Hansen, Dörte: Zur See

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.
Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung.

Meine Einschätzung:
Es gibt sicher schon genug eloquente, tiefgründige Rezis, deshalb nur kurz. Ich mag Dörte Hansens Erzählweise und diese Familiengeschichte hat mich sehr berührt, was vielleicht auch an meiner Nordseeliebe liegen mag.

Mein Fazit:
Ein wunderschöner Roman, den ich gerne gelesen habe.

Bachmann, Verena: Rise of the Witch Queen – Beraubte Magie (2)

Genre: Hörbuch, Urban Fantasy

Reihenfolge der Serie:
Teil 1: Entfesselte Magie
Teil 2: Beraubte Magie

Kurzbeschreibung:
Als neue Hexenkönigin muss sich die sonst so vor Selbstbewusstsein strotzende Enju erst noch beweisen. Doch die erste Bewährungsprobe lässt nicht lange auf sich warten: Etwas Böses greift auf einer heiligen Insel die Menschen an. Allein die Königin der Hexen besitzt genügend Magie, um sich dem Wesen zu stellen. Allerdings spielen Enjus Kräfte seit einiger Zeit total verrückt und so bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss Kayneth, den gefährlich attraktiven Anführer der Beasts, um Hilfe bitten. Aber dafür muss sich Enju endlich ihren Gefühlen zu ihm stellen…

Meine Einschätzung:
Auch der zweite Teil der Serie hat mich super unterhalten.
Gestaltwandler, Hexen, Hochzeitsplaner, Nekromanten, Höllendämonen und Walküren? Was will ich mehr?
Wieder toll gelesen und interpretiert von  Yeşim Meisheit, so dass ich witzige Hörstunden beim Stricken hatte. Danke dafür.
Falls der Verlag hier vorbeischaut. Ja, ich würde mich über eine Fortsetzung dieser Reihe sehr freuen und unterstütze diese junge, deutsche Autorin gerne.

Mein Fazit:
Witzig, schräg, unterhaltsam. Herrlich.

Oswald, Susanne: Inselglück im kleinen Strickladen

Genre: Liro, zeitgenössisch

Reihenfolge der Serie „Amrum“:
Teil 1: Ein Jahr Inselglück
Teil 2: Verliebt im Café Inselglück
Teil 3: Inselglück im kleinen Strickladen

Reihenfolge der „Strickladenserie“:
Teil 1: Der kleine Strickladen in den Highlands
Teil 2: Wintertee im kleinen Strickladen in den Highlands
Teil 3: Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands

Kurzbeschreibung:
Maschenliebe und Schäfchenwolle
Es gibt kaum Schöneres als Yoga am Amrumer Strand. Um das mit anderen Menschen zu teilen, will Elisabeth eine Yogaschule eröffnen. Ihre Freundin Fenja ist begeistert und entwirft eine Entspannungs-Kollektion für ihr Modelabel – einschließlich selbstgestrickter Yogasocken. Ein Glück, dass sie zufällig Urlauberin Maighread trifft. Die Inhaberin eines Strickladens in Schottland ist genau die Richtige, um Fenja mit Tipps und Tricks in Sachen Wolle zur Seite zu stehen.

Meine Einschätzung:
Zeitgenössische Liros sind ja sonst eher nicht so mein Fall, aber wenn in der Geschichte nahezu alle meine Hobbies und noch meine Lieblingslandschaft vorkommt, dann kann ich doch nicht widerstehen.
Die Autorin schreibt eine wunderbar warmherzige Geschichte mit liebenswerten Charakteren, kennt sich wirklich mit Wolle und Stricken aus (am Ende des Romans gibt es wieder Strickanleitungen von ihr) und ich bin sicher, dass sie Yoga tatsächlich selbst praktiziert und Amrum richtig gut kennt, denn das merkt man diesem Roman an. Ich mag ihren Schreibstil und ihre Ideen und sehr bewundert habe ich die „Nixchen“, kleine Reime in einer bestimmten Form. Wunderschön.
Dieser Roman gehört eigentlich zur „Amrum-Reihe“, die ich natürlich auch noch lesen werde, aber Maighread aus der „Strickladen-Serie“, die hier ihren Urlaub verbringt, verbindet die beiden Serien.

