Schachinger, Tonio: Echtzeitalter

Echtzeitalter

Kurzbeschreibung:
Ein elitäres Wiener Internat, untergebracht in der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger, der Klassenlehrer ein antiquierter und despotischer Mann. Was lässt sich hier fürs Leben lernen? Till Kokorda kann weder mit dem Kanon noch mit dem snobistischen Umfeld viel anfangen. Seine Leidenschaft sind Computerspiele, konkret: das Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires 2. Ohne dass jemand aus seiner Umgebung davon wüsste, ist er mit fünfzehn eine Online-Berühmtheit, der jüngste Top-10-Spieler der Welt. Nur: Wie real ist so ein Glück?
Tonio Schachinger erzählt von einer Jugend zwischen Gaming und Klassikerlektüre, von Freiheitslust, die sich bewähren muss gegen flammende Traditionalisten – und von dem unkalkulierbaren Rest, der nicht nur die Abschlussklasse 2020 vor ungesehene Herausforderungen stellt. Dabei sind die Wendungen so überraschend, sein Humor so uneitel und nahbar: Echtzeitalter ist Beispiel und Beweis für die zeitlose Kraft einer guten Geschichte. Und ein großer Gesellschaftsroman.

Meine Einschätzung:
Joah, ein Entwicklungsroman, der in einer Wiener Oberschule/Gymnasium angesiedelt ist. Was hat mir gefallen? Die Einblicke in die Wiener Schulkultur, die wienerischen Dialoge und die Einblicke in die Online-Gaming-Welt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zwischendrin flott drüber gelesen habe, weil mich die Probleme pubertierender Jungs gerade nicht so wirklich interessieren.

Mein Fazit:
Es gibt sicher viele fundierte Rezis. Lest da nach ;-).

Steinfest, Heinrich: Der betrunkene Berg

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ohne sie wäre er gestorben, dünn bekleidet, im Eis der Alpen. Das war wohl auch sein Plan, aber Katharina rettet ihn, bietet ihm Unterschlupf. Auf 1765 Metern Höhe betreibt sie eine Buchhandlung, die nun, im November, geschlossen bleibt. Sie behält den Fremden ohne Namen und Gedächtnis bei sich, vorübergehend. Die beiden lesen zusammen, er kocht für sie, und Stück für Stück beginnt er sich zu erinnern. 

Meine Einschätzung:
Das ist das zweite Buch, dass ich aus der schönen Buchhandlung mitgenommen habe. Zufällig auch ein Autor aus Österreich. Genau wie Monika Helfer. Mich sprach sowohl das Cover als auch der Klappentext an.
Eine Buchhandlung auf einer Bergspitze. Eine Frau, die die Einsamkeit und Bücher liebt. Ein Mann ohne Gedächtnis, der aus Schnee die tollsten Skulpturen bauen kann. Eine Lawinenforscherin, die im Schneesturm in der Buchhandlung strandet. Ein Krähe, die verletzt in der Buchhandlung aufgepäppelt wird und am Ende alle rettet. Drei Leben, drei schicksalhafte, tragische Ereignisse und ein Berg im Winter.
Großartig.

Mein Fazit:
Diesen Roman werde ich so schnell nicht vergessen. Skurril, berührend, verrückt, voller Lebensweisheit. Mag ich sehr.

Helfer, Monika: Die Jungfrau

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Gloria und Moni sind beste Jugendfreundinnen – die eine reich, die andere arm. Ein halbes Jahrhundert später begegnen sich die beiden Frauen wieder und Gloria beichtet ihr Lebensgeheimnis: Nie hat sie mit jemandem geschlafen. Früher kam Gloria immer gut an, war exzentrisch und schön, wollte Schauspielerin werden, war viel unter Menschen. Gloria und Moni wachsen auf im Mief der sechziger Jahre, sind konfrontiert mit Ehe, Enge und Gewalt. Wie wurden die beiden zu denen, die sie sind? Monika Helfer macht aus Lebenserinnerung große Literatur. Nach der Trilogie über ihre Familie und Herkunft ist „Die Jungfrau“ ein atemloser Roman über die jahrzehntelange Freundschaft zwischen zwei Frauen.

Meine Einschätzung:
Dieses Buch habe ich in der wundervollen Buchhandlung „Die Lesekatze“ in Alzenau entdeckt. Ich liebe es ja, in Buchhandlungen zu stöbern (wen wundert das?) und mir Bücher mitzunehmen von denen ich manchmal noch nie gehört habe, deren Cover oder Klappentext mich anspricht oder die mir von Buchhändlerinnen und Buchhändlern empfohlen werden. So komme ich aus meiner „Bücherblase“ auch mal raus und lese fernab meiner bevorzugten Genres. Das ist manchmal toll und manchmal eben nicht.
Die Autorin erzählt die Geschichte zweier Freundinnen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Die eine kommt aus einer mittellosen Familie, verlor früh ihre Mutter, heiratete zweimal und wird Mutter. Die andere kommt aus reichem Hause (wobei nie klar wird, woher das Geld eigentlich kommt), lebt alleine mit ihrer depressiven Mutter und scheitert mit dem Lebenswunsch Schauspielerin zu werden.
Das klingt interessant, oder? Ist es in Teilen auch, aber die beiden Frauen waren mir so unsymphatisch, dass ich ihre Geschichte nur mit mäßigem Interesse gelesen habe. Hinzu kommt, dass die Autorin es konsequent vermeidet, Fragen, die sich der geneigten Leserin stellen, zu beantworten. Woher kommt das Geld der Familie, was haben die Frauen in ihrem mittleren Jahren gemacht, woher kommt plötzlich der Vater, …
Das mag auf intellektueller Ebene genauso gewollt sein, aber ich fand das zutiefst unbefriedigend. Außerdem mochte ich die Erzählweise der Autorin nicht. Sie springt wild in den Zeiten hin und her und die Ich-Erzählerin wirkt unstrukturiert. Ja, das wird ein Stilelement sein, aber ich mag es nicht.

Mein Fazit:
Ein interessanter Roman über eine Frauenfreundschaft, der mich aber nicht überzeugen konnte.

