Schätzing, Frank: Die Tyrannei des Schmetterlings


Genre: Sci-Fi

Kurzbeschreibung:
Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren – und darüber hinaus.

Meine Einschätzung:

Über dieses Buch will ich doch ein paar Worte mehr verlieren. Ich hatte mich sehr, sehr, sehr über ein neues Schätzing-Buch gefreut, aber sein aktuelles Buch läßt mich irritiert zurück. Na gut, Herr Schätzing kann natürlich nix dafür, wenn er meine Erwartungen enttäuscht, die habe ich ihm ja schließlich niemals mitgeteilt.
Was hatte ich erwartet? Einen klug recherchierten Wissenschaftsthriller, der sich mit den Auswirkungen des Einsatzes von künstlichen Intelligenzen auf die Gesellschaft beschäftigt, philosophisch, wirtschaftlich, etc. Ein Thema, das ich enorm spannend finde, gerade in Zeiten, in denen zunehmend Algorithmen bestimmen, welche Werbung wir im Internet angezeigt bekommen, welche Feeds, usw.
Und was bekam ich? Einen spannenden, hollywoodreifen, Sci-Fi-Action-Thriller, den ich mir sehr gut verfilmt vorstellen konnte.
Aber was den wissenschaftlichen Hintergrund betrifft, ich kann hier jetzt nicht spoilern, würde mich dann doch interessieren, weil mir seine Idee doch seeeeeeeeeeeeeehhhhhhr abgefahren erscheint. Gut spannend, aber abgefahren.
Womit ich noch gehadert habe, sind seine teilweise bizarren Landschafts- und Ortsbeschreibungen. Sehr ausschweifend und irgendwie fühlte ich mich in einen Tim Burton Film versetzt, sehr farbig, gleichzeitig morbid, seltsam halt. Irgendwann habe ich diese Beschreibungen einfach überblättert. Banausin, die ich bin!
Ganz gut gefallen haben mir die Charaktere, die der Autor für meinen Geschmack gut gewählt und ausgebaut hat.


Mein Fazit:

Spannend – definitiv. Interessant – ja auch. Realitätsnah – für mich eher nicht. Gut zu lesen – eher nicht, weil stellenweise langatmig. Erklärungsbedürftig – ja, auf jeden Fall, muß mir wohl ein paar Interviews mit dem Autor anhören/lesen.
Mich würde wirklich interessieren, wie andere Leser dieses Buch bewerten. Kommentiert doch mal kurz, falls Ihr hier vorbeischaut.

Schreibe einen Kommentar

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst Du dem zu.

Datenschutzerklärung