Helfer, Monika: Die Jungfrau

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Gloria und Moni sind beste Jugendfreundinnen – die eine reich, die andere arm. Ein halbes Jahrhundert später begegnen sich die beiden Frauen wieder und Gloria beichtet ihr Lebensgeheimnis: Nie hat sie mit jemandem geschlafen. Früher kam Gloria immer gut an, war exzentrisch und schön, wollte Schauspielerin werden, war viel unter Menschen. Gloria und Moni wachsen auf im Mief der sechziger Jahre, sind konfrontiert mit Ehe, Enge und Gewalt. Wie wurden die beiden zu denen, die sie sind? Monika Helfer macht aus Lebenserinnerung große Literatur. Nach der Trilogie über ihre Familie und Herkunft ist „Die Jungfrau“ ein atemloser Roman über die jahrzehntelange Freundschaft zwischen zwei Frauen.

Meine Einschätzung:
Dieses Buch habe ich in der wundervollen Buchhandlung „Die Lesekatze“ in Alzenau entdeckt. Ich liebe es ja, in Buchhandlungen zu stöbern (wen wundert das?) und mir Bücher mitzunehmen von denen ich manchmal noch nie gehört habe, deren Cover oder Klappentext mich anspricht oder die mir von Buchhändlerinnen und Buchhändlern empfohlen werden. So komme ich aus meiner „Bücherblase“ auch mal raus und lese fernab meiner bevorzugten Genres. Das ist manchmal toll und manchmal eben nicht.
Die Autorin erzählt die Geschichte zweier Freundinnen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Die eine kommt aus einer mittellosen Familie, verlor früh ihre Mutter, heiratete zweimal und wird Mutter. Die andere kommt aus reichem Hause (wobei nie klar wird, woher das Geld eigentlich kommt), lebt alleine mit ihrer depressiven Mutter und scheitert mit dem Lebenswunsch Schauspielerin zu werden.
Das klingt interessant, oder? Ist es in Teilen auch, aber die beiden Frauen waren mir so unsymphatisch, dass ich ihre Geschichte nur mit mäßigem Interesse gelesen habe. Hinzu kommt, dass die Autorin es konsequent vermeidet, Fragen, die sich der geneigten Leserin stellen, zu beantworten. Woher kommt das Geld der Familie, was haben die Frauen in ihrem mittleren Jahren gemacht, woher kommt plötzlich der Vater, …
Das mag auf intellektueller Ebene genauso gewollt sein, aber ich fand das zutiefst unbefriedigend. Außerdem mochte ich die Erzählweise der Autorin nicht. Sie springt wild in den Zeiten hin und her und die Ich-Erzählerin wirkt unstrukturiert. Ja, das wird ein Stilelement sein, aber ich mag es nicht.

Mein Fazit:
Ein interessanter Roman über eine Frauenfreundschaft, der mich aber nicht überzeugen konnte.

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