Oswald, Susanne: Schneezauber im kleinen Strickladen in den Highlands

Genre: Roman, Liro, zeitgenössisch

Reihenfolge der „Strickladenserie“:
Teil 1: Der kleine Strickladen in den Highlands
Teil 2: Wintertee im kleinen Strickladen in den Highlands
Teil 3: Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands
Teil 4: Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands
Teil 5: Schneezauber im kleinen Strickladen in den Highlands

Kurzbeschreibung:
Maighread feiert mit ihren Freunden eine Babyparty für Chloe. Wochenlang haben sie geplant und Geigerin Vivian eingeladen. Maighread möchte nicht nur Chloe eine Freude machen, sondern auch Jason aus dem Einsiedlerleben holen. Nach einem Schicksalsschlag hat er sein Hab und Gut verkauft und einen Pub abseits des Ortes eröffnet. Kurz vor Weihnachten steigt die Party. Die verschneite Welt hoch über dem Loch Lomond wirkt wie verzaubert. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich, als ein Sturm losbricht. Er tost um das Haus, in kürzester Zeit türmt sich der Schnee meterhoch. Der Pub ist von der Welt abgeschnitten. Die Freunde müssen ausharren, bis das Wetter sich beruhigt. Anfangs nehmen sie es mit Humor und genießen das warme Plätzchen am Kamin. Geigerin Vivian sorgt für Musik. Doch als auch der Strom ausfällt, wird es ungemütlich. Verzaubert wird langsam aber sicher zu verhext …

Meine Einschätzung:
Ich empfahl diese Serie einer Strickfreundin, die nach Schottland reiste und sie berichtete mir hinterher, dass sie die Geschichte (Band 1) zu belanglos und trivial fand. Hm. Ich frage mich, was sie wohl erwartet hat, wenn es um eine junge Frau und ihr Wollgeschäft geht? Eine philosophische Betrachtung des Strickens?
Nun gut, ich mag die Serie gerne, weil sich die Autorin wirklich gut mit Stricken und Wolle auskennt. In jedem Band werden auch Anleitungen für verschiedene Sache veröffentlicht. Die Frau weiß also genau, von was sie schreibt. Außerdem mag ich die Protagonisten, die alle liebenswert sind und mit denen man gerne befreundet wäre. 😉
Ist die Geschichte ein klein wenig kitschig und vorhersehbar. Ja, aber das stört mich überhaupt nicht. Ich mag die winterliche Atmosphäre, die tatkräftigen Großmütter der Geschichte und ich kann mir sicher sein, dass die Sache gut ausgeht. Um welche Sache es sich handelt, verrate ich natürlich nicht ;-). Und wenn sich dann noch ein neues Liebespaar findet, deren beider Leben tiefe Wunden und Verletzungen hinterlassen haben, dann freu ich mich.

Mein Fazit:
Warmherzig, atmosphärisch, winterlich, mit Strickcontent und Happy-End. Für mich die perfekte Adventslektüre.

Paaslilinna, Arto: Der liebe Gott macht blau (abgebrochen)

Genre: Roman

Kurzbeschreibung:
Der liebe Gott hat die Nase gestrichen voll von den Menschen und ihren Missetaten. Er braucht Abstand, ist schlichtweg urlaubsreif. Nur, wer soll ihn vertreten? Der Heilige Petrus winkt dankend ab. Warum nicht einem Menschenkind den Job anbieten? Und so klopft Erzengel Gabriel bei Kranführer Pirjeri Ryynänen an. Frohen Mutes besteigt der sogleich den Himmelsthron …

Meine Einschätzung:
Im Rahmen meines SuB-Abbauprogrammes habe ich mir auch das zweite Buch des finnischen Autors geschnappt und bin deutlich weiter gekommen, als mit „Der wunderbare Massenselbstmord“. Aber dann hat mich die satirische Geschichte doch nicht so sehr interessiert, dass ich weiterlesen wollte.

Mein Fazit:
Eine durchaus witzige, satirische Geschichte, die sicher begeisterte Leserinnen und Leser findet. Kann ich mir auch gut als Hörbuch, gelesen von Jürgen von der Lippe vorstellen.

Paasilinna, Arto: Der wunderbare Massenselbstmord (abgebrochen)

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
„Denkst du an Selbstmord? Du bist nicht allein!“ So lautet ein ungewöhnlicher Anzeigentext, der auf überraschend heftiges Interesse stößt. Niemals hätte der gescheiterte Unternehmer Onni Rellonen mit der Existenz so vieler Gleichgesinnter gerechnet, als er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aus einem zunächst vagen Vorhaben entwickelt sich ein konkreter Plan: Ein Bus wird gechartert, um an einsamer Stelle gemeinschaftlich das Leben zu beenden. Am verabredeten Tag besteigen die unternehmungslustigen Selbstmordkandidaten schließlich guten Mutes das gemietete Gefährt – und starten ihre einzigartige Reise ohne Wiederkehr …

Meine Einschätzung:
Im Rahmen meines SuB-Abbau-Programmes habe ich mir dieses Buch eines finnischen Autors geschnappt und nach 50 Seiten weggelegt. Erstens hat mir seine Erzählweise und die Sprache überhaupt nicht gefallen und dann finde ich das Thema Selbstmord auch schwierig, um damit so – sagen wir mal – humorvoll umzugehen.

Mein Fazit:
Leider ein Buch, das mich in keiner Weise überzeugen konnte, das aber ganz sicher Leserinnen und Leser findet, die sich gut unterhalten.

Györke, Stefan: Mütter

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Im wohlsituierten Zürcher Bürgertum werden Jessy, Chloé und Clara von der chinesischen Nanny Atscho großgezogen. Atscho stammt vom Volk der Mosuo, bei dem die Mütter das Sagen haben, die Väter nicht der Rede wert sind und die Schwestern immer zusammenbleiben. Die Mutter der drei Töchter, die Ethnologin Sylvia Hofmann, hatte das kleine Matriarchat im chinesischen Himalaya erforscht und die junge Mosuo als Kindermädchen mit nach Zürich gebracht. Denn weder die häufig reisende Mutter noch der vielbeschäftigte Vater haben Zeit für die Kinder. Die Geschichten, die Atscho aus ihrer Heimat erzählt, und der unbedingte Zusammenhalt, der das Rückgrat der matriarchalen Familie der Mosuo bildet, faszinieren die Mädchen und sie beschließen, ihre eigene Schwestern-Familie zu gründen. Als aus den Töchtern Mütter werden, entspringen ihre sechs Kinder daher Gelegenheitsbekanntschaften nach dem Vorbild der Besuchsehe der Mosuo. Drei Mütter, eine Atscho, keine Väter – eine Oase der Frauen inmitten der Schweizer Bourgoisie. Als jedoch der wahre Grund für Atschos Emigration ans Licht kommt und der älteste Sohn Anton gegen die unkonventionelle Lebensform der Mütter immer stärker aufbegehrt, droht die Familie zu zerbrechen.

Meine Einschätzung:
Die Kurzbeschreibung ist schon eine gute Zusammenfassung der Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Erzählt wird sie aus der Sicht des ältesten Sohnes mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit.
Wir erfahren einiges über das Volk der Mosuos und meine grundsätzliche Frage, ob eine Gesellschaft, die von Frauen dominiert wird, friedfertiger wäre, als eine patriarchalische Gesellschaft, wird nicht abschließend geklärt. Aus Sicht des Sohnes erscheint die Lebensweise der Mütter sehr egoistisch, aber ist sie das wirklich?
Jedenfalls ist das ein lesenswerter Gesellschaftsroman, der mir richtig gut gefallen hat (und den ich mir u.a. wegen des wunderschönen Covers gekauft hatte) und der noch viele Leserinnen und Leser finden sollte.