Mein Fazit:
Liebenswerter Roman über wahre Freundschaft, Nordseeliebe und das Stricken.

Musso, Guillaume: Ein Wort, um dich zu retten

Genre: Roman, zeitgenössisch

Kurzbeschreibung:
Seit er vor zwanzig Jahren von einem Tag auf den anderen aufhörte zu schreiben, lebt der einst gefeierte Schriftsteller Nathan Fawles abgeschieden auf der kleinen Île Beaumont. Doch die Journalistin Mathilde Monney ist fest entschlossen herauszufinden, warum der Schriftsteller sich damals aus der Öffentlichkeit zurückzog. Kurz nach ihrer Ankunft erschüttert ein grausamer Mord die Insel, die daraufhin abgeriegelt wird. Während eine fieberhafte Jagd nach dem Täter beginnt, entspinnt sich zwischen Mathilde und Nathan eine hitzige Unterredung, in der Stück für Stück die ganze Wahrheit über seine Vergangenheit ans Licht kommt und Mathilde entdeckt, dass ein grausames Geheimnis sie beide verbindet …

Meine Einschätzung:
Ach herrje! Autoren, die einen Roman mit einem Autoren als Hauptfigur schreiben, gehen mir meist auf die Nerven ;-).
Und in dieser Geschichte haut Herr Musso so richtig auf die „Kacke“ (sorry). Gut, ich weiß natürlich, dass viele seiner Roman ganz schön brutal sind, aber dieses Mal hat er sich noch übertroffen. Grausame Morde, Folter, Organhandel, …
Die Geschichte lebt von überraschenden Wendungen, deshalb verrate ich hier selbstverständlich nichts, aber ehrlich? Ich habe Redebedarf. Das Ende habe ich nämlich erst mal nicht kapiert. Deshalb werde ich das Buch meiner Freundin in die Hand drücken, damit wir darüber diskutieren können. Das ist ja manchmal erhellend …
Hat mir das Buch gefallen. Jein. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, aber ich habe es unzufrieden zugeklappt …

Mein Fazit:
Spannend, brutal, überraschend, aber für mich zuviel von alle dem …

Miller, Madeline: Ich bin Circe

Genre: Fantasy

Kurzbeschreibung:
Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat.

Meine Einschätzung:
Interessanter Weise musste ich gerade an „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley denken. Das Neue an diesem erfolgreichen Fantasy-Roman aus den 80iger Jahren war, dass die Artus-Sage aus der Sicht einer Frau erzählt wurde. Als junge Frauen haben wir diesen Roman gefeiert :-), damals …
„Ich bin Circe“ erzählt nun Teile der griechischen Mythologie aus Sicht der Göttin Circe und das erlaubt der Erzählerin, eine sehr weibliche Sichtweise auf die Götter des Olymp und die Helden der Antike. Ich fand das großartig!
Circe hat ein schweres (ewiges) Leben, denn sie entspricht nicht dem üblichen Schönheitsideal und besonders ihre Stimme wird bemängelt. Sie wird von ihren Schwestern und Cousinen gehänselt, von ihrem liebsten Bruder verraten, von der Mutter ignoriert und vom Vater gedemütigt und letztendlich verstoßen.
Sie verliebt sich in Daidalos, wird von Hermes genervt, lebt einige Zeit mit Odysseus zusammen, der gar nicht so heldenhaft daher kommt, wie man meinen würde erzieht einen bockigen, zornigen Sohn und findet am Ende doch ihr Glück.
Ich hatte große Freude an diesem Ritt durch die griechische Mythologie. Manche Geschichten waren mir noch präsent, andere kannte ich noch nicht. Aber dieser Roman macht wirklich Lust darauf, sich mit weiteren Geschichten bekannt zu machen. Wer dazu einen Tipp hat, her damit!
Ein klitzekleines Bisschen habe ich mich mit dem Stil der Autorin schwer getan. Ich kann aber nicht mal benennen, was genau das Problem war.

Mein Fazit:
Ein großartiges Buch über eine interessante Frau und die Helden der griechischen Mythologie!

