Asher, Jay: Tote Mädchen lügen nicht

Genre: Roman für Kinder/Jugendliche ab 13 Jahren

Kurzbeschreibung:
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon …

Meine Einschätzung:

Puh, kein leichter Stoff.
Ein introvertiertes, sensibles junges Mädchen zieht mit seinen Eltern in eine andere Stadt und muß sich dort in eine neue Schule eingewöhnen und neue Freunde finden. Doch ihre Alternsgenossen sind zum großen Teil egozentrisch, über die Maßen egoistisch, verantwortunglos, leichtsinnig und boshaft. So wird Hannah verletzt und gekränkt, betrogen und belogen und verliert zum Schluß das Vertrauen in ihre Mitmenschen und nimmt sich das Leben. Aber zuvor rechnet sie mit ihren Peinigern ab. Sie erstellt eine Liste mit 13 Personen, die sich mit den Kassetten auseinandersetzen müssen, auf denen sie die Vorfälle akribisch schildert.
Clay, der Ich-Erzähler, ein stiller, sensibler Junge ist einer der dreizehn auf der Liste und hört voller Schrecken, was Hannah erlebt hat und macht sich große Vorwürfe, daß der die eindeutigen Signale, die Hannahs Selbstmord angekündigt haben, nicht wahrgenommen hat.
Dieses Buch läßt den Leser nicht mehr los. So wie Clay die Nacht auf der Straße verbringt, um die Kassetten ungestört hören zu können, möchte man das Buch auch nicht aus der Hand legen, bis man weiß, warum Clay auf dieser Liste steht und wie es zu diesem letzten Schritt im Leben eines jungen Mädchens kommen konnte.
Besonders betroffen macht mich als Mutter, daß die Eltern des Mädchens keinerlei Rolle im Leben des Kindes gespielt haben. Sie waren gefangen in ihren Alltagssorgen und Existensnöten und hatten keine Ahnung von den Problemen der Tochter. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mich dafür sensibilisiert, meinen Kindern ganz genau zuzuhören und auch ihre kleinen Nöte und Sorgen ernst zu nehmen.
Und auch Teenagern, die manchmal ganz schön gemein sein können, kann man dieses Buch nur empfehlen, denn es regt sie sicher zum Nachdenken an.

Mein Fazit:
Ein spannendes, trauriges, aber erhellendes Buch über ein junges Mädchen, das das Vertrauen in ihre Mitmenschen verloren hat.

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