Mein Fazit:
Ein Glücksgriff – dieser Roman, den ich ganz sicher mehrfach verschenken werde.

Bossong, Nora: Schutzzone – abgebrochen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät Miras Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden, ins Wanken.
Was bedeuten Gerechtigkeit, Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? Hellsichtig und teilnahmsvoll geht Nora Bossong in ihrem virtuosen Roman diesen Fragen nach und setzt den Konflikten der Vergangenheit die Hoffnung auf Versöhnung entgegen.

Mein Fazit:
Sicher interessantes, wichtiges Thema, aber ich kam mit der Protagonistin und der langatmigen Erzählweise nicht klar …

Riley, Lucinda: Die verschwundene Schwester (7)

Gerne: Roman

Reihenfolge der Serie „Die Sieben Schwestern“:
Teil 1: Die sieben Schwestern
Teil 2: Die Sturmschwester
Teil 3: Die Schattenschwester
Teil 4: Die Perlenschwester
Teil 5: Die Mondschwester
Teil 6: Die Sonnenschwester
Teil 7: Die verschwundene Schwester

Kurzbeschreibung:
Sieben Sterne umfasst das Sternbild der Plejaden, und die Schwestern d’Aplièse tragen ihre Namen. Stets war ihre siebte Schwester aber ein Rätsel für sie, denn Merope ist verschwunden, seit sie denken können. Eines Tages überbringt der Anwalt der Familie die verblüffende Nachricht, dass er eine Spur entdeckt hat: Ein Weingut in Neuseeland und die Zeichnung eines sternförmigen Rings weisen den Weg. Allerdings kann nur eine Frau, Mary, Antworten geben – und sie ist auf einer Reise um die Welt. Es beginnt eine Jagd quer über den Globus, doch es scheint, als wolle Mary um jeden Preis verhindern, gefunden zu werden…

Mein Fazit:
Diesen Teil fand ich wieder etwas interessanter, besonders den historischen Teil, der sich um die Geschichte Irlands dreht. Finde aber, dass man die Geschichte kürzen hätte können …

Goldberg Sloan, Holly: Elefantensommer

Genre: Jugendbuch, Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Eine Sommergeschichte voller Glück, in der ein Elefant und ein Mädchen die Hauptrolle spielen. Sila wartet seit Monaten auf ihre Mutter, die wegen eines Problems mit der Einwanderungsbehörde in ihre Heimat Türkei zurückkehren musste. Doch dann lernt sie Gio kennen, der sich mit seinem Lottogewinn eine Farm gekauft hat. Und der Veda rettet – die Elefantendame aus einem ehemaligen Zirkus darf auf Gios verwunschenem Anwesen leben und wird zum Glücksbringer in Silas Sommer. Sila findet ihre Lebenslust wieder, lockt mit Vedas Hilfe ihren Klassenkameraden Mateo aus seiner Schweigsamkeit und findet in ihm einen neuen Freund. Ein herzerwärmendes Sommermärchen mit Happy End über Freundschaft, Mut und Mitgefühl, übersprudelnd vor Hoffnung und Glück.

Meine Einschätzung:
Beim Bummel durch einen sehr schöne Buchhandlung ist mir dieses Kinder/Jugendbuch in die Hände gefallen, weil es so ein hübsches Cover hat und einfach einen fröhlichen Eindruck macht.
Und tatsächlich macht diese märchenhafte Geschichte einfach nur gute Laune. Sila ist ein liebenswerter Charakter und auch Mateo habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sila, die in der Schule dazu verdonnert wird, sich um den autistischen Mateo zu kümmern, macht das auf ihre ganz eigene Art und ich finde, dass die Autorin so einen richtig guten Weg beschreibt, wie man mit Kindern, die an einer autistischen Störung leiden, umgehen kann. Nämlich gelassen, geduldig, liebevoll und mit viel Toleranz.
Dass ein Bauarbeiter im Lotto gewinnt, sich eine Farm und eine Elefantendame kauft, mag weit hergeholt sein, aber ich lasse es gerne unter modernes Märchen laufen.

Mein Fazit:
Ein warmherziges Buch, das mich aufgeheitert hat und gleichzeitig auch ein klein wenig lehrreich ist.

Strunk, Heinz: Der gelbe Elefant

Genre: Erzählungen, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Die Geschichten in diesem Buch erzählen von einer Seniorenorganisation namens «Freiwillig über die Klippe» und von einem Autoausflug in die Prähistorie. Ein Experte erlebt in der Sendung von Markus Lanz eine Katastrophe, ein Bauer in der Großstadt und ein Tourist bei der Thai-Massage am Strand. Manche der Texte klingen wie Zeitungsreportagen, manche wie Schauergeschichten, manche sind in Briefform, eine hat gar Bulletpoints. Aber immer sind sie originell, komisch, drastisch und unverwechselbar Heinz Strunk.

Meine Einschätzung:
Die Buchhändlerin meines Vertrauens wollte mir das Buch fast nicht verkaufen: „Sind Sie sicher, dass Sie Heinz Strunk lesen wollen?“. Öhm, ich hatte bis dahin noch nichts von dem Autor gehört oder gelesen und wollte einfach mal was anderes lesen und fand den Klappentext witzig.
Witzig, nun ja. Meinen Humor trifft der Herr Autor jedenfalls nicht. Der Mann muss ein absoluter Misanthrop sein. Seine Beschreibungen von Personen sind einfach nur … traurig und auch ekelig. Die Geschichten enden eigentlich alle schlecht. Ganz ehrlich, ich konnte das nur aushalten, weil ich am sonnigen Strand saß und das Buch übersichtlich ist. Ich bin ein durch und durch positiv denkendes Menschkind und neige nicht zu düsteren Gedanken. Wer das tut, sollte um diesen Autor einen gaaaaaannnnz großen Bogen machen.
Ich hätte die Bedenken meiner Buchhändlerin mal lieber ernst nehmen sollen ;-).

Mein Fazit:
Keine Ahnung, wer diese Kurzgeschichten lesen würde wollen. Ich jedenfalls nicht.

Glattauer, Daniel: Die spürst du nicht

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Die Binders und die Strobl-Marineks gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise, 14, durfte gegen die Langeweile ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gechillt, kommt es zur Katastrophe.
Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel? Daniel Glattauer packt große Fragen in seinen neuen Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann und in dem er all sein Können ausspielt: spannende Szenen, starke Dialoge, Sprachwitz. Dabei zeichnet Glattauer ein Sittenbild unserer privilegierten Gesellschaft, entlarvt deren Doppelmoral und leiht jenen seine Stimme, die viel zu selten zu Wort kommen.