Bettermann, Stella: Griechischer Abschied


Genre: Krimi

Kurzbeschreibung:

Nick Zakos, Halbgrieche und Star der Münchner Mordkommission, ist urlaubsreif. Doch aus Ferien wird nichts, weil auf einer griechischen Insel die Leiche einer deutschen Urlauberin gefunden wird. Da es sich um die Ehefrau eines ranghohen bayerischen Politikers handelt, wird Nick um Amtshilfe gebeten. Nick ist alles andere als begeistert ― Griechenland kann ihm gestohlen bleiben, seit sein Vater die Familie verlassen hat. Doch als er schließlich auf der Dodekanesinsel ankommt, erwacht seine griechische Seele zum Leben ― nicht zuletzt wegen der attraktiven Inselpolizistin Fani. Und in genau diese Seele muss er eintauchen, um den äußerst verwickelten Fall zu lösen, denn griechische Rache ist süß …

Mein Fazit:
Wunderbare Griechenland Urlaubslektüre, unterhaltsam, netter Protagonist, kein bisschen blutrünstig, perfekt für den Strand

Knorr, Albert: Mummy Island – Sacer Sanguis Maniac

Genre: Thriller, Mystrythriller

Weitere Bücher des Autors, die ich gelesen habe:
Giftgrüne Gentechnik – Sacer Sanguis Genetics
Rote Elemente – Sacer Sanguis Evolution
Sacer Sanguis IV – Snowdown in England
Sacer Sanguis I

Klappentext:
Mummy Island ist eine Friedhofsinsel im Pazifik. Die Schmetterlinge dort sind gefährlich, behauptet Ron. Ron ist verrückt, sagen seine Ärzte.
Clever genug, um die Wahrheit selbst herauszufinden?

Meine Einschätzung:
Albert Knorr ist der erste Indie-Autor, den ich kennengelernt habe und da wußte ich noch gar nicht, was ein Indie-Autor* ist :-). Er schreibt (das ist ja klar!), verlegt und vermarktet seine Bücher höchstselbst und geht dabei auch schon mal ungewöhnliche Wege, die ich mit großem Spaß in seinem Blog verfolge.

Aber nun zu diesem Buch, das mich originell verpackt zusammen mit einer Mumienleseratte erreichte:

Der Autor erzählt die Geschichte in zwei parallelen Strängen. Der Ich-Erzähler Ron befindet sich in der Psychatrie und erzählt unter anderem von den anderen Patienten, die an psychischen Erkrankungen unterschiedlichster Ausprägung leiden und seinen Bemühungen, die Anstalt als geheilt zu verlassen.
Der andere Strang der Geschichte beginnt in Rons Vergangenheit und erzählt von einer halb wissenschaftlichen Expedition auf eine tropische Insel mit dem Ziel seltene Schmetterlingsarten zu entdecken. Dabei wird deutlich, dass bei dieser Expedition irgendetwas schief gegangen sein muß, was zum jetzigen Aufenthalt von Ron in der Psychatrie geführt hat. Und da sind dem Autor einige spannende, gruselige Ideen gekommen 😉 und mehr wird nicht verraten.
Die Geschichte ist spannend und flott geschrieben und thematisch total abgedreht, unkonventionell und fernab jeglichen Mainstreams, was ich großartig finde. An diesem Stoff hätte sich gewiss kein großer Verlag rangetraut ;-).
Dass mir „Mummy Island“ nicht ganz so gut gefallen hat, wie seine Vorgänger, liegt einzig und allein an meiner Abneigung gegen „Psycho“-Geschichten. Ich lese einfach nicht gerne von Psychiatern, Psychopaten, Psychologen und Psychatrien.

Mein Fazit:
Lust auf einen unkonventionellen, abgefahrenen Mystery-Thriller? Dann guckt mal bei Albert Knorr vorbei :-).

*Indie-Autoren: Als ich den Begriff das erste Mal las, da wunderte ich mich sehr darüber, weil ich nach der Verbindung zu Indien suchte. Aber Wikipedia macht ja schlauer und nun weiß ich, dass „Indie“ für Independent = unabhängig steht. Wen es interessiert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Independent-Verlag
http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstverlag