche gehört? Sprich mit Deinen Eltern und renn nicht immer bockig weg!!!!
Obwohl ich also offensichtlich unzufrieden mit verschiedenen Sachen bin, hat mich das Buch total in seinen Bann gezogen, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil der Autorin ist einfach fantastisch, ich hatte den Eindruck, ich werde richtig in dieses Buch hineingesogen. Die Beschreibungen der Umgebung, Ellies Gedankenwelt, die Traumsequenzen, die unwirkliche, düstere Grundstimmung, das ist schon richtig gut macht.
Ins Herz geschlossen habe ich den eigenwilligen Kater Mr. X, während Pferdenarren sicher von Luis begeistert sein werden.
Ich werde also sicher die nächsten beiden Teile lesen, schließlich will schon genauer wissen, welche Ziele Leo verfolgt und was mit Tillmann wird.
Sehr schön ist übringens auch das Cover und für knapp 20,00 € hat man wirklich ein tolles Buch erworben.

Mein Fazit:
Der Auftakt zu einer stimmungsvollen, eher ruhigen Fantasy-Jugendbuchreihe, der mich etwas zwiespältig zurückläßt.