Meine Einschätzung:
Hach, wahrscheinlich gibt es schon tausende Rezis zu diesem neuen Roman von Glattauer, deshalb nur kurz. Mir hat dieser Roman wieder sehr gut gefallen. Ich mag Glattauers Art Menschen und Situationen zu beschreiben. Er hält uns Lesern einen Spiegel vor und das tut manchmal wirklich weh, aber durch seine ironische, witzige Art zu erzählen, liest sich der Roman nicht allzu schwer.

Mein Fazit:
Trauriges, schwieriges Thema, aber auf jeden Fall interessant und gut erzählt. Absolute Leseempfehlung von mir.

Gutsch, Jochen; Leo Maxim: Frankie

Genre: Roman, zeitgenössich

Kurzbeschreibung:
Richard Gold hat alles vorbereitet. Heute ist der Tag, an dem er sich das Leben nehmen wird. Der Strick liegt schon um seinen Hals, als sich ein dürrer Kater vor das Fenster setzt, interessiert glotzt – und Gold komplett aus dem Konzept bringt. Als dann der Kater auch noch bei Gold einzieht, weil der einen großen Fernseher hat, ein „extremst“ weiches Bett und pünktlich Essen serviert, beginnt die skurrile Freundschaft zwischen zwei Außenseitern, von denen zumindest einer ganz fest an ein Happy End im Leben glaubt.
Ein Mann, der sterben will. Ein Kater, der ein Zuhause sucht. Eine berührende und zugleich urkomische Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft und den Weg zurück ins Leben.

Meine Einschätzung:
Natürlich habe ich dieses Buch wegen seines wunderhübschen Covers gekauft (und bei mir ist auch der häßliche Spiegelaufkleber auch nicht drauf:-)).Dass der Autor ein Spiegel-Autor ist, wusste ich gar nicht, aber mein Mann hatte tatsächlich den Artikel, den es von ihm zur Erscheinung des Buches gab, gelesen. (Ob ich auch häufiger in den Spiegel gucken sollte)?
Nun ja, ich habe die Geschichte vollkommen unvoreingenommen gelesen und mochte sie. Frankie, ein Straßenkater, dessen Frauchen verstarb, erzählt aus seinem Leben. Sein Erzählton ist genauso, wie ich mir die Gedanken eines Straßenkaters vorstelle, bisschen derb, direkt, voller Unverständnis für die seltsamen Zweibeiner. Sein Lebensglück besteht aus ausreichend Nahrung, einem weichen, warmen Schlafplatz und gelegentlich einem Besuch bei einer hübschen Katzendame. 🙂 Das Leben kann so einfach sein, oder?

Mein Fazit:
Das Leben mit all seinen anstrengenden, komplizierten Seiten aus der Sicht einer Katze zu betrachten, kann unterhaltsam und lehrreich sein. Sogar philosophisch. 🙂

Erpenbeck, Jenny: Gehen, ging, gegangen – abgebrochen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.
Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Meine Einschätzung:
Da ich meinen SuB mal wieder durchräume und verkleinern möchte, verordne ich mir selbst immer mal wieder ein Buch, das schon länger dort herum steht. Ich habe mir vorgenommen, immer die ersten 50 Seiten zu lesen, damit ich auch wirklich einen Eindruck bekomme.
Nach 50 Seiten war mir klar. „Gehen, ging, gegangen“ ist ganz sicher ein gutes Buch, das sich mit unserer aktuellen gesellschaftlichen Situation auseinander setzt, in einer klaren, schönen Sprache geschrieben wurde und zurecht viel und gut rezensiert wurde.
Aber mich hat es nicht gepackt. Der Protagonist, ein alternder Professor, hat mich einfach überhaupt nicht interessiert. *schulterzuck*
Ich habe den Roman einer lieber Freundin mitgegeben, die ihn vielleicht eher zu schätzen weiß.

Mein Fazit:
Nicht mein Thema, nicht mein Lesegeschmack.

Holbe, Julia: Unsere glücklichen Tage – abgebrochen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert sind sie, dass sie gar nicht merken, wie das Leben seine Weichen stellt. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem, was geschehen ist, seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltbare Geschichte ihren Lauf nahm…
Julia Holbe erzählt von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: von Liebe und Freundschaft, Schuld und Verrat, von Zufall und Schicksal und davon, dass wir die Vergangenheit immer nur so erinnern, wie wir sie haben wollen.

Meine Einschätzung:
Da ich meinen SuB mal wieder durchräume und verkleinern möchte, verordne ich mir selbst immer mal wieder ein Buch, das schon länger dort herum steht. Ich habe mir vorgenommen, immer die ersten 50 Seiten zu lesen, damit ich auch wirklich einen Eindruck bekomme.
Auch dieses Buch liegt schon eine Weile bei mir herum. Unter anderem bin ich manchmal genervt von diesen „Frauenbüchern“, die mit ähnlichen Covermotiven zu Duzenden in den Buchhandlungen herumliegen. Immer wenn ein Roman erfolgreich ist, springen alle Verlage auf diesen Trend auf und ich gewinne den Eindruck, es gibt nichts anderes mehr – alles eine Soße. Sicher tue ich damit vielen tollen Büchern unrecht, aber mich nervt das.
Die ersten 50 Seiten des Buches haben mir ganz gut gefallen. Die Autorin fängt die Sommerferienstimmung der Mädchen sehr gut ein und man riecht förmlich das Meer und spürt das Meersalz auf der Haut. Warum habe ich den Roman trotzdem nicht fertig gelesen? Weil ich keine der Protagonistinnen mochte und weil diese Art Geschichten mich nicht wirklich interessieren. Aber immerhin war ich so fasziniert, dass ich den Roman quer gelesen habe, um hinter das große Geheimnis zu kommen.

Mein Fazit:
Ich bin sehr sicher, dass dieser Roman viele begeisterte Leserinnen finden wird und schon gefunden hat. Ich war aber nicht in Stimmung dafür.

Natsukawa, Sosuke: Die Katze, die von Büchern träumte

Genre: Roman, zeitgenössisch, Urban Fantasy

Kurzbeschreibung:
Ein kleiner Buchladen in Japan, hohe Holzregale mit seltenen Erstausgaben, eine Tasse Tee, zubereitet nach traditioneller Zeremonie: Das ist das Reich von Rintaro und seinem Großvater. Als der alte Herr stirbt, ist der stille Schüler auf sich allein gestellt. Was soll er mit dem Laden anfangen, der schon lange keinen Gewinn mehr abwirft? Was mit sich selbst, mit seinem Leben ohne den Großvater und dessen Ruhe und Lebensweisheit? Rintaro versteckt sich vor der Welt, verkriecht sich zwischen den fast vergessenen Buchschätzen. Auch seine Klassenkameradin Sayo, die sich Sorgen macht, vermag es nicht, ihn aus seinem Schneckenhaus herauszulocken. Bis eines Tages eine Katze im Buchladen auftaucht – eine sprechende Katze, die Rintaro eindringlich um Hilfe bittet: Die Bücher sind in Gefahr – und nur ein wahrer Buchliebhaber wie er, der die Liebe zum gedruckten Wort von seinem Großvater verinnerlicht hat, kann sie retten …

Meine Einschätzung:
Ich gebe es zu, wenn mir ein Buch mit einem hübschen Cover und einer Katze über den Weg läuft, dann muss ich es haben. Und wenn dann noch eine verwunschene Buchhandlung und seltsame Büchermenschen darin vorkommen, ist es für mich gemacht :-).
Die Geschichte, des schüchternen, introvertierten Rintaro, der von einer seltsamen Katze dazu aufgefordert wird, die Literatur zu retten, reiht sich in meine Serie japanischer Romane ein, in denen Katzen ein wichtige Rolle im Leben der Protagonisten spielen („Satoru und das Geheimnis des Glücks“ und „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden„).
Ich mag die Stimmung der Geschichte, die zauberhaft, ein wenig seltsam und melancholisch ist und ich mag Rintaro, einen Bilderbuch-Antihelden ohne Superheldenkräfte, der mit einem guten Herz und der Liebe zur Literatur gesegnet ist.

Mein Fazit:
Ein berührendes, ruhiges, philosophisches Buch über Literatur und Bücherliebe, in dem auch eine Katze vorkommt ;-).

Hansen, Dörte: Zur See

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.
Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung.

Meine Einschätzung:
Es gibt sicher schon genug eloquente, tiefgründige Rezis, deshalb nur kurz. Ich mag Dörte Hansens Erzählweise und diese Familiengeschichte hat mich sehr berührt, was vielleicht auch an meiner Nordseeliebe liegen mag.

Mein Fazit:
Ein wunderschöner Roman, den ich gerne gelesen habe.

Lowe, T.I.: Sophies Cafè – abgebrochen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Leah ist mit einem brutalen Mann verheiratet und erträgt zehn Jahre lang ein Leben voller Missbrauch und Schmerzen. Nach einem erneuten Gewaltausbruch schlägt sie in Notwehr zurück und entkommt. Nach einigen Wochen erreicht sie Rivertown, eine hübsche Kleinstadt in South Carolina, wo sie Sophie, die charmante Eigentümerin eines hübschen Cafés, kennenlernt. Die engagierte Christin schließt sie sofort in ihr Herz und gibt ihr ein neues Zuhause. Mithilfe des Anwalts Crowley schafft sie es, schon bald ein Teil von Rivertown zu sein. Doch ihre Vergangenheit scheint einer tiefergehenden Freundschaft zu Crowley im Wege zu stehen. Werden beide zueinander finden und es schaffen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen gemeinsamen Neuanfang zu wagen?

Meine Einschätzung:
Lasst Euch nicht vom harmlosen Titel und Cover täuschen. Die ersten 50 Seiten dieses Romans waren nur ganz, ganz schwer auszuhalten, denn das Martyrium der Hauptfigur wird sehr drastisch und detailliert beschrieben.
Allerdings nahm die Geschichte dann eine Wendung, die mir derzeit nicht behagt. Die Hauptfigur findet zum christlichen Glauben und kann sich so aus ihrer traumatischen Erfahrungen befreien.
Das klingt jetzt komisch und ich sehe mich selbst als Christin, aber vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in den USA, wo fundamentalistische, christliche Gruppierungen das Recht von Frauen auf selbstbestimmte Abtreibung bekämpfen, gruselt es mich.

Der Gerth-Verlag ist ein christlicher Verlag und unterstützt sicher nicht die menschen- und frauenverachtende Politik, aber irgendwie bereitet mir eine amerikanische Autorin, die einen „christlichen“ Roman schreibt, Bauchschmerzen.
Versteht das irgendjemand?
In den USA ist das übrigens ein eigenes Genre und auch im Liro-Bereich gibt es eine eigene Sparte für christliche Liros.

Mein Fazit:
Auch scheinbar „harmlose“ Romane können Gefühle und Diskussionen auslösen, mit denen man nicht sofort rechnet.

Ammirati, Luca: Das Lächeln einer Sommernacht – abgebrochen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Samuele ist dreißig und sehnt sich nach dem Glück, doch er hat das Gefühl, sich im Kreis zu drehen wie Galileo, sein treuer Goldfisch und einziger Mitbewohner, dem er sich jeden Tag anvertraut. Der junge Mann ist ein Träumer, er hat Pech in der Liebe und möchte Werbetexter werden, doch seine Vorschläge werden immer abgelehnt. So verdingt er sich als schlechtbezahlter Reporter in einer Online-Redaktion. Am Abend jedoch geht er einer Beschäftigung nach, die seiner romantischen Seele entspricht: Er macht Führungen in der Sternwarte von Perinaldo, einem magischen Ort, an dem man Millionen von Sternen betrachten und im Stillen Wünsche äußern kann. Dort begegnet ihm in der Nacht von San Lorenzo ein geheimnisvolles Mädchen, das sich Emma nennt und Kinderbuchillustratorin ist. Samuele verliebt sich auf den ersten Blick und lädt Emma zum Abendessen in seine Wohnung ein. Es ist schon spät, der Tag war anstrengend, der Wein zu gut, und Samuele macht einen unverzeihlichen Fehler: Er schläft ein, während er auf das Mädchen mit den blauen Augen und dem johannisberroten Mund wartet, das kurz ins Bad gegangen ist. Als er aufwacht, ist Emma verschwunden. Neben allen ungelösten Fragen seines Lebens hat Samuele nun vor allem ein Problem: Wie soll man eine Frau wiederfinden, von der man nur den Vornamen kennt?

Meine Einschätzung:
Das Lesebändchen steckt in zwischen Seite 57 und 58. Weiter bin ich nicht gekommen, weil ich die Geschichte unglaublich langweilig fand.
Das ist sicher gemein und ungerecht, aber mal ehrlich, was erwartet Ihr von einer Frau, die am sich am liebsten mit Zauberern, Vampiren, Gestaltwandlern und Ghulen herumtreibt? 😉

Mein Fazit:
Falsches Buch zur falschen Zeit? Ich bin ganz sicher, es wird noch begeisterte Leserinnen finden.

Oswald, Susanne: Inselglück im kleinen Strickladen

Genre: Liro, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie „Amrum“:
Teil 1: Ein Jahr Inselglück
Teil 2: Verliebt im Café Inselglück
Teil 3: Inselglück im kleinen Strickladen

Reihenfolge der „Strickladenserie“:
Teil 1: Der kleine Strickladen in den Highlands
Teil 2: Wintertee im kleinen Strickladen in den Highlands
Teil 3: Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands

Kurzbeschreibung:
Maschenliebe und Schäfchenwolle
Es gibt kaum Schöneres als Yoga am Amrumer Strand. Um das mit anderen Menschen zu teilen, will Elisabeth eine Yogaschule eröffnen. Ihre Freundin Fenja ist begeistert und entwirft eine Entspannungs-Kollektion für ihr Modelabel – einschließlich selbstgestrickter Yogasocken. Ein Glück, dass sie zufällig Urlauberin Maighread trifft. Die Inhaberin eines Strickladens in Schottland ist genau die Richtige, um Fenja mit Tipps und Tricks in Sachen Wolle zur Seite zu stehen.

Meine Einschätzung:
Zeitgenössische Liros sind ja sonst eher nicht so mein Fall, aber wenn in der Geschichte nahezu alle meine Hobbies und noch meine Lieblingslandschaft vorkommt, dann kann ich doch nicht widerstehen.
Die Autorin schreibt eine wunderbar warmherzige Geschichte mit liebenswerten Charakteren, kennt sich wirklich mit Wolle und Stricken aus (am Ende des Romans gibt es wieder Strickanleitungen von ihr) und ich bin sicher, dass sie Yoga tatsächlich selbst praktiziert und Amrum richtig gut kennt, denn das merkt man diesem Roman an. Ich mag ihren Schreibstil und ihre Ideen und sehr bewundert habe ich die „Nixchen“, kleine Reime in einer bestimmten Form. Wunderschön.
Dieser Roman gehört eigentlich zur „Amrum-Reihe“, die ich natürlich auch noch lesen werde, aber Maighread aus der „Strickladen-Serie“, die hier ihren Urlaub verbringt, verbindet die beiden Serien.

Mein Fazit:
Liebenswerter Roman über wahre Freundschaft, Nordseeliebe und das Stricken.

Buchanan, Tracy: Die Winterfrauen

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ambers Leben an der Küste Englands ist eintönig – bis an einem eiskalten Wintertag eine junge Frau vor Ambers kleinem Geschenkeladen auftaucht. Sie weiß nicht, wer sie ist und was mit ihr geschehen ist, doch Amber verspürt eine Verbindung zu der Namenlosen und beschließt, ihr zu helfen. 1989: Die Dokumentarfilmerin Gwyneth ist unabhängig und furchtlos, ihr Beruf hat sie an die entferntesten Ecken der Welt geführt. Doch als sie in den verschneiten Highlands fast ums Leben kommt, lässt sie sich von den McCluskys helfen. Gwyneth ist fasziniert von der Familie, vor allem von Dylan, dem rätselhaften und charismatischen Sohn. Aber die McCluskys verbergen ein Geheimnis, dass die Verbindung zwischen Gwyneth und Dylan gefährdet – und Gwyneth Leben für immer verändern wird.

Meine Einschätzung:
Eigentlich ist dieser Roman das perfekte Winter-Weihnachtsbuch, vor allem, weil es nicht vor Kitsch trieft. Aber …
Falsches Buch zur falschen Zeit? Ich weiß es nicht, jedenfalls habe ich ab der Hälfte des Romans nur noch quer gelesen (und nicht abgebrochen), weil ich dann doch noch das „große“ Geheimnis gelüftet haben wollte.
Aber mir haben die Charaktere nicht gefallen, für meinen Geschmack zog sich die Geschichte zu lange hin und so konnte ich mich einfach nicht auf das Familiendrama einlassen.

Mein Fazit:
Manchmal passt ein Roman einfach nicht zur Leserin. Bin aber sicher, dass dieses Buch vielen Leserinnen gefallen könnte.

Lafon, Marie-Hélène: Die Annonce

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Paul, 46, ist Bauer in der Auvergne. Mitten im Nirgendwo, auf tausend Metern Höhe, betreibt er den familieneigenen Hof. Nur will er nicht wie seine beiden alten Onkel als Junggeselle enden und gibt eine Annonce auf. In einer tristen Industriestadt am anderen Ende Frankreichs hat Annette, 37, gerade eine gescheiterte Beziehung mit einem straffälligen Alkoholiker hinter sich. Einen Vater im Gefängnis möchte sie ihrem elfjährigen Sohn Éric nicht auch noch zumuten, und sie reißt die Annonce aus der Zeitschrift aus. Nach ersten Treffen auf halber Strecke hat Annette außer ein paar Fotos von einer unbekannten Welt besonders Pauls Hände vor Augen Hände, die auf sie warten. Sie geht das Wagnis ein und zieht mit Éric und ein paar Möbeln aufs Land. Doch der Empfang ist frostig. Pauls sture Onkel und seine Schwester Nicole lassen die beiden Neuankömmlinge unmissverständlich spüren, dass auf dem Hof kein Platz für sie ist. Mit plastischer, rhythmischer Sprache und einem untrüglichen Gespür für Seelenzustände erzählt Marie-Hélène Lafon, wie die Ankunft der Fremden in der bäuerlichen Bergwelt allen Beteiligten etwas abverlangt und, trotz allem, eine leise Liebe geschieht.

Meine Einschätzung:
Die Autorin erzählt eine anrührende Geschichte von Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und die fast ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Leider kenne ich die Auvergne nicht, so dass ich nicht sagen kann, ob es dort tatsächlich so abgeschiedene Dörfer gibt.
Herausheben möchte ich die Sprache und den Stil, den die Autorin verwendet. Auf den ersten Seiten habe ich mich durchaus schwer getan, denn ihre Sätze sind sehr, sehr lang, wirken abgehakt, nur durch Kommas getrennte Halbsätze machen das Lesen unkomfortabel. Aber als ich mich eingelesen hatte, war ich fasziniert, wie es der Autorin gelingt, mit ungewöhnlichen Wortkombinationen, Gefühle, Menschen und Ereignisse präzise zu beschreiben. Ungewöhnlich, aber toll. Hinreißend schön finde ich übrigens auch das Cover :-).

Mein Fazit:
Ein ungewöhnliches Liebespaar, das sich trotz widriger Umstände findet und lieben lernt. Sprachlich ungewöhnlich, aber herausragend.

Poznanski, Ursula: Shelter

Genre: Jugendbuch, Thriller

Kurzbeschreibung:
Die Idee war völlig verrückt und sie wären niemals darauf gekommen, wenn die Party nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre. Aus einer Katerlaune heraus erfinden Benny und seine Freunde eine irre Geschichte über außerirdische Besucher und verbreiten sie im Internet. Gespannt wartet die Clique ab, was passiert. Zu ihrer eigenen Überraschung nehmen immer mehr Menschen die Sache für bare Münze und Bennys Versuche, alles aufzuklären, bringen ihn schon bald in Lebensgefahr.

Meine Einschätzung:
Frau Poznanski ist immer ganz nah am Puls der Zeit, oder? Ihre Geschichte ist auf erschreckende Weise absolut vorstellbar geworden in dieser verrückten Zeit, in der Menschen bereit sind, alles mögliche zu glauben.

Mein Fazit:
Wie immer spannend und gut erzählt. Eine aktuelle Geschichte über die Macht von Sozialen Medien, Gerüchten und Menschen, die in ihrem Irrglauben gefangen sind.

Kawamura, Genki: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …
Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

Meine Einschätzung:
Ist das nicht ein superhübsches Cover? Fast würde es mir reichen, einfach dieses schöne Buch zu besitzen, aber auch die Geschichte in diesem Buch ist überaus lesenswert.
Während die Hauptfigur mit dem Teufel über die Bedingungen für das Überleben eines weiteren Tages verhandelt, kommt man selbst ins Nachdenken. Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was gibt meinem Leben einen Sinn und wie nutze ich die Zeit, die mir ein endliches Leben bietet?
Der Autor verpackt diese philosophischen Fragen in eine berührende, leicht schräge, aber auch witzige Geschichte, in der häßliche Hawai-Hemden, Kinofilme und Katzen eine wichtige Rolle spielen.
Da ich zufälligerweise in diesem Jahr den Roman eines anderen japanischen Autoren „Saturo und das Geheimnis des Glücks
gelesen habe, der ein ähnliches Thema hatte, frage ich mich, ob Katzen in Japan eine große Rolle spielen und ob philosophische Fragen zum Leben und Sterben eines Menschen dort gerade in Mode sind??? Weiß das jemand zufällig?

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer, philosophischer Roman über den Sinn des Lebens, in dem auch eine Katze mitspielt :-).

Dalban-Moreynas, Géraldine: An Liebe stirbst Du nicht

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Paris. An einem Novembersonntag begegnen sich die beiden zum ersten Mal am bogenförmigen Eingangstor. Es regnet. Als er den Hof betritt, bleibt ihr Herz stehen. Als sie auf ihn zukommt, bringt er kein Wort heraus. Später stellen sie gemeinsam fest, dass das der Moment war, in dem alles begann. – Ein beeindruckender, unvergesslicher Debütroman, der einem den Atem nimmt; spannend bis zur letzten Seite – unerwartet, modern und voller Leidenschaft.

Meine Einschätzung:
So stelle ich mir einen unterhaltsamen, modernen Roman vor. Die Sprache ist schnörkellos und knapp. Wenn die Autorin Mails oder andere digitale Nachrichten wiedergibt, sind diese so formuliert, wie ich sie von meinen beiden Töchtern kenne. (Nur ich scheine hoffnungslos altmodisch Anreden, Grußformeln etc. zu verwenden …)
Die beiden Protagonisten leben ein modernes, urbanes Leben mitten in Paris, in hippen Loftwohnungen, mit tollen Jobs, vielen Parties, etc.
Ich fand sie beide übrigens total unsympathisch und ihr Verhalten absolut indiskutabel, aber trotzdem fand ich die Geschichte interessant.
Ich kann mir diesen Roman auch richtig gut verfilmt vorstellen, denn die Bildsprache der Autorin hat ein lebendiges Bild der Räume und Figuren in meinen Kopf erschaffen.

Mein Fazit:
Ein moderner Liebesroman, ohne Kitsch und ohne Happy-End, der Stoff zum Nachdenken und Diskutieren liefert.

Haig, Matt: Die Mitternachtsbibiothek

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

Meine Einschätzung:
Manchmal ist das Leben nicht gerecht, es passieren schlimme Dinge, man gerät in einen Strudel aus Trauer, Selbstzweifel, Zorn und Verzweiflung und sieht keinen Ausweg für sich. Gerade in diesen anstrengenden Zeiten konnte ich das sehr gut nachfühlen und sicher finden sich viele Leser in Noras Geschichte wieder.
Der Autor gibt seiner Hauptfigur die Möglichkeit, verschiedenste Versionen ihres Lebens, die möglich gewesen wären, zu erleben.
Ein spannender Ansatz und mehr will ich auch gar nicht erzählen.
Ich schätze den Autor sehr für seine einfühlsame, humorvolle und philosophische Sicht auf die Welt und das Leben.
Ich habe viel über mich gelernt, einen neuen Philosophen kennengelernt und diverse Markierungen in diesem Buch hinterlassen.

Mein Fazit:
Wieder hat Matt Haig ein Buch geschrieben, das mich bewegt, beschäftigt, aber auch gut unterhalten hat. Ein Buch für Tage, an denen alles schief zu gehen scheint.

Riley, Lucinda: Die Sonnenschwester

Genre: Hörbuch, Roman, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie „Die Sieben Schwestern“:
Teil 1: Die sieben Schwestern
Teil 2: Die Sturmschwester
Teil 3: Die Schattenschwester
Teil 4: Die Perlenschwester
Teil 5: Die Mondschwester
Teil 6: Die Sonnenschwester
Teil 7: Die verschwundene Schwester

Kurzbeschreibung:
Elektra d’Aplièse führt als Top-Model ein glamouröses Leben in New York. Doch hinter dem schönen Schein verbirgt sich eine unglückliche junge Frau, die zudem durch den Tod ihres geliebten Vaters tief erschüttert ist. Da erhält sie den Brief einer Fremden, die behauptet, ihre Großmutter zu sein. Die Spur führt nach Ostafrika, und Elektra begibt sich auf die Reise. Dort angekommen stößt sie auf die Lebensgeschichte von Cecily Hunter-Washington, die in den 1940er Jahren auf einer Farm in Kenia gelebt hat. Elektra ist fasziniert von der mondänen Welt des kolonialen Afrika, aber sie erkennt auch erstmals, welch dunkles Erbe sie in sich trägt…

Meine Einschätzung:
Puh, jetzt brauche ich aber erst Mal eine Schwestern-Pause. Für meinen Geschmack war in diesem Teil viel zu viel Drama, auch bei den Nebenfiguren.
Ich fand Elektras Charakter äußerst schwierig. So eine zornige, junge Frau und die Stimme der Sprecherin hat mir manchmal richtig in den Ohren geschmerzt. Aber das ist ja Geschmacksache.
Auch dieses Mal hat mir der historische Teil der Geschichte, die in den 20iger und 30iger Jahren in Kenia angesiedelt ist, besser gefallen, als der zeitgenössische Teil.
Alles in allem war mir aber die Geschichte zu voll gepackt mit den verschiedensten Themen: Feminismus, Frauenrechte, Rassismus, Kolonialismus, Suchtproblematik, Armut, Ausbeutung, der 2. Weltkrieg, …

Zum Schluß packt die Autorin noch die Liebesgeschichte zwischen Elektras muslimischer Assistentin und dem Afganistan-Veteranen obendrauf. Da war ich wirklich froh, dass das Hörbuch vorbei war. *kopfschüttel*

Mein Fazit:
Unterhaltsam, wie alle Bücher der Serie, aber mir war von allem zu viel dabei ;-). Zuviel Drama, zuviel Kontrast, zuviel Gedöns …

Hermann, Judith: Daheim

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Judith Hermann erzählt in ihrem neuen Roman »Daheim« von einem Aufbruch: Eine alte Welt geht verloren und eine neue entsteht.
Sie hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen, ist ans Meer gezogen, in ein Haus für sich. Ihrem Exmann schreibt sie kleine Briefe, in denen sie erzählt, wie es ihr geht, in diesem neuen Leben im Norden. Sie schließt vorsichtige Freundschaften, versucht eine Affaire, fragt sich, ob sie heimisch werden könnte oder ob sie weiterziehen soll. Judith Hermann erzählt von einer Frau, die vieles hinter sich lässt, Widerstandskraft entwickelt und in der intensiven Landschaft an der Küste eine andere wird. Sie erzählt von der Erinnerung. Und von der Geschichte des Augenblicks, in dem das Leben sich teilt, eine alte Welt verlorengeht und eine neue entsteht.

Meine Einschätzung:
Diesen Roman habe ich mir auf Empfehlung meiner Lieblingsbuchhändlerin gekauft, auch weil die Hauptfigur eine Frau in meinem Alter ist und es mich grundsätzlich interessiert, wie andere Frauen ihr Leben sehen und gestalten. Zusätzlich zieht die Protagonistin auch noch in Deutschlands Norden, den ich als Urlaubsziel gerne mag.
Dieser Roman ist meines Wissens nach auch für mehrere hochrangige Preise nominiert und wisst Ihr was?
Ich fand ihn furchtbar.
Mal wieder.
Das liegt natürlich an mir. Ich erhoffte mir Inspiration für mein Leben, für meine Gedankenwelt, aber davon ist in diesem Buch absolut nichts zu finden. Mein Fehler.
Die Ich-Erzählerin ist in meinen Augen eine trübsinnige, fast schon leblose Person, mit der ich nichts anfangen konnte. Sie bekommt eine super nette, lebenslustige Nachbarin, findet einen verständnisvollen Partner, ist mit ihrem Job im Grunde ganz zufrieden und nimmt das nicht wahr.
Naja, das wird Absicht sein. Es gibt dazu sicher jede Menge tiefgründiger Rezis, aber bin froh gewesen, dass das ein recht dünner Roman ist. Mehr als 190 trübsinnige, frustrierende Seiten, hätte ich nicht ausgehalten.

Mein Fazit:
Ein hochgelobter Roman, der in keinster Weise meinen Lesegeschmack getroffen hat, aber sicher LeserInnen findet wird, die ihn zu schätzen wissen.

Arikawa, Hiro: Satoru und das Geheimnis des Glücks

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Satoru und sein alter Kater Nana machen sich auf den Weg. Auf ihrer Reise quer durch Japan besuchen sie alle Menschen, die Satoru auf seinem bisherigen Lebensweg begleitet, ihn geformt und geprägt, geliebt und geachtet, aber auch beneidet und kritisch beäugt haben. Doch am Ende schließen alle ihren Frieden: mit ihrem Freund und Wegbegleiter Satoru genauso wie mit sich selbst. Und Nana? Betrachtet alles aus der ihm eigenen Katzenperspektive. Er blickt den Menschen ins Innerste, bis in die tiefsten Tiefen ihrer Seele. Doch was Nana nicht ahnt: Es wird Satorus letzte Reise sein …

Meine Einschätzung:
Es gibt Geschichten, die mich berühren und mir deshalb auch lange im Gedächtnis bleiben. Für mich sind diese Bücher wie kleine Schätze. Die sind auch selten, genauso wie Schätze ;-). Eines dieser Bücher ist z.B. „Oskar und die Dame in Rosa“ von Eric-Emmanuel Schmitt.
Genauso anrührend, tröstlich und lebensbejahend erzählt Arikawa die Lebensgeschichte des jungen Japaners Satoru, der in seinem kurzen Leben viele Schicksalschläge einstecken muss und trotzdem seinen eigenen, glücklichen Weg findet. Dabei wird es nicht ein einziges Mal kitschig oder sentimental.
Als bekennende Katzenfreundin hatte ich natürlich auch großen Spaß an den Schilderungen aus Sicht des Straßenkaters Nana. Wenn ich mir vorstelle, was meine Katerchen manchmal von den Zweibeinern halten, dann trifft das ziemlich genau den Ton von Nana.

Mein Fazit:
Ein wunderschönes, anrührendes, Mut machendes, tröstendes, trauriges, fröhliches Buch, das ich sehr, sehr gerne gelesen habe

Villazon, Rolando: Amadeus auf dem Fahrrad

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:

Salzburg ist im Festspieltaumel, Mozarts „Don Giovanni“ wird geprobt. Der junge Mexikaner Vian Maurer träumte davon, Opernsänger zu werden, scheiterte aber an seinem strengen Vater und seinen Gesangslehrern, die sich darüber stritten, ob er Tenor oder Bariton sei. So hat er es nur zum Statisten gebracht. In „Don Giovanni“ darf er nun als einer der Teufel auftreten.
Vian bewundert Mozart, er liest alles über ihn, was ihm in die Hände fällt. Mit seiner Freundin Julia, die er bei den Proben kennen gelernt hat, zieht er durch Salzburg und entdeckt den Zauber der Festspielstadt.
Zur Premiere von „Don Giovanni“ reist der strenge Vater aus Mexiko an und will den verträumten Sohnemann wieder nach Hause holen. Doch Vian hat andere Pläne…

Einer der berühmtesten Mozartinterpreten und -kenner unserer Zeit schreibt über eine Herzensangelegenheit. Mit viel Humor und in unvergesslichen Szenen entwirft er eine Figur, die man einfach lieben muss. Die schönste Hommage an den berühmten Komponisten und seine Heimatstadt, die man sich wünschen kann.

Meine Einschätzung:
Am liebsten würde ich mich selbst als kulturelle Banausin betiteln, denn dieser Roman von Rolando Villazon ist unbestritten wunderschön geschrieben.
Aber leider habe ich gerade so gar keine Lust auf die Geschichte eines jungen Mannes, der unbedingt Opernsänger werden möchte und deshalb von Mexiko nach Salzburg reist und dort die wunderbarsten Sachen erlebt.
Ich habe dieses Buch deshalb nur überflogen und mir vorgenommen, es wieder zur Hand zu nehmen, sollte ich mal wieder nach Salzburg reisen.
Vielleicht kommt mein Desinteresse auch daher, dass ich grundsätzlich nicht besonders gerne klassische Musik und im besonderen nicht gerne Opern höre (sag ja, Banausin …).

Mein Fazit:
Ein wunderschönes Buch mit einer ungewöhnlichen Geschichte, das mich aber zur Zeit nicht fesseln kann.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst Du dem zu.

Datenschutzerklärung